Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung

Anwendungsmöglichkeiten des 4CID-Modells


Hausarbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das 4CID-Modell in der praktischen Anwendung
2.1 Entwurf einer Hierarchie von Fertigkeiten
2.2 Aufgabenklassen
2.3 Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen
2.5 Just-in-time-Informationen

3 Das 4CID-Modell in der Theorie
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens
3.2 Integration des 4CID-Modells in didaktische Szenarien
3.3 Unterstützung des Blueprints durch Medien

4 Zusammenfassung und Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das 4CID-Modell. Eine schematische Übersicht

Abbildung 2: Fertigkeitshierarchie Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Sequenz der Aufgabenklassen

1 Einleitung

Die Veränderung von Kundenansprüchen, die zunehmende Globalisierung der Märkte sowie der steigende Wettbewerbsdruck durch andere Anbieter und auch die innere Dynamik von Betrieben sind Aspekte, die dazu führen, dass die Qualifikationen von Mitarbeitern angepasst werden müssen. Der Mitarbeiter muss lern- und wandlungsfähig sein, um mit sich ständig än-dernden Anforderungen umgehen zu können (vgl. Geißler, 1998, S.83). Folgt man diesen Ausführungen, so öffnet sich ein weites und an Bedeu-tung zunehmendes Betätigungsfeld für Bildungswissenschaftler im Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Im Bildungsbereich wird es zu-künftig von wichtiger Bedeutung sein, ob es gelingt, für den einzelnen Mit-arbeiter zur richtigen Zeit das richtige Angebot bereitzustellen. Maßge-schneiderte Qualifizierungsprozesse müssen geplant, die Durchführung be-gleitet und evaluiert werden. Weiterbildung muss professionell gesteuert werden. Diese neuen und anspruchsvollen Aufgaben bedürfen einer ent-sprechenden Professionalisierung der Weiterbildungsverantwortlichen (vgl. Meier, 2005, S.15) und weisen somit Bildungswissenschaftlern ein eindeu-tiges Betätigungsfeld zu.

Maßgeschneiderte Qualifizierungsprozesse stellen komplexe Anforderun-gen an Lernende und Lehrende. Ziel der Bildungswissenschaftler muss es sein, Kompetenzen zu vermitteln, die auf die Lösung komplexer Probleme zielen. Das in dieser Arbeit beispielhaft vorgestellte 4CID-Modell von Van Merriënbroer (engl. Four Component Instructional Design Model (4CID) von Van Merriënbroer, 1997) wurde speziell für das Training von komple-xen kognitiven Fähigkeiten entwickelt und ist als ein unabdingbares In­strument für Bildungswissenschaftler im Bereich der betrieblichen Aus-und Weiterbildung zu sehen, welches die Möglichkeit erschließt, den Fak-tor der Humanressource individuell zu berücksichtigen und unter Einsatz authentischer Anwendungsfelder, Lernsituationen und Lernaufgaben und dem Einsatz von modernen Medien, Wissenstransfer und den Erwerb von Handlungswissen über die gesamte Lebensspanne zu initiieren (vgl. Basti-aens, Martens, 2000, S. 9).

Die im Text verwendeten männlichen Formulierungen (z.B. Bildungswis-senschaftler, Mitarbeiter) verstehen sich nicht als wertend geschlechtsspezi-fisch, sondern als neutrale Formulierungen, die im Sinne einer vereinfach-ten Lesbarkeit verwendet werden.

2 Das 4CID-Modell in der praktischen Anwendung

Das hier in Auszügen vorgestellte 4CID-Modell, das Vier-Komponenten In-struktionsmodell, wurde von Van Merriënbroer in den 1980er Jahren entwi-ckelt. Die vier Grundkomponenten des Modells beschäftigen sich mit dem Entwerfen von Lernaufgaben (3), der Klassifizierung in unterstützende Infor-mationen (6), der Just-in-time Informationen (9) und der Parttask Practice (10). Es gibt noch sechs weitere Schritte, die vorbereitend und analysierend sind. (Bastiaens et al., 2009, S.97f). Die Ziffern in Klammern zeigen die Position in der schematischen Übersicht des Modells der Abbildung 1 an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : Das 4CID-Modell (Bastiaens et al., 2009, S. 93)

In der folgenden Ausarbeitung geht es nicht darum das Modell in seiner Kom-plexität vollständig darzustellen. An dieser Stelle sollen die zentralen Elemente herausgearbeitet werden, um ein grundlegendes Verständnis für Vorteile der Anwendung des Modells in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung aufzu-zeigen.

2.1 Entwurf einer Hierarchie von Fertigkeiten

Das 4CID-Modell ist ein Instruktionsdesign-Modell, dessen Ziel es ist, kom-plexe kognitive Fähigkeiten ganzheitlich zu vermitteln und zu üben. Die Vermittlung von Handlungswissen steht hierbei im Vordergrund. Der Erwerb theoretischer Kenntnisse dient bei diesem Modell ausschließlich dem Zweck Handlungswissen zu ermöglichen (vgl. Niegemann, 2004, S.58 f).

Der Einsatz authentischer Lernaufgaben ist eine grundlegende Voraussetzung, um komplexe Fähigkeiten effektiv trainieren zu können. Um eine Basis für die Lernaufgaben zu erstellen, sollte als erster Schritt vorab eine sorgfältige Analyse von wesentlichen und notwendigen Handlungen stehen, die oft integ-riert und koordiniert durchgeführt werden (Bastiaens, 2007, S. 2). Neben der Analyse von Aufgaben aus der täglichen beruflichen Praxis sollte auch die Analyse der spezifischen Erfahrungen eines Berufsexperten aus dem entspre-chend zu trainierenden Bereich stehen. (Meier, 2005, S. 6 ff) Hieraus ergibt sich die folgende Abbildung, die eine Fertigkeitenhierarchie zeigt. Es handelt sich hier um eine Analyse von Fertigkeiten, die Teilaspekte eines Qualifizie-rungsprozesses in der beruflichen Aus- und Weiterbildung aufzeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Fertigkeitshierarchie Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung

Die Abläufe innerhalb der Hierarchie erschließen sich, wenn eine Gliederung in horizontale und vertikale Relationen vorgenommen wird. Alle Fertigkeiten, die für die Konstituierung einer Kompetenz notwendig sind, werden hier auf-geführt. Horizontale Relationen sind Zusammenhänge, die sich auf die zeitli-chen Beziehungen (sequenziell oder gleichzeitig) zwischen den Fertigkeiten beziehen und deshalb „temporäre“ Relationen genannt werden. Die Hierarchie wird hier in der Ebene von links nach rechts gelesen. Die vertikalen Beziehun-gen, auch „konditionale“ Relationen genannt, geben an, welche Teilfertigkeiten aufeinander aufbauen um die Fertigkeit zu erlernen. Die jeweilig konstituieren-den Bestandteile werden von unten nach oben abgelesen.

Nach der Zerlegung können für alle konstituierenden Fertigkeiten Leistungs-ziele formuliert werden (vgl. Van Merriënboer et al., 2002, S. 40f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung
Untertitel
Anwendungsmöglichkeiten des 4CID-Modells
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V137421
ISBN (eBook)
9783640463831
ISBN (Buch)
9783640461004
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
4CID-Modell, Mediendidaktik, Didaktik, Bildungswissenschaft, Betriebliche Aus- und Weiterbildung, Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Modell, Blueprint, Berufsbild Bildungswissenschaftler, Instruktion, Lebenslanges Lernen
Arbeit zitieren
Ute Lüger (Autor), 2009, Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137421

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Bildungswissenschaftler in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden