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Wie wirkt sich die innere Differenzierung auf die Motivation von Schülern aus? Gemeinsamer Unterricht unter besonderer Berücksichtigung von Schülern mit Förderbedarf Lernen

Titel: Wie wirkt sich die innere Differenzierung auf die Motivation von Schülern aus? Gemeinsamer Unterricht unter besonderer Berücksichtigung von Schülern mit Förderbedarf Lernen

Hausarbeit , 2020 , 7 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: L. Sieter (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Essay diskutiert über den Einfluss der inneren Differenzierung auf die Motivation als wichtige Determinante für Schulleistung. Der Gebrauch von Begriffen in der Alltagssprache sowie dessen Definition wird beleuchtet und durch eigene Erfahrungen der Autorin ergänzt.

Im Rahmen des SPS IV Praktikums des Förderschwerpunktes der emotional und sozialen Entwicklung hospitierte ich eine 6. Klasse in einer freien Montessori- Oberschule. Die Schüler erhielten von der Geschichtslehrerin Arbeitsblätter, welche für die Unterrichtsstunde zu bearbeiten waren. Die Schülerin mit dem Förderschwerpunkt Lernen fragte die Lehrerin nach dem Austeilen: "Oh man, warum bekomme ich immer andere Blätter?". Anschließend schob sie das Arbeitsblatt bei Seite, kreuzte die Arme vor ihren Körper und legte ihren Kopf auf dem Tisch ab. Ihre Mimik verriet, dass sie verärgert war und sie verweigerte das Arbeiten in dieser Stunde. Auch die Versuche der Lehrerin und ihrer Mitschüler, sie zu motivieren, scheiterten. Die Arbeitsblätter unterschieden sich auf den ersten Blick nicht, bei genauerem Hinsehen erkannte man, dass die Aufgaben der anderen Schüler ausführlicher formuliert waren und höhere Kompetenzstufen verlangten. Das Arbeitsblatt der Schülerin war zusätzlich illustriert. Diese Unterrichtssituation wühlte mich emotional auf und blieb mir noch mehrere Tage im Kopf. Die Intension der Geschichtslehrerin war es, die Schüler auf ihrem Leistungsniveau zu fordern, sodass für jeden die Möglichkeit des Leistungserfolges bestand. Im Verlaufe des Studiums lernte ich, dass mit innerer Differenzierung positiv auf die heterogene Schülerschaft eingegangen werden kann, Leistungserfolge können generiert und die Schüler motiviert werden. Doch die Reaktion der Schülerin fiel alles andere als positiv aus und ausgehend von dieser Unterrichtssituation stellt sich mir folgende Frage: Wie wirkt sich die innere Differenzierung auf die Motivation von SchülerInnen aus?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen der inneren Differenzierung

2.1 Definition von Heterogenität und innerer Differenzierung

3. Motivation im schulischen Kontext

3.1 Konstrukte der Motivation und deren Einfluss auf den Lernerfolg

4. Zusammenwirken von Differenzierung, Selbstkonzept und Motivation

4.1 Risiken der Stigmatisierung und des sozialen Vergleichs

4.2 Möglichkeiten der motivationsfördernden Unterrichtsgestaltung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der inneren Differenzierung auf die Schülermotivation im inklusiven Unterricht. Ausgehend von praktischen Beobachtungen wird kritisch analysiert, wie differenzierte Aufgabenstellungen das Selbstkonzept von Schülern beeinflussen und durch welche pädagogischen Ansätze negative Stigmatisierungseffekte vermieden werden können.

  • Wirkweise der inneren Differenzierung auf die Lernmotivation
  • Bedeutung des Fähigkeitsselbstkonzepts und der Zielorientierung
  • Problematik des sozialen Vergleichs und der Stigmatisierung
  • Rolle der Lehrperson bei der Förderung eines positiven Klassenklimas
  • Bedeutung der individuellen Bezugsnorm für die Leistungsbewertung

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz der inneren Differenzierung im Unterrichtsalltag

Befinden sich in einer Schulklasse nun bspw. ein Schüler mit einem Förderschwerpunkt in Lernen und ein Schüler mit überdurchschnittlichem IQ, so kann das Aufgabenniveau an die Voraussetzungen angepasst werden. Beide Schüler lernen gemeinsam mit den anderen ihrer Klasse an einem gemeinsamen Lerngegenstand und erleben auf verschiedene, individuelle Weisen Erfolge, da sie ihre Aufgaben bearbeiten können, was das Selbstkonzept stärkt und demnach auch die Motivation fördert.

Während einer Diskussion mit einer Kommilitonin zeigte sich jedoch, dass diese Vorgehensweise auch negative Effekte auf das Selbstkonzept und die Lernbereitschaft haben kann. Ausgangspunkt bildete eine von ihr gehaltene Englischstunde mit einem geplanten Gruppenpuzzle in einer 7. Klasse. In der Gruppe sollten Aufgaben gemeinsam gelöst werden, während ein Schüler zur Unterstützung einen Lückentext bekam, mussten die anderen der Gruppe ohne zusätzliche Hilfe an die Aufgabe herantreten. Daraufhin beschwerten sie sich und schrieben letztlich von dem Lückentext des Schülers ab. Die Schüler haben wahrgenommen, dass sie von der Lehrperson unterschiedlich behandelt wurden und fühlten sich daraufhin ungerecht behandelt, was letztlich dazu führte, dass sie nicht ihr Potential entfaltet hatten bzw. nicht motiviert waren, sich intensiv mit dem Lerngegenstand auseinanderzusetzen.

Zusätzlich hörte meine Kommilitonin in der Pause, wie negativ die Gruppe über den ihrer Meinung nach bevorzugten Schüler in seiner Abwesenheit gesprochen hatte: „Er muss ja besonders sein, wenn er immer Extras bekommt!“. Ähnlich wie in meiner beobachteten Unterrichtssituation wurde derjenige, der differenziertes Material erhielt, stigmatisiert – sowohl die Mitschüler ihren Klassenkameraden als auch die Schülerin sich selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation eines durchgeführten Praktikums und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen innerer Differenzierung auf die Schülermotivation her.

2. Theoretischer Rahmen der inneren Differenzierung: Behandelt die begrifflichen Grundlagen von Heterogenität und innerer Differenzierung im schulischen Kontext.

3. Motivation im schulischen Kontext: Analysiert Motivation als komplexes Konstrukt und erläutert deren Bedeutung als Voraussetzung für erfolgreiches Lernen.

4. Zusammenwirken von Differenzierung, Selbstkonzept und Motivation: Setzt sich mit den Möglichkeiten und Risiken der Differenzierung auseinander, insbesondere unter dem Aspekt des sozialen Vergleichs.

5. Fazit und Ausblick: Resümiert die Bedeutung der Theorie-Praxis-Reflexion und betont die Verantwortung der Lehrkraft bei der Gestaltung motivierender Lernbedingungen.

Schlüsselwörter

Innere Differenzierung, Schülermotivation, Inklusion, Fähigkeitsselbstkonzept, Heterogenität, Leistungsbewertung, Individuelle Bezugsnorm, Stigmatisierung, Sozialer Vergleich, Lernklima, Sonderpädagogik, Unterrichtsgestaltung, Zielorientierung, Förderbedarf Lernen, Transparenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie innere Differenzierung im Unterricht das Motivationserleben von Schülern beeinflusst – sowohl positiv als auch negativ.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Inklusionspädagogik, die Motivationspsychologie, das Konzept des Fähigkeitsselbstkonzepts sowie die Bedeutung der Lehrer-Schüler-Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu verstehen, warum differenzierte Lernangebote manchmal die gegenteilige Wirkung auf die Motivation haben und wie Lehrkräfte dies professionell steuern können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer reflexiven Analyse beobachteter Unterrichtssituationen im Rahmen des Studiums, ergänzt durch eine systematische Auseinandersetzung mit aktueller fachwissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Heterogenität und Motivation, diskutiert die Gefahren von Stigmatisierung durch Differenzierung und entwickelt Ansätze zur motivationsfördernden Unterrichtsgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Innere Differenzierung, Schülermotivation, Fähigkeitsselbstkonzept und Individuelle Bezugsnorm.

Welche Rolle spielt die Kommunikation für die Lehrperson?

Die Kommunikation ist entscheidend, um den Schülern die Gründe für differenzierte Aufgaben transparent zu machen und so das Gefühl von Ungerechtigkeit und negativer Stigmatisierung abzubauen.

Wie lässt sich der negative Einfluss des sozialen Vergleichs verhindern?

Durch die Anwendung einer individuellen Bezugsnorm bei der Leistungsbewertung anstelle eines sozialen Vergleichs kann die Wahrnehmung von Schülerunterschieden entdramatisiert werden.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie wirkt sich die innere Differenzierung auf die Motivation von Schülern aus? Gemeinsamer Unterricht unter besonderer Berücksichtigung von Schülern mit Förderbedarf Lernen
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,3
Autor
L. Sieter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
7
Katalognummer
V1375147
ISBN (PDF)
9783346911575
ISBN (Buch)
9783346911582
Sprache
Deutsch
Schlagworte
innere Differenzierung Motivation Sonderpädagogik Förderschwerpunkt Lernen Lehramt Sonderpädagogik Gemeinsamer Unterricht Förderbedarf Lernen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
L. Sieter (Autor:in), 2020, Wie wirkt sich die innere Differenzierung auf die Motivation von Schülern aus? Gemeinsamer Unterricht unter besonderer Berücksichtigung von Schülern mit Förderbedarf Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1375147
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Leseprobe aus  7  Seiten
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