Diese Arbeit zielt darauf ab, die Effektivität von dialogischem Lesen als Mittel zur Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund zu untersuchen. Sie beschreibt die Planung, Durchführung und Reflexion einer Sprachfördereinheit und diskutiert deren Potenziale und Grenzen.
Diese umfassende Untersuchung konzentriert sich auf die Nutzung des dialogischen Lesens als Instrument zur Verbesserung der Sprachkompetenzen von Kindern mit Migrationshintergrund. Es wird die Planung und Durchführung einer speziellen Sprachfördereinheit detailliert beschrieben, wobei speziell auf die Ausarbeitung und Anwendung verschiedener Sprachfördertechniken eingegangen wird. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der durchgeführten Sprachfördereinheit und Verbesserungsvorschlägen für zukünftige Maßnahmen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Planung einer Sprachfördereinheit
- 2.1 Beschreibung des Kindes: Laura
- 2.2 Förderziel: morphologisch-syntaktische Ebene
- 2.3 Ziele der Sprachfördereinheit
- 2.4 Gestaltung der Sprachfördereinheit unter Anwendung des dialogischen Lesens
- 2.5 Gründe für die Wahl des dialogischen Lesens in Hinsicht auf das Förderziel
- 2.6 Verhalten und Voraussetzungen der pädagogischen Fachkraft
- 2.7 Sprachfördertechniken
- 2.7.1 Modellierungstechniken
- 2.7.2 Eintritt in den Dialog mit Kindern
- 2.8 Mögliche Komplikationen
- 3. Durchführung der geplanten Sprachfördersequenz
- 3.1 Beschreibung der Sprachfördereinheit
- 4. Reflexion der durchgeführten Sprachfördereinheit
- 4.1 Beurteilung der Kinderauswahl
- 4.2 Zielbewältigung
- 4.3 Umsetzung der Fördermaßnahme und der modellhaften Sprache
- 4.4 Beurteilung der Praktikabilität der Sprachfördersequenz
- 4.5 Auftretende Probleme und Verbesserungsvorschläge
- 5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht umfassend die Potenziale und Grenzen des dialogischen Lesens als spezifische Sprachfördermethode. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Möglichkeiten und Herausforderungen diese Methode für sechsjährige Kinder mit Migrationshintergrund birgt, insbesondere im Hinblick auf ihre morphologisch-syntaktische Sprachentwicklung.
- Effektive Sprachförderung im Vorschulalter
- Besonderheiten des kindlichen Spracherwerbs bei Mehrsprachigkeit
- Anwendung und Gestaltung des dialogischen Lesens als Förderinstrument
- Spezifische Sprachförderstrategien und -techniken (z.B. Modellierung, Dialogführung)
- Rolle und Kompetenzen der pädagogischen Fachkraft in der Sprachbildung
- Identifikation grammatischer Auffälligkeiten (Morphologie und Syntax) und deren Bearbeitung
Auszug aus dem Buch
2.4 Gestaltung der Sprachfördereinheit unter Anwendung des dialogischen Lesens
Für die Einheit wird das dialogische Lesen angewandt. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Vorlesen und Erzählen, wobei im Gegensatz zum klassischen Vorlesen hier das Erzählte des Kindes im Zentrum steht (vgl. BiSS-Broschüre 2017, S. 4). Der hohe Gesprächsanteil wird demzufolge dem Kind überlassen (vgl. Jungmann & Albers 2013, S. 8 f.). Es findet eine positive Beeinflussung des kindlichen Spracherwerbs statt, indem die Aufmerksamkeit auf den thematischen Schwerpunkt des Kindes gelenkt wird, vielfältige Äußerungen zum gleichen Thema getroffen und Fragen und Erwiderungen infolge kindlicher Äußerungen getätigt werden (vgl. ebd., S. 9). Es gelingt eine Erweiterung der Erzählkompetenz des Kindes durch das Erkennen des immer wiederkehrenden Erzählschemas (vgl. ebd., S. 9). Angewandt wird das dialogische Lesen, da es sich als Methode zur Sprachförderung - unter anderem für Kinder mit Migrationshintergrund - eignet (vgl. BiSS-Broschüre 2017, S. 4).
Genutzt wird hierfür das Buch „So geht das nicht! Ein Berufe-Suchspaß-Wimmelbuch“ von Ralf Butschkow. Es ist in der deutschen Sprache und für das Lesealter vier bis sechs Jahre gedacht (s. Butschkow 2018, o.S.). In dem Buch geht es um Lisa und ihre Überlegungen, welchen Beruf sie irgendwann einmal ausüben möchte. Ihre Ideen werden auf den jeweiligen Seiten des Buches abgebildet, jedoch besteht die Frage, ob diese Ideen und Vorstellungen der Realität entsprechen (vgl. Butschkow 2018, Klapptext). Bereits die Buchauswahl ist entscheidend dafür, dass Gespräche mit den Kindern über Erfahrungen, Vorstellungen und Ansichten des Kindes entstehen (vgl. ebd., S. 11). Passend ist das Buch, da es von Berufen handelt und somit Laura zum Nachdenken über ihre Zukunft anregen kann. Beim dialogischen Lesen besteht die Möglichkeit Laura zum Erzählen durch das Stellen von Fragen und das Setzen, Aufgreifen und Erweitern von Impulsen zu animieren (vgl. ebd., S. 4). Dabei ist es auch wichtig vorab Kenntnisse darüber zu haben, welche Stellen im Buch Gesprächsanlässe bieten und Fragen vorzubereiten, die zum Erzählen aktivieren (vgl. ebd., S. 4). Demzufolge erfolgt vor der Durchführung der Einheit eine intensive Auseinandersetzung mit dem Buch, um bestmöglich vorbereitet zu sein. Darüber hinaus wird eine Kamera zur Aufnahme der Fördereinheit als Stütze für eine anschließende Analyse verwendet. Da Laura ein sehr aufmerksames Mädchen ist, das Buch sich über elf Leseseiten erstreckt und eine Vielzahl von Bildbestandteilen aufweist, wird ein zeitlicher Rahmen von 30 Minuten angesetzt. Die mögliche Dauer von einer halben Stunde beim dialogischen Lesen mit Vorschulkindern ist nicht unrealistisch (vgl. ebd., S. 4). Wichtig bei der Beschreibung der Gestaltung ist auch die Voraussetzung für das Setting zu erwähnen, was einem ruhigen Ort entspricht, an dem das Kind Wohlbefinden ausstrahlt und auch ständige Unterbrechungen vermieden werden können (vgl. ebd., S. 11). Dies ist sehr wichtig, da Laura ein Mensch ist, der sich schnell ablenken lässt. Bedeutend ist dabei also auch, dass neben weiteren Personen nichts weiteres Laura ablenken kann, weshalb Lauras Zimmer als Durchführungsort gewählt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Relevanz der Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund dar und führt die Forschungsfrage zu Potenzialen und Grenzen des dialogischen Lesens ein.
2. Planung einer Sprachfördereinheit: Beschreibt detailliert die Vorbereitung einer Sprachfördereinheit, einschließlich der Auswahl des Kindes (Laura), des Förderziels (Grammatik) und der angewandten Sprachförderstrategien wie das dialogische Lesen.
3. Durchführung der geplanten Sprachfördersequenz: Gibt eine sachliche Beschreibung der praktischen Umsetzung der Sprachfördermaßnahme mit dem Kind Laura, inklusive des zeitlichen Rahmens und des Vorgehens.
4. Reflexion der durchgeführten Sprachfördereinheit: Bietet eine kritische Bewertung der durchgeführten Einheit, ihrer Zielerreichung, der eingesetzten Methoden und diskutiert aufgetretene Probleme sowie Verbesserungsvorschläge.
5. Fazit: Fasst die Erkenntnisse bezüglich der Potenziale und Grenzen des dialogischen Lesens zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf zukünftige Anwendungen.
Schlüsselwörter
Dialogisches Lesen, Sprachförderung, Migrationshintergrund, Kinder, Vorschulalter, Morphologie, Syntax, Grammatik, Spracherwerb, Pädagogische Fachkraft, Modellierungstechniken, Korrektives Feedback, Bildungsplan, Sprachauffälligkeiten, Interkulturell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen des dialogischen Lesens als Sprachfördermethode bei sechsjährigen Kindern mit Migrationshintergrund.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Sprachförderung im Vorschulalter, kindlicher Spracherwerb, der Umgang mit Mehrsprachigkeit, die Anwendung des dialogischen Lesens und spezifische Sprachfördertechniken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: "Welche Potenziale und Grenzen bringt das dialogische Lesen bei sechsjährigen Kindern mit Migrationshintergrund mit sich?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Planung, Durchführung und Reflexion einer konkreten Sprachfördersequenz unter Anwendung des dialogischen Lesens mit einem einzelnen Kind.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Planung der Sprachfördereinheit (Beschreibung des Kindes, Förderziele, Gestaltung, Techniken), die sachliche Durchführung und eine umfassende Reflexion der Ergebnisse und aufgetretenen Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Dialogisches Lesen, Sprachförderung, Migrationshintergrund, Morphologie, Syntax, Spracherwerb, Modellierungstechniken und Pädagogische Fachkraft.
Warum wurde Laura für die Sprachfördereinheit ausgewählt?
Laura ist ein sechsjähriges Mädchen mit polnischem Migrationshintergrund, das offen und kommunikativ ist, aber grammatische Auffälligkeiten aufweist, was sie zu einer passenden Probandin für die Förderung auf der morphologisch-syntaktischen Ebene macht.
Welche spezifischen Sprachfördertechniken werden im Rahmen des dialogischen Lesens angewandt?
Es werden vorwiegend Modellierungstechniken (insbesondere korrektives Feedback und Expansion) sowie der "Eintritt in den Dialog mit Kindern" angewandt, um die Sprachproduktion anzuregen und grammatische Formen indirekt zu korrigieren.
Welche Rolle spielt die pädagogische Fachkraft beim dialogischen Lesen?
Die pädagogische Fachkraft muss Geduld, Aufmerksamkeit und aktives Zuhören mitbringen, das Kind ausreden lassen und fähig sein, Fragemethoden und Sprachlehrstrategien richtig anzuwenden, um den Dialog anzuregen und zu steuern.
Welches Buch wurde für die Sprachfördereinheit verwendet und warum?
Das Buch "So geht das nicht! Ein Berufe-Suchspaß-Wimmelbuch" von Ralf Butschkow wurde gewählt, da es sich für Kinder mit Migrationshintergrund eignet und durch sein Thema (Berufe) Laura zum Nachdenken und Erzählen über ihre Zukunft anregen kann.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Dialogisches Lesen in der Praxis. Eine Untersuchung zur Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1376946