In der heutigen Berufsausbildung müssen komplexe Wissensbestände an die Auszubildenden vermittelt werden, die allerdings nicht allein durch Kommunikation mit Experten erlernt werden können. Unweigerlich ist der Umgang mit Texten und Abbildungen vonnöten, um entsprechende Lernerfolge zu erzielen. Den Visualisierungen fällt hierbei eine besondere Rolle zu, da sie einerseits eine wichtige Ergänzung zu Texten darstellen, um die drei Aspekte der Lernwirksamkeit Verstehen, Behalten und Handeln zu fördern, auf der anderen Seite aber in der Schule vernachlässigt werden, was die Vermittlung von Strategien zur Auswertung angeht. Somit ist es besonders wichtig, das bereits von Seiten der Schulbuchautoren Visualisierungen in einer Weise eingebunden werden, dass sie den Lerner unterstützen und fördern, nicht etwa verunsichern oder gar behindern.
Die vorliegende Seminararbeit setzt sich zum Ziel, nach einigen theoretischen und wissenschaftlichen Vorüberlegungen zum Einsatz von Abbildungen im Rahmen des Multimedia-Lernens das Standard-Lehrbuch in der Ausbildung zur/zum Bankkauffrau/-mann, „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“ (1998) von Wolfgang Grill und Hans Perczynski auf die entsprechende Umsetzung zu untersuchen und etwaige Verbesserungsmöglichkeiten zu erläutern.
Der Verfasser der Arbeit hat hieran besonderes Interesse, da er selbst mal die Ausbildung zum Bankkaufmann durchlaufen hat und als Student der Wirtschaftspädagogik den Beruf des Berufsschullehrers anstrebt und hier auch konkretes Interesse an Bankauszubildenden hat.
Zunächst wird er die Kognitive Theorie des Multimedia-Lernens streifen, anschließend auf das didaktische Design und die Richtlinien zur Gestaltung von Charts, Tabellen und Abbildern eingehen, um abschließend die Umsetzung dieser Richtlinien im oben genannten Lehrbuch zu erörtern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kognitive Theorie des Multimedia-Lernens
3. Didaktisches Design
3.1. Charts
3.2. Tabellen
3.3. Abbilder
4. Das Lehrbuch „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“ (1998)
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Visualisierungen im Standard-Lehrbuch „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“ (1998) unter Berücksichtigung der kognitiven Theorie des Multimedia-Lernens, um die didaktische Wirksamkeit der eingesetzten Grafiken, Tabellen und Charts zu bewerten und Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.
- Kognitive Grundlagen des Lernens mit Text und Bild
- Didaktische Designprinzipien für Lehrmaterialien
- Analyse von Charts, Tabellen und Abbildern im Bankfachbuch
- Bewertung der Lernförderlichkeit visueller Darstellungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Charts
Unter einem Chart versteht man eine Darstellungsform, bei der qualitative Zusammenhänge zwischen Begriffen, Kategorien und Aussagen in zweidimensionaler Anordnung präsentiert werden. Häufig werden zu diesem Zweck Einheiten durch Linien oder Pfeile verknüpft. Die dadurch erreichte Übersichtlichkeit unterstützt also die didaktischen Funktionen Ordnen von Gedanken, Einprägen von Wissen und Orientieren und Explorieren.
Man unterscheidet zwischen Tabellarischen Charts, Zeitcharts, Organisationscharts (auch Organogramme oder Organigramme), Flowcharts und Netzwerken (concept maps, mind maps).
Folgende gestalterische Richtlinien sollten bei Charts befolgt werden: • Maximal 7 Einheiten sollten integriert sein • Eindeutigkeit von Verbindungen und Einheiten, inhaltlich sich unterscheidende Komponenten sollten auch unterschiedlich gekennzeichnet sein • Kurze und prägnante Kennzeichnungen • Eindeutige optische Zuordnung von Kennzeichnungen und Komponenten des Charts • Zusammengehörige Einheiten müssen optisch zusammengebracht werden (räumliche Nähe, Ähnlichkeit, gemeinsamer Bereich) • Kognitive Topologie muss beachtet werden: o Kausalkette von links nach rechts o Hierarchien von oben nach unten o Zeitabläufe von links nach rechts o Zeitliche Wiederholung kreisförmig • Aufbau in Leserichtung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz von Visualisierungen für die Berufsausbildung und legt das Ziel fest, das Lehrbuch „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“ auf seine didaktische Gestaltung hin zu untersuchen.
2. Kognitive Theorie des Multimedia-Lernens: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, wie das menschliche Gehirn Informationen über auditive und visuelle Kanäle aufnimmt und verarbeitet.
3. Didaktisches Design: Dieses Kapitel definiert die Anforderungen an die Gestaltung von Lernumgebungen und stellt spezifische Regeln für Charts, Tabellen und Abbilder vor.
4. Das Lehrbuch „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“ (1998): Der Hauptteil analysiert die konkrete Umsetzung von Visualisierungselementen im untersuchten Standardwerk anhand der zuvor aufgestellten Kriterien.
5. Fazit: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass die Autoren des Lehrbuchs Visualisierungen zwar intensiv nutzen, jedoch stellenweise Schwächen in der didaktischen Aufbereitung vorliegen, die den Lernerfolg beeinträchtigen können.
Schlüsselwörter
Visualisierung, Ökonomieunterricht, Bankausbildung, Multimedia-Lernen, didaktisches Design, Kognitive Theorie, Charts, Tabellen, Abbilder, Wissensvermittlung, Lehrbuchanalyse, Lernwirksamkeit, Berufsbildung, Kognitive Topologie, Informationsverarbeitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Qualität und Gestaltung von Visualisierungen (Charts, Tabellen, Abbildungen) in einem fachspezifischen Lehrbuch für Bankkaufleute.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die kognitive Theorie des Lernens, die Prinzipien des didaktischen Designs sowie deren praktische Anwendung im Bereich der beruflichen Bildung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Einsatz visueller Instrumente im Standardwerk „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“ zu bewerten und aufzuzeigen, wo die Gestaltung den Lernerfolg fördert oder möglicherweise durch Überladung behindert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Lehrbuchanalyse, bei der die visuellen Darstellungen des Buches an Kriterien der kognitiven Theorie und allgemein anerkannten Designrichtlinien gemessen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung theoretischer Gestaltungskriterien für verschiedene Bildtypen und deren anschließende kritische Überprüfung anhand konkreter Beispiele aus dem Lehrbuch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Visualisierung, didaktisches Design, kognitive Entlastung, Bankausbildung und Lehrbuchanalyse.
Warum spielt die Kapazität des menschlichen Gehirns bei Visualisierungen eine Rolle?
Da der Mensch Informationen nur in begrenztem Maße gleichzeitig verarbeiten kann, müssen Visualisierungen so gestaltet sein, dass sie nicht überfordern, sondern die Selektion und Organisation von Informationen unterstützen.
Welche Schwachstellen wurden in den untersuchten Charts identifiziert?
Häufig wird versucht, zu viele Informationen in einem Chart unterzubringen, wodurch die Übersichtlichkeit leidet und das Diagramm seine unterstützende Funktion für das Verständnis verliert.
Wie werden die Abbilder im Buch bewertet?
Die Autoren nutzen Abbilder sinnvoll als Realitätsersatz für standardisierte Bankformulare, was den Auszubildenden hilft, sich mit den Dokumenten vertraut zu machen.
- Citar trabajo
- Karsten Lobsien (Autor), 2005, Visualisierung im Ökonomieunterricht am Beispiel der Bankausbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/138662