Aussagen in der stoischen Logik


Hausarbeit, 2007

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung – Die stoische Logik?

2 Aussagen in der stoischen Logik
2.1 Das Lekton
2.2 Aussagen bei Diogenes Laertius und bei Sextus Empiricus

3 Resümee

4 Literaturverzeichnis:

1 Einleitung – Die stoische Logik?

Bevor man das Thema „Aussagen in der stoischen Logik“ eingehender untersucht, ist es notwendig einige Gedanken zur stoischen Schule und der stoischen Logik an sich anzustellen. Dabei stößt man jedoch schnell auf widersprüchliche Ansichten und Definitionen, die darauf hindeuten, dass es gerade nicht möglich ist, von einer einheitlichen stoischen Schule – bzw. Logik - zu sprechen. Im Gegenteil schaffte es die wissenschaftliche Forschung sogar nachzuweisen, dass sich die Entwicklung der Stoa durch eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten auszeichnete.[1] Diese Uneinheitlichkeit würde für sich allein genommen keine größere Herausforderung bei der Aufarbeitung der Geschichte der stoischen Schule darstellen. Jedoch kommt in diesem Fall die Quellenlage, welche – fast – ausschließlich aus Textfragmenten – und Bezugnahmen von Kritikern der Stoiker auf bestimmte Ansichten und Definitionen – besteht, erschwerend hinzu.

Wenn man nun meint, aus den Widersprüchen in den Fragmenten und den – kritischen - Bezugnahmen zumindest eine chronologische Entwicklung innerhalb der stoischen Logik erkennen zu können, sieht man sich schnell ebenso vor immensen Schwierigkeiten. Es ist bis heute kaum – oder zumindest nicht vollständig – möglich, alle Stoiker zu benennen und schon gar nicht die Fragmente einzelnen Stoikern – oder einer bestimmten zeitlichen Periode - zuzuordnen, um so eine historische Entwicklung aufzuzeigen.[2] Doch wieso ist es der Wissenschaft bisher nicht gelungen, ein klares Bild der Stoa und ihrer Geschichte zu erforschen?

Diese unzureichende Aufarbeitung der stoischen Logik hat neben der schlechten Quellenlage vor allem zwei Ursachen. Erstens standen die Zeitzeugen den Stoikern weitestgehend mit Ablehnung gegenüber und waren zudem auch nicht übermäßig an der Logik an sich interessiert.[3] Das führte dazu, dass die Denker, die sich mit der stoischen Logik auseinandersetzten, diese nur oberflächlich und einseitig kritisch rezipierten. Durch diese einseitig ablehnende Haltung der Rezipienten wurden die theoretischen Ansätze nicht nur keinem spezifischen Stoiker zugeordnet, sondern auch teilweise unklare – oder gar polemisch verfälschte - stoische Ansichten überliefert, wodurch eine spätere wissenschaftliche Aufarbeitung stark verkompliziert wurde. Zweitens galt die aristotelische Logik – bis weit in die Neuzeit hinein – als fertige und einzig gültige Philosophie und es wurde schlicht argumentiert, dass die Stoiker, wenn sie von einer anderen Form der Logik ausgehen, falsch liegen müssten und somit nicht beachtenswert seien.

Diese Bewertung der stoischen Logik, oder besser gesagt, diese Nicht-Beachtung der Logik der Stoiker endete erst durch die Arbeiten von Lukasiewicz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei dieser enorme Zeitraum, in dem die stoische Logik in der wissenschaftlichen Forschung vernachlässigt wurde, noch einmal in aller Deutlichkeit die – bisher noch - geringe Aufarbeitung der Geschichte der Stoiker erklärt. Umso bemerkenswerter ist der Verdienst von Lukasiewicz, dessen Arbeiten zur Folge hatten, dass die stoische Logik seitdem nicht nur als eigenständige Logik anerkannt wird, sondern auch gleichberechtigt neben der aristotelischen Logik steht.[4]

Nachdem nun grob aufgezeigt wurde, wie die stoische Logik von der Antike bis in die heutige Zeit rezipiert wurde und welche Bedeutung ihr beigemessen werden muss, stellt sich die Frage, wie die uneinheitliche stoische Logik heutzutage definiert werden kann.

Wenn in der Wissenschaft von der stoischen Logik die Rede ist, handelt es sich dabei um eine Konstruktion, die um den Stoiker Chrysipp herum gebildet wurde. Chrysipp ist der einzige stoische Logiker von dessen Ansichten und Definitionen man ein verhältnismäßig klares Bild hat. Die Wissenschaft konstruierte aus zweckmäßigen Gründen eine einheitliche Doktrin und betrachtete nicht vereinbare – den Stoikern zugeschriebene – Ansichten als Abweichungen. Man erschuf somit aus der uneinheitlichen stoischen Logik ein einheitliches Konstrukt, welches teilweise als chrysippisch-stoische Logik bezeichnet wird.[5]

Doch was beinhaltet die (chrysippisch-)stoische Logik?

Im Gegensatz zu unserem heutigen Verständnis der Logik, zählten die Stoa auch die Rhetorik und die - unter dem Oberbegriff Dialektik zusammengefasste - Erkenntnislehre sowie die Grammatik neben den Aussagen und Schlüssen dazu.[6] Diese spielen jedoch für diese Arbeit keine weitere Rolle und seien nur der Vollständigkeit halber an dieser Stelle erwähnt.

2 Aussagen in der stoischen Logik

Nach dieser recht allgemeinen Einführung in die stoische Logik sollen im weiteren Verlauf der Arbeit vor allem die Aussagendefinitionen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Im Wesentlichen werde ich meine Betrachtung dabei auf zwei Bestimmungen der stoischen Aussage stützen, die bis heute überliefert sind. Dabei handelt es sich zum einen um die Erläuterungen des antiken Philosophen Sextus Empiricus und zum anderen um die Ausführungen des griechischen Schriftstellers Diogenes Laertius.[7]

[...]


[1] Vgl. Frede, Michael, Die stoische Logik, Göttingen, 1972, S. 9.

[2] Vgl. Ebd. S. 9.

[3] Vgl. Ebd. S. 10.

[4] Vgl. Ebert, Theodor, Dialektiker und frühe Stoiker bei Sextus Empiricus. Untersuchungen zur Entstehung der Aussagenlogik, Göttingen, 1991, S. 13.

[5] Vgl. Frede, Die stoische Logik, S. 10.

[6] Weinkauf, Wolfgang (Hrsg.) , Die Philosophie der Stoa. Ausgewählte Texte, Stuttgart, 2001, S. 72f..

[7] Ich stütze mich dabei auf die folgende Fragmentsammlung: Hülser, Karlheinz, Die Fragmente zur Dialektik der Stoiker. Neue Sammlung der Texte mit deutscher Übersetzung und Kommentaren, Stuttgart-Bad Cannstatt, 1987 (im Weiteren Verlauf mit FDS und der Textbezeichnung abgekürzt).

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Details

Titel
Aussagen in der stoischen Logik
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Stoische Logik
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V141251
ISBN (eBook)
9783640483754
ISBN (Buch)
9783640483983
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aussagen, Logik
Arbeit zitieren
Steffen Schröder (Autor), 2007, Aussagen in der stoischen Logik , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141251

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