Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Attentatsversuch des Olympiasiegers Kylon im 7. Jh v. Chr. und dessen Auswirkungen auf die Politik.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Vorgeschichte und die Anfänge Athens
2. Der Kylonische Frevel
3. Die Folgen
4. Der Kylonische Frevel bei Herodot und Thukydides
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert den historischen Kontext und die politischen Folgen des Kylonischen Frevels im archaischen Athen sowie dessen unterschiedliche Rezeption in den Schriften von Herodot und Thukydides, um die Bedeutung dieses Ereignisses für die Entwicklung der athenischen Machtstrukturen und den Aufstieg der Tyrannis zu beleuchten.
- Die Entstehung der griechischen Polis und das archaische Herrschaftssystem.
- Die Hintergründe und das Scheitern des Staatsstreichs durch Kylon.
- Der "Kylonische Frevel" als politisches Instrument und dessen Auswirkungen auf das Geschlecht der Alkmeoniden.
- Die methodischen Unterschiede in der Darstellung durch Herodot und Thukydides.
- Die Rolle sozioökonomischer Spannungen bei der Entstehung von Tyrannis-Formen.
Auszug aus dem Buch
Der Kylonische Frevel
Kylon war von adeliger Herkunft aus dem Geschlecht der Eupatriden und trug als Teilnehmer an den Olympischen Spielen den Sieg im doppelten Stadionlauf (Diaulos) davon, angeblich war er der schönste Mann seiner Zeit. Möglicherweise war die Teilnahme und der Sieg bei den Olympischen Spielen die Voraussetzung für die Bekanntschaft Kylons mit den mächtigen Tyrannen Griechenlands, was den Olympioniken wiederum zu seinem Vorhaben in Athen gewaltsam eine Tyrannis zu installieren inspirierte. Um das Jahr 632 v. Chr. , die genaue Datierung ist umstritten, versuchte er im Archontat des Alkmeoniden Megakles , seine Popularität dazu auszunutzen um in einem Staatsstreich in Athen die Macht zu ergreifen.
Megakles entstammte dem Geschlecht der Alkmeoniden, einem angesehenem Adelsgeschlecht, welches seinen Ursprung von Alkmeon, einem Urenkel des Nestor ableitet und sich durch hohe politische Einflussnahme, Reichtum und Gegnerschaft zur Tyrannis definiert. Weiters soll ihm das Orakel zu Delphi geraten haben, die Macht in Athen während der Feiern des Zeus an sich zu reißen. Ob mit dem Spruch der Pythia, der Priesterin im Orakel die Olympischen Spiele gemeint waren, bzw. von Kylon gedeutet wurden, ist ebenfalls unklar. Es gelang dem Olympioniken aber nicht die Unterstützung des Volkes zu erlangen, er stieß bei seiner Aktion in Athen auf heftigen Widerstand, sodass er sich mit seinen Leuten in den Athene Tempel auf der Akropolis flüchten musste.
Die Ursache , dass der Alkmeonide Megakles im Demos eine breite Unterstützung gegen Kylon fand, lag möglicherweise in der ungewünschten Verbindung Kylons mit Megara, da in dieser Zeit heftige Auseinandersetzungen zwischen Athen und Megara um die umkämpfte Insel Salamis stattfanden. Auch scheiterte der Staatsstreich daran, dass die Bauern von Attika treu dem Ruf des Adels folgten, der Wunsch nach einer Tyrannis wurde nicht laut, weil die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen dafür in Athen noch nicht gegeben waren.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Vorgeschichte und die Anfänge Athens: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Polis in der archaischen Zeit und die soziopolitischen Rahmenbedingungen des frühen Athens.
Der Kylonische Frevel: Hier wird der misslungene Staatsstreich des Kylon und die anschließende Ermordung seiner Anhänger durch die Alkmeoniden detailliert rekonstruiert.
Die Folgen: Der Abschnitt analysiert die langfristigen politischen Konsequenzen des Frevels, insbesondere den Makel, der das Geschlecht der Alkmeoniden über Generationen hinweg belastete.
Der Kylonische Frevel bei Herodot und Thukydides: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen historiographischen Ansätze und widersprüchlichen Details bei Herodot und Thukydides kritisch gegenübergestellt.
Schlüsselwörter
Kylon, Athen, Archaische Periode, Polis, Alkmeoniden, Megakles, Tyrannis, Herodot, Thukydides, Staatsstreich, Hopliten, Asylrecht, Aristokratie, Eupatriden, Olympiasieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den historischen Vorfall des Kylonischen Frevels im Athen des 7. Jahrhunderts v. Chr. und seine Bedeutung für die politische Geschichte der griechischen Polis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Aufstieg der Polis, die Entstehung der Tyrannis, antike Adelskämpfe und die historiographische Aufarbeitung antiker Ereignisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die politischen Hintergründe und die langfristigen Auswirkungen der Kylon-Affäre auf das Machtgefüge in Athen zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse der historischen Texte von Herodot und Thukydides im Kontext archäologischer und historischer Forschungsbeiträge durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung des Putsches, die Eskalation durch die Missachtung des Asylrechts, die Folgen für die Familie der Alkmeoniden und die vergleichende Analyse der Quellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Kylon, Alkmeoniden, Polis, Tyrannis, Herodot und Thukydides sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Warum spielt die Verbindung Kylons zu Megara eine entscheidende Rolle für sein Scheitern?
Da Athen und Megara um die Insel Salamis stritten, wirkte eine Allianz mit dem dortigen Tyrannen Theagenes negativ auf die öffentliche Wahrnehmung Kylons in Athen.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Festnahme bei Herodot und Thukydides?
Während Herodot die Naukraren als Verantwortliche für den Mord und die Verhandlungen darstellt, sieht Thukydides die neun Archonten unter Anführung des Polemarch in dieser Rolle.
- Citation du texte
- Veronika Pichl (Auteur), 2008, Kylonischer Frevel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138260