Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Das Epochenjahr 476. Ein Periodisierungproblem

Struktur und Gesellschaft des Imperium Romanum in der Spätantike

Title: Das Epochenjahr 476. Ein Periodisierungproblem

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Drozella (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit es die wissenschaftliche Disziplin der Geschichtsforschung gibt, stehen auch Historiker vor dem Problem, das Vergangene anhand von Ereignissen, Entwicklungen, Personen und vielen anderen Kriterien einteilen zu wollen. Eine Einteilung der Geschichte in Epochen macht in vielerlei Hinsicht Sinn. Indem Ereignisse, Entwicklungen und Personen in unterschiedliche geschichtliche Epochen eingeteilt werden, kann man sie besser einander zuordnen, zueinander in Verhältnisse setzen oder aber sie voneinander trennen. Ein Überblick, vor allem aber eine Verständigung über die Weltgeschichte, wird durch die Einteilung der Ereignisse in Epochen erleichtert. Doch die Einteilung der Geschichte in weltgeschichtliche Epochen ist immer eine willkürliche Einteilung. Kein Geschichtsschreiber hat den späteren Geschichtsforschern die Epochenbildung abgenommen. Eine Einteilung der Geschichte in Epochen geschieht immer nachträglich und ist maßgeblich abhängig davon, welche Kriterien man anlegt.

Die Weltgeschichte wird bisher in drei große Epochen eingeteilt: Die Antike, das Mittelalter und die Neuzeit. Über diese drei Epochen an sich sind sich alle heutigen Historiker einig. Wo jedoch welche Epoche endet und welche Epoche beginnt, ist Gegenstand zum Teil heftiger Diskussionen. In dieser Arbeit ist lediglich die Grenze zwischen der Antike und dem Mittelalter von Interesse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Zusammenhang

2.1 Die Lage

2.2 Beginnender Zusammenbruch – die Reiche im Reich

2.3 Intrigen beenden eine Dynastie

2.4 Der letzte Kaiser im Westen

3. Die Quellen und ihre Autoren

3.1 Jordanes’ Gotengeschichte

3.2 Marcellinus Comes’ Chroniken

4. Das Problem der Periodisierung

4.1 Alfred Baron von Gutschmid, 1886

4.2 Otto Seeck, 1920

4.3 Alexander Graf Schenk von Stauffenberg, 1948

4.4 Hermann Aubin, 1951

4.5 Paul Egon Hübinger, 1952

4.6 Friedrich Vittinghoff, 1958

4.7 Ernst Kornemann, 1977

4.8 Laszlo Varady, 1978

4.9 Chester G. Starr, 1983

4.10 Alexander Demandt, 1984

4.11 Averil Cameron, 1993

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Periodisierung des Übergangs von der Antike zum Mittelalter, wobei das Jahr 476 n. Chr. als traditionelle Zäsur kritisch hinterfragt wird. Ziel ist es, verschiedene historiographische Auffassungen zu diesem Epochenumbruch gegenüberzustellen und auf ihre wissenschaftliche Begründbarkeit zu prüfen.

  • Historischer Kontext der Spätantike und des Untergangs des Weströmischen Reiches
  • Analyse der zeitgenössischen Quellen (Jordanes und Marcellinus Comes)
  • Vergleichende Darstellung der Forschungsmeinungen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
  • Diskussion politischer, religiöser und kultureller Kriterien für die Epochenabgrenzung

Auszug aus dem Buch

3. Die Quellen und ihre Autoren

Die Quellenlage für das Jahr 476 ist leider sehr dürftig. Im Grunde gibt es bis heute nur zwei Quellen, in denen die Ereignisse des Jahres geschildert werden, und dies in beiden Fällen auch nur kurz. Auch die Verlässlichkeit der Quellen bzw. ihre Ursprünge sind umstritten. Was wiederum an den Quellen interessant ist, ist die Tatsache, dass beide Autoren in ihren Texten ein Bewusstsein dafür erkennen lassen, dass die Welt um sie herum sich mit den Ereignissen dieses Jahres grundlegend geändert hat und sich in einem Übergang von einem Zustand zu einem anderen befindet. Für zeitgenössische Autoren ist diese weitblickende Erkenntnis durchaus bemerkenswert.

Im Einzelnen handelt es sich dabei zum einen um die Gotengeschichte des Jordanes und zum anderen um die Chronik des Marcellinus Comes. Beide Quellen sollen im Folgenden kurz mit ihren Autoren vorgestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläuterung der Relevanz der historischen Periodisierung und Darlegung der Zielsetzung, das Jahr 476 n. Chr. als Epochengrenze kritisch zu hinterfragen.

2. Historischer Zusammenhang: Detaillierte Darstellung der militärischen und politischen Instabilität im spätantiken Weströmischen Reich, die schließlich zur Absetzung des letzten Kaisers führte.

3. Die Quellen und ihre Autoren: Analyse der zeitgenössischen Berichte von Jordanes und Marcellinus Comes, deren knappe Schilderungen als Grundlage für spätere historische Einordnungen dienten.

4. Das Problem der Periodisierung: Systematische Übersicht und kritische Diskussion der unterschiedlichen Ansätze namhafter Historiker bezüglich der Grenzziehung zwischen Antike und Mittelalter.

Schlüsselwörter

Spätantike, Mittelalter, Periodisierung, Epochenjahr 476, Weströmisches Reich, Jordanes, Marcellinus Comes, Geschichtsschreibung, Völkerwanderung, Historische Methodik, Epochenumbruch, Rom, Odoaker, Romulus Augustulus, Transformationsprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Epochenabgrenzung zwischen Antike und Mittelalter, mit einem spezifischen Fokus auf der historischen Bedeutung des Jahres 476 n. Chr.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen der politische Zerfall des Weströmischen Reiches, die Qualität der zeitgenössischen Quellen sowie die wechselnden wissenschaftlichen Interpretationen der Geschichtsforschung.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob das Jahr 476 als tatsächliche Zäsur oder lediglich als symbolisches Datum einer längeren Übergangsphase innerhalb der Geschichtsschreibung zu bewerten ist.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Der Autor wählt einen chronologischen Gang durch die Forschungsgeschichte und stellt verschiedene fachwissenschaftliche Positionen gegenüber, um diese anschließend kritisch zu bewerten.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung, eine Untersuchung der Quellen von Jordanes und Marcellinus Comes sowie eine umfangreiche Analyse verschiedener Historikerstimmen zum Periodisierungsproblem.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Periodisierung, Spätantike, Epochenwandel, historische Quellenkritik und weströmischer Untergang definiert.

Warum wird die Quellenlage als "dürftig" beschrieben?

Der Autor stellt fest, dass es kaum zeitgenössische Berichte gibt, die den Umsturz des Jahres 476 detailliert schildern, weshalb die Forschung auf sehr wenige, zudem umstrittene Quellen angewiesen ist.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im Fazit?

Der Autor plädiert dafür, kein festes Datum als Epochengrenze festzulegen, da es sich um einen langwierigen Transformationsprozess handelt, der über Jahrhunderte hinweg stattfand.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Das Epochenjahr 476. Ein Periodisierungproblem
Subtitle
Struktur und Gesellschaft des Imperium Romanum in der Spätantike
College
University of Hamburg  (Fachbereich Geschichte)
Course
Struktur und Gesellschaft des Imperium Romanum in der Spätantike
Grade
1,0
Author
Marc Drozella (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V142340
ISBN (eBook)
9783668673496
ISBN (Book)
9783668673502
Language
German
Tags
Antike Epoche Periodisierung Spätantike Weströmisches Reich Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Drozella (Author), 2008, Das Epochenjahr 476. Ein Periodisierungproblem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142340
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint