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Protest und soziale Bewegung

Eine systemtheoretische Darstellung der Entstehung von Terror durch Protest anhand der Fallbeispiele der Studentenbewegung von 1968 und dem Terror der RAF

Titre: Protest und soziale Bewegung

Dossier / Travail , 2009 , 26 Pages , Note: 2.3

Autor:in: Anna Caroline Paeßens (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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In dieser Arbeit soll gezeigt werden, wie und warum aus einer Protestbewegung, die gemeinhin als 68er betitelt wird, ein Terrorismus entstehen konnte, der Deutschland für mehrere Jahre in Atem hielt. Eine scheinbar harmlose Zeit der Proteste endete in brutalem Terrorismus. Es stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung sich zwangsläufig so gestalten musste oder ob dies nur die Ideen einiger weniger waren.
Diese Arbeit stellt also den Versuch dar, die Genese der RAF darzustellen. Mit Hilfe der Systemtheorie soll diese Entwicklung gezeigt und untersucht werden. Um dies leisten zu können befasst, sich das Kapitel 2 zunächst mit der systemtheoretischen Definition von Protest, um anschließend dies anhand des Beispiels der Studentenproteste prüfen zu können. Dieses Kapitel vermag es noch nicht, die Gründe für die Entstehung vom linken Terrorismus der RAF zu geben. Dafür bedarf es einer systemtheoretischen Definition von Terrorismus, inklusive einer Prüfung anhand des Beispiels der RAF in Kapitel 3. Die Beispiele haben nicht die Absicht eine komplette, lückenlose historische Darstellung zu geben. Vielmehr dienen sie dem Verständnis und der Anschauung, die das theoretische Konstrukt der Systemtheorie näher bringen soll.
Die Kernthese dieser Hausarbeit ist, dass die Studentenbewegung von 1968 im Terror der RAF gemündet ist, weil der Code der Politik (Machtüberlegenheit/Machtunterlegenheit) prekär wurde (vgl. Luhmann 2002: 88). Es wird zu zeigen sein, dass in dem Moment, als die Polizei gewaltsam gegen die Proteste durchgriff, eine Eigendynamik entstand. Die Macht der Politik wird angewendet, wodurch diese ohnmächtig wird. Der Terror unterscheidet sich nur insoweit vom Protest, als dass der Protest eskaliert und stetig brutaler wird und letztlich im Terror endet. Durch die strukturelle Kopplung mit den Massenmedien ist der Terror auf eine ständige „Imposanzverstärkung“ (Fuchs 2004: 80) angewiesen. Die Nachrichten über den Terror müssen immer neu sein und immer schlimmer, als die vorangegangenen sein, denn nur dadurch kann Terror auf sich aufmerksam machen.
Die Analyse des Protests bezieht sich sehr stark auf Arbeiten von Luhmann, der den Protest nie als System ansah und sich auch nur recht diffus mit diesem Thema beschäftigt hat. Der Terror ist dagegen von Fuchs sehr ausführlich dargestellt worden und kann durch einige wenige Autoren, die sich ebenfalls systemtheoretisch mit Terror befasst haben, ergänzt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Protestbewegung der 1960er aus systemtheoretischer Perspektive

2.1 Protest - Eine systemtheoretische Definition

2.2 Anwendung der systemtheoretischen Definition auf die Proteste um 1968

2.3 Ergebnisse

3 Terror als eskalierter Protest- Die Radikalisierung der RAF als Folge eines prekären Codes?

3.1 Terror - Eine systemtheoretische Definition

3.2 Anwendung der systemtheoretischen Definition auf den Terror der RAF

3.3 Folgen des prekären Codes

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht mittels systemtheoretischer Ansätze, wie sich aus der Protestbewegung der 1968er Jahre eine terroristische Radikalisierung entwickeln konnte, die in der Roten Armee Fraktion (RAF) mündete. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle des prekären Codes des politischen Systems als Auslöser für die Eigendynamik der Gewalt.

  • Systemtheoretische Analyse der Protestbewegung der 1960er Jahre.
  • Definition und Abgrenzung von Protest und Terrorismus.
  • Die Rolle der Massenmedien als symbiotische Kopplungspartner.
  • Radikalisierungsprozesse und der prekäre Code des politischen Systems.
  • Die Eskalation als Medium des Terrors.

Auszug aus dem Buch

3.1 Terror - Eine systemtheoretische Definition

Die systemtheoretische Darstellung von Terror geht von dem Phänomen „Terror“ aus. Demnach ist sie unabhängig von den Gründen, die zum Terrorismus führen. So ist es nicht monokausal zu verstehen, sondern als ein heterogener Tatbestand der Gesellschaft. Die Ursache und Wirkung von Terror können sich, bei einer Fülle von komplexen Zuschreibungen von Ursachen, überlagern, sodass das Phänomen schwerlich als monokausale Tatsache aufzufassen ist (Vgl. Japp 2007: 166).

Im systemtheoretischen Sinne ist auch Terrorismus Kommunikation, die die Gesellschaft reproduziert (Vgl. Fuchs 2004: 16). Terror bricht die laufende Kommunikation durch gewaltsame Aktionen ab, um wiederum Kommunikation zu erzwingen. Nach der Luhmann’schen Definition von Kommunikation, der Trias von Information, Mitteilung und Verstehen, wird die terroristische Tat erst dann zum gesellschaftlichen Zustand, wenn sie auch verstanden wird (Vgl. Luhmann 1998: 442). Durch den Abbruch und den erneuten Zwang zur Kommunikation werden operative Anschlüsse genutzt. Als Abbruch der Kommunikation werden die gewaltsamen Anschläge des Terrors verstanden, die erst eine gesellschaftliche Wirkung entfalten können, wenn sie z.B. durch massenmediale Aufmerksamkeit von der Gesellschaft thematisiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Genese der RAF ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur systemtheoretischen Herleitung der Radikalisierung.

2 Die Protestbewegung der 1960er aus systemtheoretischer Perspektive: Das Kapitel definiert Protest als gesellschaftliches Phänomen und wendet dieses Verständnis auf die Studentenbewegungen der 68er an.

3 Terror als eskalierter Protest- Die Radikalisierung der RAF als Folge eines prekären Codes?: Hier wird eine systemtheoretische Definition von Terror entwickelt und auf die Entwicklung der RAF angewandt, wobei die Rolle von Eskalation und Medien analysiert wird.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Machtanwendung des politischen Systems in einer prekären Situation die Radikalisierung begünstigte.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Protest, Terrorismus, RAF, 1968er, Gesellschaftssystem, Kommunikation, Radikalisierung, Macht, Massenmedien, Eskalation, Politische Systeme, Gewaltmonopol, Immunsystem, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Genese des Terrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF) ausgehend von der Protestbewegung der späten 1960er Jahre unter Verwendung systemtheoretischer Konzepte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Systemtheorie nach Niklas Luhmann, die Dynamik von Protestbewegungen, die Radikalisierung zum Terrorismus und die Rolle der Massenmedien in diesen Prozessen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie und warum aus der Protestbewegung der 1968er ein brutaler Terrorismus entstehen konnte und welche Rolle der prekäre Code des politischen Systems dabei spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systemtheoretische Analyse und Darstellung gewählt, die zentrale Begriffe wie Code, Medium, Programm und strukturelle Kopplung nutzt, um historische Ereignisse zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Protest, deren praktische Anwendung auf die 68er, eine systemtheoretische Definition von Terror und die Untersuchung der RAF-Radikalisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemtheorie, Protest, Terrorismus, Radikalisierung, Kommunikation, prekärer Code und Massenmedien.

Wie unterscheidet sich der Terror vom Protest?

Laut der Arbeit unterscheidet sich der Terror vom Protest primär durch den Grad der Gewalttätigkeit und Brutalität sowie durch das Medium der Eskalation, das den Terror zu immer drastischeren Mitteln zwingt.

Warum spielt die Polizei eine so zentrale Rolle in der Argumentation?

Die Polizei wird als Repräsentant der staatlichen Macht diskutiert, die durch ihr gewaltsames Eingreifen eine Eigendynamik und eine Spirale der Gewalt auslöste, weil sie das Gleichgewicht zwischen Drohung und Sanktion nicht halten konnte.

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Résumé des informations

Titre
Protest und soziale Bewegung
Sous-titre
Eine systemtheoretische Darstellung der Entstehung von Terror durch Protest anhand der Fallbeispiele der Studentenbewegung von 1968 und dem Terror der RAF
Université
RWTH Aachen University  (Institut für politische Wissenschaft )
Note
2.3
Auteur
Anna Caroline Paeßens (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
26
N° de catalogue
V138170
ISBN (ebook)
9783640477197
ISBN (Livre)
9783640476909
Langue
allemand
mots-clé
RAF 68er Systemtheorie Terror Protest Studentenbewegung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Caroline Paeßens (Auteur), 2009, Protest und soziale Bewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138170
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Extrait de  26  pages
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