Ziel der Arbeit ist es, ein neues System für die Abwicklung der sozialpädagogischen, sowie fachtheoretischen und fachpraktischen Tätigkeiten und Aufgaben in Berufsschulen, im speziellen in metalltechnischen Berufsschulen, zu konzipieren. Im Prinzip soll das duale, triale und modulare Konzept der Berufsschulbildung überarbeitet wer-den, um aus den Kenntnissen und Erfahrungen, die Prozesse im Bereich Schüler-Lehrer-Direktion neu zu entwerfen. Es soll ein neues Modell für Berufsschullehrer entstehen, das effektiver, effizienter und flexibler nach qualitätsrelevanten Gesichts-punkten vorgeht und mehr Prozess- und Projektdenken beinhaltet. Ein wesentliches Ziel ist es, den Lehrer bei seiner Unterrichttätigkeit zu entlasten, um seine Motivation auf lange Sicht aufrechtzuerhalten. Ein weiteres Ziel ist es die Arbeitszeit des Berufsschullehrers so umzugestalten, dass er weniger Zeit für Unterricht und mehr Zeit für Projektarbeit aufwendet. Es muss mehr Raum für innovative und kreative Zwecke, wie das Arbeiten an Projekten, geschaffen werden. Der Berufsschullehrer wird in die Abwicklung von Projekten von Unternehmen, Berufsschule und Wissenschaft (UNI, FH) mit eingebunden. Er wird in die gegebenen Projektaufgaben mit aufgenommen und kann die Vorteile eines teamfähigen Arbeitens praktisch um-setzen. Ein zusätzliches und ebenso wichtiges Ziel ist es, die Steigerung des Images des Berufsbildungssystems in der Öffentlichkeit.
Die Umstrukturierung der Berufsschule stellt eine Innovation dar, die langfristig das Berufsausbildungssystem belebt, die motivierte Berufsschulpädagogen am Wandel der Zeit lebendig teilhaben lässt und die auszubildenden Berufsschüler mit aktuellem Wissen aus den Gebieten der Technik, sowie der Wirtschaft, versorgt.
Inhaltsverzeichnis
4 Einleitung
4.1 Leseinformation
4.2 Überleitung zur Masterthesis
4.3 Herzlichen Dank
5 Ziele der Masterthesis
5.1 Grobziele der Masterthesis
5.2 Feinziele der Masterarbeit
5.3 Nichtziele der Masterthesis
6 Die Berufsschule
6.1 Schulorganisation der berufsbildenden Schulen
6.2 Geschichtliche Entwicklung der Berufsbildung
6.3 Unterscheidung der Formen von Berufsschulsystemen
6.3.1 Ganztägige, einmal wöchentliche Berufsschule
6.3.2 Lehrgangsmäßige Berufsschule
6.3.3 Der organisatorische Aufwand eines Berufsschulapparates
6.4 Die Berufsschule als Förderer von Schlüsselqualifikationen
6.4.1 Blick in das Innere einer Berufsschule
6.5 Berufsschule als Garant für Berufsbildung
6.6 Zukunftsorientierte Berufsschule
7 Berufsschullehrer – quo vadis
7.1 Bildungsweg des Berufsschullehrers in Deutschland
7.2 Bildungsweg des Berufsschullehrers in Österreich
7.3 Vom Einzellehrer zum Lehrerteam
8 Guter Unterricht
8.1 Wesentliche Aufgaben des Berufsschullehrers im Unterricht
8.2 Was bedeutet „Guter Unterricht“?
8.3 Unterrichtsqualität
9 Berufsschullehrer in Österreich
10 Berufsschullehrer in Deutschland
10.1 Prinzip der deutschen Berufsschullehrerausbildung
10.2 Berufsbildende Schulen in Deutschland
10.3 Lehrerausbildung in Deutschland
11 Duales Bildungssystem
11.1 Duales System der Berufsausbildung
11.2 Vor- und Nachteile des dualen Ausbildungssystems
11.3 Stärken und Schwächen des dualen Ausbildungssystems
11.4 Gesetzliche Grundlage des dualen Bildungssystems
11.5 Rahmenlehrplan
11.6 Lehrberufslandschaft
12 Entwicklung des dualen Ausbildungssystems
13 Das duale Bildungssystem in der Krise
14 Vom dualen zum trialen System
15 Modularisierung im Berufsbildungssystem
15.1 Grundprinzip der Modularisierung
15.1.1 Österreichisches Modularisierungskonzept
15.2 Vorteile der Modularisierung für Wirtschaft und Jugend
16 Ausbildungssystem in Österreich
16.1 Duales Ausbildungssystem in Österreich
16.2 Der Stellenwert der dualen Berufsausbildung in Österreich
16.3 Zukunftsperspektiven der dualen Ausbildung
17 Umfrage! Zukunft der Lehrlinge in Österreich
17.1 Zusammenfassung der Umfrage
18 Internationale Ausbildungssysteme
18.1 Ausbildungssysteme im europäischem Vergleich
18.2 Internationale Ausbildungssysteme im Vergleich
18.3 Gemeinsame Basis internationaler Ausbildungssysteme
19 Projekte in der Lehrlingsausbildung
20 Berufskultur
21 Kompetenz und Kompetenzvermittlung
21.1 Begriff Kompetenz; Definitionen
21.2 Entwicklung des Begriffs Kompetenz
21.3 Kompetenz in Bezug auf Bereiche und Prozesse
21.3.1 Schlüsselqualifikationen
21.4 Kompetenz
21.4.1 Bestandteile von Schlüsselqualifikationen
21.5 Forschungsergebnisse im Bereich Kompetenzen
22 Kompetenzen
22.1 Funktionen und Kompetenzen der Berufsschullehrer
22.2 Funktionen und Kompetenzen der Direktion (Leitung)
23 Prozesse und Systeme im Bildungssystem
23.1 Qualitative Forderungen an die Schulausbildung
23.2 QM Systeme im Bereich Berufsbildung
23.3 Prozesse im österreichischen Ausbildungssystem
23.4 Messbare Prozesse im Ausbildungssystem
23.4.1 Messung der Leistungen in Berufsschule und Betrieb
23.4.2 Messung der Leistungen in Unternehmen
23.4.3 Überprüfung von Prozessen durch die Schulaufsicht
24 Projektmanagement im Berufsschullehrerbereich
24.1 Steuerung und Umsetzung von Projekten
24.2 Umgang mit Projekten im Ausbildungssystem
25 Innovation im Berufsschulbereich
25.1 Innovation als Begriff
25.2 Innovationsdenken und Organisationsentwicklung
25.3 Arbeitszeitmodell der Berufsschullehrer
25.4 Innovatives Potential eines Berufschullehrers
25.5 Untersuchung der Arbeitszeit
25.5.1 Fragen zur Arbeitszeit der Lehrer
25.6 Durchführung der Untersuchung
25.7 Auswertung der Untersuchung
25.8 Engagement in der Berufsschule
25.9 Innovationsbarrieren
25.10 Eigenmotivation der Berufschullehrer
25.11 Zusammenfassung der Ergebnisse
26 Veränderung als Innovation in Berufsschulen
26.1 Veränderung
26.2 Die Organisationsform der neuen Berufsschule
26.2.1 Schul- und Qualitätsmanagement
26.2.2 Innovative Personalabteilung
26.2.3 Abteilung Schulrecht
26.2.4 Personalabteilung
26.2.5 Personalvertretung
26.2.6 Innovation Zertifizierung
26.3 Ressourcen der Berufsschullehrer
26.4 Autonomie der Berufsschullehrer
26.4.1 Prozesse und Projekte
26.4.2 Die Berufsschule für Projekte nutzen
26.5 Die Nutzung der Berufsschule durch die Wissenschaft
27 Fünf allgemeine Qualitätsbereiche von Schule
28 Fünf Qualitätsbereiche der Innovation Berufsschule
28.1 Personalmanagement
28.2 Lebensraum Schule
28.3 Schulmanagement
28.4 Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen
28.5 Zusammenfassung der Qualitätsbereiche
29 Vor- und Nachteile des neuen Berufsschulsystems
30 Innovation und Zukunft
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Konzeption eines innovativen Umstrukturierungssystems für Berufsschulen, das prozessorientiert auf die Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und der Direktion ausgerichtet ist. Die Forschungsarbeit analysiert das bestehende duale Ausbildungssystem und entwickelt Modelle zur effizienteren Nutzung von Ressourcen und Lehrerpotenzialen.
- Analyse des dualen, trialen und modularen Berufsbildungssystems
- Entwicklung von innovativen Organisationsmodellen für Berufsschulen
- Optimierung der Lehrerrolle und Implementierung von Prozess- sowie Qualitätsmanagement
- Vergleich von Ausbildungssystemen im nationalen und internationalen Kontext
- Förderung der Schlüsselqualifikationen und Innovationsfähigkeit von Lehrlingen
Auszug aus dem Buch
Die Berufsschule als Förderer von Schlüsselqualifikationen
Die Berufsschule versucht, über die ihr eigene Vermittlungskompetenz, in praktisch-theoretischer Hinsicht, eine hohe Form der für das Berufsleben immer wichtiger werdenden Schlüsselqualifikationen zu fördern und zu verstärken. Das Bild, das die Berufsschule in Österreich zeichnet, ist eine von großer Eigenständigkeit geprägte berufsbildende öffentliche Schule, die eine größtmögliche Zusammenarbeit mit den entsprechenden Unternehmen im dualen System sucht und höchsten Wert auf disziplinäre Ordnung legt. Ihre innere Struktur ist sehr straff geführt. Dies untermauert der Versuch die Auszubildenden in Verhaltensvereinbarungen einzubinden, die sich auf der einen Seite auf das Schulorganisationsgesetz (SCHUG §43) stützt und auf der anderen Seite individuelle Ordnungen in die Vereinbarungen mit hinein nimmt, die von den Berufsschullehrern und Berufsschülern im Schulgemeinschaftsausschuss beschlossen werden.
Hier vereinigt sich der Demokratiegedanke mit beiderseitiger Verantwortung.
Zusammenfassung der Kapitel
6 Die Berufsschule: Dieses Kapitel beschreibt die gesetzlichen Grundlagen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Berufsschule, einschließlich ihrer Rolle bei der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen.
7 Berufsschullehrer – quo vadis: Es wird der Bildungsweg von Lehrern in Deutschland und Österreich gegenübergestellt und die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung vom Einzellehrer zum Lehrerteam betont.
11 Duales Bildungssystem: Hier werden die Struktur, Vorteile und Schwächen des dualen Systems sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Lehrberufslandschaften erläutert.
15 Modularisierung im Berufsbildungssystem: Dieses Kapitel analysiert das modulare Konzept in der Berufsausbildung und dessen Auswirkungen auf Organisation und Lehrpläne.
24 Projektmanagement im Berufsschullehrerbereich: Es wird aufgezeigt, wie Projektarbeit methodisch in den Arbeitsalltag von Lehrern integriert werden kann, um innovative Prozesse zu steuern.
Schlüsselwörter
Berufsschule, duales System, Lehrlingsausbildung, Berufsschullehrer, Innovationsmanagement, Qualitätsmanagement, Organisationsentwicklung, Schlüsselqualifikationen, Projektmanagement, Personalmanagement, Kompetenzvermittlung, Schulentwicklung, Ausbildungssysteme, Wirtschaftsstandort, Wissensmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die notwendige Umstrukturierung von Berufsschulen im dualen System, um sie angesichts wirtschaftlicher Veränderungen zukunftsorientiert und prozessgesteuert aufzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf das duale Ausbildungssystem, modernes Schulmanagement, die Rolle des Berufsschullehrers, Prozess- und Qualitätsmanagement sowie die Integration von Projektarbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein innovatives Modell für Berufsschulen zu entwerfen, das durch Prozessdenken und verbesserte Zusammenarbeit zwischen Schüler, Lehrer und Direktion die Ausbildungsqualität steigert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Forschungs- und Entwicklungsansätze, Literaturanalysen zu bestehenden Bildungssystemen sowie Umfrageergebnisse zur Lehrlings- und Lehrersituation verwendet, um Innovationspotenziale abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, den Vergleich nationaler und internationaler Systeme, die Rolle des Lehrers, sowie praktische Modelle für Projektmanagement und QM in Berufsschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Berufsschule, duales System, Innovation, Qualitätsmanagement, Berufsschullehrer, Kompetenzvermittlung und Organisationsentwicklung sind essenziell.
Wie unterscheidet sich die Lehrerausbildung in Österreich von der in Deutschland?
Während in Deutschland ein stärker akademisch-fachhochschulischer Weg etabliert ist, setzt Österreich stärker auf die langjährige praktische Berufserfahrung der Lehrer, bevor diese in den Schuldienst eintreten.
Welche Bedeutung kommt dem "IGEL"-Projekt in der Arbeit zu?
Das Projekt IGEL dient als konkretes Fallbeispiel für eine EDV-gestützte Leistungsbeurteilung, um aufzuzeigen, wie Automatisierung und Teamarbeit administrative Aufgaben effizienter gestalten können.
- Citar trabajo
- Dipl. Päd. Ing. Martin Tafner, M.Sc. (Autor), 2009, Umstrukturierung der Berufsschule im dualen, trialen und modularen Bereich in Bezug auf Schüler, Lehrer und Direktion , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139536