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Überleben und Schreiben

Herta Müller: 'In der Falle' und das Moment der Todesangst in der Literatur eines diktatorischen Regimes

Título: Überleben und Schreiben

Trabajo Escrito , 2009 , 13 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Mathias Seeling (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Zeit der Regimes nach dem Zweiten Weltkrieg liegt noch gar nicht allzu weit in der Vergangenheit und dennoch weist die jüngere Generation eine große emotionale Distanz dazu auf.
Herta Müller wendet sich in ihrem Essay „In der Falle“ denjenigen Gedichten zu, die die Zustände frei denken wollender Menschen in einem diktatorischen Regime widerspiegeln. Im öffentlichen Leben wurde es ihnen verweigert, ihre Gedanken frei zu äußern. Deswegen mussten diese niedergeschrieben werden. Besonderen Gehalt bekommen diese Texte mit dem Moment der Angst, das in der gelebten Diktatur ständig präsent war. Diese akute Angst, von Herta Müller zuweilen mit Recht zur Todesangst erhoben, setzt sich unweigerlich zwischen die einzelnen Verse und kommt immer wieder hervor, wenn sie gesprochen werden. Egal ob laut oder im Stillen für sich.
Die Besonderheiten und Wirkungen solcher lyrischen Werke sollen in dieser Arbeit im Mittelpunkt stehen. Dabei wird auf die von Herta Müller angebrachten Gedichte Theodor Kramers, Inge Müllers und Ruth Klügers eingegangen, die sie in ihrem Essay „In der Falle“ behandelt.
Die „Falle“ wird nach Müller durch die Diktatur konstruiert. Jedoch besteht sie weiterhin, auch wenn die Diktatur selbst untergeht. Was geschieht mit ihr? Und was passiert mit denjenigen, die in ihr sind? – Egal ob als Opfer, Lockmittel oder Bediener.
Die Lyrik, auf die sich Herta Müller bezieht, ist diejenige der Unterdrückten eines Regimes. Kann sie als Mahnmal nach der Diktatur stehen? Mindestens steht sie aber als Hilfe, Trost, Stütze oder sogar Zufluchtsort für die Menschen, die nur noch in einem literarischen Ort Freiheit finden können. Wie dies funktioniert, soll anhand des Essays „In der Falle“ gezeigt werden. Auch wenn durch den autobiographischen Charakter dieser ausgewählten Gedichte nur Einzelfälle gezeigt werden können, stehen diese jedoch exemplarisch für die Grausamkeiten eines diktatorischen Systems. Die Kette eines Staates ist, wie das Sprichwort besagt, nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Und dieses Glied ist in den starken Ausdrücken der Verse geschwächter Dichter zu finden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Literatur und Regime

Herta Müller und die Gedichte der Unterdrückten

2 Lyrik als Mahnmal!?

2.1 wozu Gedichte dienen können

2.2 Emotionen als Konserve

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht anhand von Herta Müllers Essay „In der Falle“, wie Lyrik als Ausdrucksform von Menschen unter diktatorischen Regimen fungiert. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwiefern diese Gedichte als Mahnmal, Stütze oder Fluchtort dienen und wie sie die traumatischen Erfahrungen von Repression und Lebensangst literarisch verarbeiten.

  • Analyse der Rolle von Lyrik in totalitären Systemen
  • Die Funktion von Gedichten als Überlebensstrategie und Trost
  • Verarbeitung von Angst und dem Moment der Todesangst in der Literatur
  • Die dichotomische Beziehung zwischen dem Dichter und seinem Werk im Kontext von Unterdrückung
  • Literarische Konstruktion der „Falle“ innerhalb diktatorischer Strukturen

Auszug aus dem Buch

Herta Müller und die Gedichte der Unterdrückten

Wenn der Staat sein Ideal von bestimmten Verhaltens- und Denkweisen vorgibt, geriet ein Mensch mit dem Drang zum freien Denken schnell in Misskredit. Aufgrund dessen sucht er nach Möglichkeiten, in einem solchen diktatorischen System überleben zu können ohne sich dabei als Individuum aufgeben zu müssen. Ob es sich hierbei nun um direkt beteiligte KZ-Häftlinge, Kriegsopfer, Soldaten oder Angehörige handelt, jedes der Gedichte, das Herta Müller in ihrem Essay „In der Falle“ behandelt, bietet Eindrücke und Hintergründe vom Leben und Denken in einer Welt, in der genau diese Faktoren auf das Schärfste vorgeschrieben, beobachtet und eingegrenzt werden. Texte, die in solchen Situationen entstehen, sind oft geprägt von Zynismus und Ironie aus der Verzweiflung heraus, wie Herta Müller bei Theodor Kramer zeigt:

„Die Wahrheit ist, man hat mir nichts getan.“

Kramer beschreibt unentwegt unmenschliche Umstände und betont dann immer wieder mit einer fühlbar erschütterten Ironie, dass ihm „nichts getan“ hätte. Nicht nur, dass er das Gegenteil von dem sagt, was er eigentlich meint, er steigert genau dadurch sogar das Empfinden des Lesers, dass ihm Unrecht widerfahren ist. Auch „die Mutter darf noch in der Wohnung bleiben“. Allein dieses „dürfen“ in einem System, in dem alles vorgeschrieben wird, wirkt für sich schon zynisch und deutet auf die Dinge, die gemacht werden „dürfen“ und gleichzeitig auf alles Verbotene außerhalb dieses Dürfens.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Unterdrückung unter diktatorischen Regimen ein und stellt die Relevanz von Herta Müllers Essay „In der Falle“ als Grundlage für die Untersuchung von Lyrik unter Druck heraus.

1 Literatur und Regime: In diesem Kapitel wird beleuchtet, wie Menschen in Diktaturen ihre Identität und ihre Gedanken durch das Schreiben von Gedichten bewahren, wobei Herta Müllers Typologie der agierenden Menschen in einem Staat im Zentrum steht.

2 Lyrik als Mahnmal!?: Dieses Kapitel untersucht die theoretische Stellung der Lyrik als Mahnmal und deren Fähigkeit, die existenzielle Not und das Leid der Dichter als zeitlose Dokumentation festzuhalten.

2.1 wozu Gedichte dienen können: Dieser Abschnitt erörtert die tröstende und bewahrende Funktion von Gedichten für den Einzelnen, der sich in einem repressiven System befindet und den „Takt“ der Lyrik nutzt, um dem Chaos der Willkür entgegenzuwirken.

2.2 Emotionen als Konserve: Hier wird analysiert, wie Lyrik als „Konserve“ für Emotionen fungiert, die unter dem immensen Druck einer Diktatur entstehen und auch nach der Niederschrift ihre eindringliche Kraft behalten.

Schlüsselwörter

Herta Müller, Diktatur, Repression, Lyrik, Falle, Widerstand, Todesangst, Unterdrückung, Identität, Überleben, Theodor Kramer, Inge Müller, Ruth Klüger, Literatur, Sprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Aufarbeitung von Lebensbedingungen in diktatorischen Regimen, basierend auf Herta Müllers Essay „In der Falle“ und ausgewählten Gedichten verschiedener Autoren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Angst, Verlust von Heimat, der Überlebenskampf unter totalitärem Druck und die Rolle der Lyrik als Zeugnis dieser menschlichen Grenzsituationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, ob und wie Lyrik als Mahnmal für die Grausamkeiten eines Systems fungieren kann und welche stützende Funktion sie für Menschen hat, die sich in einer „Falle“ aus Unterdrückung befinden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Essay von Herta Müller theoretisch kontextualisiert und mit den von ihr besprochenen lyrischen Werken in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit der Rolle der Literatur unter dem Regime, die Funktion von Lyrik als Mahnmal und eine tiefere Betrachtung, wie Gedichte sowohl als Trostmittel als auch als emotionale „Konserve“ dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Herta Müller, Diktatur, Repression, Überleben, Widerstand und den spezifischen literarischen Aspekt der „Falle“ charakterisieren.

Wie definiert Herta Müller die „Falle“ innerhalb eines diktatorischen Staates?

Die „Falle“ wird als eine vom System konstruierte Maschinerie verstanden, die Menschen in ihrer Freiheit beraubt, sie überwacht und den Einzelnen in einer ständigen psychischen Ausnahmesituation hält.

Welche Rolle spielt die „Angst“ in den untersuchten Gedichten?

Angst fungiert als ständiger Begleiter des Alltags, nicht nur als Reaktion auf akute Gewalt wie Verhaftungen, sondern als tief verwurzeltes Bewusstsein für die eigene Ausgeliefertheit, welches in den Gedichten komprimiert und bewahrt wird.

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Detalles

Título
Überleben und Schreiben
Subtítulo
Herta Müller: 'In der Falle' und das Moment der Todesangst in der Literatur eines diktatorischen Regimes
Universidad
University of Erfurt
Curso
Überwachen und Schreiben
Calificación
2,0
Autor
Mathias Seeling (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
13
No. de catálogo
V141731
ISBN (Ebook)
9783640506583
ISBN (Libro)
9783640506774
Idioma
Alemán
Etiqueta
Überwachung Stasi DDR Angst Verfolgung Literatur Herta Müller Rumänien Ceausescu In der Falle Falle Regime Überleben Schreiben und
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mathias Seeling (Autor), 2009, Überleben und Schreiben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141731
Leer eBook
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