Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Roman "Laura und der Silberwolf" von Antonia Michaelis und geht der Fragestellung nach, ob die gewählte Umsetzung der Autorin für Kinder und Jugendliche einen passenden Zugang zu einem schwierigen und oft tabuisiertem Thema liefern kann und welche Leerstellen der Roman für die kindlichen Rezipienten schafft.
Nach Zusammenfassung der Handlung wird anschließend eine Textanalyse vorgenommen. Es wird auf sprachliche Besonderheiten eingegangen und das Thema und mögliche Motive des Romans erörtert. Eine Gattungseinordnung wird begründet vorgenommen. Schließlich soll untersucht werden, welche Funktionen Lauras "Ausflüge" in die phantastische Parallelwelt oder Traumwelt in Bezug auf Thema und Motiv erfüllen und welche Möglichkeiten sich daraus für die Leser:innen ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inhalt
3 Erzähltheoretische Textanalyse
3.1 Themen und Motive
3.2 Erzählsituation und Fokalisierung
3.3 Figurenkonstellation und -konzeption
3.4 Handlungsort und Raum
3.5 Sprache und Erzählweise
4 Gattungseinordnung
4.1 Der moderne Kinderroman
4.1.1 Problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur
4.1.2 Phantastische Kinder- und Jugendliteratur
4.2 Einordnung des vorliegenden Kinderromans
5 Tod und Kindheit
5.1 Tabubruch in der modernen Kinder- und Jugendliteratur
5.2 Todesvorstellungen von Kindern
6 Funktionen der Phantastik in „Laura und der Silberwolf“
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman „Laura und der Silberwolf“ von Antonia Michaelis mit dem Ziel zu klären, ob die gewählte phantastische Umsetzung der Autorin Kindern und Jugendlichen den Zugang zu den schwierigen und tabuisierten Themen Krankheit und Tod ermöglichen kann und welche Funktionen dabei der phantastischen Parallelwelt zukommen.
- Phantastische Kinder- und Jugendliteratur und ihre Gattungsmerkmale
- Die Darstellung von Krankheit und Tod in modernen Kinderromanen
- Erzähltheoretische Analyse von Figurenkonstellation und Raum
- Bewältigung schwerer Lebenskrisen durch phantastische Literatur
Auszug aus dem Buch
3.1 Themen und Motive
Der Roman für Kinder ab 10 Jahren handelt von Krankheit und der Tristesse im Klinikalltag, aber auch von Freundschaft und Abenteuer. Die körperlich geschwächte Laura wird im Eisland zur mutigen Heldin, die mit ihrem neuen Freund Linusch das Rätsel um die verschwundenen Bewohner des Eislandes lösen will. Während im realistisch-fiktiven Welt Lauras Klinikaufenthalt und ihre Erkrankung den Rahmen liefern, stellt das Geschehen im Eisland die zentrale Handlung des Romans dar. Das Eisland erscheint als Parallelwelt zum Krankenhaus, doch für eine simple Flucht vor Problemen und Sorgen ist diese sekundäre Welt zu düster. Während in der realen Welt von Lauras Leukämie, dem Pilz im Mund und den ausfallenden Haaren schonungslos berichtet wird, spürt Laura im Eisland weder Schmerz noch Müdigkeit, findet Freundschaft und das Vertrauen in sich selbst und entdeckt viele skurrile und lustige Geschöpfe. Doch sie muss feststellen, dass auch im Eisland Gefahren drohen.
Die Aussage des Silberwolfs gegen Ende des Romans, dass es immer und überall etwas Schreckliches gäbe, lässt sich als zentrales, aufklärerisches Motiv interpretieren. Auf Lauras Erkrankung und ihren bevorstehenden Tod bezogen bedeutet dies, dass schreckliche Dinge wie Krankheit, Tod und der Verlust von geliebten Menschen zum Leben dazugehören, dass auch vermeintlich gute Ende manche Gefahren nicht beseitigt werden können. Weitere Motive sind Unvoreingenommenheit gegenüber dem Unbekannten und die Bewältigung von Angst.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman sowie die forschungsleitende Frage nach der Eignung phantastischer Literatur zur Thematisierung von Tod und Krankheit vor.
2 Inhalt: Dieses Kapitel fasst die Handlung des Romans zusammen, in der die kranke Laura in eine Parallelwelt abtaucht.
3 Erzähltheoretische Textanalyse: Eine strukturierte Analyse des Romans hinsichtlich Erzählweise, Figurenentwicklung und der Bedeutung der Handlungsorte.
4 Gattungseinordnung: Hier wird der Roman in den Kontext der phantastisch-problemorientierten Kinderliteratur eingeordnet.
5 Tod und Kindheit: Das Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod und die kindliche Entwicklung von Todeskonzepten.
6 Funktionen der Phantastik in „Laura und der Silberwolf“: Eine Synthese darüber, wie das Phantastische Kindern bei der Krisenbewältigung helfen kann.
Schlüsselwörter
Phantastik, Kinderroman, Antonia Michaelis, Laura und der Silberwolf, Krankheit, Tod, Kinderliteratur, Krisenbewältigung, Eisland, Parallelwelt, Literaturanalyse, Kindheit, Angstbewältigung, Tabubruch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation analysiert den Kinderroman „Laura und der Silberwolf“ von Antonia Michaelis und dessen Umgang mit schwierigen Themen wie Krankheit und Tod durch phantastische Elemente.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die phantastische Kinderliteratur, medizinische Belastungen im Kindesalter, den Tod, Verlustbewältigung sowie die narrative Struktur von Parallelwelten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die phantastische Parallelwelt im Roman einen angemessenen Rahmen zur Bewältigung kindlicher Ängste und Erfahrungen mit dem Tod bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine erzähltheoretische Textanalyse durchgeführt, unterstützt durch gattungstheoretische Einordnungen der modernen Kinder- und Jugendliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Erzählstruktur, der Motive, der Figurenentwicklung sowie eine theoretische Einordnung der phantastischen Literatur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Phantastik, Kinder- und Jugendliteratur, Krankheit, Tod, Krisenbewältigung und Parallelwelt.
Warum fungiert das „Eisland“ als zentraler Schauplatz?
Das Eisland dient als therapeutischer Raum, der Laura ermöglicht, fernab von der klinischen Realität ihre Ängste zu verarbeiten und Autonomie zu erleben.
Wie bewertet die Autorin die Funktion der Phantastik?
Die Phantastik wird als sinnvolles Medium bewertet, das Kindern erlaubt, durch spielerischen Umgang eine psychische Entlastung bei der Krisenbewältigung zu finden.
- Citar trabajo
- Sonja Heering (Autor), 2021, Funktionen der Phantastik im Umgang mit Krankheit und Tod in der Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel von Antonia Michaelis' "Laura und der Silberwolf", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367307