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Über Martin Heideggers VerSuch(e) einer Fundamentalontologie und die Poesie

Title: Über Martin Heideggers VerSuch(e) einer Fundamentalontologie und die Poesie

Term Paper , 2000 , 11 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Dr. phil. Robert Dennhardt (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Seinsfrage analysierte Heidegger die Grundstrukturen des menschlichen Daseins. Dieses Sein des Menschen zu befragen, zu untersuchen, sollte der Weg sein, denn der Mensch ist unter allem Seienden dasjenige, das das Sein immer schon, wenn auch undeutlich, versteht. Hei-degger nennt diese Untersuchung Fundamentalanalyse des Daseins und bildet als Fundamentalontologie den Hauptinhalt von Sein und Zeit, wobei er sich von der bisherigen Philosophie als Ganzes distanzieren möchte, indem er seine Grundbestimmungen der Seinsstrukturen nicht Kategorien nennt wie Aristoteles und Kant, sondern Existenzialien. Als ersten Teil des Buches schreibt Heidegger eine vorbereitende Fundamentalanalyse des Daseins, um nach dem zweiten Teil, in dem Dasein als Zeitlichkeit in der Zeit verstanden werden soll, im dritten und letzten Teil Zeit und Sein das Dasein endgültig mit der Zeit zusammenfallen zu lassen. (Vgl. Heidegger 1984, 39.) Erschienen als Sein und Zeit ist jedoch nur der erste und zweite Teil. Rückblickend erachtete Heidegger das Denken am Ende des zweiten Teils schlechterdings für unzureichend, da sich im dritten Teil das Ganze umkehrt. Im Jahre 1946, also genau zwanzig Jahre nach Sein und Zeit, als Brief verfaßten Werk Über den Humanismus schreibt er dazu:
"Der fragliche [dritte] Abschnitt wurde zurückgehalten, weil das Denken im zureichenden Sagen dieser Kehre versagte und mit Hilfe der Sprache der Metaphysik nicht durchkam. [...] Diese Kehre ist nicht eine Änderung des Standpunktes von ‘Sein und Zeit’, sondern in ihr gelangt das versuchte erst in die Ortschaft der Dimension, aus der ‘Sein und Zeit’ erfahren ist, und zwar erfahren aus der Grunderfahrung der Seinsvergessenheit." (Heidegger 1981, 19.)
Zwei Werke seines Lieblingsdichters Friedrich Hölderlin erwähnt Heidegger als Möglichkeit der Seins-Annäherung im Durchgang durch die Poesie: die Elegie Heimkunft und die Hymne Andenken. Das daseinsmäßige Geschick als Ek-sistenz, ereignend in der Lichtung des Seins, wird in der Elegie Heimkunft als Nähe des Seins, als welche das Da dieses Seienden zu denken ist, von Sein und Zeit her gedacht. Aus dem Gedicht des Sängers vernommen erscheint jene Lichtung aus der Erfahrung der Seinsvergessenheit heraus als Heimat. (Muransky 2002, 28.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Martin Heideggers Versuch einer Fundamentalontologie

Ein anderer Versuch. Die Poesie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Martin Heideggers fundamentalontologischem Ansatz in "Sein und Zeit" zur Rolle der Poesie als Möglichkeit der Seins-Annäherung. Dabei wird analysiert, wie Heideggers Versuch, die Seinsfrage durch die Analyse der Grundstrukturen des Daseins zu beantworten, an eine Grenze stößt, die im Rückgriff auf dichterische Sprachformen reflektiert wird.

  • Analyse der Fundamentalanalyse des Daseins als Kern von "Sein und Zeit".
  • Untersuchung der Rolle der Sorge und der Zeitlichkeit im Heideggerschen Denken.
  • Reflexion über das Scheitern der traditionellen Metaphysik und die Suche nach einem neuen Verständnis der Seinswahrheit.
  • Die Bedeutung der Poesie (insbesondere Hölderlin und Rilke) als ergänzender Zugang zum Sein.
  • Vergleichende Betrachtung existenzialer Fragestellungen in literarischen Werken wie Thomas Manns "Der Zauberberg".

Auszug aus dem Buch

Martin Heideggers Versuch einer Fundamentalontologie

Martin Heideggers schwer verständliches aber einflußreiches Werk Sein und Zeit aus dem Jahre 1926 stand im Zeichen der Frage nach dem Sinn von Sein. Zur Beantwortung der Seinsfrage analysierte Heidegger die Grundstrukturen des menschlichen Daseins. Dieses Sein des Menschen zu befragen, zu untersuchen, sollte der Weg sein, denn der Mensch ist unter allem Seienden dasjenige, das das Sein immer schon, wenn auch undeutlich, versteht. Heidegger nennt diese Untersuchung Fundamentalanalyse des Daseins und bildet als Fundamentalontologie den Hauptinhalt von Sein und Zeit, wobei er sich von der bisherigen Philosophie als Ganzes distanzieren möchte, indem er seine Grundbestimmungen der Seinsstrukturen nicht Kategorien nennt wie Aristoteles und Kant, sondern Existenzialien.

Als ersten Teil des Buches schreibt Heidegger eine vorbereitende Fundamentalanalyse des Daseins, um nach dem zweiten Teil, in dem Dasein als Zeitlichkeit in der Zeit verstanden werden soll, im dritten und letzten Teil Zeit und Sein das Dasein endgültig mit der Zeit zusammenfallen zu lassen. Erschienen als Sein und Zeit ist jedoch nur der erste und zweite Teil. Rückblickend erachtete Heidegger das Denken am Ende des zweiten Teils schlechterdings für unzureichend, da sich im dritten Teil das Ganze umkehrt. Im Jahre 1946, also genau zwanzig Jahre nach Sein und Zeit, als Brief verfaßten Werk Über den Humanismus schreibt er dazu:

Der fragliche [dritte] Abschnitt wurde zurückgehalten, weil das Denken im zureichenden Sagen dieser Kehre versagte und mit Hilfe der Sprache der Metaphysik nicht durchkam. (...) Diese Kehre ist nicht eine Änderung des Standpunktes von ‘Sein und Zeit’, sondern in ihr gelangt das versuchte erst in die Ortschaft der Dimension, aus der ‘Sein und Zeit’ erfahren ist, und zwar erfahren aus der Grunderfahrung der Seinsvergessenheit.

Zusammenfassung der Kapitel

Martin Heideggers Versuch einer Fundamentalontologie: Dieses Kapitel erläutert Heideggers Konzept der Fundamentalanalyse des Daseins und zeigt auf, warum das ursprüngliche Projekt von "Sein und Zeit" durch die Erfahrung der Seinsvergessenheit und die Grenzen der metaphysischen Sprache modifiziert wurde.

Ein anderer Versuch. Die Poesie: Hier wird untersucht, wie Heidegger in der Dichtung, insbesondere bei Hölderlin und Rilke, eine Möglichkeit sieht, das Sein näher zu bringen, wenn das rein metaphysische Denken an seine Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Martin Heidegger, Sein und Zeit, Fundamentalontologie, Dasein, Existenzialien, Sorge, Zeitlichkeit, Seinsvergessenheit, Poesie, Friedrich Hölderlin, Hermeneutik, Metaphysik, Wahrheit des Seins, In-der-Welt-sein, Ganzseinkönnen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Martin Heideggers philosophischem Projekt der Fundamentalontologie und seiner Suche nach dem Sinn des Seins, wobei sie den Übergang von der analytischen Daseinsforschung hin zur Bedeutung der Poesie beleuchtet.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Daseinsanalyse, das Verständnis von Zeitlichkeit und Sorge, das Verhältnis von Sprache und Sein sowie die philosophische Rezeption von Dichtung als Zugang zur Wahrheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Heidegger versucht, durch die "Fundamentalanalyse des Daseins" den Sinn von Sein zu ergründen und warum er für eine tiefere Annäherung an das Sein schließlich den Durchgang durch die Poesie wählt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen hermeneutisch-philosophischen Ansatz, der Heideggers Primärtexte wie "Sein und Zeit" und "Über den Humanismus" analysiert und durch literarische Vergleiche und philosophiegeschichtliche Einordnungen ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des ontologischen Fundaments bei Heidegger und die anschließende Prüfung, inwiefern die Poesie – exemplifiziert durch Hölderlin und Rilke – eine Antwort auf die Unzulänglichkeiten der rein metaphysischen Begrifflichkeit bietet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Fundamentalontologie, Dasein, Zeitlichkeit, Sorge, Seinsvergessenheit, Poesie und Hermeneutik.

Warum bezieht der Autor Thomas Manns "Der Zauberberg" in die Analyse ein?

Der Autor nutzt "Der Zauberberg" als literarisches Fallbeispiel, um zu zeigen, dass auch in der zeitgenössischen Literatur ähnliche Fragestellungen zur Struktur von Zeit und Dasein verhandelt wurden, was die Zeitbezogenheit von Heideggers Thesen unterstreicht.

Welche Rolle spielt Hölderlin für das Verständnis von Heideggers Philosophie?

Hölderlin gilt für Heidegger als Lieblingsdichter, dessen Werke ("Heimkunft", "Andenken") eine Lichtung des Seins ermöglichen und als Gegenentwurf zur Seinsvergessenheit der Moderne dienen.

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Details

Title
Über Martin Heideggers VerSuch(e) einer Fundamentalontologie und die Poesie
College
Humboldt-University of Berlin  (Kulturwissenschaft/Ästhetik)
Grade
1.0
Author
Dr. phil. Robert Dennhardt (Author)
Publication Year
2000
Pages
11
Catalog Number
V140817
ISBN (eBook)
9783640513192
ISBN (Book)
9783640514854
Language
German
Tags
Ontologie Heidegger Poetologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Robert Dennhardt (Author), 2000, Über Martin Heideggers VerSuch(e) einer Fundamentalontologie und die Poesie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140817
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