Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, ob die lebenslange Freiheitsstrafe ethisch noch vertretbar ist. Rechtshistorisch betrachtet ist zunächst u konstatieren, dass die Freiheitsstrafe in den letzten 100 Jahren eher zurückgeht. Kriminalpolitisch bestand die Frage, ob eine Alternative besteht. Wenn überhaupt ist nur ein stufenweiser Ersatz möglich. Es ist zu bedenken, dass die lebenslange Freiheitsstrafe der NS-Zeit entstammt. Es besteht eine de facto Zeitstrafe heutzutage, denn über § 57a StGB ist eine vorzeitige Entlassung möglich. Ein besonderer Charakter der lebenslangen Freiheitsstrafe wird verdeutlicht. Für eine Vertretbarkeit der lebenslangen Freiheitsstrafe spricht bereits das zu schützende Rechtsgut. Es ist auf den normfestigenden Charakter hinzuweisen.
Inhaltsverzeichnis
A. Hinführung
I. Bedingungen der Lebenslangen Freiheitsstrafe
II. Die Verknüpfung mit den Strafzwecken
III. Rechtsprechung
1. Die Sicherungsfunktion
2. Negative Spezialprävention
3.Sicherungsfunktion
4.Symbolische Funktion
5. Backdrop-Funktion
6. Freiheitsstrafe als Ersatz zur Todesstrafe
B. Conclusio
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der lebenslangen Freiheitsstrafe vor dem Hintergrund historischer, kriminalpolitischer und rechtsphilosophischer Entwicklungen sowie ihrer Funktion innerhalb der sozialen Kontrolle.
- Rechtshistorische Einordnung der lebenslangen Freiheitsstrafe.
- Analyse der theoretischen Strafzwecke wie Spezial- und Generalprävention.
- Untersuchung funktionsorientierter Ansätze (Sicherung, Symbolik, Backdrop-Funktion).
- Bedeutung des Schuldprinzips als Schranke staatlicher Willkür.
Auszug aus dem Buch
Die Sicherungsfunktion
Zu bedenken ist, dass das Gefängnis eher als Ort der Absonderung denn als Ort der Bestrafung genutzt wird."18 Es kann somit argumentiert werden, dass eine Lebenslange Freiheitsstrafe durchaus als vertretbar angesehen werden kann, wenn eine Absonderung aufgrund eines Mordes im Sinne des § 211 StGB anzusehen ist. Auch anderer Auffassung nach ist eine Freiheitsstrafe als Vollzug eines Schutzes anzusehen. Eine lebenslange Freiheitsstrafe als Sinn kann jedoch negiert werden, da dieser Auffassung nach ein vorübergehender Schutz vor Straftaten zu gewähren ist.19 Das Argument des Schutzes ist vor allem aus Vollzugsgründen hervorzuheben.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Hinführung: Es wird die ethische Vertretbarkeit der lebenslangen Freiheitsstrafe als Fragestellung eingeführt und die rechtshistorische sowie kriminalpolitische Einordnung vorgenommen.
I. Bedingungen der Lebenslangen Freiheitsstrafe: Das Kapitel beleuchtet Gründe für die Existenz und die Kritik am System der lebenslangen Freiheitsstrafe im Kontext ihrer Zielsetzungen.
II. Die Verknüpfung mit den Strafzwecken: Hier wird untersucht, inwieweit die lebenslange Freiheitsstrafe durch spezial- oder generalpräventive Argumente legitimiert werden kann.
III. Rechtsprechung: Dieser Abschnitt analysiert die verfassungsrechtliche Einordnung hinsichtlich der Sicherungs-, Symbol- und Ersatzfunktionen der Strafe.
B. Conclusio: Die Zusammenfassung erörtert die Abhängigkeit der Legitimation von einem sich wandelnden politischen Zeitgeist und betont die Bedeutung des Schuldprinzips.
Schlüsselwörter
Lebenslange Freiheitsstrafe, Ethik, Strafvollzug, Sicherungsfunktion, Spezialprävention, Generalprävention, Schuldprinzip, Rechtsphilosophie, Kriminalpolitik, Strafzwecke, Symbolische Funktion, Sozialethik, Menschenwürde, Strafzumessung, Rechtsstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ethische Rechtfertigung der lebenslangen Freiheitsstrafe im Rahmen des modernen Strafsystems.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören das Schuldprinzip, die verschiedenen Funktionen der Haft (Sicherung, Symbolik) und die Grenzen staatlichen Strafens.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Es wird erforscht, ob und unter welchen Bedingungen die lebenslange Freiheitsstrafe unter rechtsphilosophischen und ethischen Gesichtspunkten heute noch vertretbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer juristischen und rechtsphilosophischen Analyse, die sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Rechtsprechung berücksichtigt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Verbindung von Strafzwecken und verschiedenen Legitimationsansätzen, insbesondere der Integrations- und Sicherungsfunktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Ausarbeitung?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Lebenslange Freiheitsstrafe, Schuldprinzip und Strafzwecke definieren.
In welchem Verhältnis steht die Sicherungsfunktion zum Gefängniszweck?
Die Arbeit stellt heraus, dass das Gefängnis zunehmend als Ort der Absonderung verstanden wird, wobei die Sicherungsfunktion als primäres Instrument gilt.
Warum wird das Schuldprinzip als zentral erachtet?
Das Schuldprinzip dient laut Verfasser als "sozialethische Leitwährung" des Strafrechts und als notwendige Schutzbarriere gegen staatliche Willkür.
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- Anonym (Autor), 2023, Ethische Vertretbarkeit der lebenslangen Freiheitsstrafe. Bedingungen der lebenslangen Freiheitsstrafe, Verknüpfung mit den Strafzwecken und Rechtsprechung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361184