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Libet-Experimente

Kritische Stellungnahme unter dem Aspekt der Willensfreiheit

Title: Libet-Experimente

Scientific Essay , 2008 , 75 Pages , Grade: 2-

Autor:in: Dieter Marquetand (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Die sog. "Libet-Experimente" werden unter Bezugnahme auf Libets Buch "Mind-Time" ausführlich und im Kontext seiner früheren Experimente dargestellt. Die These, dass sie nur im in diesem Kontext naturwissenschaftlich verstanden und damit nur so sinnvoll philosophisch bewertet werden können wird dargelegt und begründet. Die durch Fehlinterpretationen entstandenen Missverständnisse werden aufgezeigt.Eine kritische Bewertung der Libet-Experimente unter Bezugnahme auf die Meinungen anderer Autoren (G.Keil, M.Pauen, Th.Fuchs, H.H. Kornhuber) wird vorgenommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

3 Die Beunruhigung

10 Die Libet-Experimente als wissenschaftlicher Meilenstein.

12 Warum ist es notwendig, die „Libet-Experimente“ im Kontext seiner übrigen „Experimente am offenen Schädel wacher Patienten“ zu sehen?

14 Die Untersuchungen zum „sensorischen Bewusstsein“

18 Die besondere Bedeutung von „0,5 Sekunden“ („der erste Datenstrang“)

23 Die „retroaktive Wirkung“ eines verzögerten zweiten Reizes. Die „500 ms“ als Zeit zur „Modulation“ von Sinneseindrücken. („zweiter Datenstrang“)

24 Jensens Versuche zu Reaktionszeiten („dritter Datenstrang“)

25 Kann das Gehirn unbewusst „wahrnehmen“ (detektieren)? Die „Time-on-Theorie“.

27 Ist die unbewusste Detektion ein „mentaler Vorgang“?

28 Die Rückdatierung der verzögerten Sinneserfahrung

33 Das Bereitschaftspotential

36 Die Versuchsanordnung (das „Libet-Experiment“)

39 Das bewusste Veto.

43 Geert Keils Kritik an den Libet-Experimenten:

60 Michael Pauens Kritik an den Libet-Experimenten.

65 Kornhubers Meinung.

68 Thomas Fuchs: „Das Gehirn – ein Beziehungsorgan“

69 Peter Bieri

70 Harald Schulz-Henke

70 Zum Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Aussagekraft und die philosophische Einordnung der sogenannten „Libet-Experimente“ zur Willensfreiheit. Dabei wird analysiert, inwieweit neurowissenschaftliche Befunde über unbewusste Hirnaktivitäten vor einer bewussten Handlungsentscheidung die traditionelle Auffassung von Willensfreiheit infrage stellen oder ob Fehlinterpretationen vorliegen.

  • Kritische Analyse der Libet-Experimente im neurophysiologischen Kontext.
  • Untersuchung der Bedeutung von Zeitverzögerungen und „Rückdatierung“ im Gehirn.
  • Bewertung der Rolle des bewussten „Vetos“ als Rettung der Willensfreiheit.
  • Diskussion philosophischer Kritikansätze von Denkern wie Geert Keil und Michael Pauen.
  • Reflektion über die Kooperation zwischen Neurowissenschaft und Philosophie.

Auszug aus dem Buch

Die Versuchsanordnung (das „Libet-Experiment“):

Libets Ausweg aus diesem Dilemma war, die Zeit, zu der sie sich entschieden hatte, nicht sofort mitzuteilen, sondern sie sich im Stillen zu merken und erst nach dem Versuchsdurchgang zu berichten. „Rein“ geistige Vorgänge, wie das Registrieren eines Zeitpunktes und das Memorieren desselben ziehen kein messbares EEG-Signal nach sich.

Libet wählte daher einen uhrähnlichen Kreis auf einem Bildschirm. Der Zeiger dieser „Uhr“ war ein Lichtfleck, der in 2,56 Sekunden einmal eine Kreisbewegung vollführte und damit 25-fach schneller war, als der Sekundenzeiger einer üblichen Uhr. Diese hohe Geschwindigkeit wählte Libet, um Zeitunterschiede im Bereich von Millisekunden aufzudecken.

Die „freie Willenshandlung“, welche die Versuchsperson vollziehen sollte, war eine einfache Bewegung des Handgelenks zu einem beliebigen Zeitpunkt. Die Versuchsperson sollte „nicht im Voraus planen, wann sie handeln würde“; sie sollte vielmehr die Handlung „von sich aus erscheinen lassen“. Dadurch wollte Libet den „Prozess der Handlungsplanung“ von dem Prozess für einen freien, spontanen Willen, „jetzt zu handeln“ unterscheiden.

Das „erste Bewusstsein der Bewegungsabsicht“ sollte die Versuchsperson mit der Position des kreisenden Lichtflecks auf der Uhr gedanklich verknüpfen, sich merken und anschließend berichten. Dieser berichtete Zeitpunkt („W“) war für Libet der Zeitpunkt für „das bewusste Wollen oder Wünschen einer Handlung“.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Beunruhigung: Der Autor erläutert, wie wissenschaftliche Ergebnisse, ähnlich wie Galileos Entdeckungen, das etablierte Weltbild herausfordern und zu heftigen Debatten über die Willensfreiheit führen.

Die Libet-Experimente als wissenschaftlicher Meilenstein.: Historischer Einblick in die Entwicklung der Neurophysiologie und die Bedeutung von Libets Arbeit im Kontext der damaligen Forschung.

Warum ist es notwendig, die „Libet-Experimente“ im Kontext seiner übrigen „Experimente am offenen Schädel wacher Patienten“ zu sehen?: Erläuterung, dass die Libet-Experimente nur durch das Verständnis seiner früheren neurologischen Versuche wissenschaftlich korrekt einzuordnen sind.

Die Untersuchungen zum „sensorischen Bewusstsein“: Analyse von Libets Verständnis von Bewusstsein und der Schwierigkeit, mentale Zustände operationalisierbar zu machen.

Die besondere Bedeutung von „0,5 Sekunden“ („der erste Datenstrang“): Erklärung, warum eine Reizdauer von ca. 500 ms für das Entstehen eines bewussten Empfindens notwendig ist.

Die „retroaktive Wirkung“ eines verzögerten zweiten Reizes. Die „500 ms“ als Zeit zur „Modulation“ von Sinneseindrücken. („zweiter Datenstrang“): Darstellung, wie das Gehirn Sinneseindrücke unbewusst verarbeitet und zeitlich verzögert wahrnehmbar macht.

Jensens Versuche zu Reaktionszeiten („dritter Datenstrang“): Bestätigung der Hypothese der bewussten Wahrnehmungszeit durch die Untersuchung von Reaktionszeitverzögerungen bei Probanden.

Kann das Gehirn unbewusst „wahrnehmen“ (detektieren)? Die „Time-on-Theorie“.: Vorstellung von Libets Theorie, wie das Gehirn unbewusste Detektion in bewusste Wahrnehmung transformiert.

Ist die unbewusste Detektion ein „mentaler Vorgang“?: Diskussion über die Abgrenzung von mentalen Phänomenen und der Rolle des Gehirns als Organ geistiger Funktionen.

Die Rückdatierung der verzögerten Sinneserfahrung: Erläuterung, wie das Gehirn verzögerte neuronale Signale subjektiv in die „Echtzeit“ rückdatiert.

Das Bereitschaftspotential: Beschreibung der Entdeckung des Bereitschaftspotentials und dessen Bedeutung für die Erforschung der Willkürbewegung.

Die Versuchsanordnung (das „Libet-Experiment“): Detaillierte Darstellung der experimentellen Methode zur Messung des Zeitpunktes des bewussten Wollens.

Das bewusste Veto.: Untersuchung der Frage, ob der Mensch trotz unbewusster Einleitung einer Handlung diese durch ein bewusstes Veto stoppen kann.

Geert Keils Kritik an den Libet-Experimenten:: Auseinandersetzung mit der philosophischen Kritik von Geert Keil an der Interpretation der Experimente.

Michael Pauens Kritik an den Libet-Experimenten.: Diskussion über Michael Pauens philosophische Einordnung der Ergebnisse im Kontext von Willensfreiheit.

Kornhubers Meinung.: Einordnung der Perspektive von Hans Helmut Kornhuber auf die Rolle des Gehirns und den freien Willen.

Thomas Fuchs: „Das Gehirn – ein Beziehungsorgan“: Vorstellung der Theorie von Thomas Fuchs zur Aspektdualität und Kritik an neurowissenschaftlichen Verkürzungen.

Peter Bieri: Kurze Zusammenfassung von Bieris philosophischer Sichtweise zur Trennung von physiologischer und psychologischer Ebene.

Harald Schulz-Henke: Hinweis auf Schulz-Henkes Konzept der „Gleichzeitigkeitskorrelation“.

Zum Schluss: Abschließende Reflektion über das notwendige Miteinander von Philosophie und Hirnforschung.

Schlüsselwörter

Libet-Experimente, Willensfreiheit, Bereitschaftspotential, Bewusstsein, Neurophysiologie, Determinismus, Veto, Hirnforschung, Philosophie des Geistes, Rückdatierung, Mentales Feld, neuronale Korrelate, Handlungsplanung, Zeitverzögerung, unbewusste Wahrnehmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Würdigung der Libet-Experimente und untersucht deren Relevanz sowie die teils fehlerhafte Interpretation im philosophischen und neurowissenschaftlichen Diskurs bezüglich der Willensfreiheit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die neurophysiologischen Grundlagen der Handlungsplanung, die zeitliche Verzögerung zwischen neuronaler Aktivität und bewusster Entscheidung sowie die philosophische Einordnung dieser Befunde.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Lesern eine fundierte, differenzierte Sicht auf Libets Experimente zu vermitteln und philosophische Fehlinterpretationen durch eine naturwissenschaftlich präzise Betrachtung zu entkräften.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Libets Originalpublikationen, die Einbeziehung zeitgenössischer neurophysiologischer Erkenntnisse und eine kritische Auseinandersetzung mit philosophischen Gegenpositionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Versuchsaufbauten, der Begriff der „Rückdatierung“, das Bereitschaftspotential sowie die verschiedenen Kritiken von Denkern wie Geert Keil und Michael Pauen detailliert untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Libet-Experimente, Bereitschaftspotential, Willensfreiheit, Bewusstsein und unbewusste Hirnaktivität geprägt.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Detektion und Wahrnehmung?

Der Autor erklärt, dass Detektion die rein neuronale Registrierung eines Reizes im Gehirn bezeichnet, während Wahrnehmung die bewusste, berichtbare Erfahrung des Reizes meint, die eine zusätzliche Zeitdauer (time-on) erfordert.

Was versteht man in diesem Kontext unter dem „Veto“?

Das Veto beschreibt die vom Autor und Libet postulierte Fähigkeit des bewussten Willens, eine bereits unbewusst eingeleitete Handlung kurz vor ihrer Ausführung noch aktiv zu unterdrücken.

Warum hält der Autor die Kritik von Geert Keil für teils irreführend?

Der Autor argumentiert, dass Keil oft philosophische Annahmen in Libets Versuche hineininterpretiert, die diese gar nicht abdecken, und dabei die operativen Grenzen des naturwissenschaftlichen Ansatzes missachtet.

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Details

Title
Libet-Experimente
Subtitle
Kritische Stellungnahme unter dem Aspekt der Willensfreiheit
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Naturalisierung der Freiheit
Grade
2-
Author
Dieter Marquetand (Author)
Publication Year
2008
Pages
75
Catalog Number
V141564
ISBN (eBook)
9783640517961
ISBN (Book)
9783640517695
Language
German
Tags
Libet-Experimente Wille Freiheit Neurophysiologie Willensfreiheit Naturalisierung der Freiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dieter Marquetand (Author), 2008, Libet-Experimente , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141564
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