Öffentliche Stellen besitzen Informationen in
zahlreichen unterschiedlichen Bereichen wie Soziales,
Wirtschaft, Geographie, Wetter, Tourismus,
Geschäftsleben, Patentwesen und Bildung. Durch die
Public Sector Information-Richtlinie (2003/98/EG)
bzw. durch eine intensive Nutzung von Informationen
des öffentlichen Sektors könnte über qualitativ
hochwertige Informationen verfügt werden.
Das Ziel der Richtlinie ist Barrieren abzubauen.
Diese Barrieren können während der Entwicklung einer
neuen Generation von Informationsprodukten und
Informationsdiensten in Bezug auf Informationen des
öffentlichen Sektors bestehen und den Unternehmen aus
der EU beispielsweise gegenüber ihren amerikanischen
Konkurrenten Wettbewerbsnachteile bringen, weil es in
den USA ein hoch entwickeltes, gut funktionierendes
System öffentlicher Informationen gibt. Durch diese
Richtlinie können diese Wettbewerbsnachteile
ausgeglichen werden und wegen der wissensgestützten
digitalen Wirtschaft kann ein wesentliches Wachstum,
eine bessere Wettbewerbsfähigkeit und höhere
Beschäftigung erreicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Allgemeines über das Thema
1.3. Grundsätzliche Überlegungen bei der Umsetzung
2. Was regelt das IWG?
2.1. Grundlagen und Definitionen des Informationsweiterverwendungsgesetzes
2.2. Bisherige Barrieren vor dem IWG
3. Grundlagen des Transaktionskostenansatzes
3.1. Allgemeines
3.2. Die Grundbausteine des Transaktionskostenansatzes
3.3. Anwendungen im Unternehmenskontext
3.4. Theoretische Grundlagen des Transaktionskostenansatzes
3.4.1. Transaktionen und Transaktionskosten
3.4.2. Klassifikation der Transaktionskosten
3.4.3. Der Einfluss der Transaktionsmerkmale auf die Transaktionskosten
3.4.4. Preispolitik im Hinblick auf transaktionskostentheoretische Überlegungen
3.4.5. Kritik des Transaktionskostenansatzes
4. Die Spieltheorie
4.1. Einführung in die Spieltheorie
4.2. Die grundsätzlichen Elemente spieltheoretischer Modelle
4.2.1. Strategisches Verhalten und Eigennutz
4.2.2. Die Rahmenparameter eines Spiels
4.3. Klassifikation spieltheoretischer Interaktionen und Informationsstände
4.3.1. Informationsasymmetrien
4.3.2. Modellierung spieltheoretischer Interaktionen
4.5. Theoretische Grundlagen der Spieltheorie
4.5.1. Statische Spiele mit vollständiger Information
4.5.2. Nash-Gleichgewichte
4.5.3. Gemischte Strategien in Normalformspielen
4.5.4. Spiele in extensiver Form mit vollständiger Informationen
4.6. Spiele in extensiver Form mit unvollständigen Informationen
4.7. Der Strategiebegriff in einem Spiel
4.8. Aus spieltheoretischer Sicht: Cournot-, Bertrand- und Stackelberg-Markt
4.9. Wiederholte Spiele
4.10. Die Einführung in die Darstellung der spieltheoretischen Modelle mit Berücksichtigung des IWGs
4.10.1. Darstellung unseres Falls in Normalform
4.10.2 Darstellung unseres Falls in extensiver Form
4.11. Kritik der Spieltheorie
5. Markt und Marktformen nach IWG
5.1. Idealtypische Marktformen
6. Schlussbemerkungen
6.1. Unterschiede in den Mitgliedstaaten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Informationsweiterverwendungsgesetz (IWG) unter Anwendung spieltheoretischer Modelle und transaktionskostentheoretischer Ansätze, um die ökonomischen Auswirkungen der Dokumentenweitergabe durch öffentliche Stellen zu analysieren und Lösungsansätze für eine wettbewerbskonforme Preisgestaltung zu erarbeiten.
- Umsetzung der europäischen Public Sector Information-Richtlinie in Österreich
- Analyse von Transaktionskosten und Institutionen bei der Informationsweitergabe
- Anwendung spieltheoretischer Modelle zur Modellierung der Marktinteraktionen
- Untersuchung von Marktformen und Preisstrategien öffentlicher Stellen
Auszug aus dem Buch
3.4. Theoretische Grundlagen des Transaktionskostenansatzes
Das Ziel des Transaktionskostenansatzes ist es, die effiziente Gestaltung von Austauschbeziehungen zwischen verschiedenen Parteien anhand der damit verbundenen Kosten zu ermöglichen. Hier geht man von der grundlegenden Annahme an, dass die Höhe dieser Transaktionskosten von verschiedenen Faktoren abhängig ist42. „Individuelle Faktoren, die für die involvierten Transaktionsparteien charakteristisch sind, und transaktionsspezifische Faktoren, die in ihrer Ausprägung kennzeichnend für die betrachtete Austauschbeziehung sind.“43
Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen den oben erwähnten verschiedenen Faktoren analysiert und es werden die effiziente Gestaltung einer Transaktion und die damit verbundenen Kosten betrachtet. Zunächst wird auf die Struktur von Transaktionskosten eingegangen und es wird versucht, die relativen Auswirkungen von verschiedenen Transaktionsmerkmalen auf die Höhe der Transaktionskosten zu finden.44
3.4.1. Transaktionen und Transaktionskosten
Unter Transaktionskosten versteht man die mit der Durchführung einer Transaktion verbundenen Kosten. In diesem Abschnitt wird besonders der Einfluss der einzelnen Merkmale einer Transaktion auf die Höhe der Transaktionskosten untersucht.45
3.4.2. Klassifikation der Transaktionskosten
Williamson sieht Transaktionskosten als die Ursache für die Wahl von Austauschbeziehungen und das hauptsächliche Kriterium der Organisationsgestaltung. Er unterscheidet bei den Transaktionskosten zwischen ex ante- und ex post Transaktionskosten. Kosten, die während der Gründung einer Vertragsbeziehung (für die Anbahnung, Aushandlung und Sicherung einer Vereinbarung) entstanden sind, werden als ex ante -Transaktionskosten bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung erläutert die Umsetzung der PSI-Richtlinie in Österreich durch das IWG und definiert das Ziel der Arbeit, Auswirkungen und Preissetzungsfragen zu modellieren.
2. Was regelt das IWG?: Das Kapitel beschreibt den Anwendungsbereich, die Definitionen öffentlicher Stellen sowie die Rahmenbedingungen für die Weiterverwendung von Dokumenten gemäß IWG.
3. Grundlagen des Transaktionskostenansatzes: Es werden die theoretischen Fundamente und Grundbausteine des Transaktionskostenansatzes sowie deren Anwendung im Unternehmenskontext und deren Klassifikation beleuchtet.
4. Die Spieltheorie: Dieser umfassende Abschnitt führt in die Grundlagen, Klassifikationen und Modellierungen spieltheoretischer Interaktionen ein und wendet diese auf den Fall der Dokumentenweitergabe an.
5. Markt und Marktformen nach IWG: Das Kapitel analysiert Marktbegriffe und idealtypische Marktformen, um die Marktstellung öffentlicher Stellen im Kontext der Dokumentenweitergabe zu klassifizieren.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird der Abbau von Barrieren thematisiert und betont, dass die Praxisnähe bei der Anwendung des IWGs entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung ist.
Schlüsselwörter
Informationsweiterverwendungsgesetz, IWG, Transaktionskostenansatz, Spieltheorie, PSI-Richtlinie, öffentliche Stellen, Preisgestaltung, Wettbewerb, Marktformen, Dokumentenweitergabe, rationales Verhalten, Informationsasymmetrie, institutionelle Ökonomik, Modellierung, Strategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Informationsweiterverwendungsgesetz (IWG) und dessen Auswirkungen auf die Bereitstellung von Dokumenten durch öffentliche Stellen in Österreich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Transaktionskostenansatzes, die Konzepte der Spieltheorie sowie die Einordnung der durch das IWG geschaffenen Marktsituation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel besteht darin, Modelle zu entwickeln, mit denen die Auswirkungen der Dokumentenweitergabe durch öffentliche Stellen sowie die damit verbundenen Fragen zur Preissetzung analysiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Modelle (Transaktionskostentheorie) und spieltheoretischer Darstellungen (Normalform- und extensive Form-Spiele) vorgenommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt neben den theoretischen Grundlagen der Spieltheorie und des Transaktionskostenansatzes die konkrete Anwendung dieser Modelle auf den Antrags- und Weitergabeprozess von Dokumenten durch öffentliche Stellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind IWG, Transaktionskosten, Spieltheorie, PSI-Richtlinie, Marktformen und Preisgestaltung bei öffentlichen Informationen.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Kostenarten bei Transaktionen?
Die Arbeit differenziert zwischen ex ante-Transaktionskosten (Anbahnung, Aushandlung, Vertragsschluss) und ex post-Transaktionskosten (Absicherung, Durchsetzung, Anpassung).
Warum wird für das IWG ein Stackelberg-Modell zur Analyse genutzt?
Das Stackelberg-Modell wird gewählt, da es eine sequentielle Spielstruktur abbildet, was dem Prozess entspricht, in dem öffentliche Stellen Dokumente zuerst an einen Antragsteller weitergeben, bevor gegebenenfalls weitere Marktteilnehmer folgen.
- Quote paper
- Emriye CAN (Author), 2005, Die ökonomischen Auswirkungen des Informationsweitergabegesetzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141974