Zentrales Interesse dieser Abhandlung ist es zu analysieren, wie sich das informelle Lernen zum organisierten, formellen Lernen in der kaufmännischen Berufsausbildung als einem der größten Ausbildungsbereiche Deutschlands verhält. Es wird untersucht ob zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben bezüglich informellen Lernens bereits verbindende Strukturen bestehen und wie solche Wechselwirkungen implementiert und ausgebaut werden können. Unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse wird dann ein Szenario entwickelt, das praktisch veranschaulicht, wie eine enge, das informelle Lernen fördernde Zusammenarbeit im dualen System der Berufsausbildung konkret aussehen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. LERNFORMEN
2.1 FORMALES LERNEN
2.2 NONFORMALES LERNEN
2.3 INFORMELLES LERNEN
2.4 ZUSAMMENFASSUNG
3. PARADIGMEN INFORMELLEN LERNENS
3.1 ZUR KOMPETENZDISKUSSION
3.2 IMPLIZITES LERNEN
3.3 ERFAHRUNGSLERNEN
3.4 SELBSTORGANISIERTES LERNEN
3.5 ALLTAGSLERNEN
3.6 LERNEN AM ARBEITSPLATZ
3.7 ZUSAMMENFASSUNG
4. MODELLE DER BERUFSAUSBILDUNG
4.1 DAS DUALE SYSTEM DER BERUFSAUSBILDUNG
4.2 ALTERNATIVEN ZUM DUALEN SYSTEM
4.3 FOKUS: KAUFMÄNNISCHE AUSBILDUNGSBERUFE
4.4 ZUSAMMENFASSUNG
5. INFORMELLES LERNEN IM AUSBILDUNGSBETRIEB
5.1 BEDEUTUNG
5.2 FÖRDERUNG
5.3 ZERTIFIZIERUNG
5.4 NACHHALTIGKEIT
5.5 ZUSAMMENFASSUNG
6. INFORMELLES LERNEN IN DER BERUFSSCHULE
6.1 BEDEUTUNG
6.2 FÖRDERUNG
6.3 ZERTIFIZIERUNG
6.4 NACHHALTIGKEIT
6.5 ZUSAMMENFASSUNG
7. FORMELLES UND INFORMELLES LERNEN IM DUALEN SYSTEM
7.1 WIE MUSS INFORMELLES LERNEN IM BETRIEB AUSSEHEN UM POSITIVE AUSWIRKUNGEN AUF DIE BERUFSSCHULE ZU HABEN?
7.2 WIE MUSS LERNEN IN DER BERUFSSCHULE AUSSEHEN UM POSITIVE AUSWIRKUNGEN AUF DAS INFORMELLE LERNEN IM BETRIEB ZU HABEN?
7.3 ZUSAMMENFASSUNG
8. ABSCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Wechselwirkungen zwischen formellem und informellem Lernen in der deutschen kaufmännischen Berufsausbildung. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie diese beiden Lernformen im dualen System sinnvoll miteinander verknüpft und durch Ausbildungsbetriebe sowie Berufsschulen gezielt gefördert werden können.
- Grundlagen und Abgrenzung verschiedener Lernformen (formell, nonformell, informell).
- Analyse der Paradigmen informellen Lernens und deren Bedeutung für die Kompetenzentwicklung.
- Untersuchung des dualen Systems und der spezifischen Rolle kaufmännischer Ausbildungsberufe.
- Konkrete Ansätze zur Förderung, Zertifizierung und nachhaltigen Gestaltung informeller Lernprozesse im Betrieb und in der Berufsschule.
Auszug aus dem Buch
Handlungsspielraum
Auszubildende brauchen für Ihre Entwicklung Freiräume um mit Methoden, Vorgängen, Arbeitsweisen und Ideen experimentieren zu können. Nur so können sie ihre Kenntnisse, Vorstellungen und Kompetenzen erproben und erweitern und im Anschluss daran gegebenenfalls verändern (vgl. Rauschenbach, Düx, Sass 2007). Um dies zu gewährleisten müssen die „Freiheitsgrade in der Arbeit, d. h. die unterschiedlichen Möglichkeiten kompetent zu handeln“ (Jensen-Kamph, Dehnbostel 2007, S. 150) möglichst ausgeprägt sein. Der Auszubildende muss „eigene Erfahrungen machen und eigene Wissenskonstruktionen und Interpretationen vornehmen können!“ (ebd., S. 151). Wichtig sind hierbei Irritationen, Krisen, Widersprüche und Probleme, die die Arbeit aufwirft, denn nur das führt zu Reflexion (vgl. Brüggemann, Rohs 2007, S. 277; vgl. 3.1) und unterstützt somit den informellen Kenntniserwerb in optimalem Maße.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der hohen Bedeutung informellen Lernens als Grundform menschlichen Lernens und Motivation für die Untersuchung im Kontext der kaufmännischen Berufsausbildung.
2. LERNFORMEN: Definition und analytische Abgrenzung von formalem, nonformalem und informellem Lernen zur Klärung der theoretischen Basis.
3. PARADIGMEN INFORMELLEN LERNENS: Untersuchung verschiedener Lernarten wie Erfahrungslernen, implizites Lernen und Lernen am Arbeitsplatz in Bezug auf Kompetenzentwicklung.
4. MODELLE DER BERUFSAUSBILDUNG: Analyse des dualen Systems der Berufsausbildung im Vergleich zu anderen internationalen Modellen und Fokus auf kaufmännische Berufe.
5. INFORMELLES LERNEN IM AUSBILDUNGSBETRIEB: Erläuterung der Bedeutung, Förderung und Zertifizierung informeller Lernprozesse aus betrieblicher Perspektive.
6. INFORMELLES LERNEN IN DER BERUFSSCHULE: Betrachtung der Berufsschule als bisher vernachlässigter Lernort für informelle Prozesse und Möglichkeiten der pädagogischen Unterstützung.
7. FORMELLES UND INFORMELLES LERNEN IM DUALEN SYSTEM: Zusammenführung der Ergebnisse zur Integration beider Lernformen und Vorstellung konkreter Verknüpfungsprojekte.
8. ABSCHLUSS: Resümee über die Notwendigkeit der komplementären Gestaltung von formellem und informellem Lernen zur Bewältigung zukünftiger Anforderungen der Arbeitswelt.
Schlüsselwörter
Informelles Lernen, Formelles Lernen, Duales System, Kaufmännische Berufsausbildung, Kompetenzentwicklung, Handlungskompetenz, Erfahrungslernen, Berufsschule, Ausbildungsbetrieb, Zertifizierung, Nachhaltigkeit, Reflexion, Arbeitsplatz, Selbstorganisiertes Lernen, Berufspädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und Förderung des informellen Lernens innerhalb der deutschen kaufmännischen Berufsausbildung und wie dieses mit dem formellen Lernen im dualen System verknüpft werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Abgrenzung von Lernformen, die Kompetenzentwicklung, die Analyse des dualen Systems sowie praktische Strategien zur Verzahnung betrieblicher und schulischer Lernprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie informelles Lernen im dualen System identifiziert, gefördert und nachhaltig mit formellen Strukturen verbunden werden kann, um eine neue Ausbildungskultur zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der globalen Methode der Textrecherche und wertet einschlägige Fachliteratur sowie Studien aus dem Bereich der Berufsbildungsforschung aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Lernparadigmen, die Analyse der Ausbildungsmodelle sowie die detaillierte Untersuchung der Potenziale von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule als Lernorte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind informelles Lernen, duales System, Handlungskompetenz, Berufsbildung und Kompetenzentwicklung.
Was hat es mit den "GALA-Lernaufgaben" auf sich?
GALA-Lernaufgaben sind strukturierte Anforderungen, die das Lernen im Betrieb erfahrungsbezogen aufbereiten und somit einen produktionsnahen Kompetenzerwerb ermöglichen.
Welches Projekt wird für die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb vorgestellt?
Die Arbeit beschreibt das Pilotprojekt "Lehrerlernen", bei dem Berufsschullehrer Praktika in Betrieben absolvieren, um tiefere Einblicke in die betriebliche Realität ihrer Auszubildenden zu erhalten.
- Citar trabajo
- Mario Schmitt (Autor), 2009, Informelles Lernen. Zur Verbindung von formellem und informellem Lernen in der kaufmännischen Berufsausbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141696