Die vorliegende Hausarbeit handelt von dem Balance-Modell nach Heider und dem Kongruenzmodell nach Osgood et al.. Nach der Darstellung und der Beschreibung der Modelle, wird abgeleitet, wie die Einstellung einer Person durch die Medien beeinflusst wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Konsistenztheoretische Ansätze
2. Balance-Modell n. Heider
3. Das Kongruenzmodell n. Osgood et al.
4. Parallelen und Unterschiede
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die strukturierte Analyse und Gegenüberstellung des Balance-Modells von Heider und des Kongruenzmodells von Osgood et al., um aufzuzeigen, wie diese konsistenztheoretischen Ansätze Prozesse der Einstellungsänderung bei Individuen modellieren und wo ihre jeweiligen wissenschaftlichen Anwendungsgebiete liegen.
- Grundlagen konsistenztheoretischer Ansätze
- Mechanismen des Balance-Modells nach Heider
- Struktur und Anwendung des Kongruenzmodells nach Osgood et al.
- Vergleichende Analyse der Einstellungsänderung
- Medienwirkungsforschung im Kontext theoretischer Modelle
Auszug aus dem Buch
2. Balance-Modell n. Heider
Das Balance-Modell n. Heider behandelt die „interpersonale Wahrnehmung“ (Bonfadelli 2004: 108) einer Person. Es beschreibt, auf welche Art „Personen ihre Beziehung zu anderen Personen und ihrer Umwelt sehen“ (ebd.). Dabei untersucht Heider „intraindividuelle Prozesse des Denkens und des Gedächtnisses“ (Feger, von Hecker 1999: 49) einer Person, also wird hier, wie es bei den Konsistenztheoretischen Ansätzen schon beschrieben wurde, die psychologische Struktur, Kognitionen und das Umfeld des Rezipienten näher in Betracht gezogen (vgl. Schenk 2007: 138).
Um diesen Komplex der „interpersonalen Wahrnehmung“ (Bonfadelli 2004: 108) näher zu beschreiben, betrachtet Heider vereinfachend die Beziehungen zwischen drei Elementen: der Person selbst (Ego, P), deren „Wahrnehmung“ (Bonfadelli 2004: 108) untersucht werden soll, einer anderen Person (O) und einem Objekt X (vgl. Schenk 2007: 142). „Dieses X kann eine Meinung, ein Gegenstand oder auch noch eine weitere Person sein“ (Feger, von Hecker 1999: 48).
Um näher zu beschreiben, wie die Person P „die Beziehungen zwischen P, O und X in seiner kognitiven Struktur organisiert“ (Schenk 2007: 142) unterscheidet Heider zwei Arten von Relationstypen, die zwischen den drei Paaren auftreten können (vgl. ebd.). Der erste Relationstyp, den Heider ausführt, ist die sogenannte „Liking-Beziehung“. Diese Art von Beziehung ist sehr einfach zu erklären. Eine Person mag die andere Person oder eben nicht (vgl. ebd.). Der zweite Relationstyp, die sogenannte „Unit-Beziehung“, ist dagegen nicht ganz so „einsichtig“ (ebd.). Es wird hierbei dargestellt, dass jeder eine „Tendenz [hat], Dinge, die als zusammengehörig wahrgenommen werden, als Einheit („Unit“) zu sehen“ (ebd.). Dieser Relationstyp bringt also die „Zugehörigkeit eines Wahrnehmungsgegenstandes zu einem anderen zum Ausdruck“ (Feger, von Hecker 1999: 49). Zwei Beispiele, um die Unit-Beziehung besser verstehen, wären ein Ehepaar oder zwei Personen, die zusammenwohnen (vgl. Feger, von Hecker 1999: 49).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Einstellungsänderung und Darstellung des Forschungsinteresses an den Modellen von Heider und Osgood et al.
1. Konsistenztheoretische Ansätze: Definition und Einordnung der kognitiven Konsistenztheorien sowie deren Bedeutung für die psychologische Struktur des Rezipienten.
2. Balance-Modell n. Heider: Detaillierte Erläuterung der interpersonalen Wahrnehmung, der Liking- und Unit-Beziehungen sowie der Bedingungen für balancierte und unausbalancierte Zustände.
3. Das Kongruenzmodell n. Osgood et al.: Beschreibung des Modells als Instrument der Medienwirkungsforschung unter Nutzung des semantischen Differentials zur Quantifizierung von Einstellungsprozessen.
4. Parallelen und Unterschiede: Gegenüberstellung der Modelle hinsichtlich ihrer Variablen, der Messmethodik und ihres jeweiligen Einsatzgebietes in der Forschung.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und kritische Reflektion über die Anwendbarkeit beider Modelle in der Praxis.
Schlüsselwörter
Einstellungswandel, Konsistenztheorie, Balance-Modell, Heider, Kongruenzmodell, Osgood, Medienwirkungsforschung, kognitives Gleichgewicht, interpersonale Wahrnehmung, semantisches Differential, Liking-Beziehung, Unit-Beziehung, Inkongruenz, Kognition, Einstellungsänderung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit konsistenztheoretischen Ansätzen in der Kommunikationswissenschaft, speziell mit dem Balance-Modell nach Heider und dem Kongruenzmodell nach Osgood et al., um Einstellungsänderungen bei Personen zu erklären.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Wahrnehmung von zwischenmenschlichen Beziehungen, der Einfluss von Medienberichterstattung auf individuelle Einstellungen sowie kognitive Harmoniebestrebungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Parallelen und Unterschiede der beiden genannten Modelle herauszuarbeiten und zu bestimmen, wie sie den Prozess der Einstellungsänderung jeweils unterschiedlich erklären und messen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird für den Vergleich verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Fachliteratur, um die Definitionen, Anwendungsbereiche und die Kritikpunkte beider Modelle systematisch zu vergleichen.
Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Konsistenztheorien, die detaillierte Vorstellung der beiden Modelle inklusive ihrer Funktionsweisen und ein abschließender Vergleich der theoretischen Ansätze.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Neben Einstellungsänderung und Konsistenztheorie sind die Arbeit vor allem durch Begriffe wie semantisches Differential, Medienwirkung und kognitives Gleichgewicht geprägt.
Wie unterscheidet sich die "Unit-Beziehung" von der "Liking-Beziehung" nach Heider?
Während die Liking-Beziehung lediglich ausdrückt, ob eine Person eine andere mag oder nicht, beschreibt die Unit-Beziehung die Tendenz des Menschen, Einheiten oder Zusammengehörigkeiten zwischen Personen, Objekten oder Ereignissen wahrzunehmen.
Warum spielt das "semantische Differential" für das Kongruenzmodell eine so wichtige Rolle?
Es dient als quantitatives Forschungsinstrument, um die Richtung und das Ausmaß von Einstellungen auf einer Skala von -3 bis +3 messbar zu machen, was präzisere Prognosen über den Einstellungswandel ermöglicht.
Für welchen Forschungsbereich eignet sich das Balance-Modell laut Autor weniger?
Das Balance-Modell eignet sich der Arbeit zufolge weniger für die spezifische Medienwirkungsforschung, da es eher alltägliche, zwischenmenschliche Interaktionen modelliert, während das Kongruenzmodell explizit auf Medieneffekte ausgerichtet ist.
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- Anonym (Autor), 2018, Balance- und Kongruenzmodell, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1394982