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„Eigen volk eerst“ - rechtspopulistische Diskursstrategien am Beispiel des belgischen Vlaams Belang

Title: „Eigen volk eerst“ - rechtspopulistische Diskursstrategien am Beispiel des belgischen Vlaams Belang

Term Paper , 2009 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Torben Fischer (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Summary Excerpt Details

Seit Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts durchläuft die politische Kultur in Westeuropa einen tiefgreifenden Wandel. Im Zuge der Auflösung traditioneller Parteibindungen, des gesteigerten Aufkommens von Wechselwählern, Politik(-er)verdrossenheit, medialer Schnelllebigkeit sowie des Bedeutungsverlustes der Volksparteien, tritt an die Stelle der bewährten Sach- und Kompromissorientierung früherer Tage vermehrt der Populismus als neuartige Form der Politikvermittlung (vgl. Decker 2006: 13 ff.) auf. Spätestens die zahlreichen Wahlerfolge auf Seiten der rechtspopulistischen Parteien in Europa, aber auch das Erstarken linkspopulistischer Kräfte in Südamerika sowie die sukzessive Übernahme populistischer Stilelemente durch die etablierten Parteien weisen darauf hin, dass populistische Strategien längst nicht mehr den Charakter eines Kurzzeitphänomens besitzen, sondern als „scharfe politische Waffe“ (Holtmann/Krappidel/Rehse 2006: 16) Eingang in das politische Alltagsgeschäft gefunden haben. Dies allein mag noch kein Grund zur Besorgnis sein. Doch zeigt sich, dass vor allem die extremistischen Kräfte an beiden Rändern des politischen Spektrums mit Hilfe populistischer Charakteristika neuen Aufwind erlangt haben und im Gewand vermeintlich progressiver, sozialer Bewegungen das „parteipolitische Kräfteparallelogramm“ (Hartleb 2006: 111) in vielen europäischen Ländern zu ihren Gunsten verschieben konnten. Besonders der europäische Rechtspopulismus entfaltet dabei eine Wirkung, die in ihrer Reichweite und Beständigkeit alle (negativen) Erwartungen übertrifft. Ob Le Pens „Front National“ (FN), die „Schweizer Volkspartei“ (SVP), die italienische „Lega Nord“ (LD), die „Liste Pim Fortyn“ (LPF) in den Niederlanden oder die FPÖ in Österreich – die rechtspopulistische Parteienfamilie konnte über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg in nahezu allen europäischen Ländern erfolgreich Fuß fassen und bisweilen sogar Regierungsbeteiligung erlangen (vgl. ebd: 111 ff.). Als einer der erfolgreichsten Vertreter rechtspopulistischer Parteien gilt dabei der belgische „Vlaams Belang“ (VB).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Rechtspopulismus – aktuelles Phänomen moderner Demokratien

2. Rechtspopulismus – ein Definitionsversuch

3. Rechtspopulismus als Erfolgsrezept: Der Vlaams Belang im politischen System Belgiens

3.1. Vlaams Belang: eine rechtspopulistische Partei

3.2. Die Rolle des Vlaams Belang im belgischen Parteiensystem am Beispiel der belgischen Integrationsdebatte

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskursstrategien rechtspopulistischer Parteien am Beispiel des belgischen Vlaams Belang, um zu analysieren, wie die Partei trotz des „cordon sanitaire“ politischen Einfluss ausübt und ihre Themen in die Agenda der etablierten Politik einbringt.

  • Analyse populistischer Vermittlungsmuster und Diskursstrategien
  • Untersuchung des belgischen Parteiensystems und dessen Fragmentierung
  • Einfluss des Vlaams Belang auf die belgische Integrationsdebatte
  • Bewertung der Bekämpfungsstrategien demokratischer Parteien

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Rechtspopulismus – aktuelles Phänomen moderner Demokratien

Seit Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts durchläuft die politische Kultur in Westeuropa einen tiefgreifenden Wandel. Im Zuge der Auflösung traditioneller Parteibindungen, des gesteigerten Aufkommens von Wechselwählern, Politik(-er)verdrossenheit, medialer Schnelllebigkeit sowie des Bedeutungsverlustes der Volksparteien, tritt an die Stelle der bewährten Sach- und Kompromissorientierung früherer Tage vermehrt der Populismus als neuartige Form der Politikvermittlung (vgl. Decker 2006: 13 ff.) auf. Spätestens die zahlreichen Wahlerfolge auf Seiten der rechtspopulistischen Parteien in Europa, aber auch das Erstarken linkspopulistischer Kräfte in Südamerika sowie die sukzessive Übernahme populistischer Stilelemente durch die etablierten Parteien weisen darauf hin, dass populistische Strategien längst nicht mehr den Charakter eines Kurzzeitphänomens besitzen, sondern als „scharfe politische Waffe“ (Holtmann/Krappidel/Rehse 2006: 16) Eingang in das politische Alltagsgeschäft gefunden haben.

Dies allein mag noch kein Grund zur Besorgnis sein. Doch zeigt sich, dass vor allem die extremistischen Kräfte an beiden Rändern des politischen Spektrums mit Hilfe populistischer Charakteristika neuen Aufwind erlangt haben und im Gewand vermeintlich progressiver, sozialer Bewegungen das „parteipolitische Kräfteparallelogramm“ (Hartleb 2006: 111) in vielen europäischen Ländern zu ihren Gunsten verschieben konnten. Besonders der europäische Rechtspopulismus entfaltet dabei eine Wirkung, die in ihrer Reichweite und Beständigkeit alle (negativen) Erwartungen übertrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Rechtspopulismus – aktuelles Phänomen moderner Demokratien: Das Kapitel führt in den Wandel der politischen Kultur Westeuropas ein und skizziert den Aufstieg des Populismus sowie die beispielhafte Rolle des Vlaams Belang.

2. Rechtspopulismus – ein Definitionsversuch: Hier wird der theoretische Begriff des Populismus diskutiert, wobei zwischen einem bloßen Stil der Politikvermittlung und ideologischen Inhalten unterschieden wird.

3. Rechtspopulismus als Erfolgsrezept: Der Vlaams Belang im politischen System Belgiens: Dieses Kapitel analysiert die Genese und den Wahlerfolg des Vlaams Belang innerhalb des belgischen politischen Systems.

3.1. Vlaams Belang: eine rechtspopulistische Partei: Der Fokus liegt auf der Selbststilisierung des Vlaams Belang als Anti-Establishment-Partei und deren Nutzung populistischer Diskursmittel.

3.2. Die Rolle des Vlaams Belang im belgischen Parteiensystem am Beispiel der belgischen Integrationsdebatte: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss der Partei auf die belgische Migrationspolitik und die dadurch erzeugten Reaktionen der etablierten politischen Akteure.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, wie rechtspopulistische Strategien politische Agenden prägen und welche Herausforderungen dies für demokratische Parteien darstellt.

5. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Rechtspopulismus, Vlaams Belang, Diskursstrategien, Belgien, Integrationsdebatte, cordon sanitaire, Parteiensystem, politische Kommunikation, Populismus, Nationalismus, Identitätspolitik, Politikanalyse, Wählerstimmen, Demokratie, Rechtsextremismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Diskursstrategien des belgischen Vlaams Belang und analysiert, wie diese Partei trotz politischer Isolation erfolgreich populistische Themen in die gesellschaftliche Debatte einbringt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Rechtspopulismus, das belgische politische System, die Rolle von Identitätspolitik sowie die Dynamik der Integrationsdebatte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie rechtspopulistische Vermittlungsmuster den politischen Wettbewerb beeinflussen und warum etablierte Parteien oft Schwierigkeiten haben, darauf effektiv zu reagieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt politikwissenschaftliche Definitionen und Kriterienkataloge, um den Vlaams Belang einzuordnen und empirische Beispiele aus der belgischen Politik für eine Fallstudie zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Populismus, der Parteigeschichte des Vlaams Belang, dessen Agitationsstrategien sowie dem Einfluss auf die belgische Integrationsdebatte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Rechtspopulismus, Vlaams Belang, Integrationsdebatte, cordon sanitaire und politische Diskursstrategien.

Wie verändert der Vlaams Belang die belgische Politik?

Durch die Besetzung von Themen wie Nationalismus und Einwanderung zwingt der Vlaams Belang etablierte Parteien zur Positionierung, was teilweise zu einer inhaltlichen Annäherung oder zu einer defensiven Blockadehaltung führt.

Was bedeutet der „cordon sanitaire“ im Kontext dieser Arbeit?

Es bezeichnet den informellen Konsens der demokratischen Parteien Belgiens, jede Zusammenarbeit mit dem Vlaams Belang strikt zu boykottieren, um dessen Machtausbau zu verhindern.

Warum wird der Vlaams Belang als erfolgreich eingestuft?

Obwohl er offiziell isoliert ist, hat es die Partei geschafft, sich als feste Größe im Parteiensystem zu etablieren und Themen so zu setzen, dass sie die politische Tagesordnung Belgiens maßgeblich mitbestimmt.

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Details

Title
„Eigen volk eerst“ - rechtspopulistische Diskursstrategien am Beispiel des belgischen Vlaams Belang
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft und Japanologie)
Course
Systemanalyse und Vergleichende Politik
Grade
1,0
Author
Torben Fischer (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V141706
ISBN (eBook)
9783640495108
ISBN (Book)
9783640495214
Language
German
Tags
Rechtspopulismus vergleichende Politikwissenschaft Belgien Vlaams Belang belgisches Parteiensystem Flandern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torben Fischer (Author), 2009, „Eigen volk eerst“ - rechtspopulistische Diskursstrategien am Beispiel des belgischen Vlaams Belang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141706
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