Analyse der Illustrationen im Bilderbuch
„Die Schule der glücklichen Kinder“
In dieser Seminararbeit werde ich einen genauen Blick auf die Illustrationen in dem Bilderbuch „Die Schule der glücklichen Kinder“, verfasst von Gudrun Pausewang und Inge Steineke werfen, welches 1987 im Middelhauve Verlag erschien. Ich beginne mit einer kurzen Beleuchtung der beiden Autorinnen und dem Inhalt des Buches, bevor ich dazu übergehe die Illustrationen in einen Zeit- und Rezeptionszusammenhang zu stellen, um diese schließlich auf ihre Wirkung und Funktion hin zu untersuchen. Dabei soll der Fokus vor allen auf die Intention der Illustrationen gelegt werden, wobei ich versuchen werde Aussagen verschieden alter Kinder zu einem speziellen Bild zu analysieren und in einen angemessenen Kontext zu stellen.
Gliederung
1. Einleitung
2. Die Autorinnen
2.1 Gudrun Pausewang
2.2 Inge Steineke
3. Analyse der Illustrationen insgesamt
3.1 Malstil und Technik
3.2 Grundstimmung und wiederkehrende Muster
4. Wirkung und Funktion
4.1 Feldversuch mit Tim und David
4.2 Analyse der Illustration von Seite 22-23
5. Fazit
6. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Illustrationen im Bilderbuch „Die Schule der glücklichen Kinder“ von Gudrun Pausewang und Inge Steineke im Hinblick auf ihre Wirkung und Funktion zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie die visuelle Gestaltung des Werkes Kinder anspricht, welche Identifikationsmöglichkeiten sie bietet und inwiefern die Illustrationen dazu dienen, ein idealisiertes Gegenkonzept zum damaligen Schulsystem zu transportieren.
- Analyse des Malstils und der künstlerischen Technik.
- Untersuchung der Grundstimmung und wiederkehrender Bildmuster.
- Empirische Betrachtung der Bildrezeption durch Kinder mittels eines Feldversuchs.
- Kontextualisierung der Illustrationen im Zeitgeist der 1980er Jahre.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Bild und pädagogischer Intention der Autorinnen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Malstil und Technik
Die großen doppelseitigen Bilder werden kaum von dem wenigen Text beeinflusst, der zumeist peripher eingeschoben ist und nicht sofort ins Auge fällt. Die rahmenlosen Illustrationen füllen den gesamten Seiteninhalt, was bei einigen Bildern den Eindruck von Überladenheit vermittelt. Alle Illustrationen sind in demselben malerischen Stil gehalten, wirken naiv getuscht, sind aber trotz ihres skizzenhaften Charakters sehr detailliert. Man kann den Bildern ihren Entstehungsprozess eindeutig ansehen, bei dem auf virtuosen Bleistiftzeichnungen Tusche aufgetragen wurde. Zum Teil wurden die Skizzen auch blank belassen.
Es sind stets viele Personen und Handlungen in den Bildern zu entdecken, was sie lebhaft und verspielt wirken lässt. Fast jedes Bild strahlt eine kindliche Dynamik aus.
Die Farbwahl spiegelt den Inhalt des Bildes wieder und verleiht jedem Bild somit einen individuellen Charakter, obwohl sich in der Masse die Illustrationen ähneln. Es wurden überwiegend „freundliche Farben“ benutzt, d.h. unaufdringliche, helle Farben, die keine starken Kontraste schaffen, sondern weich ineinander überfließen. Allgemein sind die Farben zwar intensiv gehalten, jedoch erweckt der grobe Tuschstil einen Anschein von Unfertig- und Unwirklichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes und Darlegung der Zielsetzung, die Illustrationen auf ihre Wirkung, Funktion und Rezeption durch Kinder hin zu prüfen.
2. Die Autorinnen: Kurzbiografien von Gudrun Pausewang und Inge Steineke mit Fokus auf ihren beruflichen Werdegang und ihre Zusammenarbeit bei Bilderbuchprojekten.
3. Analyse der Illustrationen insgesamt: Detaillierte Betrachtung des angewandten Malstils, der Technik sowie der durch die Bilder vermittelten träumerischen und surrealen Atmosphäre.
4. Wirkung und Funktion: Untersuchung der Bildwirkung anhand eines Feldversuchs mit zwei Kindern sowie Analyse der intendierten Symbolik im Kontext der zeitgenössischen Schulsystemkritik.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, wie die Illustrationen durch ihre Zugänglichkeit und Identifikationspotenziale die Leser in ihren Bann ziehen und als Instrument für die Intention der Autorinnen dienen.
6. Literaturangaben: Auflistung der für die Analyse verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Bilderbuch, Illustration, Gudrun Pausewang, Inge Steineke, Bildrezeption, Schulsystemkritik, Malstil, Tuschstil, Kinder, Identifikation, Traumschule, Wirkungsanalyse, 1980er Jahre, Ökologiebewegung, visuelle Gestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Illustrationen im Bilderbuch „Die Schule der glücklichen Kinder“ hinsichtlich ihrer Gestaltung und ihrer Wirkung auf die kindlichen Betrachter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der künstlerische Malstil, die Rezeption durch Kinder, die Symbolik der Bilder sowie die pädagogisch-kritische Intention des Buches im Kontext der 80er Jahre.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie die Illustrationen als Medium funktionieren, um Kinder anzusprechen und sie in eine idealisierte Traumschule entführen, während gleichzeitig Kritik am realen Schulsystem geübt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine bildanalytische Untersuchung durchgeführt, die durch eine teilnehmende Beobachtung in Form eines Feldversuchs mit zwei Kindern ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der bildnerischen Mittel, den Bericht über den Feldversuch sowie die Interpretation der Wirkung der Illustrationen im Textzusammenhang.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bilderbuch-Illustration, Bildrezeption, Schulsystemkritik, Identifikation, Kind-Individuum und die gestalterische Umsetzung durch Tusche und Malerei.
Welche Rolle spielen die Farben in den Illustrationen?
Die Farben werden als überwiegend freundlich und hell beschrieben, um eine positive, harmonische Grundstimmung zu erzeugen, die weich ineinander überfließt.
Welche Erkenntnisse ergab der Feldversuch mit Tim und David?
Der Versuch zeigte, dass die Kinder zwar ein starkes Interesse an den Details und eine Identifikationsbereitschaft zeigten, jedoch den tieferen Zusammenhang zur Schulsystemkritik ohne den Text nicht erfassen konnten.
Warum wird die Traumschule kritisch hinterfragt?
Die Autorin der Seminararbeit gibt zu bedenken, dass die Darstellung einer Wunschschule Kinder desillusionieren könnte, da diese Traumwelt nicht mit der Realität des Schulalltags übereinstimmt.
- Citar trabajo
- Marvin Seeger (Autor), 2009, Analyse der Illustrationen im Bilderbuch „Die Schule der glücklichen Kinder“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/139751