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Zur Entwicklung des Enforcement in Deutschland

Titre: Zur Entwicklung des Enforcement in Deutschland

Dossier / Travail , 2006 , 32 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Milla Mareva (Auteur)

Gestion d'entreprise - Comptabilité, Fiscalité
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Résumé Extrait Résumé des informations

In den letzten Jahren ist das Vertrauen der Aktionäre hinsichtlich der Glaubwürdigkeit von Unternehmensinformationen als Folge zahlreicher Bilanzskandale (z.B. der Konkurs von US-amerikanischem Worldcom mit über 100 Mrd. US-Dollar Schuldenvolumen und der Niedergang von Enron mit über 30 Mrd. US-Dollar Schulden (1) oder der Fall des italienischen Molkereikonzerns Parmalat (2)) erheblich gesunken oder sogar vollständig verschwunden. Damit scheint sich die Reihe der Bilanzmanipulationen fortzusetzen, die in der letzten Zeit auch in Deutschland das Vertrauen des Kapitalmarkts in die Richtigkeit und Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung der Unternehmen tief erschüttert haben. Dieser Verlust resultiert zum einen daraus, dass oftmals innerhalb der bestehenden Rechnungslegungsnormen alle Auslegungsspielräume genutzt werden, um die tatsächliche wirtschaftliche Lage des Unternehmens durch bilanzpolitische Maßnahmen und/oder durch Sachverhaltsgestaltungen möglichst positiv darzustellen. Zum anderen sind in zahlreichen Fällen die Rechnungs- legungsvorschriften nicht ordnungsgemäß angewendet worden. Vor diesem Hintergrund ist am 26.11.2004 das Gesetz zur Kontrolle von Unternehmens- abschlüssen (Bilanzkontrollgesetz – BilKoG) im Bundesrat verabschiedet worden und mit der Veröffentlichung im BGBl am 20.12.2004 in Kraft getreten. (3) Zielsetzung dieses Gesetzes ist, das Vertrauen der Investoren in die Verlässlichkeit von Unternehmensabschlüssen und somit den Kapitalmarkt wiederherzustellen und wirksam zu stärken. Zur Zielerreichung wird nunmehr ein zweistufiges Enforcement-Modell in Deutschland etabliert. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das deutsche Enforcement-Modell eingehend vorzustellen und zu diskutieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die vorgenommenen Gesetzesänderungen ein adäquates Mittel sind, das Vertrauen der Investoren in die Rechnungslegung zurückzugewinnen.

(1) Vgl. zu Hintergründen des Enron-Zusammenbruches Zimmermann, J., StuB 12/2002, S.573; weitere Schwächen von US-GAAP am Beispiel anderer Firmen zeigen Lüdenbach, N./Hoffmann, W.-D., DB 23/2002, S.1169

(2) Einen Überblick über die durch Bilanzdelikte hervorgerufenen Vertrauensschäden und auch Vermögensschäden geben Ballwieser, W./Dobler, M., Die Unternehmung 6/2003, S.450

(3) Vgl. im Überblick Zülch, H., StuB 21/2004, S.975

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Problemstellung

II. Das deutsche Enforcement-Modell

1. Grundlegende Anforderungen an ein funktionsfähiges Enforcement

1.1 Personelle und finanzielle Ausgestaltung der Enforcement-Institution

1.2 Organisation und Struktur der Prüfung von Unternehmensabschlüssen

1.3 Sanktionierungsmöglichkeiten

2. Normdurchsetzung nach dem Vorbild ausländischer Institutionen: SEC und FRRP

3. Zweistufiges Enforcement-Modell zur Stärkung des deutschen Kapitalmarktes

3.1 Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR)

3.2 Prüfungsgegenstand und -umfang

3.3 Reaktive versus proaktive Prüfung

3.4 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als staatliche Instanz

3.5 Kosten der Prüfstelle

3.6 Zwischenergebnis

III. Die Wirkungskraft des deutschen Enforcement-Modells auf Rechnungslegung und Abschlussprüfung

IV. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das durch das Bilanzkontrollgesetz (BilKoG) in Deutschland neu eingeführte zweistufige Enforcement-Modell. Ziel ist es zu analysieren, ob diese regulatorische Neuerung ein adäquates Instrument darstellt, um das durch diverse Bilanzskandale erschütterte Vertrauen der Investoren in die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung wiederherzustellen und den Kapitalmarkt wirksam zu stärken.

  • Analyse der notwendigen Anforderungen an ein funktionsfähiges Enforcement-System.
  • Gegenüberstellung des deutschen Modells mit internationalen Ansätzen (SEC/FRRP).
  • Detaillierte Untersuchung der Arbeitsteilung zwischen der privatrechtlichen Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) und der staatlichen BaFin.
  • Diskussion der Auswirkungen des Enforcement auf die Qualität der Rechnungslegung und Abschlussprüfung.
  • Beurteilung der Effektivität von Sanktionierungsmechanismen und des proaktiven versus reaktiven Prüfungsansatzes.

Auszug aus dem Buch

1. Grundlegende Anforderungen an ein funktionsfähiges Enforcement

Betrachtet man das nachlassende Vertrauen der Investoren in die Aktienmärkte, interessiert, welche Anforderungen ein deutsches Enforcement-Modell erfüllen muss, um als funktionsfähige Kontroll- und Sanktionsinstanz angesehen zu werden und um das Vertrauen der Investoren in die Rechnungslegung sowie die Abschlussprüfung zurückzuerlangen. Im Wesentlichen sind bei der Implementierung eines Enforcement-Modells drei Kernbereiche zu beachten, auf welche nachfolgend eingegangen wird. Genauer handelt es sich bei diesen Bereichen um:

die personelle und finanzielle Ausgestaltung der Enforcement-Institution,

die Organisation und Struktur einer Prüfung von Unternehmensabschlüssen durch die Enforcement-Institution sowie

Sanktionierungsmöglichkeiten.

Soll eine Enforcement-Institution vertrauensbildend wirken, muss sie eine Abschreckungswirkung entfalten. Fehler und Manipulationshandlungen müssen präventiv unterbunden werden können. Umsetzbar ist dies dann, wenn die zu kontrollierenden Unternehmen davon ausgehen, dass ein Fehlverhalten früher als bisher entdeckt und sanktioniert wird. Voraussetzung für eine solche Abschreckungswirkung ist, dass sowohl die Enforcement-Institution als auch die mit der Kontrolle betrauten Personen persönlich, fachlich und finanziell unabhängig sind. Anerkannte und unabhängige Fachleute sind als Mitglieder der Enforcement-Institution einzusetzen. Die Finanzierung der Enforcement-Institution darf — im Sinne der finanziellen Unabhängigkeit dieser Institution — nicht auf freiwilligen Zahlungen der zu kontrollierenden Unternehmen beruhen. Bedenkt man, dass die Unternehmen bereits erhebliche finanzielle Aufwendungen für die gesetzliche Abschlussprüfung zu erbringen haben, kann eine (freiwillige) Finanzierung durch die zu kontrollierenden Unternehmen selbst im Extremfalle zu einer Verweigerungshaltung führen. Die Art der Finanzierung der Enforcement-Institution ist deshalb ein entscheidender Erfolgssfaktor für die Akzeptanz und Funktionsfähigkeit des deutschen Enforcement-Modells.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung beleuchtet die Vertrauenskrise am Kapitalmarkt infolge internationaler Bilanzskandale und führt das deutsche Enforcement-Modell als regulatorische Antwort ein.

II. Das deutsche Enforcement-Modell: Das Kapitel erläutert die Grundvoraussetzungen für ein wirksames Enforcement und analysiert das spezifische deutsche Zwei-Stufen-Modell inklusive der Aufgaben von DPR und BaFin.

III. Die Wirkungskraft des deutschen Enforcement-Modells auf Rechnungslegung und Abschlussprüfung: Hier werden die Auswirkungen der neuen Kontrollstrukturen auf die Standardsetzung sowie die veränderten Anreize für Abschlussprüfer im Hinblick auf Qualität und Sorgfalt diskutiert.

IV. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit zur „Enforcement-Lücke“ und bewertet das neue System als innovativen Schritt zur Stärkung des Finanzstandorts Deutschland.

Schlüsselwörter

Enforcement, Bilanzkontrollgesetz, BilKoG, Rechnungslegung, Abschlussprüfung, DPR, BaFin, Kapitalmarkt, Anlegerschutz, Bilanzskandale, Sanktionierung, IFRS, Enforcement-Modell, Prüfungsumfang, Abschlussprüferaufsichtsgesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung eines neuen Systems zur Kontrolle von Unternehmensabschlüssen in Deutschland, um auf Bilanzskandale und Vertrauensverluste an den Kapitalmärkten zu reagieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der institutionellen Ausgestaltung der Prüfung durch die DPR und BaFin, der Finanzierung dieser Institutionen sowie der Wirksamkeit der Sanktionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob das zweistufige Enforcement-Modell ein geeignetes Mittel zur Wiederherstellung des Anlegervertrauens in die Finanzberichterstattung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Bilanzkontrollgesetz sowie den relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen und Stellungnahmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Anforderungen an das Enforcement, vergleicht das deutsche Modell mit ausländischen Vorbildern und beschreibt die Aufgabenverteilung zwischen der privatrechtlichen DPR und der staatlichen BaFin.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Enforcement, Bilanzkontrollgesetz (BilKoG), DPR, BaFin, Anlegerschutz und die Qualität der Abschlussprüfung.

Warum wird die Arbeitsteilung zwischen DPR und BaFin als vorteilhaft angesehen?

Das Modell verbindet das vorhandene Selbstregulierungspotenzial der Wirtschaft (erste Stufe: DPR) mit der staatlichen hoheitlichen Durchsetzungsgewalt (zweite Stufe: BaFin), was Effizienz und Effektivität kombiniert.

Welche Rolle spielt die „adverse Publizität“ als Sanktion?

Die öffentliche Bekanntmachung von Fehlern führt zu einem Reputationsverlust, der für die Unternehmensleitung und den Abschlussprüfer einen starken Anreiz darstellt, regelkonforme Abschlüsse zu erstellen.

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Résumé des informations

Titre
Zur Entwicklung des Enforcement in Deutschland
Université
University of Hamburg
Cours
Betriebswirtschaftslehre, Bilanzen (Grundlagen/Vertiefungen)
Note
1,0
Auteur
Milla Mareva (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
32
N° de catalogue
V141529
ISBN (ebook)
9783640509935
ISBN (Livre)
9783640510177
Langue
allemand
mots-clé
Entwicklung Enforcement Deutschland
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Milla Mareva (Auteur), 2006, Zur Entwicklung des Enforcement in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141529
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Extrait de  32  pages
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