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Das Feindbild Russland in den Printmedien vor dem Hintergrund des Georgienkonflikts

Title: Das Feindbild Russland in den Printmedien vor dem Hintergrund des Georgienkonflikts

Term Paper , 2009 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Laura Schiffner (Author)

Politics - Region: Russia
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Zitate wie „wenn der Krieg ausbricht, ist das
erste Opfer die Wahrheit“ (US-Senator Hiram Johnson) oder „Public Oppinion wins war“ (General
Eisenhower) zeigen, dass die Medien und die öffentliche Meinung in Kriegszeiten eine ganz
besondere Stellung einnehmen. Es bestehen auch Anzeichen dafür, dass die Massenmedien die
gesellschaftliche und politische Wirklichkeit in Krisen und Kriegen verzerrt abbilden, darin sogar
selbst zu Akteuren werden und die Öffentlichkeit damit stark beeinflussen können.
Für Informationsbeschaffung über das Ausland müssen sich die meisten Menschen auf Erfahrungen
aus zweiter Hand verlassen, die insbesondere durch die Massenmedien vermittelt werden. Die Art
und Weise der Wirklichkeitserschaffung durch den Menschen und die Medien bietet die Grundlage für
die Erschaffung eines Feindbildes. Feindbilder sind spezifischer und facettenreicher geworden. So
werden Iran, Irak und Nordkorea von den USA als „axis of evil“ bezeichnet. „So wie die Sowjetunion
für Ronald Reagan das ‚evil empire‘ war, charakterisiert George Bush [Senior] Saddam Hussein als
neuen Hitler […]“ und somit zum Inbegriff des Bösen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Russland, die Europäische Union und die Welt

3 Feindbilder

3.1 Feindbilder im Kalten Krieg zwischen Moskau und Washington

3.2 Entstehung des Feindbildes in der Sowjetunion

3.3 Das sowjetische Bild vom amerikanischen Gegner

3.4 Entstehung des Feindbildes in den Vereinigen Staaten

3.5 Das amerikanische Bild von der Sowjetunion

4 Teilfazit

5 Der Krieg in den Medien

5.1 Auswahl der Printmedien für die Analyse

5.1.1 Berichterstattung in der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

5.1.2 Berichterstattung in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung)

5.1.3 Berichterstattung im FOCUS

5.1.4 Berichterstattung im SPIEGEL

5.2 Zusammenfassung

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Reaktivierung von Feindbildern in der medialen Berichterstattung während des Georgienkonflikts im Jahr 2008. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie deutsche sowie internationale Printmedien in der Krise auf etablierte Muster des Kalten Krieges zurückgriffen, um das Bild Russlands als Gegner zu formen.

  • Wissenschaftliche Grundlagen des Konstruktivismus und der Feindbildentstehung.
  • Analyse historischer Feindbilder zwischen der Sowjetunion und den USA.
  • Untersuchung der medialen Wirklichkeitserschaffung in Krisenzeiten.
  • Vergleichende Analyse der Berichterstattung von FAZ, NZZ, FOCUS und SPIEGEL.
  • Beurteilung der Homogenisierung von Medieninhalten und Stereotypisierung.

Auszug aus dem Buch

3 Feindbilder

Grundlage zur Schaffung eines Feindbildes ist der Konstruktivismus, also die Art und Weise der Wirklichkeitserschaffung durch den Menschen.16 Feindbilder, Stereotype und Vorurteile werden häufig gezielt als subtiles Instrument der geistigen Kriegsvorbereitung eingesetzt. Oft bestehen Feindbilder aus einer staatlich gelenkten Feindbild-Ideologie. Das „Feindbild ist das Produkt einer Propaganda, die mit semantischen, optischen und graphischen Mitteln den politisch-ideologischen Gegner dämonisiert, um [in der Regel] die eigene Herrschaft zu legitimieren“.17 Ein weiterer Grundbestandteil von Feindbildern ist die Vorstellung einer Bedrohung. Nicht zuletzt bieten sich Feindbilder auch als ein geeignetes Mittel, um politische Gegner zu diffamieren. Besonders in Krisenzeiten werden innenpolitischen Kontrahenten häufig Verbindungen zu außenpolitischen Gegner nachgesagt. Ihre Position und ihre Glaubwürdigkeit sollen geschwächt werden.18 Der Staat steht als Beschützer der Gesellschaft an oberster Spitze. Er muss gegen Gegner der Gesellschaft vorgehen.

Dieses Freund – Feind – Denken fördert die Akzeptanz der politischen Führung sowie des politischen Systems als Ganzes.19 Außenpolitische Feindbilder lenken die Bevölkerung von internen Schwierigkeiten ab und verdrängen systemimmanente Widersprüche.20 In der internationalen Politik sind Feindbilder gegenüber Völkern, Nationen und Ideologien präsent. Die „Hartnäckigkeit“ von Feindbildern liegt zum Einen in ihrer tiefen emotionalen Verwurzelung und zum Anderen in der „Kontaktvermeidung mit dem Einstellungsobjekt“21

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Medienrolle in Kriegszeiten ein und stellt die zentrale Frage, ob Feindbilder aus der Zeit des Kalten Krieges im Kontext des Georgienkonflikts eine Wiederbelebung erfuhren.

2 Russland, die Europäische Union und die Welt: Das Kapitel analysiert die sich wandelnde Weltordnung hin zur Multipolarität und die daraus resultierende Identitätskrise des Westens sowie das schwierige Verhältnis der EU zu Russland.

3 Feindbilder: Hier werden theoretische Grundlagen der Feindbildkonstruktion und -wirkung dargelegt, wobei insbesondere die historische Entwicklung des Ost-West-Gegensatzes und die gegenseitigen Perzeptionen der USA und der Sowjetunion beleuchtet werden.

4 Teilfazit: Dieses Kapitel resümiert die Analyse der historischen Feindbilder und stellt fest, dass beide Seiten (USA und Sowjetunion) einander gegenseitig als Aggressoren konstruierten, um ihre eigenen Machtansprüche zu festigen.

5 Der Krieg in den Medien: Dieses zentrale Kapitel analysiert anhand ausgewählter Printmedien wie der FAZ, NZZ, dem FOCUS und dem SPIEGEL, wie der Georgienkonflikt medial aufbereitet wurde und welche Stereotype dabei verwendet wurden.

6 Fazit: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass die Medien durch die Reaktivierung alter Feindbilder aus der Ära des Kalten Krieges eine Objektivität vermissen ließen und das Bild Russlands maßgeblich negativ beeinflussten.

Schlüsselwörter

Feindbild, Georgienkonflikt, Medienberichterstattung, Konstruktivismus, Kalter Krieg, Stereotype, Propaganda, Außenpolitik, Russland, USA, Europäische Union, Mediale Wirklichkeit, Krisenkommunikation, Krieg, Multipolarität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Konstruktion und Wirkung von Feindbildern gegenüber Russland in ausgewählten deutschsprachigen Printmedien während des Georgienkonflikts 2008.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der medientheoretischen Feindbildforschung, dem historischen Rückblick auf den Kalten Krieg und der konkreten Analyse der Berichterstattung in führenden Zeitungen und Zeitschriften.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, inwieweit deutsche Printmedien bei der Berichterstattung über den Georgienkonflikt auf alte Feindbilder zurückgriffen, die aus der Zeit des Kalten Krieges zwischen der Sowjetunion und den USA stammten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Inhaltsanalyse, die durch konstruktivistische Ansätze zur Bildungsweise von Feindbildern und Stereotypen fundiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Hintergründe von Feindbildern geklärt und anschließend die Berichterstattung der Zeitungen FAZ, NZZ sowie der Magazine FOCUS und SPIEGEL detailliert analysiert und verglichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Feindbild, Georgienkonflikt, Mediale Konstruktion, Stereotypisierung, Kalter Krieg und die Rolle der Presse als politische Akteurin.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Bild Russlands und der Sowjetunion eine Rolle?

Die Autorin verdeutlicht, dass viele Medien eine Kontinuität konstruierten, indem sie das moderne Russland mit dem ehemaligen Feindbild der Sowjetunion verknüpften, um aktuelle politische Konflikte einfacher zu kategorisieren.

Welche Rolle spielt die FAZ in diesem Medienvergleich?

Die Analyse zeigt, dass die FAZ trotz eines prinzipiell sachlichen Anspruchs in der Georgien-Berichterstattung eine deutlich anti-russische Tendenz aufwies und Meinungen aus osteuropäischen Nachbarstaaten zur Verstärkung dieser Linie nutzte.

Inwiefern unterscheidet sich der SPIEGEL von den anderen analysierten Medien?

Der SPIEGEL wird als weniger objektiv, dafür aber sprachlich origineller und radikaler in der Wortwahl eingestuft, wobei er eine pro-russische Tendenz bei gleichzeitig anti-amerikanischer und anti-europäischer Haltung zeigt.

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Details

Title
Das Feindbild Russland in den Printmedien vor dem Hintergrund des Georgienkonflikts
College
University of Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Das internationale Staatensystem im Umbruch: Russland und die EU als Akteure einer multipolaren Welt
Grade
1,3
Author
Laura Schiffner (Author)
Publication Year
2009
Pages
29
Catalog Number
V141354
ISBN (eBook)
9783640493319
ISBN (Book)
9783640493043
Language
German
Tags
Feindbilder Geschichte der Feindbilder Feinbild Russland Feindbild USA Spiegel Focus Süddeutsche Zeitung Georgien Georgiekrise Georgienkrieg Presse und Krieg Medien und Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Schiffner (Author), 2009, Das Feindbild Russland in den Printmedien vor dem Hintergrund des Georgienkonflikts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141354
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