Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, Change Management bei Systemeinführungen theoretisch und empirisch zu beleuchten. Dabei stehen vor allem das 3-Phasen-Modell von Lewin und das 8-Stufen-Modell von Kotter im Zentrum der literaturbasierten Analyse. Aufgrund der Relevanz der Thematik wird aus einer quantitativen Fragebogenerhebung ein Konzept erarbeitet, das die erarbeiteten Erfolgsfaktoren des Change Managements bei Systemeinführungen und konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Widerständen beinhaltet. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind bedeutsam, da einerseits Erfolgsfaktoren und Handlungsmaßnahmen erfolgreicher Systemeinführungen konsolidiert werden. Andererseits können bisher Unbekannte durch die empirische Untersuchung der Fach- und Führungskräfte eines international agierenden Automobilzulieferers aufgedeckt werden. Die gewonnen Erkenntnisse werden für die (inter-)nationale Systemeinführung von SAP SuccessFactors in das strategische Implementierungskonzept eingebettet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen zum Change Management bei Systemeinführungen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Change Management bei Systemeinführungen zur Reduzierung von Widerständen
2.2.1 Ausgewählte Change Management Theorien
2.2.2 Widerstände bei Systemeinführungen
2.2.3 Erfolgsfaktoren und Handlungsmaßnahmen des Change Managements bei Systemeinführungen
3 Problemanalyse und Datenerhebung des Change Managements zur Systemeinführung bei der Witzenmann GmbH
3.1 Unternehmensvorstellung Witzenmann
3.2 Situationsanalyse und kritische Würdigung des Change Managements zur Systemeinführung bei Witzenmann
3.3 Empirische Datenerhebung zum Change Management bei Witzenmann
3.3.1 Forschungsdesign zur Befragung der Mitarbeiter bei Witzenmann
3.3.2 Hypothesensystem
3.3.3 Deskriptive Datenauswertung
3.3.4 Hypothesenprüfende Datenauswertung
4 Konzept zu den Erfolgsfaktoren und Change Management Handlungsmaßnahmen zur Systemeinführung bei Witzenmann
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit beleuchtet Change Management bei Systemeinführungen sowohl theoretisch als auch empirisch, um ein fundiertes Konzept zur erfolgreichen Implementierung von SAP SuccessFactors bei der Witzenmann GmbH zu entwickeln, welches insbesondere Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Reduzierung von Mitarbeiterwiderständen adressiert.
- Grundlagen des Change Managements bei IT-Systemeinführungen
- Analyse und Reduzierung von Widerständen der Mitarbeiter
- Empirische Untersuchung (Fragebogenerhebung) bei der Witzenmann GmbH
- Ableitung einer Strategie unter Berücksichtigung des 8-Stufen-Modells nach Kotter
- Quantifizierung von Erfolgsfaktoren mittels Regressionsanalyse
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Widerstände bei Systemeinführungen
Eine Systemeinführung ist eine tiefgreifende organisationale Veränderung. Eine Veränderung führt zu Instabilität, da diese ein komplexer Prozess ist, der umfassende Analyse, intensive Begleitung, kontinuierliche Überwachung und Anpassung benötigt (Bartscher & Stöckl, 2011; Jacobi et al., 2014). Widerstand ist eine unausweichliche Begleiterscheinung der Veränderung sowie die größte Herausforderung und häufigste Ursache des Scheiterns von Systemeinführungen (Avey et al., 2008; Doppler & Lauterburg, 2005, 2014). Widerstand ist als interner Faktor zu der emotionalen Dimension und Reaktion von Individuen zu zählen (Bartunek et al., 2006; Bovey & Hede, 2001; Huy, 2002; Krüger & Bach, 2014; Liu & Perrewé, 2005; Michel, 2013).
Die unterschiedlichen emotionalen Reaktionen in Wandlungsprozessen sind im Modell in Abbildung 2 ersichtlich, welches auf dem Modell der Sterbeforschung von Elisabeth Kübler-Ross (1969) basiert (Fatzer, 1990; Kiefer, 2002; Kohnke & Wieser, 2012; Krüger, 2009; Roth S., 2000). Von besonderer Wichtigkeit ist hierbei, dass kontinuierlich bekannt sein muss, in welcher Phase die Betroffenen sich befinden, um mit individuell passenden Maßnahmen die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, schnellstmöglich in die folgende Phase zu gelangen (Deutinger, 2013; Jöns & Bungard, 2005).
Widerstand kommt zumeist in den frühen Phasen des Veränderungsprozesses auf, nachdem die Betroffenen schockiert sind, dass ihr bisheriges Handeln angepasst werden muss. Dabei tritt Angst und Sorge auf und die eigene Kompetenzwahrnehmung bzw. Leistung nimmt ab. Gründe für Widerstände sind neben den Verlustängsten von Wertvollem (z.B. Arbeitsplatz), die Verständnislosigkeit über die Sinnhaftigkeit der Veränderung, Missverständnisse hinsichtlich des Wandels, eine Reaktanz aufgrund allgemein geringer Toleranz hinsichtlich Freiheitseinschränkungen oder infolge von vergangenen negativen emotionalen Erfahrungen mit Veränderungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung schildert die Ausgangssituation, die Problemstellung, die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise und den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen zum Change Management bei Systemeinführungen: Dieses Kapitel definiert wesentliche Begriffe und erläutert Change-Management-Theorien, Widerstände sowie Erfolgsfaktoren bei Systemeinführungen.
3 Problemanalyse und Datenerhebung des Change Managements zur Systemeinführung bei der Witzenmann GmbH: Hier wird der Untersuchungsgegenstand bei der Witzenmann GmbH vorgestellt, das Forschungsdesign unter Bezugnahme auf Kotters Modell erörtert und die empirische Datenauswertung dargelegt.
4 Konzept zu den Erfolgsfaktoren und Change Management Handlungsmaßnahmen zur Systemeinführung bei Witzenmann: Auf Basis der literatur- und datenbasierten Ergebnisse wird ein Konzept zur erfolgreichen Internationalisierung von SAP SuccessFactors abgeleitet.
5 Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die Arbeit, hinterfragt die Repräsentativität der Stichprobe und gibt einen Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Change Management, Systemeinführung, Witzenmann GmbH, SAP SuccessFactors, Mitarbeiterwiderstand, Erfolgsfaktoren, Organisationsentwicklung, Kotter 8-Stufen-Modell, Lewin 3-Phasen-Modell, Personalmanagement, Digitale Transformation, Empirische Untersuchung, Regressionsanalyse, Kommunikationsmanagement, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und empirischen Analyse von Change Management Prozessen bei der Einführung neuer IT-Systeme in einem internationalen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Change Managements, das Verständnis von Widerständen sowie die praktische Anwendung von Erfolgsfaktoren und Handlungsmaßnahmen zur Mitarbeiterbefähigung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine quantitative Mitarbeiterbefragung bei der Witzenmann GmbH ein Konzept zu erstellen, welches Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zur Reduzierung von Widerständen bei der Einführung von SAP SuccessFactors definiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine systematische Literaturrecherche mit einer quantitativen, empirischen Erhebung mittels standardisiertem Fragebogen, deren Daten mittels statistischer Regressionsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach der theoretischen Fundierung die spezifische Unternehmenssituation bei Witzenmann, das Forschungsdesign, die Hypothesenbildung sowie die quantitative Auswertung zur Validierung der Erfolgsfaktoren intensiv diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Change Management, Systemeinführung, Widerstandsmanagement, SAP SuccessFactors und Erfolgsfaktoren sind die prägenden Begriffe.
Warum spielt das Modell von Kotter eine besondere Rolle?
Das 8-Stufen-Modell von Kotter dient als strukturelles Referenzmodell für die Hypothesenbildung und die Ableitung der konkreten Handlungsmaßnahmen bei der Systemeinführung.
Inwiefern beeinflusst das SAP-System die Mitarbeiter bei Witzenmann?
Die Einführung von SAP SuccessFactors erfordert eine tiefgreifende Umstellung von Personalprozessen, was bei den Mitarbeitern emotionale Reaktionen und Widerstände auslösen kann, die gezieltes Change Management notwendig machen.
Was ergab die statistische Prüfung der Hypothesen?
Es zeigte sich, dass insbesondere eine klare Strategie und Vision sowie die Verankerung in der Unternehmenskultur signifikante Prädiktoren für den Einführungserfolg sind.
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- Anonym (Autor), 2022, Change Management bei Systemeinführungen. Erfolgsfaktoren und Handlungsmaßnahmen zur Reduzierung von Widerständen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1394591