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Europäisierung des Gesundheitswesens

Die Anwendung des Konzepts der „Offenen Methode der Koordinierung“ der Europäischen Union auf die Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Gesundheitssystems

Title: Europäisierung des Gesundheitswesens

Diploma Thesis , 2009 , 141 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: David Matusiewicz (Author)

Health - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung

1.1 Darstellung der Thematik

Mit Beginn der 90er Jahre sahen sich die an der europäischen Integration beteiligten Staaten zunehmend mit den Herausforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt, einer modifizierenden Gesellschaftsstruktur und letztlich dem
demographischen Wandel, als größte Herausforderung der Sozialstaaten in Europa, konfrontiert. Da die Entstehung der Europäischen Union (EU) auf der Idee einer Wirtschaftsgemeinschaft basiert, konzentrierten sich die Kompetenzen und Aufgaben der EU primär auf wirtschaftliche Aspekte, wobei die zunehmenden Herausforderungen zu einer Notwendigkeit der Diskussion über Sozialsysteme auf europäischer Ebene führten.

Dabei sah sich der Europäische Rat von Lissabon im Jahre 2000 mit einem Quantensprung konfrontiert und entgegnete der immer wichtiger werdenden Rolle der sozialen Dimension mit einem klaren strategischen Ziel, welches den Aufbau von Wissensinfrastrukturen, die Förderung von Innovation und Wirtschaft und letztlich die Modernisierung von Sozialschutz- und Bildungssystemen beinhaltete.

Historisch gesehen waren die Mitgliedstaaten noch nie bereit gewesen, ihre Kompetenzen in den Bereichen der Sozialsysteme im Allgemeinen und der Gesundheitssysteme im Besonderen aufzugeben, wobei die bisherigen Instrumente der EU in Form von Richtlinien und Verordnungen mit langwierigen Entscheidungsprozessen verbunden und den rasant heranwachsenden Druckpotentialen, die auf die nationalen Gesundheitssysteme einwirkten, nicht
gewachsen waren.

Diese Rahmenbedingungen waren der Auftakt für die Offene Methode der Koordinierung, die in Deutschland auch unter ihrem Akronym OMK bekannt ist und ein innovatives Politikinstrument darstellt, das zum einen die gemeinsamen Herausforderungen in Europa seitens der Gesundheitssysteme lösen und zum anderen den spezifischen Charakter und die Souveränität der nationalen Systeme bewahren könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Darstellung der Thematik

1.2 Konzeption der Arbeit

1.3 Gesundheitswissenschaftliche Terminologie

2. Kernelemente der Offenen Methode der Koordinierung (OMK)

2.1 Definition und Erläuterung

2.2 Historischer Ursprung und Entwicklung

2.3 Anwendungsbereiche der OMK auf verschiedene Politikfelder

2.4 Eingliederung zu klassischen Instrumenten der Gemeinschaftspolitik

3. Steuerungsebenen und Ordnungspolitik im Gesundheitswesen

3.1 Steuerungsebenen im Gesundheitswesen

3.1.1 Globalsteuerung und Global Governance (Makroebene)

3.1.2 Verbandsebene (Mesoebene)

3.1.3 Dezentrale Steuerung (Mikroebene)

3.2 Bedeutung nationaler Wirtschaftsordnungen in der Europäischen Union

3.2.1 Ideal- und Realtypen von Wirtschaftsordnungen

3.2.2 Die Rolle der Sozialen Marktwirtschaft in der Europäischen Union

4. Nationale Gesundheitssysteme Europas

4.1 Einführung in die Gesundheitssysteme

4.2 Klassifizierung der Gesundheitssysteme

4.2.1 Beveridge-Modell

4.2.2 Bismarck-Modell

4.2.3 Beveridge versus Bismarck

4.3 Das deutsche Gesundheitssystem im europäischen Vergleich

4.4 Einflüsse der Europäischen Union auf das nationale Gesundheitssystem

4.4.1 Direkte Einflüsse auf das nationale Gesundheitssystem

4.4.2 Indirekte Einflüsse auf das nationale Gesundheitssystem

5. Prozessschritte der OMK im Gesundheitswesen

5.1 Schritt 1: Ziele der OMK im Gesundheitswesen

5.1.1 Gesundheitsziele

5.1.2 Zieldimensionen der Offenen Methode der Koordinierung

5.1.3 Reflektion deutscher Zielvorgaben seitens des SGB V

5.2 Schritt 2: Festlegung von Indikatoren und Benchmarks

5.2.1 Anforderungen an die Indikatoren

5.2.2 Indikatorenportfolio der OMK im Gesundheitswesen

5.2.3 Herausforderungen und Problematik der Indikatorenbildung

5.2.4 Benchmarking und Best Practice

5.2.5 Sanktionsfähigkeit weicher Regulierungsmechanismen

5.3 Schritt 3: Umsetzung und Ausarbeitung Nationaler Aktionspläne

5.3.1 Bedeutung Nationaler Aktionspläne für den OMK-Prozess

5.3.2 Der deutsche Nationale Aktionsplan 2008-2010

5.4 Schritt 4: Monitoring, Review und Gegenseitiges Lernen

5.4.1 Monitoring

5.4.2 Peer-Review

5.4.3 Gegenseitiges Lernen

5.4.3.1 Bedeutung des gegenseitigen Lernens im OMK-Prozess

5.4.3.2 Lernanreize der Offenen Methode der Koordinierung

6. Szenarien und Handlungsoptionen für das deutsche Gesundheitswesen

6.1 Das defensive Szenario: Schwächen und Risiken der OMK für das deutsche Gesundheitssystem

6.2 Das offensive Szenario: Stärken und Chancen der OMK für das deutsche Gesundheitssystem

7. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der "Offenen Methode der Koordinierung" (OMK) der EU im Hinblick auf ihre Anwendung auf die nationalen Gesundheitssysteme, mit einem speziellen Fokus auf das deutsche System. Ziel ist es, Auswirkungen dieses Instruments zu analysieren und Chancen sowie Risiken in Bezug auf die deutsche Gesundheitspolitik abzuleiten.

  • Analyse des OMK-Konzepts als Steuerungsinstrument im europäischen Kontext.
  • Klassifizierung europäischer Gesundheitssysteme (Beveridge vs. Bismarck).
  • Untersuchung der direkten und indirekten Einflüsse der EU auf nationale Gesundheitssysteme.
  • Evaluierung der Prozessschritte der OMK (Ziele, Indikatoren, Benchmarking, Aktionspläne).
  • Gegenüberstellung von defensiven und offensiven Szenarien für das deutsche Gesundheitssystem.

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition und Erläuterung

Die OMK kann als ein neuartiges Instrument der Politiksteuerung bzw. Politikkoordination auf der europäischen Ebene definiert werden, das eine verstärkte Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten durch den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken anstrebt. Dabei sollen die Mitgliedstaaten bei der schrittweisen Entwicklung ihrer eigenen Politik unterstützt werden.16

Das Verfahren der Offenen Methode der Koordinierung zeichnet sich durch einen prozessorientierten Charakter aus, der im Einzelnen aus den folgenden Schritten besteht:17

• Vereinbarung von gemeinsamen politischen Zielsetzungen und Leitlinien auf europäischer Ebene

• Festsetzung quantitativer und qualitativer Indikatoren und Benchmarks für den Austausch bewährter Praktiken (best practices)

• Umsetzung der europäischen Leitlinien in nationale und regionale Politiken der Mitgliedstaaten durch konkrete Ziele und Maßnahmen unter Berücksichtigung länderspezifischer Besonderheiten

• Einrichtung eines Überwachungssystems (Monitoring) und Evaluierung des Prozesses (Peer Review) im Kontext eines gegenseitigen Lernens18

Der Grundgedanke der OMK beruht auf einer Vereinbarung gemeinsamer Ziele und Leitlinien sowie der Zusammenarbeit und dem Transfer bewährter Praktiken innerhalb der Mitgliedstaaten. Das Instrument ist derart ausgelegt, dass eine regelmäßige Überwachung der Verwirklichung gemeinsamer Ziele stattfindet und die Fortschritte der einzelnen Mitgliedstaaten die Möglichkeit bieten, eine 'Evaluations- und Lernkultur' zu konstituieren. Die OMK gilt als Ergänzung zum bisherigen Handeln der Gemeinschaft und unterliegt ebenfalls dem Grundsatz der Subsidiarität19, wobei die Kommission lediglich einen koordinierenden Charakter aufweist und mit Einführung der OMK das institutionelle Gleichgewicht nicht gestört werden darf.20

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels und der Herausforderungen für europäische Sozialstaaten ein, die zur Entwicklung der OMK führten, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Kernelemente der Offenen Methode der Koordinierung (OMK): Das Kapitel definiert die OMK als prozessorientiertes Politikinstrument, erläutert dessen historischen Ursprung und ordnet es in das Gefüge der EU-Instrumente ein.

3. Steuerungsebenen und Ordnungspolitik im Gesundheitswesen: Hier werden die Mechanismen der Gesundheitssteuerung auf verschiedenen Ebenen analysiert und die Rolle der Wirtschaftsordnung (Soziale Marktwirtschaft) im europäischen Kontext erörtert.

4. Nationale Gesundheitssysteme Europas: Dieser Abschnitt klassifiziert europäische Gesundheitssysteme (Beveridge- vs. Bismarck-Modell), vergleicht das deutsche System im europäischen Umfeld und analysiert EU-Einflüsse.

5. Prozessschritte der OMK im Gesundheitswesen: Eine detaillierte Analyse der vier Prozessschritte (Zieldefinition, Indikatoren/Benchmarks, Aktionspläne, Monitoring/Lernen) im Kontext der Gesundheitspolitik.

6. Szenarien und Handlungsoptionen für das deutsche Gesundheitswesen: Zusammenführung der Ergebnisse in einem defensiven (Risiken/Schwächen) und einem offensiven (Chancen/Stärken) Szenario für Deutschland.

7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassendes Fazit zur Eignung der OMK als Steuerungsinstrument, das eine Balance zwischen Effizienz und sozialer Gerechtigkeit anstrebt.

Schlüsselwörter

Offene Methode der Koordinierung, OMK, Gesundheitssystem, Europäische Union, Lissabon-Strategie, Bismarck-Modell, Beveridge-Modell, Benchmarking, Nationale Aktionspläne, Gesundheitspolitik, Soziale Marktwirtschaft, Monitoring, Peer-Review, Patientenorientierung, Subsidiarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Anwendung der "Offenen Methode der Koordinierung" (OMK) als innovatives Steuerungsinstrument der EU auf die nationalen Gesundheitssysteme mit Fokus auf Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Europäische Gesundheitspolitik, nationale Wirtschaftsordnungen, die Klassifizierung von Gesundheitssystemen und die Implementierung von OMK-Prozessschritten.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen der OMK auf das deutsche Gesundheitssystem zu bewerten und ein defensives sowie ein offensives Szenario zur Einordnung der OMK-Relevanz zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Gegenüberstellung von Politikkonzepten, basierend auf Literaturstudien, Modellvergleichen (Beveridge vs. Bismarck) und der Auswertung von EU-Strategieberichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Steuerungsebenen im Gesundheitswesen, nationale Systemunterschiede, die vier Schritte des OMK-Prozesses (Ziele, Indikatoren, Planung, Monitoring) sowie Szenarien für das deutsche System diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie OMK, Gesundheitssysteme, Benchmarking, Lissabon-Strategie, Europäische Integration und Soziale Marktwirtschaft charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die OMK von klassischen Instrumenten der EU?

Im Gegensatz zu verbindlichen Verordnungen oder Richtlinien ist die OMK ein weiches Instrument, das auf Freiwilligkeit, Kooperation und gegenseitigem Lernen basiert, ohne direkte rechtliche Sanktionen.

Warum ist das "magische Dreieck" für das deutsche Gesundheitssystem relevant?

Es beschreibt die Zielkonkurrenz zwischen einer hochwertigen Versorgung der Versicherten, einer angemessenen Vergütung der Leistungserbringer und der notwendigen Wirtschaftlichkeit.

Welche Bedeutung haben die "Nationalen Aktionspläne" (NAPs)?

Sie dienen als zentrales Instrument, in dem die Mitgliedstaaten darlegen, wie sie die gemeinsamen Ziele der OMK umsetzen, und ermöglichen so den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Was besagt die Schlussbetrachtung zum Potenzial der OMK?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass trotz methodischer Schwächen das Potenzial der OMK als Steuerungsinstrument, das Souveränität wahrt und Innovation durch Lernen fördert, überwiegt.

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Details

Title
Europäisierung des Gesundheitswesens
Subtitle
Die Anwendung des Konzepts der „Offenen Methode der Koordinierung“ der Europäischen Union auf die Gesundheitssysteme der Mitgliedstaaten unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Gesundheitssystems
College
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Grade
1,3
Author
David Matusiewicz (Author)
Publication Year
2009
Pages
141
Catalog Number
V142465
ISBN (eBook)
9783640525379
ISBN (Book)
9783640525010
Language
German
Tags
Europäisierung des Gesundheitswesens Offene Methode der Koordinierung Europa Gesundheitswesen Gesundheitssysteme Europa Gesundheitssystemvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Matusiewicz (Author), 2009, Europäisierung des Gesundheitswesens , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142465
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