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WIR gegen DIE - der Leser als Teil einer Leidensgemeinschaft

Die Stadt der Blinden - von José Saramago

Título: WIR gegen DIE - der Leser als Teil einer Leidensgemeinschaft

Trabajo Escrito , 2009 , 25 Páginas , Calificación: 1.8

Autor:in: Jérôme Schwyzer (Autor)

Filología alemana - Otros
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Wie schafft es der Erzähler des Werkes "Die Stadt der Blinden", den Leser zu einem Verbündeten einer Gruppe zu machen, welche in gewissen Punkten durchaus amoralisch handelt. Was für eine Rolle spielt die sehende Frau unter den Blinden? Weshalb schaut sie untätig zu, wenn Unrecht geschieht.

Das Buch von Saramago - kürzlich verfilmt - hat an Aktualität nicht eingebüsst und muss als Klassiker der fremdsprachigen Literatur bezeichnet werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Kurze Inhaltsangabe

2 Betrachtung der Erzählstruktur

2.1 Der Bericht als Relief – verschiedene Perspektiven des Erzählers

2.2 Erzählform

2.3 Point of view

2.4 Sichtweisen

2.5 Erzählverhalten

2.6 Erzählhaltung und Arten der Darbietung

3 Unsere Gruppe

3.1 Die Identitätslosigkeit der Figuren

3.2 Die Vorgeschichte der Primären Gruppe

3.3 Die Sehende Frau als Hauptidentifikationsfigur

3.4 Das wirkungsästhetische Verhältnis zwischen Innen- und Aussensicht

4 Das Verhältnis des Narrators zum Leser

4.1 Wir erleben etwas

4.2 Der Narrator als moralisch-mahnende Stimme

4.3 Der Wertekonflikt zwischen Leser und Narrator

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie es dem Erzähler in José Saramagos Roman "Die Stadt der Blinden" gelingt, eine Sympathielenkung zugunsten einer spezifischen Gruppe von Figuren zu erreichen und den Leser als Verbündeten in die Erzählung zu integrieren.

  • Analyse der Erzählstruktur und Erzählperspektive
  • Untersuchung der Sympathielenkung innerhalb der "Primären Gruppe"
  • Rolle der "Sehenden Frau" als Identifikationsfigur
  • Untersuchung der Interaktion zwischen Erzähler und Leser

Auszug aus dem Buch

Die Identitätslosigkeit der Figuren

Jana Maria Vorhauer hat Recht, wenn sie schreibt, dass ein wichtiger Punkt des Buches der Wegfall der Namen sei. Sie schreibt: „Die Charaktere des Buches verlieren durch die Blindheit nicht nur ihre Identität, sondern auch ihre Identität.“ (vgl. Vorhauer 2007, S. 37)

Diese Identitätslosigkeit bewirkt beim Leser aber nicht primär eine negativ erlebte Unwissenheit, sondern vor allem eine Unvoreingenommenheit gegenüber den Figuren. Dadurch, dass die Identität und die Lebensgeschichten der Figuren weitgehend im Dunkeln bleibt, ist der Leser zurückhaltend mit vorgefertigten Pauschalurteilen, dessen moralische Werte in dieser Blinden Welt ohnehin obsolet werden. Eine treffende Stelle dazu liefert der Primärtext selbst, als die Frau mit dunklen Brille gegen Schluss des Buches sagt: „In uns gibt es etwas, was keinen Namen hat, das ist das, was wir sind“ (Die Stadt der Blinden, S. 335).

Es ist der Sache dienlich, die Figuren der Primären Gruppe, welche eine Art innerer Kreis, die sich von der äusseren, der Stadt der Blinden, abgrenzt bildet“ (vgl. Vorhauer 2007, S. 48) kurz vorzustellen; es handelt sich hierbei um sieben Personen.

Im Zentrum steht die Frau des Augenarztes, welche als einzige der Gruppe sehend ist. Sie spielt die wichtige Rolle in dieser Gemeinschaft, ist sie doch – legitimiert durch ihre Sehfähigkeit – die Anführerin der Gruppe. Vorhauer schreibt in ihrer Arbeit eine einleuchtende Passage über diese Frau als Mutterfigur der Gruppe und sieht im Mutterinstinkt auch viele Verhaltensmuster der Frau begründet. Auf diese These wird im Kapitel 3.3 eingehend eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Kurze Inhaltsangabe: Zusammenfassung der Ausgangslage des Romans, in dem eine Epidemie die Bevölkerung einer Stadt erblinden lässt und die Betroffenen in ein Lager zwangseingewiesen werden.

2 Betrachtung der Erzählstruktur: Untersuchung der formalen Erzählweise, insbesondere der Rolle des auktorialen Erzählers und dessen Einfluss auf die Perspektivgestaltung.

3 Unsere Gruppe: Fokus auf die "Primäre Gruppe" und die Analyse der Faktoren, die zur Sympathiebildung des Lesers gegenüber diesen Figuren führen.

4 Das Verhältnis des Narrators zum Leser: Erläuterung der narrativen Mittel, mit denen der Erzähler Nähe zum Leser aufbaut und Konflikte zwischen gängigen Moralvorstellungen und der neuen Blinden Welt thematisiert.

5 Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Thesen, wonach die Sympathielenkung durch erzählerische Mittel und die Identifikation mit den Protagonisten erfolgreich umgesetzt wird.

Schlüsselwörter

Die Stadt der Blinden, José Saramago, Erzählstruktur, Sympathielenkung, Primäre Gruppe, Identitätslosigkeit, Auktorialer Erzähler, Erzählhaltung, Narrator, Leserbindung, Moralvorstellungen, Wertekonflikt, Wirkungsästhetik, Sehende Frau, Literaturanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die erzählerischen Mechanismen in José Saramagos Roman "Die Stadt der Blinden" und untersucht, wie der Leser dazu gebracht wird, sich mit einer bestimmten Gruppe von Figuren zu identifizieren.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Fokus stehen die Erzählstruktur, die Charakterzeichnung der Protagonisten, das Verhältnis zwischen Erzähler und Leser sowie die moralische Einordnung der Geschehnisse innerhalb der fiktiven Welt des Romans.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie der Erzähler mittels spezifischer narrativer Mittel eine Sympathielenkung zugunsten der "Primären Gruppe" steuert und den Leser in die Leidensgemeinschaft der Figuren einbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich auf die Theorie der Erzählsysteme von Jürgen H. Petersen stützt, ergänzt durch die Dissertation von Jana Maria Vorhauer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erzählstruktur (z.B. Sichtweisen, Erzählverhalten), die Charakterisierung der "Primären Gruppe" und das Verhältnis des Narrators zum Leser, insbesondere den Umgang mit Moralvorstellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Erzählstruktur, Sympathielenkung, Identitätslosigkeit, auktorialer Erzähler, Leserbindung und Wertekonflikt beschreiben.

Warum spielt die "Sehende Frau" eine zentrale Rolle?

Sie fungiert als Brücke zwischen der Welt des Lesers und der Welt der Blinden; da sie als einzige sehen kann, übernimmt sie die Rolle der Anführerin und Mutterfigur, mit der sich der Leser besonders stark identifizieren kann.

Wie erzeugt der Erzähler ein "Wir-Gefühl"?

Dies geschieht vor allem durch die häufige Verwendung der Wir-Anrede, wodurch der Leser aktiv in die Erzählung einbezogen und auf eine Ebene mit dem Erzähler gestellt wird.

Was passiert mit den Moralvorstellungen der Figuren?

In der "Blinden Welt" verlieren herkömmliche moralische Massstäbe an Bedeutung, was zu einem ständigen Spannungsfeld und Wertekonflikt zwischen dem Erzähler, den Figuren und dem moralischen Urteil des Lesers führt.

Welche Bedeutung hat die Identitätslosigkeit der Figuren?

Die Anonymität der Figuren verhindert vorgefertigte Pauschalurteile und ermöglicht dem Leser eine unvoreingenommene, empathische Auseinandersetzung mit ihrem Schicksal innerhalb der Extremsituation des Romans.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
WIR gegen DIE - der Leser als Teil einer Leidensgemeinschaft
Subtítulo
Die Stadt der Blinden - von José Saramago
Universidad
University of Applied Sciences Northwestern Switzerland
Calificación
1.8
Autor
Jérôme Schwyzer (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
25
No. de catálogo
V137982
ISBN (Ebook)
9783640464944
ISBN (Libro)
9783640462094
Idioma
Alemán
Etiqueta
Saramago Blindheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jérôme Schwyzer (Autor), 2009, WIR gegen DIE - der Leser als Teil einer Leidensgemeinschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/137982
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