In meiner Seminararbeit behandele ich die Thematik der Mitte des 20ten Jahrhunderts entstanden Kunstrichtung „Pop Art“.
„Pop Art (englisch = popular art, deutsch = populäre Kunst) ist eine Ende der 50´er Jahre in England und Amerika gleichzeitig auftretende Kunstströmung, die den Alltag im Zeitalter des Massenkonsums zu ihrem Zentralthema macht.“
Vor allem in der Malerei stieg diese künstlerische Ausdrucksform in den 60`er Jahren in den USA und England unabhängig voneinander zur herrschenden Form auf. Die Motive sind wie bereits erwähnt der Alltagskultur, der Konsumwelt, den Massenmedien und der Werbung entnommen.
„Dabei wurden banale Gegenstände, Geschehnisse, aber auch menschliche Idole des Durchschnittsbürgers auf riesigen Formaten, z. T. grellbunt dargestellt, aus ihrer selbstverständlich-nebensächlichen Existenz emporgehoben und bewusst gemacht.“
Künstler benennen die Pop Art meist als Antikunst, welche sich dem Trivialen zugewandt hat. „Die Pop Art Künstler kehrten zwar zur gegenständlichen Malerei zurück, rebellierten aber gleichzeitig gegen frühere ästhetische Normen.“ „Der Popkünstler fordert die absolute Realität, das heißt, dass alle Elemente rein, klar definierbare Gegenstands-Elemente sein müssen.“
„Die meisten Formen werden wie in Comic-Heften mit schwarzen Linien umrandet. Oft sind die dargestellten Gegenstände wie in einem Plakat ohne Tiefe, also flächig dargestellt. Die Farben sind immer klar, meist uni, ohne besondere Abstufungen. Banale Gegenstände des Alltags werden isoliert und entweder allein oder in Collagen der wie bei Wolf Vostell in Dé-coll/agen verfremdet und verarbeitet.“ „Zu den bevorzugten künstlerischen Gestaltungsprinzipien der Pop Art zählen neben werbegrafischen Techniken vor allem auch die Fotomontage und die Collagetechnik.“ Pop Art ist eine Verknüpfung von Realität und Kunst, die mit eigenen abstrakten Mitteln hantiert. Zu den Schlagwörtern der Pop Art kann man z.B. populär, verbrauchbar, billig, witzig, sexy, massenproduziert, spielerisch, verführerisch und auffallend zählen.
Die Pop Art übte durch reine Zustandsschilderung der modernen Zivilisation Kritik an der geistig wie materiell konsumorientierten bürgerlichen Existenz. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zu den Wegbereitern der Pop Art
3 Zur Pop Art in den USA
3.1 Zu Andy Warhol
3.2 Verschiedene Positionen in der Literatur zu Andy Warhol
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Kunstrichtung „Pop Art“ in den USA in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Ziel der Arbeit ist es, die Charakteristika dieser Strömung zu analysieren und insbesondere das Werk sowie die Rezeption von Andy Warhol als zentralem Vertreter kritisch zu beleuchten.
- Historische Herleitung und Wegbereiter der Pop Art (Dadaismus, Neue Sachlichkeit).
- Merkmale und künstlerische Gestaltungsprinzipien der US-amerikanischen Pop Art.
- Detaillierte Biografie und Arbeitsweise von Andy Warhol.
- Auseinandersetzung mit unterschiedlichen literarischen und kritischen Positionen zu Warhol.
Auszug aus dem Buch
3.1 Zu Andy Warhol
Andy Warhol wurde am 6. August 1928 in Pittsburgh geboren. Er war einer der Begründer und allgemein wohl der bedeutendste Künstler der Pop-Art.
„Seine Karriere begann in den 50ern als Illustrator. 1952 hatte er seine erste wichtige Einzelausstellung, 1956 stellte er im Museum of Modern Art in New York aus. Zugleich war Andy Warhol selbst eine skurrile Persönlichkeit. Er war ein fast autistischer, schüchterner und zurückhaltender Künstler, mit weißblond gefärbten Haaren und oft mit einer Sonnenbrille bekleidet, der nur wenig von sich preisgab.“
Ich denke, dass man in seinen Tagebuchaufzeichnungen, die in jeder guten Bibliothek vorhanden sind, mehr über seine Persönlichkeit erfährt, als in jedem anderen über ihn veröffentlichten Buch oder Artikel. Vor allem Porträts bekannter Persönlichkeiten wie z.B. Marilyn Monroe, Elvis Presley etc. prägten Warhols Kunst, welche er quasi in Serie reproduzierte. Er interessierte sich für die Ästhetik der Ware (Konsumgesellschaft), wobei Konsum von ihm positiv gesehen wird. Umstritten ist immer noch, ob dies eine Variante der Überidentifikation darstellte, wie auch viele seiner Statements.
„Er liebte Künstlichkeit und versuchte sich als Image selbst zu erfinden. Seine Kunst ist der beständige Versuch, die Grenze zwischen kommerzieller angewandter Kunst (Werbung, Design) und der bildenden Kunst (Hochkultur) aufzuheben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Pop Art, benennt den zeitlichen Kontext und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Fragestellungen der Arbeit.
2 Zu den Wegbereitern der Pop Art: Dieses Kapitel skizziert die künstlerischen Vorläufer wie Dadaismus, Neue Sachlichkeit und Abstrakter Expressionismus, die die Entwicklung zur Pop Art maßgeblich beeinflussten.
3 Zur Pop Art in den USA: Hier wird der spezifisch US-amerikanische Kontext der Kunstrichtung sowie die Rolle und künstlerische Praxis von Andy Warhol detailliert untersucht.
3.1 Zu Andy Warhol: Dieser Unterpunkt konzentriert sich auf die Biografie, den Arbeitsstil in der „Factory“ und die ästhetischen Ansätze Warhols.
3.2 Verschiedene Positionen in der Literatur zu Andy Warhol: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über kontroverse Einschätzungen von Kunstkritikern und Zeitgenossen zu Warhols Werk und Person.
4 Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch über den Stellenwert Warhols und die eigene Perspektive der Autorin.
Schlüsselwörter
Pop Art, Andy Warhol, Kunstgeschichte, USA, Dadaismus, Massenkonsum, Factory, Siebdruck, Kunstkritik, Avantgarde, Bildende Kunst, Amerikanismus, Medien, Rezeption, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Kunstrichtung „Pop Art“, ihrer Entstehung in den USA und dem Leben sowie Werk ihres bedeutendsten Vertreters, Andy Warhol.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die historischen Wegbereiter der Pop Art, ihre Abgrenzung zu früheren Strömungen und die medienwirksame Inszenierung von Alltagsobjekten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Entstehung der amerikanischen Pop Art darzulegen und durch eine Literaturanalyse die verschiedenen, teils gegensätzlichen Ansichten zu Andy Warhol kritisch gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer methodischen Quellenanalyse, bei der vorhandene Literatur und Fachquellen ausgewertet werden, um ein zusammenfassendes Bild der Thematik zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Vorgeschichte, die Spezifik der amerikanischen Pop Art und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Biografie und Rezeption von Andy Warhol.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Massenkonsum, Trivialität, Rebellion gegen ästhetische Normen und den Kultstatus einzelner Künstler definieren.
Wie unterscheidet sich die amerikanische Pop Art von europäischen Ansätzen?
Laut der Arbeit war die US-Pop-Art direkter und weniger theoretisch ausgerichtet, da sie stärker auf dem wirtschaftlichen Aufstieg und dem Konsumdenken der eigenen Gesellschaft basierte.
Warum wird Andy Warhols Rolle in der „Factory“ so betont?
Die „Factory“ gilt als zentraler Arbeitsort, an dem Warhol die Grenzen zwischen individueller Künstlerschaft und kollektiver Massenproduktion verschwimmen ließ.
Welche Kritikpunkte werden in der Literatur gegenüber Warhol angeführt?
Kritiker werfen ihm unter anderem Eigenschaftslosigkeit vor, bemängeln, dass er sich Einfälle anderer borgte, oder sehen in seiner Kunst eine rein kommerzielle Ausrichtung.
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- Magister Artium Timo Hannemann (Author), 2005, Pop-Art in den USA am Beispiel Andy Warhol, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136100