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Lobbykratie Brüssel?

Ein Überblick zur Problemlage europäischen Lobbyismus'

Título: Lobbykratie Brüssel?

Trabajo , 2008 , 28 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: David Jessen (Autor)

Medios / Comunicación - Medios y política, comunicaciones políticas
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„Wie problematisch ist Lobbyismus bei der Europäischen Union?“ lautet die sehr breite Fragestellung dieser Arbeit. Da dies keine ausschnitthafte, spezifische Hausarbeits-Frage ist, können Aspekte der Diskussion nur angerissen werden. Konkreter Leitfaden ist die Frage nach Macht oder Ohnmacht der Politik: Kann man behaupten, die EU sei eine „Lobbykratie“, also eine Herrschaft der Verbände? Genau dies tun lobbyismuskritische Aktivistinnen regelmäßig. Zu Recht werden immer wieder zwei Aspekte betont: Einerseits die gestiegene und äußerst hohe Anzahl professioneller Interessenvertreter mit wirtschaftlichen Zielen, zum Anderen die im Alltag sehr verbreitete Überzeugung, die Wirtschaft habe einen unzulässig hohen Einfluss auf gesamtgesellschaftlich relevante Entscheidungen.
Zur Beantwortung der zwei zentralen Fragen – „Leben wir in einer Lobbykratie?“, „Was ist problematisch am europäischen Lobbyismus?“ – werde ich Auskunft geben über die historische Entwicklung des Lobbyismus, die Verteilung der beteiligten Akteure sowie den Aufbau des Politischen Systems. Im zweiten Teil sollen die Lobbyrelevanz der einzelnen Organe und entsprechende Reglementierungen untersucht werden. Im Kern der Arbeit wird die Diskussion um die Problemlage dialektisch dargestellt und beurteilt. Eine zusätzliche Verortung aus demokratietheoretischer Sicht beschließt den Text. Wo es sich anbietet und mir möglich ist, werde ich auf die Situation der Medienunternehmen eingehen; Lobbying bei der EU durch Medienunternehmen im Allgemeinen ist allerdings etwas recht Spezielles, weshalb hier maximal einzelne Unternehmen und ihre Verstrickungen, oder die Entwicklung konkreter Rechtsvorschriften behandelt werden.
Noch eine Bemerkung zum Ansatz. Im Gegensatz zum scheinbar stetig sinkenden Vertrauen in Politik wird in dieser Arbeit (aus Platzgründen!) vorausgesetzt, dass die politischen und bürokratischen Akteure selbst nach qualitativen Kriterien arbeiten. Auch sind hier nicht Bestechung und verwandte moralische Verfehlungen das Thema, sondern die tieferen strukturellen politischen Eigenarten europäischen Lobbyismus‘. Dementsprechend sind handlungstheoretische oder mehr psychologische Argumente ausgespart. Was bedeutet es nun, wenn ein Brüsseler Lobbyist mit „Wir haben sehr großen Einfluss.“ zitiert werden kann? Ist der schlechte Ruf gerechtfertigt?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Definition Lobbyismus

III. Historische Entwicklung europäischen Lobbyings

IV. Lobbying-Akteure der EU

V. Das politische System – Organe und Funktionen

a. Der Europäische Rat

b. Die Europäische Kommission

c. Der Rat der Europäischen Union

d. Das Europäische Parlament

e. Ausschuss der Regionen

f. Wirtschafts- und Sozialausschuss

VI. Lobbyrelevanz der einzelnen Organe

a. Der Europäische Rat

b. Die Europäische Kommission

c. Der Rat der Europäischen Union

d. Das Europäische Parlament

e. Der Ausschuss der Regionen und der Wirtschafts- und Sozialausschuss

f. Medienspezifische Lobbyrelevanz der Organe

VII. Reglementierungen

a. Selbstregulierung und Gesetzliche Maßnahmen

i. Europäische Kommission

ii. Europäisches Parlament

iii. Der Rat der Europäischen Union

b. Kritik

VIII. Rede und Gegenrede zur Problemlage europäischen Lobbyismus‘

a. Kritik an Praxis und Struktur

b. Rechtfertigung von Praxis und Struktur

c. Abwägung der Argumente

IX. Demokratietheoretischer Ausblick zum Allgemeinwohl

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht kritisch die Problemlage des Lobbyismus in der Europäischen Union und geht der zentralen Frage nach, ob die EU als „Lobbykratie“ bezeichnet werden kann. Ziel ist es, die Machtverhältnisse zwischen politischen Entscheidungsträgern und Interessenvertretern zu beleuchten sowie die Rolle der Transparenz und der Qualität von Informationen bei der Einflussnahme zu bewerten.

  • Historische Entwicklung der europäischen Lobbylandschaft
  • Analyse der Lobbyrelevanz verschiedener EU-Organe
  • Debatte um Transparenz und Reglementierung von Lobbyaktivitäten
  • Diskurs über die Machtasymmetrie zwischen verschiedenen Interessenakteuren
  • Demokratietheoretische Einordnung von Lobbying und Allgemeinwohl

Auszug aus dem Buch

a. Kritik an Praxis und Struktur

Das zentrale Argument der Kritiker ist die grundsätzliche Asymmetrie des Einflusses. Diese begründet sich finanziell, qualitativ und historisch.

Da die EU ein Mehrebenensystem ist, ist ein umfassendes Lobbying nur über eine Interessenvertretung auf den verschiedenen Ebenen durch eine Vielzahl von Akteuren im fortlaufenden Prozess möglich. Dass dies ressourcenaufwendig und nur großen Firmen oder Verbänden möglich ist, leuchtet unmittelbar ein. Es ist besonders die wirtschaftliche Potenz, die es erleichtert, externe Lobbyisten, PR-Experten oder Anwälte zu engagieren, und letztendlich über die Stärke des Einflusses entscheidet.

Gründe für die Asymmetrie sind zum anderen qualitativer Art. Die Interessen von Steuerzahlern, Dorfbewohnern, Homosexuellen, Eltern oder Hundebesitzerinnen sind kaum so schlagkräftig zu bündeln wie die eines Industriezweiges. Dass die Organisationsfähigkeit von Partikularinteressen größer ist als die weit gestreuter Allgemeininteressen, ist theoretisch gestützt und praktisch bewiesen. Es muss also von vornherein ein Vorsprung im politischen Engagement privater Interessen in Kauf genommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Problematik der Interessenvertretung in der EU und die Auseinandersetzung mit der These der „Lobbykratie“.

II. Definition Lobbyismus: Abgrenzung des Begriffs Lobbyismus durch verschiedene wissenschaftliche Definitionen mit Fokus auf die politische Einflussnahme.

III. Historische Entwicklung europäischen Lobbyings: Darstellung des Wachstums der Lobbytätigkeiten seit den 1980er Jahren, begünstigt durch die Entwicklung des europäischen Binnenmarktes.

IV. Lobbying-Akteure der EU: Übersicht über die vielfältige Interessenlandschaft in Brüssel, angeführt von wirtschaftlichen Akteuren und großen Verbänden.

V. Das politische System – Organe und Funktionen: Kurze Beschreibung der wichtigsten EU-Organe wie Kommission, Rat und Parlament und deren jeweilige Aufgaben.

VI. Lobbyrelevanz der einzelnen Organe: Analyse, wie Lobbyisten gezielt auf die verschiedenen EU-Institutionen einwirken, um ihre Interessen zu vertreten.

VII. Reglementierungen: Diskussion über Maßnahmen zur Transparenz und Regulierung, einschließlich Selbstverpflichtungen und gesetzlicher Ansätze.

VIII. Rede und Gegenrede zur Problemlage europäischen Lobbyismus‘: Dialektische Gegenüberstellung von Kritik an der Lobbyarbeit und Rechtfertigungsargumenten aus Sicht der EU-Akteure.

IX. Demokratietheoretischer Ausblick zum Allgemeinwohl: Reflexion über das Spannungsfeld zwischen Effizienz der Problemlösung und demokratischer Legitimation in der EU.

Schlüsselwörter

Lobbyismus, Europäische Union, Lobbykratie, Interessenvertretung, politische Kommunikation, Transparenz, Machtasymmetrie, EU-Organe, Demokratietheorie, Interessenverbände, Lobbyregulierung, politische Partizipation, Interessenkonflikte, Wirtschaftsinteressen, Allgemeinwohl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem europäischen Lobbyismus und untersucht dessen Einfluss auf politische Prozesse innerhalb der EU sowie die Frage nach seiner demokratischen Legitimität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur des EU-Lobbyings, der unterschiedlichen Relevanz der EU-Organe, den Debatten um Regulierung sowie dem Einfluss wirtschaftlicher Interessen im Vergleich zu zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet: „Wie problematisch ist Lobbyismus bei der Europäischen Union?“ und ob man von einer „Lobbykratie“ sprechen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine dialektische Darstellung, die verschiedene Argumente für und gegen die aktuelle Lobbying-Praxis gegenüberstellt, ergänzt durch eine demokratietheoretische Verortung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Akteure, die Arbeitsweise der EU-Organe im Lobbykontext, die bestehenden Reglementierungen sowie die Argumente der Befürworter und Kritiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Lobbykratie, Mehrebenensystem, Transparenz-Defizit, Interessenvertretung und politischer Kommunikationsprozess beschreiben.

Warum ist die Kommission ein besonders wichtiger Anlaufpunkt für Lobbyisten?

Da die Europäische Kommission das ausschließliche Initiativrecht bei der Gesetzgebung besitzt, ist sie die primäre Adresse für Lobbyisten, um Einfluss auf die Ausgestaltung von Rechtsvorschriften zu nehmen.

Welche Rolle spielt die Transparenz bei der Lobbyarbeit laut der Arbeit?

Die Arbeit stellt fest, dass Transparenz ein zweischneidiges Schwert ist: Während sie demokratische Kontrolle ermöglicht, kann sie gleichzeitig konstruktive Verhandlungsprozesse durch erhöhten Druck von Interessenmitgliedern erschweren.

Warum hält die Autorin die These der „Lobbykratie“ für derzeit nicht haltbar?

Obwohl eine Asymmetrie zugunsten finanzstarker Verbände besteht, wird argumentiert, dass politische Akteure immer noch die letztendliche Entscheidungsmacht haben und Lobbying nicht zwangsläufig mit erfolgreicher, unlauterer Machtausübung gleichzusetzen ist.

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Detalles

Título
Lobbykratie Brüssel?
Subtítulo
Ein Überblick zur Problemlage europäischen Lobbyismus'
Universidad
Free University of Berlin  (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Curso
Lobbyismus - die fünfte Gewalt?
Calificación
1,3
Autor
David Jessen (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
28
No. de catálogo
V138269
ISBN (Ebook)
9783640468942
ISBN (Libro)
9783640469055
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lobbykratie Brüssel Problemlage Lobbyismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Jessen (Autor), 2008, Lobbykratie Brüssel?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138269
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