Das Ziel dieser Masterarbeit ist zuerst die theoretische Darlegung des Selbstwirksamkeitskonzepts und der bislang in der Literatur beschriebenen Auswirkungen. Diese Arbeit konzentriert sich hierbei auf die spezifische Selbstwirksamkeit von Schülerinnen und Schüler in der Schule, wobei die allgemeine SWE mit erhoben wird. Anschließend soll eine empirische Erhebung einen möglichen Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeitserwartung und dem Schulerfolg, insbesondere jenen in den kaufmännischen Fächern, aufzeigen.
Im Rahmen dessen sollen zuerst die Grundlagen des Selbstwirksamkeitskonzepts dargelegt werden. Hierzu werden die allgemeine sowie die spezifische, in dieser Arbeit die schulbezogene, Selbstwirksamkeitserwartung beschrieben und anschließend eine Arbeitsdefinition gegeben. Daraufhin wird auf die Schulnoten eingegangen. Es sollen auch mögliche bereits in der Literatur beschriebene Zusammenhänge mit Selbstwirksamkeit aufgezeigt werden, einerseits um diese mit den Ergebnissen dieser Arbeit zu vergleichen und andererseits, um diese bei der empirischen Erhebung möglichst auszugrenzen bzw. die Limitationen dieser empirischen Arbeit zu reduzieren.
Dem Theorieteil folgt eine empirische Erhebung der Selbstwirksamkeitserwartung sowie der Schulnoten von Schülerinnen und Schülern, um einen möglichen Zusammenhang zu finden oder auszuschließen. Diese Ergebnisse werden analysiert und interpretiert. Es sollen auch, soweit sinnvoll, Handlungsanleitungen gegeben werden. Abschließend werden die Limitationen aufgezeigt. Das letzte Kapitel wird die Conclusio sowie einen Ausblick auf potenzielle weitere Forschungsgebiete beinhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen des Selbstwirksamkeitskonzeptes
2.1 Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung
2.1.1 Historische Entwicklung
2.1.2 Allgemeine und spezifische Selbstwirksamkeitserwartung
2.2 Spezifische Selbstwirksamkeitserwartung von Schülerinnen und Schülern im schulischen Kontext
2.3 Definition und Abgrenzung des Begriffs
2.4 Quellen der Entstehung der Selbstwirksamkeitserwartung
2.4.1 Eigene Handlungserfahrung
2.4.2 Stellvertretende Erfahrungen
2.4.3 Verbale Äußerungen
2.4.4 Emotionale Erregung
2.4.5 Beeinflussungen
3 Schulnoten
4 Status Quo der Forschung
5 Zusammenhang von Selbstwirksamkeitserwartungen und Schulnoten
5.1 Methodik
5.2 Erhebungsinstrument
5.3 Charakteristik der Stichprobe
5.4 Ergebnisse der empirischen Erhebung und Analyse
5.5 Analyse, Interpretation und Handlungsanleitungen
5.6 Limitationen
6 Conclusio und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) von Schülerinnen und Schülern und deren schulischen Leistungen, insbesondere in kaufmännischen Fächern. Ziel ist es, auf Basis einer quantitativen Befragung zu klären, inwiefern spezifische schulbezogene Kompetenzüberzeugungen mit Schulnoten korrelieren und welche Implikationen sich daraus für die pädagogische Praxis ableiten lassen.
- Theoretische Fundierung des Konzepts der Selbstwirksamkeitserwartung nach Bandura.
- Differenzierung zwischen allgemeiner und schulspezifischer Selbstwirksamkeit.
- Analyse des Einflusses von psychologischen Merkmalen auf den Schulerfolg.
- Empirische Untersuchung an einer österreichischen Handelsakademie.
- Ableitung von Handlungsanleitungen zur Förderung der Selbstwirksamkeit im Unterricht.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Eigene Handlungserfahrung
Die eigenen Handlungserfahrungen sind die in der Vergangenheit erlebten Erfolge oder Misserfolge, die einen selbst betreffen. Erfolge wirken sich positive auf die Bildung von SWE aus, wohingegen sich Misserfolge negativ auf ebendiese auswirken. Wir bereits erläutert, stellen diese tatsächlich erlebten Handlungserfahrungen den wirksamsten Aspekt zur Bildung von SWE dar (Bund 2001).
Ein Beispiel hierfür ist eine Schülerin oder ein Schüler, welche(r) während der schulischen Laufbahn feststellt, dass sie bzw. er gute Noten in Mathematik und Naturwissenschaften schreibt, wohingegen sich Fremdsprachen, Grammatik und Vokabellernen als Problemfächer herausstellen. Diese Schülerin oder dieser Schüler wird aufgrund der eigenen Handlungserfahrungen verallgemeinernd annehmen, dass ihre bzw. seine Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften höher sind als in Fremdsprachen, Grammatik und Vokabellernen, wodurch auch die Selbstwirksamkeitserwartung in den ersteren beiden höher ausfällt. Aufgaben im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich wird sie oder er aufgeschlossener und motivierter angehen (Bäßler 1997).
Eigene Handlungserfahrungen wirken sich allerdings nicht zwingend erhöhend auf die SWE aus. Die Interpretation und Gewichtung von weiteren Einflussfaktoren, welche kognitiv durch die Person erfolgt, müssen mit berücksichtigt werden, da weitere Sachverhalte an der Bewältigung der oder des Scheiterns an der Aufgabe Einfluss nehmen. Außerdem wirken sich weitere Einflussfaktoren wie beispielsweise die eingesetzte Anstrengung, der gefühlte Schwierigkeitsgrad der Aufgabe sowie die Konsistenz der vorherigen Leistungsergebnisse auf die Bildung von SWE aus. Einfach erzielte Erfolge führen zu einem unsicheren Bild der eigenen Fähigkeiten, welches bei negativen Erfahrungen leicht erschüttert wird. Im Gegensatz dazu werden besonders robuste Selbstwirksamkeitserwartungen gebildet, wenn auftretende Hindernisse und Schwierigkeiten durch Anstrengung sowie Ausdauer überwunden werden können (Bund 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Qualitätssicherung im Schulwesen und führt die Forschungsfrage zu Selbstwirksamkeit und Schulerfolg ein.
2 Grundlagen des Selbstwirksamkeitskonzeptes: Erläutert das theoretische Konstrukt nach Bandura sowie die vier Quellen der Entstehung von Selbstwirksamkeit.
3 Schulnoten: Analysiert die Funktion und Problematik von Schulnoten als Indikatoren für Bildungserfolg und Selektion.
4 Status Quo der Forschung: Gibt einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu Selbstwirksamkeit und Lernmotivation.
5 Zusammenhang von Selbstwirksamkeitserwartungen und Schulnoten: Stellt das methodische Design, die Stichprobe und die statistischen Korrelationen zwischen SWE und Noten dar.
6 Conclusio und Ausblick: Fasst die Ergebnisse der empirischen Studie zusammen und diskutiert Implikationen für die weitere Forschung.
Schlüsselwörter
Selbstwirksamkeitserwartung, SWE, Schulerfolg, Schulnoten, pädagogische Psychologie, Lernmotivation, Handlungsfähigkeit, kaufmännische Bildung, quantitative Befragung, Kompetenzüberzeugung, Schüler, Unterricht, Leistungsbeurteilung, schulbezogene Selbstwirksamkeit, Korrelationsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) und den schulischen Leistungen von Schülern einer österreichischen Handelsakademie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Theorie der Selbstwirksamkeit, der Bedeutung von Schulnoten als Selektionsinstrument und der empirischen Messung von Korrelationen zwischen psychologischen Überzeugungen und akademischen Leistungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die leitende Fragestellung lautet: „Welche Zusammenhänge bestehen zwischen den Selbstwirksamkeitserwartungen von Schülerinnen und Schülern und ihren Schulnoten?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitative Befragung mittels bewährter Fragebögen (WIRKALL und WIRKSCHUL), um mittels Korrelationsanalyse nach Pearson Daten über Selbstwirksamkeit und Schulnoten zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der empirischen Untersuchung, der Charakteristik der Stichprobe von 121 Schülern sowie der detaillierten statistischen Analyse der Korrelationen in verschiedenen Schulfächern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Selbstwirksamkeitserwartung (SWE), Schulerfolg, Schulnoten, pädagogische Psychologie und Korrelationsanalyse.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen allgemeiner und schulischer SWE eine Rolle?
Die Studie konnte zeigen, dass die allgemeine SWE nicht signifikant mit den Noten korreliert, während die schulbezogene (spezifische) SWE einen signifikanten und zum Teil mittelstarken Zusammenhang aufweist.
Welches Fazit zieht der Autor zur Förderung von Schülern?
Der Autor empfiehlt, gezielt die schulbezogene Selbstwirksamkeit durch pädagogische Interventionen zu fördern, da insbesondere hier ein positiver Zusammenhang zur Leistungsverbesserung empirisch belegbar ist.
- Arbeit zitieren
- Alexander Lang (Autor:in), 2023, Selbstwirksamkeitserwartungen und Schulerfolg. Der Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeitserwartung und Schulnoten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361820