Nach einer kurzen Erläuterung des Begriffs der Governance und einer Darstellung der drei Idealtypen von Governance werden in dieser Hausarbeit die Auswirkungen von Governancestrukturen und -machanismen auf langzeitbeatmete Kranke diskutiert.
Mit der vorliegenden Arbeit wird versucht, einen Überblick über das Governance-Konzept zu geben. Dazu soll ein Abriss des theoretischen Geflechts des Governance-Ansatzes, einschließlich der Darstellung der drei Governance-Idealtypen Hierarchie, Market und Netzwerk verhelfen. Am Ende wird Bezug auf das Bea@Home Projekt genommen, um die Frage beantworten zu können: ,,Haben Governancestrukturen und deren -mechanismen im Rahmen der Versorgung langzeitbeatmeter Patienten im deutschen Gesundheitswesen eine Auswirkung auf die daran beteiligten Patienten?“. Nutznießer dieses Papers können Wissenschaftler sein, da - wenn auch in kurzgefasster Form - auf Potenziale und Problematiken bestimmter Governance- Formen eingegangen wird und diese dann in deren Auswirkungen auf Leistungsempfänger überprüft werden. Insofern könnte dieses zur Weiterforschung anstoßen. In der Praxis bietet es sich als Instrument zur Erkennung bzw. zum Begreifen von Mechanismen und Dynamiken an, die den Verlauf der Versorgung von langzeitbeatmeten Patienten beeinflussen.
Nach Angaben des deutschen Gesundheitsministeriums werden hierzulande rund 83 Millionen Menschen durch ein dichtes Netzwerk verschiedenster Mitwirkender medizinisch versorgt. Ganz allgemein kann man sagen, dass das Gesundheitswesen aus der Kooperation verschiedener staatlicher und privater Akteure besteht, die in einem engen Netz von Gesetzen, Rechtsverordnungen, aber auch in marktbezogenem Wettbewerb miteinander interagieren. Die Art und Weise, wie Gesundheits(teil)systeme und die Gesundheitsversorgung organisiert und gestaltet werden, hat unweigerlich Auswirkungen auf die Gesundheitsförderung, die allgemeine Gesundheitsvorsorge und die -versorgung der Menschen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff der Governance
3. Drei Idealtypen von Governance
3.1 Hierarchie Governance
3.2 Markt und Wettbewerb Governance
3.3 Network Governance
4. Erkennbare Governancestrukturen und -mechanismen im Teilbereich der deutschen Gesundheitsversorgung langzeitbeatmeter Kranker nach dem Bea@Home Projekt und deren Auswirkung auf die daran beteiligten Patienten
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Governance-Strukturen und -mechanismen im deutschen Gesundheitswesen, mit einem spezifischen Fokus auf die Versorgung langzeitbeatmeter Patienten unter Berücksichtigung des Bea@Home-Projekts und dessen Auswirkungen auf die betroffenen Patienten.
- Grundlagen und Definition des Governance-Begriffs
- Analyse der drei Governance-Idealtypen (Hierarchie, Markt, Netzwerk)
- Evaluation des Bea@Home-Projekts im Kontext der Versorgungsstrukturen
- Identifikation von Defiziten in der aktuellen Versorgungskette
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Versorgungsqualität
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Nach Angaben des deutschen Gesundheitsministeriums werden hierzulande rund 83 Millionen Menschen durch ein dichtes Netzwerk verschiedenster Mitwirkender medizinisch versorgt. Ganz allgemein kann man sagen, dass das Gesundheitswesen aus der Kooperation verschiedener staatlicher und privater Akteure besteht, die in einem engen Netz von Gesetzen, Rechtsverordnungen, aber auch in marktbezogenem Wettbewerb miteinander interagieren (vgl. Bundesministerium für Gesundheit 2020: 8f.). Die Art und Weise, wie Gesundheits(teil)systeme und die Gesundheitsversorgung organisiert und gestaltet werden, hat unweigerlich Auswirkungen auf die Gesundheitsförderung, die allgemeine Gesundheitsvorsorge und die -versorgung der Menschen. Mit der vorliegenden Arbeit versucht, einen Überblick über das Governance-Konzept zu geben. Dazu soll ein Abriss des theoretischen Geflechts der Governance-Ansatzes, einschließlich der Darstellung der drei Governance-Idealtypen Hierarchie, Market und Netzwerk verhelfen. Am Ende wird Bezug auf das Bea@home Projekt genommen, um die Frage beantworten zu können: „Haben Governancestrukturen und deren -mechanismen im Rahmen der Versorgung langzeitbeatmeter Patienten im deutschen Gesundheitswesen eine Auswirkung auf die daran beteiligten Patienten?“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Gesundheitsversorgung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Auswirkungen von Governance-Strukturen auf langzeitbeatmete Patienten.
2. Begriff der Governance: Das Kapitel erläutert den Governance-Begriff als multidisziplinäres Konzept zur Analyse von Steuerungsformen und Koordinationsmechanismen in modernen Organisationen.
3. Drei Idealtypen von Governance: Hier werden die theoretischen Grundpfeiler der Governance-Forschung in die drei Idealtypen Hierarchie, Markt und Netzwerk unterteilt und deren jeweilige Steuerungslogiken diskutiert.
3.1 Hierarchie Governance: Dieses Unterkapitel beschreibt das Modell der Hierarchie, das auf institutionalisierten Über- und Unterordnungsverhältnissen basiert und Handlungsautonomie einhegt.
3.2 Markt und Wettbewerb Governance: Es wird die marktorientierte Steuerung beleuchtet, die durch Effizienzgrundsätze privater Akteure im öffentlichen Sektor neue Steuerungsformen implementiert.
3.3 Network Governance: Dieses Kapitel widmet sich der Netzwerk-Governance als Form horizontaler Kooperation zwischen autonomen Akteuren, die auf freiwilliger Basis gemeinsam Ziele verfolgen.
4. Erkennbare Governancestrukturen und -mechanismen im Teilbereich der deutschen Gesundheitsversorgung langzeitbeatmeter Kranker nach dem Bea@Home Projekt und deren Auswirkung auf die daran beteiligten Patienten: Das Kernkapitel analysiert das Bea@Home-Projekt und zeigt auf, welche negativen Auswirkungen marktähnliche Governancestrukturen auf die Lebensqualität und Versorgungssicherheit langzeitbeatmeter Patienten haben.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Transformation hin zu einer stärkeren Netzwerk-Governance zur Behebung identifizierter Versorgungslücken.
Schlüsselwörter
Governance, Gesundheitswesen, Langzeitbeatmung, Bea@Home, Hierarchie, Markt-Governance, Netzwerk-Governance, Patientenversorgung, Versorgungsstruktur, Versorgungsqualität, Kooperation, Transaktionstheorie, Sektorale Trennung, Lebensqualität, Patientenwohl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Organisationsformen (Governance) die medizinische Versorgung im deutschen Gesundheitswesen prägen und welche Folgen diese für spezifische Patientengruppen haben.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Governance-Ansätzen, die Analyse von Hierarchie, Markt- und Netzwerkmodellen sowie deren Anwendung in der Praxis der Langzeitbeatmungs-Versorgung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Governancestrukturen und deren Mechanismen in der Versorgung langzeitbeatmeter Patienten messbare Auswirkungen auf die betroffenen Patienten haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und zieht Ergebnisse des Bea@Home-Forschungsprojekts heran, um reale Governance-Auswirkungen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Governance-Idealtypen definiert und anschließend das spezifische Fallbeispiel der Versorgung langzeitbeatmeter Patienten kritisch analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Governance, Versorgungsqualität, Netzwerkkooperation und Patientenautonomie charakterisiert.
Welche Defizite identifiziert der Autor im aktuellen System für Langzeitbeatmete?
Es wird eine strukturelle Starre und eine ungünstige sektorale Trennung diagnostiziert, die eine patientenzentrierte Koordination erschwert.
Warum hält der Autor eine Veränderung in Richtung Netzwerk-Governance für notwendig?
Eine netzwerkorientierte Governance wird als notwendig erachtet, um Informationsverluste zu minimieren, Flexibilität zu erhöhen und die Lebensqualität der Patienten durch eine bessere Kooperation zwischen stationären und ambulanten Sektoren zu steigern.
- Citar trabajo
- Elena Presacane (Autor), 2022, Auswirkungen von Governancestrukturen und -machanismen auf langzeitbeatmete Patienten im deutschen Gesundheitswesen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1398455