Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Ethnologie / Anthropologie Culturelle

Versorgung der „Illegalen“ in Deutschland

Titre: Versorgung der „Illegalen“ in Deutschland

Dossier / Travail , 2008 , 24 Pages

Autor:in: Carina Bauer (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

„Schon immer in der Weltgeschichte sind die Menschen von dort, wo sie nichts zu essen hatten, dorthin gegangen, wo es etwas zu essen gab. […] Sie fliehen, weil sie Angst um Leib und Leben in den Regionen haben, in denen bewaffnete Konflikte toben, mit Waffen, die von Europa und Amerika geliefert worden sind. Der Raubbau an der Natur, die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen, ist heute bereits der zweitwichtigste Grund für das Anschwellen des Flüchtlingsstroms (H. Geißler)“ (Schneider, 1992: 84).

Im Zeitalter der Globalisierung besteht stärker denn je das Faktum verschiedenster Fluchtursachen, auch in Zeiten relativen Friedens. Daraus ergeben sich die Notwendigkeit der Option auf Asyl, und immer neu die Herausforderungen der humanitären Hilfe und Eingliederung der Flüchtlinge an die Aufnahmegesellschaften.
So entstand auch für die Forschung die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem spezifischen Feld der Migration, welche in der Ethnologie lange ein marginalisiertes, nicht als eigenes Forschungsfeld anerkanntes Thema darstellte; Kulturen wurden als an einem angestammten Ort betrachtet, Migration stellte in dieser Betrachtungsweise eine Abweichung von der Norm dar.
Schulen der social anthropology waren wegbereitend für die Migrationsforschung. Das Thema Flucht wurde in verschiedensten Regelwerken, etwa bei Aristide Zolberg, Astri Suhrke, Barry Stein und Anthony Richmond- die Definitionsfaktoren differieren in verschiedenen Theorien- als eine besondere Form von Migration definiert.
Im Folgenden soll speziell auf die Asylpolitik Deutschlands mit besonderem Bezug auf die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Migranten, deren Umsetzung, Probleme und Innovationspotential eingegangen werden. Die rechtlichen Grundlagen, und zwei wichtige Organisationen in der Flüchtlingshilfe und ihre Angebote und Hilfestellungen werden ebenfalls vorgestellt.
Zuvor muss allerdings der Begriff der Legalität eines Asylsuchenden geklärt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A Die Option auf Asyl- ein essentielles Menschenrecht

B

I Scheinasylanten und „Sozialschmarotzer“?

1. Illegal und legal aufhältige Ausländer in Deutschland

1. 1 Wer „ist“ illegal?

1. 2 Wer „ist“ legal?

2. Fallbeispiele zu (il)legalem Aufenthalt

2. 1 Ruanda = Burundi?

2. 2 Entziehung des Schutzstatus

2. 3 „Gefahrenabwehr“

II. Organisationen in der Flüchtlingshilfe

1. PROASYL

2. UNHCR

3. Notwendigkeit solcher Organisationen in Deutschland?

III. Rechtliche Bestimmungen und ihre Folgen

1. Auszug aus den arbeitsrechtlichen Bestimmungen

für Migranten und Asylsuchende

2. Härtefallregelungen für Traumatisierte

3. Deutsches Flüchtlingsrecht in Bezug auf Gesundheit

4. Strafbarkeit humanitärer Hilfe

5. Übermittlungspflicht- Angst vor Weitergabe vertraulicher Informationen

IV. medizinische Versorgung von Flüchtlingen

1. Migration als das Krankheitsrisiko und Therapiechance

beeinflussender Faktor

2. Spezielle Bedürfnisse von Flüchtlingen bei der Behandlung

V. Verbesserungsansätze

1. Schlüsselbedingungen zur Verbesserung des Asylverfahrens

2. Abbau der Kommunikationsprobleme

3. Abbau anderer Zugangsbarrieren

C Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Versorgung und des rechtlichen Status von Flüchtlingen und „illegal“ aufhältigen Personen in Deutschland, mit besonderem Fokus auf deren Zugang zur medizinischen Versorgung. Die Forschungsfrage beleuchtet dabei, wie rechtliche Barrieren und bürokratische Hürden den Schutzanspruch von Flüchtlingen untergraben und welche Rolle Organisationen wie PROASYL und UNHCR bei der Unterstützung Betroffener einnehmen.

  • Rechtlicher Status von Migranten und Flüchtlingen in Deutschland
  • Strukturelle Mängel in Asylverfahren und behördliche Praxis
  • Bedeutung der medizinischen Versorgung für Flüchtlinge
  • Die Rolle von Nichtregierungsorganisationen in der Flüchtlingshilfe
  • Verbesserungsansätze zur sozialen und rechtlichen Integration

Auszug aus dem Buch

I. 2. 3 „Gefahrenabwehr“

Die 2004 in Niedersachsen lebende bosnischen Flüchtlingsfamilie U. wird zu Hause festgenommen, mit der Begründung, der dringenden Gefahrenabwehr, was sich auf illegalen Aufenthalt bezieht. Der Ablauf ihrer Duldung war Anlass für den Haftbefehl mit anschließend geplanter Abschiebung. Dies geschah völlig unvorhersehbar, da eine zuständige Beamtin zuvor suggerierte, die Familie über weiteres Vorgehen zu informieren und die Mutter sich bei regelmäßigen Vorsprachen bei der Behörde dahingehend geäußert hatte, dass sie die Abschiebung geschehen lassen würde. Die seit der Entführung ihres Mannes allein erziehende Mutter lebte zu dem Zeitpunkt allerdings schon seit neun Jahren in Deutschland- trotz ihrer Krankheit durch die Kriegsfolgen jedoch ohne Flüchtlingsschutz. Der 18- jährige Sohn wird sofort abgeschoben.

Was das Schicksal und den Umgang mit dieser Familie mit „Gefahrenabwehr“ zu tun hat, bleibt unklar.

„Gegen das skrupellose Vorgehen der Ausländerbehörde wendet sich PRO ASYL auf politischer und administrativer Ebene. Gleichzeitig wird mit Hilfe des Rechtshilfefonds die Begründung für die Inhaftierung juristisch angegriffen. Tatsächlich entscheidet das Gericht, dass die Inhaftierung von Kimeta und Ekrem U. auf der Grundlage der »Gefahrenabwehr « rechtswidrig war.

Das Urteil hat Folgen: Künftig ist zumindest diese Art von fahrlässiger Willkür für Ausländerbehörden nicht mehr so leicht durchführbar“ (http://www.proasyl.de/de/informationen/einzelfaelle; Zugriff: 03. 03. 2008).

Zusammenfassung der Kapitel

A Die Option auf Asyl- ein essentielles Menschenrecht: Einleitung in die Thematik der Fluchtursachen und die Notwendigkeit einer differenzierten Migrationsforschung in der Ethnologie.

I Scheinasylanten und „Sozialschmarotzer“?: Erörterung der öffentlichen Wahrnehmung von Flüchtlingen und Definitionen von Legalität und Illegalität im Aufenthaltsstatus.

II. Organisationen in der Flüchtlingshilfe: Vorstellung der Arbeit von PROASYL und UNHCR sowie die Analyse ihrer Notwendigkeit als Unterstützungsinstanzen.

III. Rechtliche Bestimmungen und ihre Folgen: Analyse der restriktiven arbeitsrechtlichen und asylrechtlichen Gesetze in Deutschland und deren Konsequenzen für Betroffene.

IV. medizinische Versorgung von Flüchtlingen: Untersuchung der gesundheitlichen Situation von Flüchtlingen und der Hürden beim Zugang zu adäquater medizinischer Behandlung.

V. Verbesserungsansätze: Diskussion von Lösungsstrategien, insbesondere im Bereich Asylverfahren, Kommunikation und Abbau bürokratischer Zugangsbarrieren.

C Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur notwendigen Weiterentwicklung der Asylpolitik und der Forderung nach einer humaneren Behandlung von Schutzbedürftigen.

Schlüsselwörter

Asylpolitik, Flüchtlingsschutz, Migration, Illegalität, Aufenthaltsstatus, medizinische Versorgung, Menschenrechte, PROASYL, UNHCR, Rechtshilfe, Traumatisierung, Kommunikationsprobleme, Integrationshürden, Asylverfahren, Nichtregierungsorganisationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Situation von Flüchtlingen in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer rechtlichen Lage und der praktischen Hürden beim Zugang zu notwendigen sozialen und medizinischen Leistungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Asylpolitik, rechtliche Rahmenbedingungen für den Aufenthalt, gesundheitliche Versorgung, die Rolle von NGOs in der Flüchtlingshilfe und die gesellschaftliche Stigmatisierung von Migranten.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem rechtlich verankerten Anspruch auf Asyl und der realen Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutschland aufzuzeigen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Berichten von Nichtregierungsorganisationen sowie rechtlichen Bestimmungen basiert und durch Fallbeispiele illustriert wird.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Definitionen von legalem und illegalem Aufenthalt, der Bedeutung von Organisationen wie PROASYL und UNHCR, den rechtlichen Folgen für Betroffene sowie den spezifischen Herausforderungen bei der medizinischen Versorgung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den prägenden Begriffen gehören Asylrecht, Illegalität, medizinische Versorgung, Diskriminierung und Menschenrechte im Kontext der deutschen Migrationsgeschichte.

Warum ist die Arbeit insbesondere für Traumatisierte relevant?

Die Arbeit betont, dass traumatisierte Menschen oft durch das Raster des bürokratischen Systems fallen und spezielle Unterstützung benötigen, die derzeit durch restriktive Gesetze und mangelnde Kompetenz der Behörden erschwert wird.

Was wird im Hinblick auf den Begriff der „Gefahrenabwehr“ kritisiert?

Die Autorin kritisiert die missbräuchliche Verwendung des Begriffs „Gefahrenabwehr“ durch Ausländerbehörden als Vorwand für willkürliche Inhaftierungen und Abschiebungen, die juristisch teilweise als rechtswidrig eingestuft wurden.

Fin de l'extrait de 24 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Versorgung der „Illegalen“ in Deutschland
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Ethnologie und Afrikastudien)
Cours
Migration und Flucht
Auteur
Carina Bauer (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
24
N° de catalogue
V139524
ISBN (ebook)
9783640493241
ISBN (Livre)
9783640492947
Langue
allemand
mots-clé
Versorgung Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Carina Bauer (Auteur), 2008, Versorgung der „Illegalen“ in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139524
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint