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Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme von psychosozialer Beratung von Frauen, die von Ehrgewalt betroffen sind

Title: Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme von psychosozialer Beratung von Frauen, die von Ehrgewalt betroffen sind

Term Paper , 2023 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anne Eichholz (Author)

Social Work
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Die vorliegende Arbeit thematisiert die Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme von psychosozialer Beratung von Frauen, die von Ehrgewalt betroffen sind. Hierbei geht sie der Frage nach „Welche Angebote kann die psychosoziale Beratung im Rahmen der sozialen Arbeit Frauen aus patriarchalisch geprägten Herkunftsländern anbieten, dass sie für sie erreichbar sind und wirkmächtige Veränderungen herbeiführen?"

Verbrechen und Gewalt im Namen der Ehre stellen eine Menschenrechtsverletzung dar und trotzdem ist die Thematik allgegenwärtig und Vorfälle geschehen weltweit. Laut einem UN-Bericht werden jährlich mindestens 50000 Frauen in 14 Ländern Opfer sogenannter „Ehrenmorde“, die Dunkelziffer ist jedoch um ein Vielfaches höher. Auch wenn in Deutschland bisher noch keine bundesweiten Erhebungen über das Ausmaß von Gewalt im Namen der Ehre bestehen, haben Mädchen und Frauen in der Bundesrepublik unter „Gewalt im Namen der Ehre“ zu leiden. Familien, die solche Gewalttaten ausüben, halten an ihren patriarchalischen Wertvorstellungen ihres Herkunftslandes fest und kommen z.B. aus der Türkei, Irak, Iran, Afghanistan, Kosovo/Albanien, Libanon, Syrien, Pakistan und Jordanien. In Deutschland sind die größten Gruppen Menschen mit Migrationshintergrund türkischer/kurdischer Herkunft (ca. 1,8 Millionen), somit sind hierzulande verhältnismäßig viele Frauen mit diesem Migrationshintergrund von Ehrgewalt betroffen. Dazu lässt sich jedoch anmerken, dass Gewalt im Namen der Ehre kein expliziert religiöses Phänomen ist, sondern sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht, insbesondere wenn eine Bevölkerungsgruppe an patriarchalischen Traditionen und veralteten Wertvorstellungen festhält. Betroffene von Ehrgewalt dieser Bevölkerungsgruppe fehlt es unter anderem an Chancengleichheit, dem Zugang zu Bildung, finanzieller Absicherung und sie kämpft mit sozialen Problemen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 psychosoziale Beratung

2.2 „Ehre“

2.3 „Gewalt im Namen der Ehre“

3 Formen der Gewalt

3.1 Zwangsheirat

3.2 Ehrenmord

4 Inanspruchnahme von psychosozialer Gewalt

4.1 Risikofaktoren

4.2 Schwierigkeiten

5 Beratungsstelle „Solwodi“

5.1 Fallbeispiel

5.2 Beratungsprozess

5.2.1 Lebensbewältigung nach Lothar Böhmisch

5.3 Auswertung Fallbeispiel

6 Prävention

7 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Zugang zu psychosozialer Beratung für Frauen, die von „Gewalt im Namen der Ehre“ betroffen sind. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse geeigneter Beratungsangebote im Rahmen der Sozialen Arbeit, die den spezifischen Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht werden und wirksame Unterstützung bieten können.

  • Grundlagen und Definitionen zu „Ehrgewalt“ und psychosozialer Beratung
  • Analyse von Risikofaktoren und Barrieren bei der Inanspruchnahme von Hilfen
  • Vorstellung von Interventionsansätzen am Beispiel der Beratungsstelle „Solwodi“
  • Bedeutung von Vertrauensaufbau, Sprachmittlung und kultursensibler Beratung
  • Präventionsstrategien und Handlungsempfehlungen für das soziale Umfeld und Schulen

Auszug aus dem Buch

3.1 Zwangsheirat

Wie der Begriff „Zwangsheirat“ schon deutlich macht, geschieht die Eheschließung nicht freiwillig, sondern unter Zwang. In der Istanbul Konvention wird Zwangsheirat wie folgt definiert: „Vorsätzliches Verhalten, durch das eine erwachsene Person oder ein Kind zur Eheschließung gezwungen wird, einschließlich solches, durch das eine erwachsene Person oder ein Kind in das Hoheitsgebiet eines Staates gelockt wird, dass nicht das Hoheitsgebiet ihres bzw. seines Aufenthalts ist, um diese erwachsene Person oder dieses Kind zur Eheschließung zu zwingen.“

Außerdem werden durch eine Zwangsheirat verschiedene Grund- und Menschenrechte verletzt. Nach Artikel 16 Absatz 2 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen heißt es, dass eine Ehe nur aufgrund von freien oder vollen Willenseinigung der zukünftigen Ehegatten geschlossen werden. Im deutschen Recht laut § 237 Abs.1 S.1 StGB stellt die Zwangsheirat einen Strafbestand dar, und jemand der „einen Menschen rechtwidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zur Eingehung der Ehe nötigt, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren bestraft (Nurgül Altuntas, 2017, S.23f). Eine Zwangsheirat findet meist im Alter von 16-19 Jahren statt und kann aus verschiedenen Gründen resultieren. Die Eltern können den Wunsch hegen, dass ihre Tochter möglichst frühzeitig eine Ehe eingeht, um jungfräulich zu sein und somit nicht die Ehre der Familie „beschmutzt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Gewalt im Namen der Ehre ein und leitet die zentrale Forschungsfrage nach geeigneten Unterstützungsangeboten durch die soziale Arbeit ab.

2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die Kernbegriffe „psychosoziale Beratung“, „Ehre“ sowie „Gewalt im Namen der Ehre“ systematisch definiert und kontextualisiert.

3 Formen der Gewalt: Dieses Kapitel erläutert die Ausprägungen von Ehrgewalt, mit spezifischem Fokus auf Zwangsheirat und Ehrenmord als schwerwiegendste Erscheinungsformen.

4 Inanspruchnahme von psychosozialer Gewalt: Hier werden Risikofaktoren identifiziert und die Barrieren untersucht, die Betroffene daran hindern, psychosoziale Angebote wahrzunehmen.

5 Beratungsstelle „Solwodi“: Dieses Kapitel stellt die Beratungsarbeit der Organisation Solwodi anhand eines konkreten Fallbeispiels vor und analysiert den Beratungsprozess sowie theoretische Hintergründe wie das Konzept der Lebensbewältigung.

6 Prävention: Es werden präventive Ansätze, insbesondere in schulischen und öffentlichen Kontexten, diskutiert, um Gewalt im Namen der Ehre vorzubeugen und die Gesellschaft zu sensibilisieren.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Veränderungen in bürokratischen Strukturen sowie die Bedeutung fachlicher Kompetenzen in der sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Ehrgewalt, psychosoziale Beratung, Zwangsheirat, Ehrenmord, Soziale Arbeit, Solwodi, Migration, Interkulturelle Pädagogik, Lebensbewältigung, Risikofaktoren, Integrationsprozess, Menschenrechte, Frauenrechte, Beratungsprozess, Prävention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Schwierigkeiten, die Frauen, die von „Gewalt im Namen der Ehre“ betroffen sind, bei der Inanspruchnahme von psychosozialen Beratungsangeboten in Deutschland erleben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffsdefinitionen von Ehrgewalt, der Identifikation von Barrieren in der Beratungspraxis, der Darstellung von Best-Practice-Methoden am Beispiel von Solwodi sowie Präventionsstrategien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?

Ziel ist es, Beratungsangebote zu erörtern, die für die Zielgruppe niederschwellig und gut erreichbar sind, um wirkmächtige Veränderungen in den Lebenssituationen der betroffenen Frauen zu bewirken.

Welche wissenschaftliche Methode nutzt die Arbeit?

Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung eines qualitativen Fallbeispiels aus der Beratungspraxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Ehrgewalt, eine Analyse der Inanspruchnahmehemmnisse sowie eine detaillierte Erörterung des Beratungsprozesses und der notwendigen pädagogischen Handlungskompetenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ehrgewalt, psychosoziale Beratung, Zwangsheirat, soziale Arbeit, Integration sowie Sensibilisierung und Prävention.

Warum ist der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses gerade bei dieser Zielgruppe so zeitaufwendig?

Da die betroffenen Frauen oft durch traumatische Erlebnisse und familiäre Einschüchterung geprägt sind, benötigt der Prozess der Offenlegung und der chronologischen Aufarbeitung der Geschichte viel Zeit, Empathie und Geduld seitens der Berater.

Welche theoretische Perspektive wird für den Beratungsprozess ergänzend herangezogen?

Die Arbeit nutzt das Konzept der „Lebensbewältigung“ nach Lothar Böhnisch, um das Streben der Betroffenen nach subjektiver Handlungsfähigkeit in kritischen Lebenskrisen theoretisch zu untermauern.

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Details

Title
Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme von psychosozialer Beratung von Frauen, die von Ehrgewalt betroffen sind
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf
Grade
1,0
Author
Anne Eichholz (Author)
Publication Year
2023
Pages
19
Catalog Number
V1381880
ISBN (PDF)
9783346928047
ISBN (Book)
9783346928054
Language
German
Tags
Ehrgewalt Ehrenmord Zwangsheirat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Eichholz (Author), 2023, Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme von psychosozialer Beratung von Frauen, die von Ehrgewalt betroffen sind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1381880
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