Stirbt jeder, der krank ist? Tut der Tod weh? Wie ist es im Himmel? So könnten die Fragen von Kindern lauten, wenn sie über das Sterben und den Tod nachdenken. Als Erwachsener muss man sich dann die Frage stellen, wie man ehrlich und verständlich auf diese Fragen der Kinder antworten soll. Gibt es eine neutrale und eine für alle verständliche Formulierung für das sprachlich und bildlich unfassbare Phänomen des Todes, ohne dabei noch mehr Angst und Verwirrung aufkommen zu lassen? Es werden Worte und Bilder benötigt, die den Kindern helfen, vertrauensvoll im Bewusstsein des nicht abwendbaren Todes zu leben. Und gerade aus dieser Erkenntnis folgte die Konsequenz, dass vor allem in den letzten fünfzehn Jahren erstaunlich viele Bilderbücher mit lebenspraktischen Problemen auf dem Markt erschienen sind, die das Sterben und den Tod als zentrales Thema behandeln.
In Anbetracht der Relevanz dieser Problematik, wird hier Thema Tod im Bilderbuch im Rahmen eines medienintegrativen Deutschunterrichts der Grundschule ausgewählt.
Hervorgehoben werden sollte, dass der Medieneinsatz in der Behandlung dieses Themas eine herausragende Bedeutung hat. Medien spielen für die heutigen und zukünftigen Generationen und vor allem für die Kinder und Jugendlichen eine enorm wichtige Rolle. Dies erkennt man unter anderem daran, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit vermehrt multimedial am Medienangebot partizipieren, wenngleich sie dies in unterschiedlichen Medienverbünden tun. Dies bedeutet für den Deutschunterricht wiederum, dass eine Öffnung zur Medienkultur unumgänglich ist.
Die Aufgabe der Schule dabei ist es, die Schülerinnen und Schüler zum kritischen, reflexiven und insgesamt kompetenten Umgang mit Medien anzuleiten.
Mit der vorliegenden Arbeit wird das Ziel verfolgt, zu zeigen, wie der Umgang mit einem solch sensiblen Thema, wie das Thema Tod im Bilderbuch, im Rahmen eines medienintegrativen Deutschunterrichts altersgerecht aussehen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Thema Tod im Bilderbuch
2.1. Allgemeines
2.2. Gründe für die Thematisierung des Todes im Bilderbuch
2.3. Entwicklung kindlicher Todesvorstellungen
3. Methodisch-didaktische Überlegungen
3.1. Medienintegrativer Deutschunterricht
3.2. Medienkompetenz
3.3. Das Bilderbuch
3.3.1. Definition
3.3.2. Bilderbuchtypen
3.3.3. Funktionen von Bilderbüchern
3.4. Legitimation des Themas: Bezug zum Lehrplan
3.4.1. Ziele und Kompetenzen in Bezug auf Medienintegration
3.4.2. Ziele und Kompetenzen in Bezug auf das Thema Tod
4. Sachanalyse
4.1. Inhalt des Bilderbuches „Die besten Beerdigungen der Welt“
4.2. Bezug zur Lebenswelt der Kinder
4.3. Sprach- und bildästhetische Analyse
5. Unterrichtsreihe zum Thema Tod im Bilderbuch
5.1. Vorbemerkungen
5.2. Verlauf der Unterrichtsreihe
5.3. Detaillierte Darstellung einer Unterrichtsstunde
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das sensible Thema Tod mithilfe des Bilderbuches „Die besten Beerdigungen der Welt“ altersgerecht im Rahmen eines medienintegrativen Deutschunterrichts in der Grundschule behandelt werden kann, um Ängste abzubauen und die Kommunikation zu fördern.
- Integration von audiovisuellen Medien in den Deutschunterricht
- Entwicklung von Medienkompetenz bei Grundschulkindern
- Kindliche Todesvorstellungen und Trauerbewältigung
- Didaktische Potenziale des Mediums Bilderbuch
- Planung einer problemorientierten Unterrichtsreihe
Auszug aus dem Buch
4.3. Sprach- und bildästhetische Analyse
Die nun folgende Bilderbuchanalyse bezüglich der sprach- und bildästhetischen Ebene ist auf Grundlage eines zusammengestellten Kriterienkataloges, der Aspekte von verschiedenen Autoren, wie zum Beispiel G. Walkhoff, J. Thiele oder G. Schmidt-Dumont, impliziert, und erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Wie bereits oben dargestellt, handelt die Geschichte im Bilderbuch vordergründig vom Tod. Dabei wird das Thema sukzessive vertieft und umfangreicher. Das Bilderbuch beginnt mit einer toten Hummel, geht weiter mit dem Tod einer Maus und eines Hasen und endet mit der Beerdigung einer Amsel, dessen Tod die Kinder selbst miterleben. Dabei wird der Umgang mit dem Tod der Tiere immer professioneller, was durch die Gründung der „Beerdigungen AG“ (S.19) untermauert wird.
Die Todesvorstellung, die diesem Bilderbuch zugrunde liegt, ist folgende: Man schläft ein und wacht nie wieder auf. Alles Lebendige ist vergänglich. Den Worten des Erzählers ist trotz dieser richtigen Feststellungen über den Tod auch eine gewisse Naivität und Unreife zu entnehmen, wenn er sagt: „Alle, alle, und du auch, irgendwann stirbst du und wirst zu nichts. Das ist blöd und traurig und alle weinen.“ (S.14)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz des Themas Tod im Kontext der Grundschule und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie das Ziel der medienintegrativen Behandlung.
2. Das Thema Tod im Bilderbuch: Dieses Kapitel erörtert die Gründe für die Thematisierung von Sterben und Tod in der Kinderliteratur und beschreibt die entwicklungspsychologischen Stadien kindlicher Todeskonzepte.
3. Methodisch-didaktische Überlegungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen für einen medienintegrativen Unterricht, den Begriff der Medienkompetenz sowie die spezifischen Funktionen und Eigenschaften des Bilderbuches erarbeitet.
4. Sachanalyse: Dieses Kapitel analysiert inhaltlich, sprachlich und bildästhetisch das gewählte Bilderbuch und stellt den Bezug zur kindlichen Lebenswelt her.
5. Unterrichtsreihe zum Thema Tod im Bilderbuch: Hier wird ein konkretes Konzept für eine Unterrichtsreihe entworfen, inklusive methodischer Überlegungen und einer detaillierten Planung einer beispielhaften Unterrichtsstunde.
6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass der Medieneinsatz und die Thematisierung des Todes in der Grundschule wertvolle Potenziale zur Trauerbewältigung bieten und fordert eine stärkere Verankerung in der Lehrerausbildung.
Schlüsselwörter
Tod, Bilderbuch, Grundschule, Deutschunterricht, Medienintegration, Medienkompetenz, Trauerbewältigung, Beerdigungen AG, fachdidaktische Überlegungen, Kindheit, Unterrichtsplanung, Todesvorstellung, Medienverbund, Lebenswelt, Sterben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einsatz des Bilderbuchs „Die besten Beerdigungen der Welt“ im Grundschulunterricht, um ein schwieriges Thema wie den Tod sensibel und pädagogisch begleitet aufzuarbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen zählen die Medienpädagogik im Deutschunterricht, die kognitive Entwicklung kindlicher Todesvorstellungen sowie die didaktische Aufbereitung von Trauerarbeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer ein medienintegratives Konzept nutzen können, um Kindern zu helfen, Ängste vor dem Tod abzubauen und über Gefühle zu sprechen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine fachdidaktische Sachanalyse des ausgewählten Bilderbuches, kombiniert mit einer Konzeption für eine unterrichtliche Umsetzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Medien und Bilderbüchern, eine detaillierte Sachanalyse des Werkes von Ulf Nilsson sowie den Entwurf einer zehntägigen Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Medienkompetenz, medienintegrativer Deutschunterricht, Todesvorstellungen bei Kindern und Trauerbewältigung aus.
Warum ist das gewählte Bilderbuch für dieses Thema besonders geeignet?
Das Buch behandelt das Sterben anhand der Tierwelt, was für Kinder eine sanftere Konfrontation ermöglicht und durch die „Beerdigungen AG“ Raum für eigene Rituale und Trauerbewältigung bietet.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei dieser Unterrichtseinheit?
Die Lehrkraft nimmt eine beratende, moderierende und beobachtende Rolle ein, um den Kindern einen sicheren Rahmen für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema zu geben.
- Citar trabajo
- Paulo Lima (Autor), 2009, Das Thema Tod im Bilderbuch im Rahmen eines medienintegrativen Deutschunterrichts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140389