Die Immobilienunternehmen entwickeln sich, aus einem konservativen, fast schon behördlich organisierten Wirtschaftszweig, zu einem finanz- und renditeorientierten Wirtschaftszweig. Die Immobilie hat sich, aufgrund kürzer werdender Haltezeiten der Eigentümer, von einem Anlagegut zu einem Handelsgut entwickelt. Damit Investoren ihre Erträge optimieren und Wettbewerbsvorteile sichern können, sind neue Formen des Managements und der Organisationsstruktur notwendig.
Die großen städtischen Gesellschaften unterliegen u. a. dem Einfluss und Druck der fondsgebunden Gesellschaften, die mit kreativen Ideen den Markt angreifen, schlanke Unternehmensstrukturen aufweisen und über flache Hierarchien schnelle Entscheidun-gen treffen können.
Große Gesellschaften haben in der Vergangenheit fast alle Leistungen selbst erbracht, vom Hausmeister, über Reinigung bis hin zu kleinen baulichen Maßnahmen. Es entstanden Gesellschaften mit mehr als 1.000 Mitarbeiter und über 50.000 Wohneinheiten. Diese sind in der heutigen Zeit oft schwerfällig und kostenintensiv. Sie laufen in der Zukunft Gefahr vom Markt überholt zu werden. Um die Marktfähigkeit aufrecht zu erhalten, ist die Geschäftsführung gezwungen, strategische Maßnahmen in der Organisationsstruktur zu ergreifen. Eine Auslagerung spezieller Bereiche und Prozesse, wie z.B. eine Hausservicegesellschaft, eine Entwicklungs- und Baubetreuungsgesellschaft oder eine Mieterberatungsgesellschaft, erscheint sinnvoll.
Während der 90er Jahre begann allgemein die Diskussion zum Thema Outsourcing in der Industrie. Zahlreiche Abteilungen wurden an spezialisierte Dienstleister ausgelagert, um signifikant Kosten zu senken. Dies wurde dann durch die Verlagerung von Mitarbeitern und Infrastruktur in Billiglohnländer erweitert, was eine Kostenreduktion zur Folge hatte.
Alle Bereiche eines Unternehmens, die nicht direkt zur Kernkompetenz gehören, können gesondert betrachtet und ggf. ausgelagert werden. Ein erfolgreiches Unternehmen soll sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren, die Wettbewerbsvorteile schaffen und strategisch relevant sind. Die logische Folge war das Business Process Outsourcing (BPO). Jene Bereiche, die nicht zu den Kernkompetenzen zählten, wurden an Dienstleister abgegeben, die genau diese Aufgaben als Schwerpunkten hatten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Methodik und Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Aktuelle Marktbetrachtung und Entwicklungstendenzen
2.2 Immobilienwirtschaft
2.3 Grundlagen von Outsourcing
3 Outsourcing im Dienste der Gestaltung von Organisationsstrukturen
3.1 Handlungsschema und Prozessablauf
3.2 Unternehmensanalyse zur Potenzialermittlung
3.2.1 Unternehmensstrategie
3.2.2 Analyse der bestehenden Organisationsstruktur
3.2.2.1 Ausgliederungsfähige Leistungen
3.2.2.2 Benchmarking
3.2.3 Betriebswirtschaftliche Aspekte
3.2.3.1 Monetäre Faktoren
3.2.3.2 Nicht-monetäre Faktoren
3.2.4 Juristische Aspekte
3.3 Outsourcing-Entscheidung
3.4 Implementierung des Outsourcing-Prozesses
3.4.1 Vorbereitung
3.4.2 Dienstleisterauswahl
3.4.3 Kommunikationspolitik
3.4.4 Nachbereitung
3.5 Zusammenfassung
4 Outsourcing Controlling
4.1 Abweichungsanalyse
4.2 Maßnahmen zur Korrektur von Abweichungen
4.2.1 Maßnahmen zur Optimierung
4.2.2 Entscheidung zum (Re-) Insourcing
4.3 Zusammenfassung
5 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Immobilienunternehmen durch Outsourcing ihre Organisationsstrukturen anpassen und optimieren können, um im aktuellen Marktumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei wird die zentrale Fragestellung analysiert, welche Faktoren bei der Durchführung eines effizienten Outsourcings für Immobilienunternehmen entscheidend sind.
- Grundlagen des Immobilienmarktes und Outsourcing-Strategien
- Analyse und Potenzialermittlung von Organisationsstrukturen
- Betriebswirtschaftliche und juristische Aspekte bei der Auslagerung
- Implementierungsprozesse und Dienstleistermanagement
- Controlling-Mechanismen zur Überwachung des Outsourcing-Erfolgs
Auszug aus dem Buch
3.2.3.1 Monetäre Faktoren
Bei diesen Faktoren stehen die Kosten für die potenziellen BPO-Nutzer im Vordergrund. Diese sind bei Verhandlungen sehr wichtig, da sie einen quantitativen Aussage Charakter haben. Sie wirken direkt und haben keinen zeitlichen Verzug im Vergleich zu den nicht-monetären Faktoren. Ihre Messbarkeit ist relativ einfach.
Die finanzielle Bedeutung des Outsourcings muss jedoch auch realistisch betrachtet werden. Ist die Zielsetzung des auslagernden Unternehmens beispielsweise eine 30% Einsparung zu erreichen, wie in der Abbildung 6 dargestellt, heißt dies für den Outsourcing-Dienstleister, dass er etwa 40 bis 50% einsparen müsste und auch kann. Erzielt der Dienstleister eine Einsparung von ebenfalls nur 40%, würde er keinen (Mehr-)gewinn erzielen und die Übernahme des Prozesses macht bei ihm wirtschaftlich wenig Sinn. Daher sollten die Verhandlungen eine Win-Win-Situation ermöglichen, um die Motivation auf beiden Seiten aufrecht zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt den Wandel der Immobilienbranche von einem konservativen zu einem finanzorientierten Sektor dar und definiert das Outsourcing als strategisches Instrument zur Effizienzsteigerung.
2 Grundlagen: Beleuchtet den deutschen Immobilienmarkt, die speziellen Anforderungen der Wohnungswirtschaft und definiert die theoretischen Grundlagen des Outsourcings.
3 Outsourcing im Dienste der Gestaltung von Organisationsstrukturen: Behandelt den systematischen Outsourcing-Prozess, von der Unternehmensanalyse über die juristischen und wirtschaftlichen Kriterien bis hin zur Implementierung und Kommunikation.
4 Outsourcing Controlling: Erläutert Methoden zur Überwachung des Outsourcing-Erfolgs, die Analyse von Abweichungen sowie Strategien zur Optimierung oder gegebenenfalls zum (Re-) Insourcing.
5 Zusammenfassung und Fazit: Fasst die Kernerkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer strategischen, ganzheitlichen Planung bei Outsourcing-Vorhaben.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Immobilienunternehmen, Organisationsstruktur, Facility Management, BPO, Kostensenkung, Prozessoptimierung, Benchmarking, Wirtschaftlichkeit, Risikotransfer, Change-Management, Dienstleistersteuerung, Vertragsmanagement, Insourcing, Strategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Outsourcing als strategisches Instrument zur Neugestaltung von Organisationsstrukturen spezifisch für Immobilienunternehmen, die große Wohnungsbestände verwalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die betriebswirtschaftliche Analyse von Auslagerungspotenzialen, juristische Rahmenbedingungen wie den Betriebsübergang nach § 613a BGB, das Dienstleistermanagement sowie die strategische Steuerung durch Controlling.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, welche Faktoren Immobilienunternehmen berücksichtigen müssen, um ein effizientes und erfolgreiches Outsourcing ihrer Prozesse umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Internetrecherche sowie auf qualitativen Experteninterviews mit Vertretern aus der Immobilienwirtschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Prozessablauf für Outsourcing-Projekte, eine detaillierte Analyse der monetären, nicht-monetären und rechtlichen Entscheidungskriterien sowie Strategien für das begleitende Outsourcing-Controlling.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Outsourcing, Immobilienwirtschaft, Prozessoptimierung, Business Process Outsourcing (BPO), Kosteneffizienz und Organisationsentwicklung.
Warum ist die Wahl der Rechtsform beim Outsourcing für Immobilienunternehmen so wichtig?
Die Rechtsform entscheidet über steuerliche Aspekte, wie die Organschaft zur Umsatzsteuerbefreiung, und bestimmt den Einflussbereich des Auftraggebers auf die ausgelagerten Prozesse.
Was ist das (Re-) Insourcing und wann wird es angewandt?
Re-Insourcing beschreibt die Rückführung ausgelagerter Bereiche in das eigene Unternehmen; dies wird notwendig, wenn Outsourcing-Ziele wie Kosteneinsparungen oder Qualitätsversprechen langfristig nicht erreicht werden oder sich die Unternehmensstrategie ändert.
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- MBA Christian Rücker (Author), 2009, Outsourcing als Möglichkeit der Gestaltung der Organisationsstruktur für Immobilienunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142499