Die vorliegende Hausarbeit thematisiert den Einfluss der Lesekompetenz auf den Bildungsspracherwerb und inwiefern die Lesekompetenz diesen fördern kann.
Zunächst wird die Bildungssprache definiert sowie sprachliche Merkmale herausgestellt. Hierfür ist die Konzeptionalität und die Medialität von Schriftlichkeit und Mündlichkeit anzuführen, um die Bildungssprache grundlegend zu beschreiben. Des Weiteren wird die Bildungssprache im Kontext der Schule aufgegriffen, indem die besondere Rolle der Schule bezüglich der durchgängigen Sprachbildung in diesem Erwerb deutlich wird. Zudem werden hinsichtlich des Zweitspracherwerbs die Begriffe BICS und CALP erklärt. Diesbezüglich werden heterogene Voraussetzungen des Bildungsspracherwerbs bei Schuleintritt ersichtlich.
Das Vorstellen der Kompetenzbereiche der Bildungssprache führt dann zu dem Fokus der vorliegenden Ausarbeitung, der Lesekompetenz, welche durch das Lesekompetenzmodell in ihren Teilkompetenzen näher erläutert wird. Der Fokus auf die Literacy Erfahrungen macht zudem deutlich, inwiefern die Instanz der Familie den Bildungsspracherwerb bereits im vorschulischen Alter beeinflussen kann. Zuletzt folgt das Fazit, welches die Erkenntnisse der Hausarbeit zusammenfasst und die Forschungsfrage beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bildungssprache als sprachliche Norm
2.1 Definition und Merkmale
2.2 Bildungssprache in der Schule
2.3 Voraussetzungen des Bildungsspracherwerbs
2.4 Kompetenzbereiche der Bildungssprache
3. Die Lesekompetenz
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Lesekompetenz bei Schülern und dem Erwerb bildungssprachlicher Fähigkeiten im schulischen Kontext. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwiefern die Förderung der Lesekompetenz gezielt dazu beitragen kann, den Bildungsspracherwerb bei Kindern und Jugendlichen zu unterstützen.
- Definition und theoretische Merkmale der Bildungssprache
- Die Rolle der Schule bei der durchgängigen Sprachbildung
- Unterscheidung zwischen Alltagssprache (BICS) und Bildungssprache (CALP)
- Analyse des Mehrebenenmodells der Lesekompetenz nach Rosebrock und Nix
- Einfluss sozioökonomischer Faktoren und Literacy-Erfahrungen auf den Spracherwerb
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition und Merkmale
Da die Bildungssprache in der vorliegenden Hausarbeit thematisiert wird, folgt in diesem Kapitel zunächst eine Definition dieser. Des Weiteren werden die Merkmale der Bildungssprache vorgestellt. Hierbei ist zum einen die Medialität und die Konzeptionalität von Mündlichkeit und Schriftlichkeit zu nennen sowie in Bezug auf den Zweitspracherwerb die Begriffe BICS und CALP, die im folgenden Kapitel erläutert werden.
Schnoor (2019: 6) definiert Bildungssprache wie folgt: „Mit Bildungssprache (engl. academic language) ist eine sprachliche Varietät gemeint, die sich durch ihre Funktionalität für Bildungsprozesse auszeichnet und sich u.a durch ihre eigenen syntaktischen Strukturen und lexikalische Muster von der Allgemeinsprache unterscheiden lässt.“
Schneider et al. (2012: 23) fügen ergänzend hinzu: „Bildungssprache unterscheidet sich von der sogenannten Umgangs- oder Alltagssprache durch ein hohes Maß an konzeptioneller Schriftlichkeit und zeichnet sich durch ein spezifisches Inventar an lexikalischen, morphosyntaktischen und textlichen Mitteln aus.“
Der Begriff der konzeptionellen Schriftlichkeit, der die Bildungssprache prägt, ist durch die Ausarbeitung von Koch und Oesterreicher (vgl. 1986) entstanden. Diese haben seit Mitte der 80er Jahre „die zwei Dimensionen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit“ diskutiert (Kniffka & Siebert-Ott 2012: 18). Dabei ist zum einen die Dimension des „Mediums“, sowie die der „Konzeption“ zu nennen. Das Medium bezeichnet nach Kniffka und Siebert-Ott (vgl. 2012: 18) eine zweiteilige Dimension, welche eine Äußerung oder einen Text entweder phonisch über Schallwellen oder grafisch über Schriftzeichen übertragt. Die Konzeption wiederum bezeichnet nach Kniffka und Siebert-Ott (2012: 18) ein „Kontinuum“, sodass Texte oder Äußerungen mehr oder weniger konzeptionell-mündlich oder konzeptionell-schriftlich sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Lesekompetenz und Bildungssprache ein und benennt die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Bildungssprache als sprachliche Norm: In diesem Kapitel wird der Begriff der Bildungssprache theoretisch definiert und von der Alltagssprache abgegrenzt.
2.1 Definition und Merkmale: Der Abschnitt erläutert die sprachlichen Charakteristika und das Konzept von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Bildungssprache.
2.2 Bildungssprache in der Schule: Hier wird die zentrale Rolle der Bildungseinrichtung bei der Vermittlung bildungsrelevanter Sprachkompetenzen hervorgehoben.
2.3 Voraussetzungen des Bildungsspracherwerbs: Dieser Teil beleuchtet sozioökonomische Faktoren und den Einfluss der familiären Sozialisation auf den Spracherwerb.
2.4 Kompetenzbereiche der Bildungssprache: Hier wird dargelegt, dass Bildungssprache die Bereiche Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören umfasst.
3. Die Lesekompetenz: Dieses Kapitel veranschaulicht das Lesekompetenzmodell nach Rosebrock und Nix und seine Bedeutung für den Bildungserfolg.
4. Fazit: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt ein abschließendes Urteil zur Forschungsfrage ab.
5. Literaturverzeichnis: Dies ist das tabellarische Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Bildungssprache, Lesekompetenz, Schriftspracherwerb, BICS, CALP, konzeptionelle Schriftlichkeit, Sprachbildung, Zweitspracherwerb, Leseflüssigkeit, Literacy, Mehrebenenmodell, soziale Disparitäten, Schulerfolg, Fachsprache, Sprachförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen der Ausbildung der Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern und dem Erwerb der sogenannten Bildungssprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung der Bildungssprache, die Hürden beim Erwerb im schulischen Kontext sowie die detaillierte Analyse der Leseentwicklung mittels didaktischer Modelle.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist aufzuklären, inwiefern eine gezielte Förderung der Lesekompetenz den Bildungsspracherwerb eines Kindes stützen und dessen schulischen Erfolg nachhaltig verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Analyse einschlägiger fachwissenschaftlicher Modelle, allen voran dem Lesekompetenzmodell von Rosebrock und Nix.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung der Bildungssprache, eine Analyse schulischer Rahmenbedingungen für den Spracherwerb und eine ausführliche Betrachtung der Lesekompetenz als notwendige Grundlage für Bildungsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Bildungssprache, Lesekompetenz, Mehrebenenmodell, BICS/CALP, Schriftspracherwerb und Sprachbildung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Alltagssprache und Bildungssprache so wichtig?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Schüler oft fälschlicherweise für sprachlich kompetent gehalten werden, weil sie im Alltag gut kommunizieren (BICS), während ihnen die für den Unterricht notwendigen Bildungssprachmittel (CALP) noch fehlen.
Welche Rolle spielt das häusliche Umfeld für den Bildungsspracherwerb?
Der Autor zeigt auf, dass frühe Literacy-Erfahrungen in der Familie – etwa durch Vorlesen oder Erzählen – einen entscheidenden Vorteil für den späteren Schulerfolg darstellen, was die Heterogenität der Lernvoraussetzungen beim Schuleintritt unterstreicht.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Bildungsspracherwerb in der Schule und der Kompetenzbereich des Lesens. Inwiefern beeinflusst die Lesekompetenz den Bildungsspracherwerb?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1375198