Berufsbildungssystem Österreich


Hausarbeit, 2008

17 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Gliederung:

I. Einleitung

II. Hauptteil
Grundstruktur
Die Struktur des österreichischen Bildungssystems
Primarbereich und Sekundarstufe I
Sekundarstufe II
Allgemeinbildende höhere Schule (AHS)/Oberstufe
Berufliches Bildungswesen
Die Polytechnische Schule
Die berufliche Erstausbildung
Das duale Ausbildungssystem
Doppellehre
Berufliche Vollzeitschulen
Berufsbildende mittlere Schulen (BMS)
Berufsbildende höhere Schulen (BHS)
Stellenwert der Berufsausbildung
Akzeptanz der Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt

III. Schluss

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

In dieser Ausarbeitung setze ich mich mit dem Berufsbildungssystem in Österreich auseinander. Die Primar- und Sekundarstufe I werden lediglich sekundär behandelt. Das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit ist auf das berufliche Bildungssystem in Österreich gerichtet.

Die Ausarbeitung soll einen kleinen Überblick über das österreichische Modell bieten und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da dies nur sehr eingeschränkt im Rahmen dieser Hausarbeit möglich ist.

Die Debatte um die Vergleichbarkeit und Vereinheitlichung der europäischen Bildungssysteme trägt zu einer intensiven Überprüfung der einzelnen Bildungssysteme in den EU-Staaten bei. Es werfen sich die Fragen auf: Welches System ist das Beste? Gibt es momentan ein Bildungssystem, das sich auf alle EU-Staaten übertragen lässt?

Diese Fragen sind nur schwer zu beantworten, zumal jeder Staat versucht, das eigene Bildungssystem weiterhin zu behalten oder gar für die Europäische Union durchzusetzen. Dennoch sollte das Bewusstsein in den Köpfen der Bürger für ein einheitliches Bildungssystem geweckt werden. Die Brügge-Initiative und der Bologna-Prozess zeigen, dass es ein einheitliches System der Abschlüsse in naher Zukunft geben wird, dies allerdings von denjenigen, die es am intensivsten betrifft, den Bürgern, nur bedingt wahrgenommen wird.

Die zu langen Ausbildungszeiten, bis zum Eintritt in den Arbeitsmarkt, werden in Deutschland beklagt. Der internationale Vergleich zeigt, dass viele Staaten eine kürzere Schul- und Ausbildungszeit vorweisen können.

Ist das österreichische Modell dem deutschen diesbezüglich voraus?

In Deutschland wird zwischen Allgemein- und Berufsbildung unterschieden. Die Struktur des dualen Systems in der BRD, trägt zu dieser Unterscheidung bei. Ist Berufliche Bildung nicht auch ein Stück weit Allgemeinbildung? Sollte man gänzlich zwischen diesen beiden Bildungswegen unterscheiden?

Durch die Referierung über das österreichische Bildungssystem im Rahmen des Seminars, habe ich einen kleinen Einblick in das System erlangen können.

Aufgrund der gewonnenen Eindrücke kam ich zu folgender Schlussfolgerung:

Das duale Ausbildungssystem in der BRD stellt entgegen dem österreichischen Modell eine Sackgasse für die Auszubildenden dar.

Das Berufsbildungssystem in Österreich werde ich, unter der Prämisse dieser These und aufgrund der vorangegangenen Leitfragen, im Rahmen der Hausarbeit untersuchen.

II. Hauptteil

Grundstruktur

Die Republik Österreich ist föderalistisch aufgebaut. Die Hoheit über das Bildungswesen gliedert sich in unterschiedliche Kompetenzbereiche.

Als Entscheidungsträger dient das Bundesparlament, welches sich in zwei Einrichtungen gliedert. Zum einen in dem Nationalrat, dem die wesentliche Bedeutung zukommt, und zum anderen in dem Bundesrat, welcher sich aus den Ländervertretungen zusammensetzt.

Die Kompetenzen der Landtage als gesetzgebende Körperschaften der Länder beschränken sich bei Schulangelegenheiten im wesentlichen auf die Erlassung von Ausführungsgesetzen und die Genehmigung finanzieller Mittel, während die Durchführung den Landesregierungen obliegt. Auch innerhalb der Länder und in den Bezirken werden die Schulverwaltung und die Schulaufsicht durch Schulbehörden des Bundes wahrgenommen.1

Im Jahr 2002 wurde eine durchschnittliche Bevölkerungszahl von 8.053.106 Einwohnern ermittelt.2 Die Wirtschaft gliedert sich in drei Schwerpunkte: Primär/Landwirtschaft, Sekundär/Industrie und Tertiär/Dienstleistung. Im Jahr 2002 gliederten sich die Beschäftigten prozentual in folgende Wirtschaftssektoren auf:

- Landwirtschaft 0,84 %
- Industrie 28,72 %
- Dienstleistungen 70,44 %.3

Tendenziell sinkt das Wirtschaftswachstum in den Bereichen Industrie und Landwirtschaft. Im Sektor der Dienstleistungen ist allgemein ein positiver Wirtschaftstrend zu verzeichnen. Österreichs Wirtschaft ist überwiegend klein und mittelbetrieblich strukturiert.

Die Zahl der Erwerbslosen belief sich im Jahr 2002 durchschnittlich auf 232.418 Personen, was einer Arbeitslosenquote von 6,9 % entspricht4.

Die Struktur des österreichischen Bildungssystems

Primarbereich und Sekundarstufe I

Das österreichische Schulsystem wird durch eine Reihe von Gesetzen bestimmt, wie das Schulpflichtgesetz, welches die Bestimmungen der allgemeinen Schulpflicht enthält. Seit 1962 besteht die neunjährige Schulpflicht. Die Sekundarstufe I schließt allerdings mit dem 8. Schuljahr ab. Je nach Interesse und Leistungsstand können die Schüler dann zwischen den vier Schulformen der SEK II wählen, auf die im Folgenden noch näher eingegangen wird.

Die Schulpflicht besteht ab dem sechsten Lebensjahr. Der Primarbereich umfasst die Schulstufen 1 bis 4 in der Volksschule. In der anschließenden Sekundarstufe stehen den Kindern neben den Sonderschulen (für Behinderte) und Gesamtschulen, vor allem zwei Bildungseinrichtungen offen:

- die Hauptschule,
- die Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen.

Die einzige Voraussetzung für die Aufnahme in die Hauptschule ist der erfolgreiche Abschluss des vierten Schuljahres der Volksschule. Nach einem Beobachtungszeitraum von drei Wochen bis zu einem halben Jahr werden die Schüler in Deutsch, Mathematik und einer lebendigen Fremdsprache in eine von drei Leistungsstufen eingestuft. Die Anforderungen der höchsten Leistungsgruppe entsprechen jenen der allgemeinbildenden höheren Schule. Diese Vorgehensweise entspricht der Förderstufe in der 5. und 6. Jahrgangsstufe in Hessen.

Das Ansehen der Hauptschule differiert strukturell sehr stark. In den Städten und dicht besiedelten Gebieten gilt die Hauptschule als eine Restschule. Auf dem Land hingegen wird sie von vielen Personen als durchaus ausreichende Schulbildung angesehen.

Die Hauptschule umfasst die Schulstufen fünf bis acht und hat die Aufgabe, die Schüler für das praktische Leben und den Eintritt in die berufsbildenden Schulen zu befähigen.

Die allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) sollen den Schülern eine umfassende und vertiefte Allgemeinbildung vermitteln. Voraussetzung für die Aufnahme ist der erfolgreiche Abschluss der vierten Schulstufe, sowie ein entsprechender Schulerfolg. In der Unterstufe können die Schüler zwischen Gymnasium, Realgymnasium und Wirtschaftskundlichem Gymnasium wählen.

[...]


1 vgl. Das Berufsbildungssystem in Österreich. CEDEFOP – Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung. 1. Auflage 1998/S. 13

2 Österreichisches Statistisches Zentralamt / Jahresbuch 2002

3 Österreichisches Statistisches Zentralamt / Jahresbuch 2002

4 Österreichisches Statistisches Zentralamt / Jahresbuch 2002

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Berufsbildungssystem Österreich
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V141537
ISBN (eBook)
9783640509973
ISBN (Buch)
9783640510214
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit, Berufsbildungssystem, Österreich, Bildungssystem, Vergleich, Deutschland
Arbeit zitieren
Mario Hartmann (Autor), 2008, Berufsbildungssystem Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141537

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