Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Analyse und dem Vergleich der drei bekanntesten Streitbeilegungsmethoden: Dem Schiedsverfahren, der Mediation und dem Zivilgerichtsverfahren. Geographisch wird die Arbeit dabei auf den Bereich der Bundesrepublik Deutschland beschränkt. Hintergrund dessen sind die divergierenden Gesetzgebungen der verschiedenen Länder zu ebendiesen Streitbeilegungsmethoden und deren rechtlicher Bedeutung. Durch die räumliche Begrenzung wird ein fundierter Vergleich der drei Streitbeilegungsverfahren im vorgegebenen Umfang gewährleistet. Ferner wird zum Zwecke eines tiefgreifenden Vergleichs sowie eines fundierten Ergebnisses ausschließlich auf zivilrechtliche Streitigkeiten und deren mögliche Beilegung durch die drei Streitbeilegungsverfahren eingegangen. Hintergrund dessen ist, dass beispielsweise (bspw.) bei der staatlichen Gerichtsbarkeit verschiedene Verfahrensabläufe und Voraussetzungen in den unterschiedlichen Rechtsgebieten vorliegen. Daher können die drei Verfahren nicht grundsätzlich konfliktartenübergreifend miteinander verglichen werden. Die Analyse sowie der Vergleich der drei Streitbeilegungsmethoden soll dabei folgende Forschungsfrage beantworten: Welche Wesensmerkmale bestimmen, mit welchem Verfahren ein zivilrechtlicher Konflikt am effektivsten und effizientesten zu lösen ist? Die untergeordneten Fragestellungen, deren Beantwortung ebenso zur Beantwortung der übergeordneten Forschungsfrage beitragen, lauten: Was sind die Besonderheiten der drei Streitbeilegungsmethoden? Was sind die ausschlaggebenden Kriterien für die Wahl der einen oder der anderen Methode? Gibt es Wesensmerkmale der Verfahren, die für eine Beilegung eines Konflikts gegeben sein müssen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Vorgehensweise und Ziel der Arbeit
2. Mediation
2.1. Rechtsgrundlage
2.2. Arten der Mediation
2.2.1. Harvard-Verhandlungskonzept
2.2.2. Transformative Mediation
2.3. Besonderheiten der Mediation
2.4. Rechtliche Wirkung des Mediationsvergleichs
3. Schiedsgerichtsbarkeit
3.1. Verfassungsrechtliche Zulässigkeit
3.2. Elemente der Schiedsgerichtsbarkeit
3.2.1. Ad-Hoc-Schiedsgerichtsbarkeit
3.2.2. Institutionelle Schiedsgerichtsgerichtsbarkeit
3.3. Besonderheiten der Schiedsgerichtsbarkeit
3.4. Das schiedsgerichtliche Verfahren
3.5. Rechtliche Wirkung des Schiedsspruchs
4. Zivilgerichtsbarkeit
4.1. Rechtsgrundlage
4.2. Das zivilgerichtliche Verfahren
4.3. Besonderheiten des zivilgerichtlichen Verfahrens
4.4. Rechtliche Wirkung des Zivilurteils
5. Vergleich der drei Streitbeilegungsmethoden
5.1. Verfahrensart
5.2. Sachkunde
5.3. Vertraulichkeit
5.4. Verfahrenskosten
5.5. Verfahrensregeln
5.6. Verfahrensdauer
6. Entscheidungs-Checkliste
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Master-Thesis analysiert und vergleicht die drei Standard-Streitbeilegungsmethoden Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit und Zivilgerichtsbarkeit im deutschen Rechtsraum, um auf dieser Basis eine generelle Checkliste zur Auswahl des jeweils am besten geeigneten Verfahrens zu entwickeln.
- Analyse der verfassungsrechtlichen und normativen Grundlagen der drei Streitbeilegungsverfahren.
- Detaillierter Vergleich der Verfahren hinsichtlich Kosten, Dauer, Vertraulichkeit und Verfahrensregeln.
- Untersuchung der Besonderheiten und Wesensmerkmale jedes einzelnen Verfahrenstyps.
- Entwicklung einer praxisorientierten Entscheidungs-Checkliste für Konfliktparteien.
- Bewertung der Eignung der Verfahren für verschiedene Konfliktsituationen und Interessenslagen.
Auszug aus dem Buch
1.1. Problemstellung
„Einigung ohne Gericht – Unternehmen setzen immer häufiger auf außergerichtliche Streitbeilegung.“ Mit der Tatsache, dass jeder zweite deutsche Haushalt eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, lässt sich erahnen, dass die Deutschen gerne streiten respektive viele von (rechtlichen) Streitigkeiten ausgehen. Dennoch sinkt die Zahl der Gerichtsverfahren in Deutschland seit Jahren drastisch. Dies ist insbesondere (insb.) im Bereich der Zivilverfahren zu verzeichnen. Zwischen den Jahren 2005 und 2019 ging die Zahl der Gerichtsverfahren bei Amts- und Landgerichten um fast ein Drittel zurück. Auffällig ist hier, dass besonders die Anzahl der staatlichen Gerichtsverfahren mit geringen Streitwerten stetig sinkt. Grund dafür ist, dass die deutsche Justiz nicht den „Service“ leistet, wie das durch das Bundesjustizministerium beauftragte Beratungsunternehmen InterVal herausfand. Den Beteiligten dauern die Verfahren zu lange, kosten Zeit und Geld und die Erfolgsaussichten sind unklar. Ferner gelten die Richter, insb. bei komplexen Wirtschaftskonflikten, als zu wenig spezialisiert und werden von den Beteiligten damit als nicht zureichend kompetent wahrgenommen. Wie sollen also all die entstandenen und künftig entstehenden Konflikte gelöst werden, wenn nicht über staatliche Gerichte? An dieser Stelle kommen die alternativen Streitbeilegungsmethoden zum Zuge. Insbesondere sind hier die Mediation und die Schiedsgerichtsbarkeit (private Gerichtsbarkeit) zu nennen. Diese drei Verfahren – Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit und Zivilgerichtsbarkeit – gelten damit als die Standard-Streitbeilegungverfahren. Ob und inwieweit diese beiden Streitbeilegungsmethoden eine (effiziente und effektive) Alternative zur staatlichen Gerichtsbarkeit bei der Konfliktbeilegung spielen, wird in dieser Arbeit unter anderem (u. a.) ermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die abnehmende Tendenz bei Zivilgerichtsverfahren und begründet die Notwendigkeit, alternative Streitbeilegungsmethoden wie Mediation und Schiedsgerichtsbarkeit zu untersuchen.
2. Mediation: Beleuchtet rechtliche Grundlagen, verschiedene Mediations-Arten sowie spezifische Merkmale und die Wirkungsweise von Mediationsvergleichen.
3. Schiedsgerichtsbarkeit: Erörtert die verfassungsrechtliche Zulässigkeit, die Unterscheidung zwischen Ad-Hoc und institutionellen Schiedsverfahren sowie die Rolle des Schiedsspruchs.
4. Zivilgerichtsbarkeit: Analysiert den Aufbau des staatlichen Gerichtswesens, die Verfahrensabläufe nach der ZPO und die Bedeutung der Rechtskraft von Zivilurteilen.
5. Vergleich der drei Streitbeilegungsmethoden: Stellt die drei Verfahren direkt gegenüber und vergleicht sie anhand von Kriterien wie Verfahrensart, Kosten, Dauer und rechtlichen Regeln.
6. Entscheidungs-Checkliste: Führt die methodische Entwicklung eines Instruments zur praktischen Unterstützung bei der Auswahl der individuell optimalen Streitbeilegungsmethode ein.
7. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und begründet die Eignung der entwickelten Checkliste zur Reduzierung der Entscheidungsunsicherheit in Konfliktsituationen.
Schlüsselwörter
Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit, Zivilgerichtsbarkeit, Streitbeilegung, Rechtsstreit, ZPO, Konfliktlösung, Entscheidungsfindung, Verfahrenskosten, Verfahrensdauer, Privatautonomie, Schiedsspruch, Mediationsvertrag, Konfliktmanagement, Checkliste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich dreier wichtiger Methoden zur Streitbeilegung: Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit und staatliche Zivilgerichtsbarkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Schwerpunkte sind die rechtlichen Grundlagen der Verfahren, deren Unterschiede in Bezug auf Kosten und Dauer, die jeweiligen Verfahrensregeln sowie deren verfassungsmäßige Einordnung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Kriterien für die Auswahl der geeignetsten Methode zu identifizieren und auf dieser Basis eine praktische Entscheidungs-Checkliste für betroffene Konfliktparteien zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Master-Thesis nutzt eine fachliche Analyse und einen rechtsvergleichenden Ansatz, um die Besonderheiten der untersuchten Streitbeilegungsverfahren systematisch herauszuarbeiten.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt neben der rechtlichen Einordnung insbesondere die praktischen Unterschiede hinsichtlich Verfahrensablauf, Vertraulichkeit, Sachkunde der Entscheider und Kostenrisiken.
Was zeichnet die Arbeit inhaltlich aus?
Die Arbeit verknüpft theoretisches juristisches Wissen mit der praktischen Notwendigkeit, Konfliktparteien eine Entscheidungshilfe für die Wahl des effizientesten Streitbeilegungsweges zu bieten.
Wie unterscheidet sich die Mediation von der Schiedsgerichtsbarkeit bezüglich der Kosten?
Die Mediation ist in der Regel kostengünstiger als ein Schiedsverfahren, da bei der Mediation das Erarbeiten einer eigenverantwortlichen Lösung durch die Parteien im Vordergrund steht und keine aufwendigen Schiedsinstanzen erforderlich sind.
Warum ist die Wahl zwischen staatlichem Gericht und privater Schiedsgerichtsbarkeit verfassungsrechtlich relevant?
Die Wahl ist relevant, da sie das staatliche Monopol auf Rechtsprechung berührt und geprüft werden muss, ob die Privatautonomie ausreicht, um den staatlichen Rechtsschutz durch private Schiedsgerichte zu ersetzen.
- Citation du texte
- Annika Müller (Auteur), 2023, Mediation, Schiedsgerichtsbarkeit und Zivilgerichtsbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1404580