In dieser Arbeit wird versucht zu ergründen, ob die Arbeitszufriedenheit in der Hotellerie im Vergleich zu anderen Branchen signifikant niedriger ist und welche Möglichkeiten es speziell in der Salzburger Stadthotellerie gibt, um Motivation und Arbeitszufriedenheit und somit auch die Produktivität der Mitarbeiter zu steigern und sie somit länger an das Unternehmen binden zu können.
Im ersten Teil der Studie werden die theoretischen Grundlagen über Motivation und Arbeitszufriedenheit aufzeigt, im zweiten Teil die Empirie und Beantwortung der Forschungsfrage.
Im Bereich der Dienstleistungsunternehmen steht die Hotellerie gegenüber vergleichbaren anderen Branchen mit ähnlichen Anforderungen bei der Entlohnung der Mitarbeiter an vorletzter Stelle. Ein Vergleich des Lohnniveaus in Österreich hat ergeben, dass der Lohn im Beherbergungs- und Gaststättenwesen am niedrigsten von allen verglichenen Stundenlöhnen war. So liegt zum Beispiel der Stundenlohn eines Angestellten im Versicherungswesen bei 17,67 Euro pro Stunde, ein Arbeiter im Handel verdient 9,81 Euro, im Tourismus wird durchschnittlich 7,44 Euro pro Stunde gezahlt - wesentlich vor dem Entlohnungsschema der Hotellerie.
Obwohl die Hotellerie in Salzburg sehr gut in den Tourismusmarkt eingebunden ist, wird sowohl im Bereich der gehobenen 4-Sterne-Hotellerie, als auch bei den mittleren und kleinen Hotelbetrieben mit guter Beschäftigung diese Kritik durch die in diesen Unternehmen Beschäftigten laut. Dies, obwohl gute Umsätze ohne wesentliche Einbrüche durch die Nächtigungszahlen von Gästen, welche die Angebote zum Besuch kultureller Ereignisse wie Festspiele und saisonaler Events nutzen, als auch durch den Städtebesichtigungstourismus und die wirtschaftsorientierten Tagungen eingebracht werden.
Im Berufsalltag in verschiedenen Salzburger Stadthotels beobachtete die Verfasserin eine hohe Mitarbeiterfluktuation und das Problem, dass die Arbeitszufriedenheit aufgrund von unbezahlter Mehrarbeit bei zusätzlicher Arbeitsleistung und ungünstigen Arbeitszeiten oft nicht so hoch war. Aufgrund der Gegebenheiten in der Hotellerie entscheiden sich viele Fachkräfte für einen Berufswechsel in andere Branchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Motivation
2. Leistung
2.1 Die Bedeutung des Vorgesetzten
2.2 Wollen, Können, Sollen und Dürfen
2.2.1 Das Wollen
2.2.2 Das Können
2.2.3 Das Sollen
2.2.4 Rahmenbedingungen – das Dürfen
2.3 Leistung und Zufriedenheit
2.4 Stufen der Motivation
2.5 Motivation durch Leistungsanreize
2.5.1 Variable Vergütung
2.5.2 Prämien
2.5.3 Modulares Anreiz- und Prämiensystem
2.6 Wirkungsdauer von Leistungsanreizen
2.6.1 Problem der leistungsgerechten Entlohnung
3. Arbeitszufriedenheit und Selbstverantwortung
3.1 Sinngebende und herausfordernde Tätigkeit
3.2 Das richtige Maß an Arbeitsbelastung
3.3 Job Enrichment und –Enlargement
3.4 Partizipation
3.5 Das Zulassen von Freiräumen als Chance
3.6 Arbeitsklima
3.7 Wertschätzung durch den Vorgesetzten
3.8 Feedback
3.9 Aktives Gesundheitsmanagement
3.10 Folgen fehlender Arbeitszufriedenheit und Motivation
3.10.1 Krankenstände
3.10.2 Innere Kündigung
4. Aktuelle Situation in der österreichischen Hotellerie
4.1 Frauen- und Männeranteil der Beschäftigten
4.2 Bildungsabschlüsse im Hotelwesen
4.3 Fluktuation und Arbeitslosenquote
5. Zwischenfazit
6. Fragestellung und Hypothesen
6.1 Übersicht der Fragestellung
6.2 Hypothesen zu den Motivationsfaktoren
7. Gang der Untersuchung
7.1 Organisatorischer Ablauf
7.2 Pretests
7.3 Art der Datenerhebung und Vorgehen
7.4 Quantitative Erhebung - Erhebungsdesign
7.4.1 Erfassung der allgemeinen und soziodemographischen Merkmale
7.4.2 Erfassung des Arbeitsklimas
7.4.3 Erfassung der Arbeitszufriedenheit
7.4.4 Erfassung der Weiterbildung
7.5 Dateneingabe
7.6 Qualitative Erhebung - Die Befragung von Hoteliers
8. Ergebnisse der quantitativen Auswertung
8.1 Arbeitszufriedenheit nach Bereichen
8.2 Arbeitsklima
8.3 Empfundene Wertschätzung durch den Vorgesetzten
8.4 Gewichtung einzelner Motivationsfaktoren
8.5 Aus- und Weiterbildung
8.6 Offene Frage
9. Prüfung der Hypothese
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
Monographien
Elektronische Medien
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Faktoren der Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitsmotivation in der Salzburger Stadthotellerie, um Möglichkeiten zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit und der Mitarbeiterbindung zu identifizieren und die Produktivität zu fördern.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Motivation und Arbeitszufriedenheit
- Untersuchung der tatsächlichen wahrgenommenen Motivation aus Mitarbeitersicht
- Gegenüberstellung der Arbeitgebersicht (Hoteliers) zu Motivationsfaktoren
- Vergleich der Arbeitszufriedenheit in unterschiedlichen Hotelbereichen (Rezeption, Küche, Service, Etage)
Auszug aus dem Buch
2.3 Leistung und Zufriedenheit
Lutz von Rosenstiel konnte anschaulich darlegen, dass eine Wechselwirkung zwischen Leistung und Zufriedenheit besteht:
Der Kamelrücken von Zufriedenheit und Leistung in Abbildung 1 zeigt die Zusammenhänge. Es besteht keine lineare Verbindung zwischen Leistung und Zufriedenheit, sondern das Verhältnis wird durch eine Linie geprägt, die einem Zwillingsberg oder Kamelrücken ähnelt.
Demnach wird die höchste Leistung erbracht, wenn entweder ein Angstmaximum oder ein Vertrauensmaximum erreicht ist. Das Angstmaximum entsteht in Phasen hohen Drucks auf die Mitarbeiter, gleichzeitig herrscht eine hohe Unzufriedenheit. Diese Phasen bestehen vorrangig, wenn eine Person oder eine Gruppe um sein wirtschaftliches Überleben kämpft. Dieses durch Druck erzeugte Leistungshoch ist jedoch nicht von langer Dauer. Es kommt früher oder später zur Flucht aus dem Betrieb durch Kündigung oder Krankheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Motivation: Definiert die Grundlagen der Motivation, unterscheidet zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation und erläutert relevante Fachbegriffe wie Motiv, Motivieren und Manipulation.
2. Leistung: Untersucht den Zusammenhang von Leistung und Motivation anhand des Modells "Wollen, Können, Sollen und Dürfen" sowie die Wirkungsdauer von materiellen und immateriellen Leistungsanreizen.
3. Arbeitszufriedenheit und Selbstverantwortung: Analysiert verschiedene Konzepte der Arbeitszufriedenheit, betont die Rolle des Vorgesetzten, des Feedbacks und aktiven Gesundheitsmanagements und beleuchtet die Folgen von Unzufriedenheit.
4. Aktuelle Situation in der österreichischen Hotellerie: Beleuchtet statistische Daten zur Beschäftigtenstruktur, zum Bildungsstand und zur Fluktuation im österreichischen Beherbergungswesen.
5. Zwischenfazit: Fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Motivation ein komplexes System ist, bei dem individuelle Ziele und passgenaue Anreize entscheidend sind.
6. Fragestellung und Hypothesen: Formuliert das Ziel der empirischen Untersuchung und stellt drei Hypothesen auf, die den Zusammenhang zwischen Arbeitsbereich, Wertschätzung, Ausbildung und Arbeitszufriedenheit betreffen.
7. Gang der Untersuchung: Beschreibt das methodische Vorgehen der Studie, bestehend aus einem quantitativen Teil (Mitarbeiterbefragung) und einem qualitativen Teil (Experteninterviews).
8. Ergebnisse der quantitativen Auswertung: Präsentiert die empirischen Ergebnisse zu Zufriedenheit, Arbeitsklima, Wertschätzung und Weiterbildungsinteressen getrennt nach Arbeitsbereichen.
9. Prüfung der Hypothese: Validiert die zu Beginn aufgestellten Hypothesen auf Basis der erhobenen Daten.
10. Fazit: Bündelt die Erkenntnisse, bietet Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Arbeitsbereiche (Zimmer, Küche, Restaurant, Rezeption) und betont das Verbesserungspotenzial durch gezielte Personalentwicklung.
Schlüsselwörter
Motivation, Arbeitszufriedenheit, Hotellerie, Leistungsmotivation, Vorgesetztenverhalten, Mitarbeiterbindung, Arbeitsklima, Leistungsanreize, Fluktuation, Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement, Feedback, Weiterbildung, Mitarbeiterführung, Salzburger Stadthotellerie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht, wie die Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation in der Salzburger Stadthotellerie gesteigert werden können, um die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen und sie länger an das Unternehmen zu binden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Motivationsforschung, der Zusammenhang zwischen Leistung und Zufriedenheit, die aktuelle Situation in der Hotellerie sowie die empirische Analyse von Mitarbeitererfahrungen in verschiedenen Hotelbereichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Verbesserungspotenziale in der Arbeitsgestaltung der Salzburger Stadthotellerie aufzudecken, die Kluft zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerwahrnehmung zu analysieren und konkrete Ansätze zur Steigerung der Zufriedenheit zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin wählte einen zweigeteilten Ansatz: eine quantitative Erhebung durch einen anonymen Fragebogen für Hotelmitarbeiter sowie eine qualitative Erhebung durch Experteninterviews mit Hoteliers.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, der Konzepte wie die Zwei-Faktoren-Theorie und "Flow" erläutert, und einen empirischen Teil, der die erhobenen Daten zur Mitarbeiterzufriedenheit detailliert auswertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Motivation, Mitarbeiterbindung, Arbeitsklima, Leistungsanreize und Personalführung in der Hotellerie aus.
Wie unterscheidet sich die Arbeitszufriedenheit in den verschiedenen Bereichen?
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede: Während das Personal an der Rezeption meist eine sehr hohe Zufriedenheit aufweist, zeigt der Bereich "Zimmer" das größte Verbesserungspotenzial bei hoher Unzufriedenheit.
Welche Rolle spielt die Wertschätzung durch den Vorgesetzten laut Umfrage?
Die befragten Mitarbeiter bewerten die Wertschätzung durch den Vorgesetzten als einen der wichtigsten Motivationsfaktoren, der für die Gesamtzufriedenheit eine zentralere Rolle spielt als beispielsweise das Gehalt.
- Quote paper
- Annette Lackner (Author), 2009, Möglichkeiten der Steigerung von Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitsmotivation in der Salzburger Stadthotellerie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135966