Die Abkürzung NAFTA bezeichnet das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (North American Free Trade Agreement) zwischen den USA, Mexiko und Kanada. Es wurde am 17.12.1992 unterzeichnet und trat nach erfolgreicher Ratifizierung durch die Vertragsstaaten zum 1.1.1994 in Kraft.
Im Folgenden soll das NAFTA einer eingehenden Analyse unterzogen werden: In Punkt 2 wird die Frage nach dem Wer? durch die Vorstellung der wirtschaftlichen Rahmendaten und Entwicklungsniveaus der Vertragspartner beantwortet. Die treibenden Motive der Staaten hinter der Integration zu einer Freihandelszone, also das Warum?, erläutert Punkt 3. Der integrationspolitische Ansatz, und damit die Frage nach dem Wie?, wird in Punkt 4 dargestellt. Konkrete Vertragsinhalte und Bereiche der Integration, somit das Was?, präzisiert Punkt 5. Welche Ergebnisse der Vertrag nach rund 12 Jahren gebracht hat, wird in Punkt 6 dargestellt und bewertet. Zuletzt beleuchtet Punkt 7 die Initiative zur Gründung einer Freihandelszone über alle amerikanischen Kontinente (FTAA).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Integration zwischen ungleichen Partnern
3. Motive der regionalen Wirtschaftsintegration in Nordamerika
3.1. Integrationsmotive der USA
3.2. Integrationsmotive Mexikos
3.3. Integrationsmotive Kanadas
4. Der integrationspolitischer Ansatz des NAFTA
4.1. Internationale Kooperation: Regime-Theorie und Zwei-Ebenen-Ansatz
4.2. Integrationspolitische Ziele des NAFTA
4.3. Das NAFTA in Abgrenzung zu anderen Formen regionaler Integration
5. Zentrale Vertragsinhalte des NAFTA
5.1. Vorbemerkungen
5.2. Zwecke des NAFTA
5.3. Maßnahmen und Regelungen des NAFTA
6. Darstellung und Bewertung des bisherigen Integrationsprozesses
6.1. Darstellung des Integrationsprozesses
6.1.1. Entwicklung des regionalen Handels mit Waren und Dienstleistungen
6.1.2. Auswirkungen auf die regionale Investitionstätigkeit
6.1.3. Entwicklung von Wachstum, Produktivität, Einkommen und Beschäftigung
6.1.4. Entwicklung der Handelsstreitigkeiten
6.2. Bewertung des Integrationsprozesses
6.2.1. Erfolge: Das NAFTA fördert wirtschaftliche (Austausch-)Beziehungen
6.2.2. Einschränkungen: Das NAFTA schafft bei weitem nicht alles
7. Die FTAA-Initiative: Integrationsprojekt von Alaska bis Feuerland
7.1. Gegenstand, Beginn und Zeitplan der Initiative
7.2. Die Interessen der beteiligten Staaten
7.3. Das vorläufige Scheitern der Initiative
7.4. Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) hinsichtlich seiner Entstehung, ökonomischer Motive, Vertragsinhalte sowie der tatsächlichen Wirkungen auf die Volkswirtschaften von USA, Mexiko und Kanada seit Inkrafttreten im Jahr 1994, ergänzt durch einen Ausblick auf die FTAA-Initiative.
- Wirtschaftliche Integrationsmotive der NAFTA-Mitgliedsstaaten
- Struktur des integrationspolitischen Ansatzes und Regime-Theorie
- Detaillierte Analyse der zentralen Vertragsinhalte und Zusatzabkommen
- Empirische Untersuchung der Handelsverflechtungen und Investitionseffekte
- Bewertung des NAFTA-Integrationsprozesses und der FTAA-Perspektiven
Auszug aus dem Buch
3. Motive der regionalen Wirtschaftsintegration in Nordamerika
Als ökonomische bzw. handelspolitische Ausgangsbasis für die regionale Handelsintegration durch das NAFTA kann die bereits vor zu Beginn der Verhandlungen bestehende, enge gegenseitige Exportabhängigkeit gesehen werden (vgl. Abb. 2). Im Jahr 1990 gingen fast 80 % der mexikanischen und rund drei Viertel aller kanadischen Exporte in die USA, welche damit die Position des unverzichtbaren Außenhandelspartners dieser beiden Länder innehatte. Kanada und Mexiko waren als Exportpartner für die USA nicht von gleicher Bedeutung, mit einem Anteil von zusammengenommen rund 30 % aber dennoch bedeutende Zielmärkte, die zudem geographisch günstig gelegen sind.
Das gemeinsame Interesse der Staaten ist damit die Sicherung und der Ausbau der gegenseitigen Handelsbeziehungen. Insgesamt gestalteten sich aber die Erwartungen, welche von den Mitgliedsstaaten an die Gründung des NAFTA gerichtet wurden, relativ unterschiedlich. Im Folgenden sollen nun die wichtigsten ökonomischen und politischen Integrationsmotive der USA, Mexikos und Kanadas dargestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des NAFTA als Nordamerikanisches Freihandelsabkommen und Einführung in die analytischen Fragestellungen der Arbeit.
2. Integration zwischen ungleichen Partnern: Analyse der disparaten wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus und politischen Systeme der beteiligten Mitgliedsländer.
3. Motive der regionalen Wirtschaftsintegration in Nordamerika: Untersuchung der ökonomischen und politischen Beweggründe für die USA, Mexiko und Kanada, dem Abkommen beizutreten.
4. Der integrationspolitischer Ansatz des NAFTA: Theoretische Einordnung des NAFTA mittels Regimetheorie und Analyse der integrationspolitischen Ziele.
5. Zentrale Vertragsinhalte des NAFTA: Detaillierte Darstellung der Liberalisierungsbereiche, Mechanismen und der ergänzenden Zusatzabkommen zu Arbeit und Umwelt.
6. Darstellung und Bewertung des bisherigen Integrationsprozesses: Empirische Auswertung der Handelsdaten, Investitionsströme und Streitschlichtungsfälle sowie kritische Würdigung des Gesamterfolgs.
7. Die FTAA-Initiative: Integrationsprojekt von Alaska bis Feuerland: Analyse des Konzepts einer gesamtamerikanischen Freihandelszone sowie der Gründe für das vorläufige Scheitern.
Schlüsselwörter
NAFTA, Freihandelszone, USA, Mexiko, Kanada, Wirtschaftsintegration, Regimetheorie, Außenhandel, Direktinvestitionen, Warenverkehr, Dienstleistungshandel, Handelsstreitigkeiten, FTAA, wirtschaftspolitische Kooperation, Arbeitsmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) und untersucht dessen Strukturen, Motive sowie die ökonomischen Auswirkungen auf die beteiligten Staaten.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Werk ab?
Zentrale Felder sind die Integrationsmotive der Staaten, die vertragliche Ausgestaltung, die empirische Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen und die gescheiterte Initiative für eine gesamtamerikanische Freihandelszone.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse des NAFTA als regionales Regime, um zu bewerten, inwieweit das Abkommen seine gesetzten ökonomischen Ziele erreicht hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Verfasser nutzt einen politikwissenschaftlich-ökonomischen Ansatz, insbesondere die Regimetheorie und den Zwei-Ebenen-Ansatz, kombiniert mit einer empirischen Auswertung statistischer Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Vertragsinhalte, einer empirischen Darstellung der Handels- und Investitionsströme zwischen 1994 und 2004 sowie einer differenzierten Bewertung des Integrationserfolgs.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind NAFTA, Freihandelszone, Handelsliberalisierung, Wirtschaftsintegration und die Analyse des Integrationsprozesses zwischen ungleichen Partnern.
Warum ist das Investitionsklima in Mexiko ein Streitpunkt im Rahmen der Integration?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Mexiko im Vergleich zu Kanada noch nicht das gleiche Maß an Investorenfreundlichkeit aufweist und dass häufige Streitschlichtungsfälle sowie der Schutz heimischer Märkte vor Importkonkurrenz die Implementierung erschweren.
Was bedeutet das Scheitern der FTAA-Initiative für die Zukunft der regionalen Integration in Amerika?
Nach Ansicht des Autors deutet das Scheitern darauf hin, dass eine panamerikanische Freihandelszone vorerst eine "Zukunftsvision" bleibt, während sich die Staaten verstärkt auf bilaterale Abkommen konzentrieren.
- Citation du texte
- Alois Maichel (Auteur), 2006, Regionale Wirtschaftsintegration in Nordamerika - das NAFTA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142431