Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Psychopharmakotherapie bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen bzw. Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Es wird ein Überblick über häufig eingesetzte Präparate und den mit ihnen verbundenen Wirkungen gegeben und über Wirksamkeit und Risiken von Methylphenidat und Atomoxetin diskutiert. Die theoretische Grundlage der Arbeit bildet die Darstellung des Krankheitsbildes der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.
Schlüsselwörter:
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Pharmakotherapie, Methylphenidat, Atomoxetin
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
2.1 Symptomatik und Klassifikation
2.2 Prävalenz und Verlauf
2.3 Pathogenese
2.4 Diagnostik
2.5 Therapeutische Behandlung
3 Psychopharmakotherapie bei Kindern mit ADHS
3.1 Allgemeine Leitlinien zur medikamentösen Behandlung
3.2 Häufig eingesetzte Medikamente und ihre Wirkung
3.3 Empirische Befunde zur Wirksamkeit von Methylphenidat und Atomoxetin
3.4 Risiken und Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung
4 Diskussion
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Psychopharmakotherapie bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen (ADHS), wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, die Wirksamkeit sowie die mit einer Medikation verbundenen Risiken und Nebenwirkungen kritisch zu beleuchten und in einen multimodalen Behandlungsansatz einzuordnen.
- Grundlagen des Störungsbildes ADHS (Diagnostik, Pathogenese und Symptomatik)
- Leitlinien und Standards für die medikamentöse Behandlung
- Vergleichende Analyse von Methylphenidat und Atomoxetin
- Diskussion über ethische Aspekte und Versorgungsstrukturen
Auszug aus dem Buch
3.4 Risiken und Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung
Jedes Psychopharmakon kann neben positiven Effekten auch Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Stimulanzien und Nichtstimulanzien weisen ein ähnliches Spektrum an unerwünschten Wirkungen auf:
Nach Trott und Wirth (1995) gilt Methylphenidat in mittleren Dosierungen (unterhalb 1mg/kg Körpergewicht) als eine sehr sichere Substanz und erzeugt kaum Nebenwirkungen. Nebenwirkungen nehmen allerdings mit steigender Dosis generell zu. So können vor allem zu Beginn einer medikamentösen Behandlung bei bis zu 50% der behandelten Kinder Einschlafschwierigkeiten, Appetitlosigkeit und Übelkeit beobachtet werden, die in den meisten Fällen temporär sind. Des Weiteren ist anfangs auf eine Steigerung der Herzschlagrate und Zunahme des Blutdrucks zu verweisen. Gelegentlich können als unerwünschte Wirkungen Tics oder in seltenen Fällen epileptische Anfälle beobachtet werden. Ebenso wird bei Dosisüberschreitungen über eine langfristige Wachstumsverzögerung diskutiert. Studien konnten bisher jedoch keine eindeutigen Ergebnisse dazu liefern. In bis zu 30% der Fälle erweist sich Methylphenidat sogar ganz und gar als unwirksam (Knölker, 2001). Vor allem Eltern beobachten häufig Veränderungen der Stimmungslage, wenn sie das vor der Medikation hohe Aktivitätsniveau ihrer Kinder mit Fröhlichkeit gleichsetzten. Bei Verminderung der motorischen Aktivität beurteilen sie das Befinden ihrer Kinder oft ungünstig. So werden vor allem bei einer zu hohen Titration zurückgezogenes und lethargisches Verhalten beschrieben (Trott & Wirth, 1995).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Aufmerksamkeit als Basisleistung und die wachsende Bedeutung der ADHS-Diagnostik sowie der medikamentösen Therapie.
2 Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Darstellung der Symptomatik, Klassifikationssysteme, Ätiologie sowie der multimodalen therapeutischen Ansätze.
3 Psychopharmakotherapie bei Kindern mit ADHS: Übersicht über medizinische Leitlinien, Wirkweisen gängiger Medikamente und eine Auswertung empirischer Befunde hinsichtlich Wirksamkeit und Nebenwirkungen.
4 Diskussion: Kritische Reflexion der Verordnungspraxis, der Notwendigkeit einer multimodalen Gesamtstrategie und der ethischen Debatte um die medikamentöse Behandlung.
5 Ausblick: Überlegungen zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen und der zukünftigen Forschung zur Optimierung der Diagnose- und Behandlungsinstrumente.
Schlüsselwörter
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ADHS, Pharmakotherapie, Methylphenidat, Atomoxetin, Psychostimulanzien, Kindesalter, Diagnostik, multimodale Therapie, Nebenwirkungen, Wirksamkeit, Versorgungsstruktur, Leitlinien, Verhaltenstherapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und den Auswirkungen von Medikamenten zur Behandlung von hyperkinetischen Störungen (ADHS) bei Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die medizinischen Leitlinien, die Wirksamkeit von Wirkstoffen wie Methylphenidat und Atomoxetin sowie die kritische Reflexion der klinischen Anwendung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über Wirksamkeit und Risiken der medikamentösen ADHS-Therapie zu geben und deren Einbettung in ein multimodales Behandlungskonzept zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende wissenschaftliche Studien und klinische Leitlinien zur ADHS-Therapie zusammenführt und kritisch diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Störungsbildes, die Leitlinien der medikamentösen Therapie, die spezifischen Wirkmechanismen der Präparate sowie die Analyse von Kurzzeit- und Langzeiteffekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind ADHS, Psychopharmakotherapie, Methylphenidat, multimodale Behandlung und Diagnostik.
Warum wird Methylphenidat oft als Mittel der ersten Wahl bezeichnet?
Es ist das am besten evaluierte Stimulans, das die Dopaminfehlregulation effektiv beeinflusst, sofern andere Interventionen nicht den gewünschten Erfolg zeigten.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Atomoxetin von der der Stimulanzien?
Atomoxetin wirkt als selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und benötigt eine längere Anlaufzeit von etwa sieben Wochen, bis sich die volle Wirkung entfaltet.
Welche Kritik wird an der alleinigen medikamentösen Behandlung geübt?
Kritisiert wird, dass Medikamente bei mangelnden Versorgungsstrukturen oft ohne begleitende Psychotherapie verschrieben werden, was die Selbsteffektivität der Kinder beeinträchtigen kann.
Welche Rolle spielt die Psychoedukation im Therapieprozess?
Sie ist ein essenzieller Baustein der multimodalen Gesamtstrategie, um Eltern, Lehrer und Kinder über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären und Vertrauen zu schaffen.
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- BA Päd. Psych. Stefanie Pauly (Author), 2009, Psychopharmakotherapie bei Kindern mit hyperkinetischen Störungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141604