Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Job Education, Further Education

Berufsbildung in der ehemaligen DDR - ein Resümee

Title: Berufsbildung in der ehemaligen DDR - ein Resümee

Term Paper , 2009 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mario Hartmann (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Die Intensivierung der Produktion, die Entwicklung von Wissenschaft und Technik stellen große Ansprüche an Bildung und Erziehung. Die Berufsausbildung ist weiter zu vervollkommnen. Durch praxisverbundenen, theoretischen und berufspraktischen Unterricht ist den Lehrlingen solides, anwendungsbereites Wissen und Können zu vermitteln, das sie zur schöpferischen Arbeit im Beruf befähigt.“
(Programm der SED)
Mit diesem Zitat aus dem Programm der SED möchte ich meinen Überblick über einzelne Kapitel der Berufsbildung in der ehemaligen DDR beginnen, die sich in ihrer 40-jährigen Geschichte um die Bildung der Lehrlinge sehr bemühte. Dieser Überblick soll auch dazu dienen, dass international anerkannte hohe Ausbildungsniveau näher zu beleuchten. Waren doch einige Elemente von hohem Nutzwert, vor allem der akribisch geplante Bedarf an Fachkräften führte zu einer komplexen Struktur. Auch der schon mit Beginn der Lehrzeit beginnende Prozess der Einflechtung in das Arbeitskollektiv bot erhebliche Vorteile. Insbesondere die Sozialisation in den für den Lehrling völlig neuen Erfahrungsschatz „Arbeitskollektiv“ fiel durch straffe Planung und Organisation leichter.
Dazu fügen Geuther/Heinze/Siemon (1980) an: „Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung der Persönlichkeit ist das Arbeitskollektiv.“ Weiter heißt es: „Vor allem bei der Ausbildung der Lehrlinge in sozialistischen Arbeitskollektiven wird das Arbeiten und Lernen als Einheit verwirklicht.“
Durch den Zusammenbruch des politischen Systems in der DDR brachen auch die Strukturen des zentralistisch organisierten Berufsausbildungs- und Weiterbildungsverfahrens zusammen. Politisch gesehen war der Bruch einfacher zu verstehen, als es sich die meisten Bürger der ehemaligen DDR im Hinblick auf die „über Nacht“ veränderte Arbeitswelt vorstellen konnten. Als Arbeiter oder Angestellte waren sie es gewöhnt, dass sich Betriebe und Kombinate um ihre Belange kümmerten. Das Feilbieten der eigenen Arbeitskraft, der Kampf um Jobs und Ausbildungsplätze war Neuland. Auch der Bereich der beruflichen Erstausbildung, welcher in der DDR komplett durchorganisiert war, stand vor dem Aus. Potentielle Lehrlinge mussten sich erstmals völlig selbst orientieren und ihre Lehrstelle eigenständig suchen.
Auch die Organisation und das Thema Berufsberatung sollen unter dem Kontext heute üblicher Praxis in Arbeitsämtern und ähnlichen Stellen beleuchtet werden.

Excerpt


Gliederung

I. Einleitung und Arbeitsthese

II. Hauptteil

1. Planung der Berufsausbildung

2. Organisation und Verantwortung der Beruflichen Bildung

3. Organe und Leitung der Berufserziehung – ein Überblick

4. Die Berufsausbildung mit Abitur

5. Die Stellung des Facharbeiters in der Gesellschaft

III. Zusammenfassung & Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Berufsbildungssystem der ehemaligen DDR unter Berücksichtigung seiner historischen Strukturen und zentralistischen Organisation, um dessen Effektivität und Lösungsansätze kritisch zu bewerten und einen Vergleich zum heutigen dualen System zu ziehen.

  • Historische Planung und Steuerung der Berufsausbildung in der DDR.
  • Struktur der betrieblichen Verantwortung und der Berufsfachkommissionen.
  • Besonderheiten des Bildungsgangs „Berufsausbildung mit Abitur“.
  • Gesellschaftliche Stellung des Facharbeiters und die Rolle der Arbeitskollektive.
  • Vergleich zwischen DDR-Bildungsmodellen und modernen beruflichen Anforderungen.

Auszug aus dem Buch

4. Die Berufsausbildung mit Abitur

Als Variante der Berufsausbildung, welche Spezialbildung und Allgemeinbildung hervorragend verband, etablierte sich als doppeltqualifizierender Bildungsgang die Berufsausbildung mit Abitur (BmA). Mit der Wende ging damit ein mehr als 30 Jahre andauernder, auch international geschätzter Bildungsweg, zu Ende.

Grundständig stellte die Berufsausbildung mit Abitur einen typischen Bildungsweg dar, der neben der Berufsausbildung auch den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife vorsah. Anders als z. B. mit dem Besuch der EOS erlernte der Lehrling einen Beruf und bekam Lehrlingsgeld. Durch die Konstruktion des Bildungssystems war es von jeder Stufe aus möglich, den höchsten Bildungsabschluss zu erzielen. Doch die meisten Hoch- und Fachschulkader rekrutierten sich aus den EOS und der BmA.

Drechsel (1996) erläutert: „In der DDR wurde die Aufnahme einer studienvorbereitenden Abitur-Ausbildung grundsätzlich mit der Erwartung eines nachfolgenden Studiums verbunden. Die Ablegung des Abiturs ohne ein späteres Studium galt prinzipiell als Vergeudung von volkswirtschaftlichen Ressourcen.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Arbeitsthese: Der Autor führt in die historische Bedeutung der DDR-Berufsbildung ein und stellt die These auf, dass bestimmte organisatorische Elemente des damaligen Systems zur Lösung heutiger Ausbildungsprobleme beitragen könnten.

II. Hauptteil: Dieser Abschnitt beleuchtet detailliert die zentralistische Planung, die betriebliche Verantwortung, die Rolle der Berufsfachkommissionen sowie den speziellen Bildungsweg zur Erlangung des Facharbeiterabschlusses mit Abitur.

III. Zusammenfassung & Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das DDR-System durch die Doppelqualifikation und enge betriebliche Einbindung erfolgreich war, weist jedoch kritisch auf die politische Ideologisierung hin, die den damaligen Ausbildungsalltag prägte.

Schlüsselwörter

Berufsbildung, DDR, Facharbeiter, Berufsausbildung mit Abitur, Betrieb, Kombinat, Duales System, Bildungsplanung, Berufsfachkommission, Arbeitskollektiv, Doppelqualifikation, Berufsberatung, Volkswirtschaft, Spezialisierung, Weiterbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Berufsbildungssystem der ehemaligen DDR, dessen historische Entwicklung sowie die spezifische Struktur der Lehrlingsausbildung im Vergleich zu heutigen Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die zentralistische Bildungsplanung, die Rolle der Kombinate als Ausbildungsträger, die Besonderheit der Berufsausbildung mit Abitur und der gesellschaftliche Stellenwert des Facharbeiters.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aus den vergangenen DDR-Strukturen, insbesondere der effizienten Verzahnung von Theorie und Praxis, Erkenntnisse für die aktuelle Debatte zur Reform der beruflichen Erstausbildung zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Analyse und Aufarbeitung von Fachliteratur sowie historischen Quellen zur Bildungs- und Berufspolitik der DDR.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Planung der Berufsausbildung, die Organisation der Verantwortlichkeiten, die Rolle der Berufsfachkommissionen, den Bildungsgang zum Facharbeiter mit Abitur und die soziale Stellung des Facharbeiters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Berufsbildung, DDR, Facharbeiter, Duales System und Doppelqualifikation charakterisieren.

Warum wird die Berufsausbildung mit Abitur in der Arbeit so hervorgehoben?

Sie wird als „Erfolgsgeschichte“ beschrieben, da sie Allgemeinbildung mit einer soliden Berufsausbildung verknüpfte und somit eine sehr effiziente Vorbereitung auf ein Studium oder das Berufsleben darstellte.

Welche Rolle spielte das „Arbeitskollektiv“ in der DDR-Ausbildung?

Das Arbeitskollektiv diente als zentrales Instrument zur Sozialisation der Lehrlinge, wodurch diese frühzeitig in betriebliche Abläufe integriert wurden und Lernen als eine Einheit von Theorie und Praxis erfahren konnten.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Berufsbildung in der ehemaligen DDR - ein Resümee
College
University of Kassel
Grade
1,7
Author
Mario Hartmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V141543
ISBN (eBook)
9783640510016
ISBN (Book)
9783640510252
Language
German
Tags
Berufsbildung DDR Hausarbeit berufliche Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Hartmann (Author), 2009, Berufsbildung in der ehemaligen DDR - ein Resümee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141543
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint