In der vorliegenden Hausarbeit reflektiere ich die Rolle der Frauen in der afro-amerikanischen Musik bis etwa 1945 mit einigen - die Zeitspanne der Historie umfassenden - exemplarischen biographischen Beispielen. Ich werde den thematischen Sachverhalt nicht über das Jahr 1945 hinaus weiter ausführen können, da das Ende des Zweiten Weltkriegs mir günstig für eine Grenzziehung erscheint, zumal die Moderne (Bebop, später Cool Jazz) schon seit 1940 fließend eintritt und eine neue Musikergeneration mit sich bringt. Die Moderne und weitere Epochen werde ich nicht mehr einbringen, da es den Umfang dieser Hausarbeit eindeutig sprengen würde. Aus diesem Grunde werde ich mich in dieser Hausarbeit leider nicht mit der gegenwärtigen Situation der Frauen im Jazz beschäftigen können1. Beginnend erörtere ich die generellen Bedingungen für angehende Jazz-Musikerinnen. Danach folgt eine historische Abhandlung hinsichtlich des Zugangs der Frauen zur hohen Musik. Dabei werde ich im folgenden dritten Kapitel die Fragestellung - anhand von Beispielen des Wirkens der Sängerin Alberta Hunter historisch fortlaufend bis zu der Sängerin Ella Fitzgerald - konkretisieren. Hierbei unterteile ich die Abschnitte jeweils von den Anfängen afro-amerikanischer Musik bis zum Jahr 1929 und danach fortlaufend bis zum Jahr 1945.
Im vierten Kapitel werde ich meine Ausführungen hinsichtlich der Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik exemplarisch am Beispiel von Billie Holidays Leben und Wirken vertiefen. Gerade eine so große Sängerin wie Billie Holiday kann meines Erachtens nach als Repräsentantin für die Hürden und Schwierigkeiten einer (schwarzen) Frau in der afro-amerikanischen Musik gesehen werden. Im fünften Kapitel folgt das Resümee.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der generellen Bedingungen zur Ausbildung von Jazzmusikerinnen
2.1. Der Zugang der Frauen zur hohen Musik im historischen Kontext
3. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik bis 1929
3.1. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik ab 1929
4. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik am Beispiel von Billies
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Rolle und die spezifischen Herausforderungen von Frauen in der afro-amerikanischen Musikszene der USA von den Anfängen bis 1945. Dabei wird analysiert, wie gesellschaftliche Vorurteile und strukturelle Barrieren den Zugang von Frauen zu einer professionellen Musikkarriere einschränkten und welche Strategien Künstlerinnen entwickelten, um sich in dieser männlich dominierten Branche zu behaupten.
- Historische und gesellschaftliche Barrieren für Jazzmusikerinnen
- Die Entwicklung der Geschlechterrollen in der afro-amerikanischen Musik bis 1945
- Einfluss von Instrumentenzuordnungen und patriarchaler Sozialisation
- Biografische Analyse und Vorbildfunktion von Musikerinnen wie Billie Holiday und Ella Fitzgerald
- Der Zusammenhang zwischen Rassen- und Geschlechterdiskriminierung
Auszug aus dem Buch
3. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik bis 1929
Im Laufe der musikalischen Entwicklung der Musik der Afro-Amerikaner, angefangen bei den - während der Versklavung entstandenen - Work Songs und den - durch die Christianisierung der Afro-Amerikaner bedingten - Spirituals hat sich aus dem im Süden der USA erschienen Blues schließlich der Jazz mit seinen vielfältigen Formen entwickelt. Mit dem Ende der Sklaverei im Jahr 1865 wurde das Ausüben des Blues offiziell erlaubt, wobei sich die musikalische Praxis zumeist auf vokaler Ebene abspielte, da in vielen amerikanischen Staaten der Besitz eines Musikinstruments für Afro-Amerikaner nicht erlaubt war und überhaupt nur wenige Afro-Amerikaner kurz danach ein Instrument besaßen.
Der Jazz im eigentlichen Sinne ist ausgehend vom Blues, dem Ragtime, der Marschmusik und der Minstrel-Musik aus der vielschichtigen Verschmelzung afrikanischer, afro-amerikanischer und europäischer Einflüsse in New Orleans entstanden. Daneben gab es natürlich auch den Blues, wo Frauen als Sängerinnen einen relativ großen Anteil an der schrittweisen Kommerzialisierung hatten.
Gerade in den zwanziger Jahren gab es zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten, hervorgerufen durch das - im ersten Weltkrieg - angestaute Verlangen der Menschen nach Ablenkung sowie Unterhaltung und dem daraus resultierenden generellen Aufschwung und Boom der Unterhaltungsindustrie. Vor allem in Städten wie Chicago, Kansas City und nicht zuletzt New York wurden unzählige Theater, Cabarets, Clubs usw. eröffnet.
In diesem Zusammenhang ist vor allem die gefeierte Chicagoer Blus-Sängerin und Komponistin Alberta Hunter als eine der ersten Frauen zu nennen, die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit Blues-Aufnahmen angefangen und an der Kommerzialisierung afro-amerikanischer Musik starken Anteil hatte. So war sie die Komponistin des Downhearted Blues, der Bessie Smiths erster großer Hit wurde (75000 verkaufte Platten innerhalb eines Monats) und gleichzeitig die bestverkaufte Colurnbia-Platte des Jahres übertraf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert den Fokus auf die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik bis 1945 und grenzt das Thema zeitlich und inhaltlich ein.
2. Analyse der generellen Bedingungen zur Ausbildung von Jazzmusikerinnen: Es wird untersucht, wie gesellschaftliche Vorurteile, fehlende Vorbilder und eine männerdominierte Struktur die Anzahl professioneller Jazzmusikerinnen gering hielten.
2.1. Der Zugang der Frauen zur hohen Musik im historischen Kontext: Dieses Unterkapitel beleuchtet die historisch-religiöse Ausgrenzung von Frauen aus der Musikwelt und die Einschränkung auf die Rolle als Ehefrau und Mutter.
3. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik bis 1929: Das Kapitel analysiert die Entwicklung vom Blues und Ragtime bis hin zu ersten weiblichen Erfolgen in der kommerziellen Unterhaltungsindustrie der 1920er Jahre.
3.1. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik ab 1929: Hier wird der Einfluss der Weltwirtschaftskrise auf Musikerinnen sowie der Kampf um berufliche Anerkennung und künstlerische Gleichstellung in einer krisengebeutelten Branche thematisiert.
4. Die Rolle der Frau in der afro-amerikanischen Musik am Beispiel von Billies: Anhand des Lebens und Wirkens von Billie Holiday werden die Hürden, Diskriminierungen und der Kampf um Selbstbestimmung in einer stark segregierten und patriarchalischen Gesellschaft aufgezeigt.
5. Resümee: Der Autor fasst die Hauptergebnisse zusammen und unterstreicht die Pionierleistung der Frauen trotz widriger gesellschaftlicher Umstände.
Schlüsselwörter
Jazzgeschichte, Blues, afro-amerikanische Musik, Geschlechterrollen, Musikerinnen, Diskriminierung, Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Musikindustrie, Rassentrennung, Vorbildfunktion, Instrumentalisierung, Swing, Frauenband, Emanzipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit reflektiert die Rolle und den Status von Frauen in der afro-amerikanischen Musikszene in den USA im Zeitraum von den Anfängen bis 1945.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die soziokulturellen Rahmenbedingungen, den Einfluss von Rassismus und Sexismus auf die Musikerinnen sowie die exemplarische Darstellung weiblicher Lebenswege im Jazz und Blues.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die strukturellen Barrieren aufzuzeigen, denen sich Frauen im Jazz und Blues gegenüber sahen, und zu analysieren, wie sie trotz dieser Hürden bedeutende künstlerische Beiträge leisteten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen historischen Überblick, der sich auf biographische Beispiele und sozialwissenschaftliche Aspekte (wie Geschlechterrollen) stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Bedingungen der Musikausbildung, den historischen Ausschluss von Frauen aus der Musikwelt sowie spezifische Entwicklungen während des Jazz Age und der Zeit nach 1929.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Jazzgeschichte, afro-amerikanische Musik, Geschlechterrollen, Diskriminierung und weibliche Pionierinnen wie Billie Holiday.
Warum spielt der "Klassische Blues" eine besondere Rolle für Frauen in dieser Zeit?
Der klassische Blues bot Frauen ein frühes Berufsfeld als Entertainerinnen, da diese Musikrichtung eng mit Vaudeville und Minstrel-Shows verbunden war, die Frauen Auftrittsmöglichkeiten und Einkommen boten.
Welche Bedeutung wird Billie Holiday in dieser Arbeit zugeschrieben?
Billie Holiday wird als zentrale Repräsentantin für die Schwierigkeiten und den Kampf einer schwarzen Frau gegen Rassismus, Diskriminierung und eine von Männern dominierte Musikwelt dargestellt.
Welche Auswirkung hatte der Zweite Weltkrieg auf Jazzmusikerinnen?
Mit der Einberufung vieler Männer in den Kriegsdienst eröffneten sich für Jazzmusikerinnen neue Räume, da sie zunehmend die Lücken in Orchestern und Bands füllen konnten.
Was ist das Resümee bezüglich der Rolle der Frau im Jazz?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es für Frauen definitiv anstrengender war, sich zu behaupten, da sie nicht nur gegen rassistische, sondern auch gegen tief verwurzelte geschlechtsspezifische Vorurteile ankämpfen mussten.
- Citation du texte
- Jacek Brzozowski (Auteur), 2005, Ein wissenschaftlicher Überblick über die Rollle der Frauen in der afro-amerikanischen Musik der USA von den Anfängen bis 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137823