Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Stellenwert einer KMU-Orientierung im Laufe der Betriebswirtschaftslehre (BWL)-Ausbildung, vor allem an Hochschulen. Ziel der Arbeit ist es zu klären, ob es im deutschsprachigen Raum die Möglichkeiten gibt, sich dementsprechend ausbilden zu lassen und wenn ja, welche Hochschulen Studiengänge mit dem Schwerpunkt für KMU anbieten. Ob man in der Zukunft in Deutschland verstärkt in diesem Bereich ausbilden muss und ob eventuell neue Lehrstühle geplant sind, sind Fragen, die ebenfalls in den nächsten Kapiteln untersucht werden sollen.
Als Methode wurde in dieser Arbeit eine Desk-Research-Analyse der angebotenen Studiengänge durchgeführt. Damit sollen zum einem die Besonderheiten eines Studiums mit dem Schwerpunkt auf KMU beleuchtet und zum anderen die verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengänge kurz miteinander verglichen werden. Des Weiteren wurden im Rahmen dieser Arbeit zwei Experteninterviews durchgeführt. Da sich in diesem Themenbereich noch nicht viel Fachliteratur angehäuft hat, wurde sich bewusst für die Durchführung einer qualitativen Forschungsmethode entschieden. Einer der befragten Personen ist ein Professor (Prof.) einer deutschen Fachhochschule. Die andere Person, ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit der Spezialisierung auf Fort- und Weiterbildungen für den Mittelstand.
Im theoretischen Teil dieser Arbeit werden grundlegend essenzielle Begrifflichkeiten dieser Thematik definiert und erläutert. Bezeichnungen wie Mittelstand, kleine und mittlere Unternehmen oder Familienunternehmen werden oft als Synonym verwendet, doch sind sie im Detail ganz unterschiedlich definiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Erläuterung und Abgrenzung zentraler Begriffe
2.1.1 Mittelstand
2.1.2 KMU in Deutschland
2.1.3 KMU in Europa
2.1.4 Familienunternehmen
2.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes
2.3 Verbände der KMU
2.4 Entwicklung der BWL-Ausbildung
2.4.1 Herkömmliche BWL-Ausbildung
2.4.2 BWL-Ausbildung mit Schwerpunkt auf KMU
2.5 Hochschulen mit Schwerpunkt auf KMU im D-A-CH-Raum
3 Methodische Herangehensweise
3.1 Ausgangssituation und Fragestellung
3.2 Sekundärforschung
3.3 Primärforschung
3.3.1 Methodik und Vorgehen der Datenerhebung
3.3.2 Gütekriterien
4 Empirische Ergebnisse
4.1 Ergebnisse der Sekundärforschung
4.2 Ergebnisse der Primärforschung
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht den Stellenwert einer spezifischen KMU-Orientierung innerhalb der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an Hochschulen. Ziel ist es zu klären, ob im deutschsprachigen Raum ausreichend Ausbildungsmöglichkeiten für das Management mittelständischer Unternehmen existieren und inwiefern der Bedarf durch spezialisierte Studiengänge gedeckt wird.
- Volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes
- Historische Entwicklung der BWL-Ausbildung
- Analyse existierender Studiengänge mit KMU-Schwerpunkt
- Experteninterviews zu Anforderungen und Zukunftsperspektiven
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Herkömmliche BWL-Ausbildung
Betrachtet man die Entwicklung der BWL-Ausbildung, so muss man weit in die Vergangenheit reisen. Bereits im alten Orient rund 3.000 v. Chr. konnte man erste Belege für kaufmännische Zwecke in Form von Tontafeln finden. Seit dieser Zeit häuften sich die Funde solcher Art. Bei den alten Griechen konnte man im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. erste Schriften zur Lehre der Wirtschaft finden. Darunter auch ein Werk, welches heute noch immer eine immense Bedeutung hat. Die damaligen Mitschriften von Pacioli stellten einen Meilenstein dar, da diese die älteste und systematischste Darstellung der doppelten Buchführung darstellt.
Damit einhergehend stellt man sich die Frage, wann die Lehre der Betriebswirtschaft als wissenschaftliches Forschungs- und Lehrgebiet entstanden ist. In Orten wie Aachen, Leipzig, St. Gallen und Wien konnte im D-A-CH-Raum um 1898 die ersten Handelshochschulen entdecken werden. Kurz danach folgten die Städte Frankfurt am Main, Köln und Berlin im Jahre 1906.
Die damalige Bezeichnung der Handelshochschule verdeutlicht, dass die Handelsbetriebe bzw. die Handelswissenschaften im Vordergrund standen. Die Herausforderungen, welche sich der industriellen Produktion zuschreiben lassen, wurden damals noch der Ingenieurwissenschaft zugewiesen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte durch Prof. Schmalenbach eine Berücksichtigung dieser Probleme. Zudem machte er sich für die Fachbezeichnung Betriebswirtschaftslehre stark, da er sich als erster Prof. dieser angesehen hat und nicht, wie bis dato üblich, die der Handelstechnik. Das löste damals einen riesigen Streit zwischen den Vertretern des Fachgebietes aus. Prof. Schmalenbach machte sich für den Begriff Betriebswirtschaftslehre, wie sie heute noch vertreten ist, stark, in der er eine praxisnahe Kunstlehre sah, wohingegen Prof. Rieger sich für den Begriff der Privatwirtschaftslehre und eine theoretische Wissenschaft stark machte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des deutschen Mittelstands ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Verfügbarkeit spezialisierter BWL-Studiengänge.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, die volkswirtschaftliche Relevanz des Mittelstands und die historische Entwicklung der BWL-Ausbildung.
3 Methodische Herangehensweise: Hier wird das Vorgehen der Desk-Research-Analyse sowie die Durchführung semistrukturierter Experteninterviews mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft detailliert beschrieben.
4 Empirische Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse des Studiengang-Vergleichs sowie die aus den Experteninterviews gewonnenen qualitativen Erkenntnisse zur Nachfrage und den Herausforderungen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Reflexion der Ausbildungslage und Handlungsempfehlungen für die Zukunft der BWL-Ausbildung.
Schlüsselwörter
Betriebswirtschaftslehre, BWL-Ausbildung, Mittelstand, KMU, Studiengänge, Hochschulen, Fachhochschulen, Management, Experteninterviews, Sekundärforschung, Praxisnähe, Berufsqualifizierung, Bildungsangebot, Qualifizierung, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Stellenwert der Ausbildung von Betriebswirten mit speziellem Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im deutschsprachigen Raum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung umfasst die Definition des Mittelstands, dessen volkswirtschaftliche Bedeutung, die historische Genese der BWL-Lehre und eine Analyse aktueller spezialisierter Studiengänge.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Klärung, ob ausreichend Studienmöglichkeiten für den Mittelstand existieren und wie der Bedarf an speziell geschulten Fachkräften in der Zukunft gedeckt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Desk-Research (Analyse von Studiengangsdaten) und einer qualitativen Primärforschung mittels semistrukturierter Experteninterviews angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine methodische Darlegung der Forschung, die Präsentation und Auswertung der Ergebnisse aus dem Studiengang-Vergleich und den Experteninterviews.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind KMU-Orientierung, BWL-Ausbildung, Mittelstandsmanagement und akademische Spezialisierung.
Warum wird der Mittelstand als "Rückgrat der Wirtschaft" betrachtet?
Mit 99,5% aller Unternehmen in Deutschland und über der Hälfte aller Arbeitsplätze sowie einer hohen Nettowertschöpfung bildet er die wichtigste Basis der nationalen ökonomischen Stabilität.
Welche Herausforderungen identifizieren die Experten bei der Einführung neuer KMU-Studiengänge?
Die Experten erwähnen insbesondere den hohen organisatorischen und administrativen Aufwand innerhalb der Hochschulen sowie die Notwendigkeit, speziell qualifizierte Dozenten und Lehrkräfte zu gewinnen.
Welche beruflichen Perspektiven ergeben sich für Absolventen der KMU-Studiengänge?
Absolventen finden ein breites Aufgabenspektrum vor, das von der Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben über Start-up-Gründungen bis hin zur beratenden Tätigkeit in der mittelständisch geprägten Industrie reicht.
Ist langfristig mit einem Ausbau der KMU-Lehrstühle zu rechnen?
Die Experten äußern sich vorsichtig; obwohl ein hoher Bedarf auf dem Arbeitsmarkt besteht, ist die Planung neuer eigenständiger Studiengänge bisher an vielen Institutionen noch nicht in großem Maßstab erkennbar.
- Citation du texte
- Alex Czycholl (Auteur), 2022, BWL-Ausbildung. Stellenwert einer KMU-/ Mittelstandsorientierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360144