Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, problemorientierte Kurzvideos für den Unterrichtseinstieg zu entwickeln. Da die Schüler der siebten Klasse bereits mit dem Thema Stoffeigenschaften vertraut sind, bildet dieses Themenfeld den Schwerpunkt der beiden Videos. Um mit den Begriffen der Kontext- und Problemorientierung weiterhin hantieren zu können, ist es von Bedeutung diese eingangs zu beleuchten. Des Weiteren werden die relevanten Kriterien für gute Kurzvideos aufgelistet und erklärt, inwiefern diese selbstständig produziert werden können. Hierbei werden zwei Kategoriensysteme vorgestellt, auf die im Entwicklungsabschnitt Bezug genommen wird. Folglich werden die im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Kurzvideos inhaltlich und gestalterisch vorgestellt. Zudem wird neben der Einstiegsphase ebenso das weitere Unterrichtsvorhaben mit Hilfe eines Verlaufsplans skizziert. Anschließend wird die Erklär- und Gestaltungsqualität der beiden Videos untersucht, um anhand der Ergebnisse eine vergleichende Analyse durchzuführen. Die Arbeit endet mit einer übersichtlichen Darstellung der Resultate und einem Ausblick auf die spätere Verwendung im Chemieunterricht. Im Anhang befindet sich sowohl die Checkliste zur Bewertung der Qualität von Erklärvideos (Kulgemeyer, 2018) als auch das Kategoriensystem »Gestaltungsqualität von Erklärvideos (GQEV)« zur Analyse der didaktischen Gestaltung (Wolf & Kratzer, 2015). Zudem wurden die jeweiligen Videoskripte hinzugefügt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kontexte im naturwissenschaftlichen Unterricht
2.1. „Chemie im Kontext“ – ein Ansatz zu einem anderen Chemieunterricht
2.2. Kontextmerkmale
2.3. Problemorientierte Gestaltung von kontextualisierten Aufgaben
2.4. Person-Gegenstands-Konzeption des Interesses
3. Kurzvideos als Medium für den Unterrichtseinstieg
3.1. Was sind Kurzvideos und welche Vorteile bieten sie?
3.2. Was macht ein gutes Kurzvideo aus und wie ist dieses aufgebaut?
4. Eigenständige Entwicklung von Kurzvideos für den Unterrichtseinstieg in das Themenfeld Stoffeigenschaften
4.1. Beschreibung der Entwicklungsarbeit
4.2. Vorstellung der Entwicklungsarbeit
4.2.1. Kurzvideo: Coca-Cola® – mehr als ein Erfrischungsgetränk?
4.2.2. Kurzvideo: „Cent-Münzen – was steckt wohl drin?“
5. Vergleichende Analyse und Interpretation der Entwicklungsarbeit
5.1. Qualitätsprüfung der entwickelten Kurzvideos
5.2. Vergleichende Analyse der entwickelten Kurzvideos
6. Schluss und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, problemorientierte Kurzvideos als aktivierende Einstiegsimpulse für den Chemieunterricht in der siebten Jahrgangsstufe zu entwickeln und hinsichtlich ihrer didaktischen Qualität zu bewerten. Im Fokus steht dabei die Vermittlung der Stoffeigenschaft Dichte in den Themenfeldern "Coca-Cola" und "Cent-Münzen", wobei untersucht wird, inwiefern diese Videos durch ihren Alltagsbezug und die eingebettete Problemorientierung das Interesse und die Motivation der Lernenden fördern sowie einen eigenständigen Wissenserwerb unterstützen.
- Kontextorientierter Unterricht und seine theoretischen Grundlagen
- Einsatzmöglichkeiten und Qualitätskriterien von Kurzvideos im Chemieunterricht
- Entwicklung und didaktische Gestaltung problemorientierter Videosequenzen
- Kriteriengeleitete Evaluation und vergleichende Analyse der didaktischen Qualität
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Ich schau einfach mal auf Youtube nach, wie das geht“ – Durch die Nutzung von Videos, Tutorials oder Filmen, welche auf den verschiedensten Plattformen frei verfügbar sind, können sich Menschen allen Alters Wissen und Informationen zu den unterschiedlichsten Themen aneignen. Besonders durch das Nutzungsverhalten von Jugendlichen wird dieser Ansatz ersichtlich. So wurde bereits im Jahr 2014 bekannt, dass vier von zehn Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren Erklärvideos nicht nur zur Freizeitgestaltung, sondern auch zum Nachbereiten von Unterrichtsinhalten nutzen (BITKOM e.V., 2015). Vor allem im Bildungskontext ermöglichen Erklärvideos eine vereinfachte und verständliche Darstellung von komplizierten Sachverhalten, sodass sie zu einem besseren Verständnis der Inhalte beitragen.
Nichtsdestotrotz wird eine Vielzahl an Videos ohne Qualitätsprüfung veröffentlicht, weshalb sie in ihrer inhaltlichen und fachlichen Richtigkeit stark variieren. Daher produzieren Lehrkräfte meist Erklärvideos in Eigenregie, weshalb zum einen das Videomaterial an den eigenen Unterricht adaptiert werden kann und zum anderen die Interessen der Schüler bei der Erstellung miteinfließen können. Letzteres wird mit besonderen Augenmerk betrachtet, da der naturwissenschaftliche Unterricht in den letzten Jahren unter den Schülern stark an Stellenwert verloren hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz von Erklärvideos für Jugendliche sowie das Ziel der Arbeit, diese unter Berücksichtigung von Kontext- und Problemorientierung für den Chemieunterricht zu entwickeln.
2. Kontexte im naturwissenschaftlichen Unterricht: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Kontextorientierung und deren Bedeutung für die Steigerung des Schülerinteresses sowie die methodische Gestaltung.
3. Kurzvideos als Medium für den Unterrichtseinstieg: Analysiert das Potenzial von Kurzvideos als didaktisches Werkzeug und leitet Qualitätskriterien für deren Nutzung und Eigenproduktion ab.
4. Eigenständige Entwicklung von Kurzvideos für den Unterrichtseinstieg in das Themenfeld Stoffeigenschaften: Dokumentiert die konkrete Planung und Umsetzung der zwei Videos zu Coca-Cola und Cent-Münzen sowie deren Einbettung in das Unterrichtsgeschehen.
5. Vergleichende Analyse und Interpretation der Entwicklungsarbeit: Bewertet die produzierten Videos anhand etablierter Checklisten und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Eignung für den problemorientierten Unterrichtseinstieg.
6. Schluss und Ausblick: Führt die Ergebnisse der Analyse zusammen und bestätigt das Potenzial der entwickelten Kurzvideos zur Steigerung der Lernmotivation und zur Verdeutlichung der Dichte als messbarer Stoffeigenschaft.
Schlüsselwörter
Chemieunterricht, Stoffeigenschaften, Dichte, Kurzvideos, Erklärvideos, Kontextorientierung, Problemorientierung, Unterrichtseinstieg, Lernmotivation, Interesse, Fachdidaktik, Stoffveränderungen, Experiment, Medienkompetenz, Schülervorstellungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung, Gestaltung und Evaluation von problemorientierten Kurzvideos, die als motivierender Einstieg in das chemische Themenfeld der Stoffeigenschaften dienen sollen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie des kontext- und problemorientierten Unterrichts, das Medium Erklärvideo sowie die fachdidaktische Aufbereitung des Begriffs der Dichte für die siebte Jahrgangsstufe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, eigenständig Kurzvideos zu erstellen, die chemische Fachinhalte so aufbereiten, dass sie Lernende aktivieren, zum Forschen anregen und die Relevanz chemischen Wissens im Alltag unterstreichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine theoriegestützte Entwicklung der Materialien, gefolgt von einer kriteriengeleiteten Qualitätsprüfung anhand etablierter Bewertungssysteme (Kulgemeyer, 2018; Wolf & Kratzer, 2015).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die praktische Entwicklungsarbeit (Skripterstellung und Videoproduktion) sowie die anschließende kritische Analyse und Interpretation der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Chemieunterricht, Stoffeigenschaften, Dichte, Kurzvideos, Kontextorientierung, Problemorientierung und Lernmotivation.
Warum spielt die Person-Gegenstands-Konzeption eine Rolle?
Diese Konzeption erklärt theoretisch, wie eine Beziehung zwischen dem Lernenden und dem Gegenstand (hier Stoffeigenschaften) durch affektive und kognitive Faktoren positiv beeinflusst werden kann.
Welchen Vorteil bietet die Coca-Cola-Thematik laut Autorin?
Die Thematik bietet eine hohe Alltagsrelevanz und ermöglicht durch die Problemstellung (Mythenprüfung vs. chemische Experimente) eine hohe Eigenaktivität beim experimentellen Lösen des Dichteproblems.
Warum wird im Münz-Video eine Rechenaufgabe bevorzugt?
Hier dient die Rechenaufgabe in Ergänzung zum Demonstrationsversuch als Mittel der Erkenntnisgewinnung, um die stoffliche Zusammensetzung der Münze basierend auf Dichtewerten zu bestimmen.
- Citar trabajo
- Antonia Dursun (Autor), 2021, Entwicklung von problemorientierten Kurzvideos zum Einstieg in den Chemieunterricht im Themenfeld Stoffeigenschaften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1422795