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Kunigunde - Eine Königin auf dem Höhepunkt politischer Handlungsfähigkeit?

Título: Kunigunde - Eine Königin auf dem Höhepunkt politischer Handlungsfähigkeit?

Trabajo de Seminario , 2009 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kathleen Graichen (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Rollen und Aufgaben mittelalterlicher Herrschergemahlinnen waren einem stetigen Prozess der Verwandlung unterworfen. Mit der Jahrtausendwende übernahmen Frauen in Bereichen der Politik und Kultur immer höhere Positionen und beteiligten sich intensiv und mannigfaltig an Aufgaben des Herrschers . Bereits ab Kaiserin Adelheid lässt sich eine Intensivierung der weiblichen Einflussnahme verzeichnen, welche sich im folgenden Prozess verfestigte und verstetigte .
Im Folgenden soll nun die Rolle Kunigundes von Luxemburg, die Gemahlin des letzten ottonischen Kaisers Heinrich II. und erste Kaiserin nach der Jahrtausendwende untersucht werden. Eine Königin, die ihrem Mann als kluge Ratgeberin, tatkräftige Regentin und liebe Frau diente und mit den Worten der Bibel (Sprüche 31, 10-31) als „eine kluge, ein starke Frau, von ihrem Gemahl heiß und innig geliebt und verehrt“ dargestellt wird . Im engen und innigen Verhältnis zueinander stand sie im harmonischen Gleichklang mit den Zielen und Vorstellungen Heinrich II. . Dennoch trat sie selten aus dem Schatten ihres Gatten hervor. So bleibt die fromme Stifterin mit Bewusstsein für ihre Verantwortung für das dynastische Gebetsgedenken kaum fassbar.
Die ausfüllenden Tätigkeiten im Bereich der Memoria durch Kunigunde wurden in diverser Literatur weitreichend erforscht. Auch die politischen Wirkungen, besonders innerhalb der Moselfehde, wurden bereits vielfältig erörtert. In der vorliegenden Arbeit soll nun Kunigundes politisches Wirken heraus gestellt werden und dabei vergleichend mit anderen mittelalterlichen Königinnen die Frage untersucht werden, ob sich diese Herrscherin auf dem Höhepunkt politischer Handlungsfähigkeit mittelalterlicher Königinnen befand. Der Aspekt der Memoria sei aus diesem Grund hier nicht weiter beleuchtet, sondern vielmehr die Möglichkeiten Kunigundes als geachtete Bittstellerin und einflussreiche Ratgeberin in Vermittlung und Beratung des Königs zu wirken und ihrer Rolle als Stellvertreterin des königlichen Gattens gerecht zu werden. Dabei werden zunächst die Aufgabenbereiche mittelalterlicher Königinnen beleuchtet und anschließend eine detailliertere Untersuchung der einzelnen politischen Handlungsfelder unternommen. Zudem soll das Wirken innerhalb der Moselfehde unter Berücksichtigung aktueller Forschungen dargestellt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Aufgabenfelder mittelalterlicher Königinnen

2. Ausführung politischer Aufgabenfelder durch Kunigunde

2.1. Vermittlung und Stellvertretung

2.2. Beratung, Intervention und Petition

2.3. Kunigunde und ihre Stellung in der Moselfehde

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Wirken von Kunigunde von Luxemburg, der Gemahlin Kaiser Heinrichs II., um zu eruieren, ob sie eine Ausnahmestellung hinsichtlich der politischen Handlungsfähigkeit mittelalterlicher Königinnen einnahm. Dabei wird analysiert, inwiefern sie durch Vermittlung, Beratung und direkte Stellvertretung des Königs über die traditionellen Rollenbilder hinausgewachsen ist.

  • Stellenwert der Krönung und sakralen Legitimation.
  • Rolle der Königin bei gerichtlichen Auseinandersetzungen und politischer Mediation.
  • Untersuchung der Interventions- und Petitionsformeln in Königsurkunden.
  • Politisches Handeln und familiäre Verpflichtungen während der Moselfehde.
  • Sonderrolle der Königin als Stellvertreterin und Reichsverweserin.

Auszug aus dem Buch

1. Aufgabenfelder mittelalterlicher Königinnen

Die Königin im mittelalterlichen Reich war nicht allein Gattin des Königs und Mutter der legitimen Söhne, sondern, trotz der noch im 10. Jahrhundert herrschenden archaischen Rechtsordnung mit engen Grenzen und wenig freien Handlungsräumen der Frau, vielmehr Inhaberin mannigfaltiger Herrschaftsrechte und Teilhaberin an der königlichen Macht. Diese Teilhabe dehnte sich nach Ingrid Baumgärtner und Daniela Müller-Wiegand auf drei verschiedene Aufgabenfelder aus.

Den ersten Aufgabenbereich stellt die passive und aktive Vermittlung dar. Eine passive Vermittlung fand besonders in der Ehepolitik Ausdruck. Eheschließungen, wobei die Frau häufig nur als nicht agierendes Objekt betrachtet wurde, ermöglichten die Festigung von Bündnissen. Zudem stellte die Gemahlin ein Bindeglied zweier Familien dar und fungierte zur Legitimation und Repräsentation, diente dem Kulturtransfer, der Ausweitung des Herrschaftsbereiches und der damit verbundenen Vergrößerung des Beziehungsnetzes.

Diese passiven Aufgabenfelder der Königin werden besonders deutlich, betrachtet man die Ehen Otto I. und Otto II., erstere mit der angelsächsischen Edgith und der aus dem Königshaus Burgund und Italiens stammenden Adelheid, zweite mit der der byzantinischen Kaiserfamilie angehörigen Theophanu. Eine aktive Vermittlerrolle kam der Frau indes bei der Mitwirkung in gerichtlichen Auseinandersetzungen im königlichen Gericht, der höchsten Instanz des Gerichtswesens, und der bei Konflikten innerhalb und außerhalb des Reiches zu. Während, ersichtlich durch den Vergleich gemeinsamer Itinerare, Königinnen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wie Kriegszügen den Schutz der Klostermauern oder eine Herzoges aufsuchten und nur in seltensten Fällen Befehlsgewalt ausübten, traten besonders Theophanu und Kunigunde als Vermittler bei Konflikten hervor. Nur in Einzelfällen kam es tatsächlich zur Ausübung der militärischen Befehlsgewalt durch die Königsgattin.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Fragestellung ein, ob Kunigunde von Luxemburg als erste Kaiserin nach der Jahrtausendwende einen Höhepunkt politischer Handlungsfähigkeit erreichte.

1. Aufgabenfelder mittelalterlicher Königinnen: Das Kapitel definiert die drei zentralen Aufgabenbereiche mittelalterlicher Königinnen, bestehend aus Vermittlung, Beratung (Intervention/Petition) sowie der Memoria und Repräsentation.

2. Ausführung politischer Aufgabenfelder durch Kunigunde: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie Kunigunde ihre Rolle durch Krönung, diplomatische Vermittlung und direkte Stellvertretung des Kaisers aktiv gestaltete.

2.1. Vermittlung und Stellvertretung: Hier wird Kunigundes Rolle als Mediatorin in Konflikten sowie ihre außergewöhnliche Ausübung militärischer Befehlsgewalt und der Regentschaft beleuchtet.

2.2. Beratung, Intervention und Petition: Der Abschnitt untersucht die Interventionspraxis der Königin in Urkunden und hinterfragt die Aussagekraft der "consors regni"-Formel.

2.3. Kunigunde und ihre Stellung in der Moselfehde: Diese Untersuchung widmet sich dem spezifischen Konflikt mit den Luxemburgern und der Frage, ob ein statistischer Rückgang der Interventionen einen politischen Machtverlust impliziert.

3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die politische Wirksamkeit Kunigundes und kommt zu dem Schluss, dass ihre politische Handlungsfähigkeit neue, intensive Dimensionen erreichte.

Schlüsselwörter

Kunigunde von Luxemburg, Heinrich II., Mittelalterliche Königinnen, Herrschaftsbeteiligung, Interventionstätigkeit, Mediation, Moselfehde, Stellvertretung, Consors regni, Politische Handlungsfähigkeit, Reichsgeschäfte, Ottonische Zeit, Kaiserin, Urkundenwesen, Memoria.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die politische Rolle und Handlungsspielräume der Kaiserin Kunigunde während der Regierungszeit Heinrichs II. im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Königinnen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Aufgaben einer Königin in der Vermittlung, der politischen Beratung durch Intervention sowie die Ausübung von Regierungs- und militärischen Befehlsgewalten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Kunigunde einen historischen Höhepunkt der politischen Handlungsfähigkeit mittelalterlicher Königinnen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine historisch-analytische Methode verwendet, die durch den Vergleich von Itineraren, die Auswertung von Interventionsraten in Urkunden und die Interpretation aktueller Forschungsliteratur gestützt wird.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vermittlungstätigkeiten, die Analyse von Urkundenformeln wie "consors regni" und die kritische Betrachtung von Kunigundes Rolle in der Moselfehde.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen politische Teilhabe, Herrschaftsbeteiligung, Interventionsformeln, königliche Stellvertretung und die Rolle der Gemahlin im ottonischen Reich.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der "consors regni"-Formel?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass diese Formel allein kein valider Indikator für besondere politische Machtrechte ist, sondern vielmehr als Teil der Kanzleipraxis verstanden werden muss.

Warum wird die Rolle Kunigundes in der Moselfehde als zwiespältig betrachtet?

Die Forschung diskutiert kontrovers, ob die geringe Interventionstätigkeit der Königin während der Fehde auf einen tatsächlichen politischen Machtverlust hinweist oder lediglich durch mangelnde Quellenlage und ein gewolltes Zurückhalten bei familiären Konflikten zu erklären ist.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Kunigunde - Eine Königin auf dem Höhepunkt politischer Handlungsfähigkeit?
Universidad
http://www.uni-jena.de/
Calificación
1,0
Autor
Kathleen Graichen (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
17
No. de catálogo
V142517
ISBN (Ebook)
9783640510030
ISBN (Libro)
9783640510283
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kunigunde Frauenbild Mittelalter Poltik Königin Moselfehde Intervention Petition Consors regni
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kathleen Graichen (Autor), 2009, Kunigunde - Eine Königin auf dem Höhepunkt politischer Handlungsfähigkeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142517
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