Wörter und Phraseologismen der Fußballreportage im Hörfunk - Ein diachroner Vergleich


Diplomarbeit, 2008

132 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das Korpus
2.2 Was ist eine Reportage?
2.3 Die Reportage als journalistisches Genre
2.3.1 Formen und Aufbau der Reportage im Hörfunk
2.3.2 Die Fußballreportage
2.4 Die Geschichte der Fußballreportage im Hörfunk
2.4.1 Die Anfänge der Sportübertragung
2.4.2 Der Beginn der Übertragung von Fußballspielen im Hörfunk
2.4.3 Die Entwicklung der Fußballreportage von 1945 bis heute
2.5 Die Fußballsprache - eine Fach- oder Sondersprache?

3. Analyse: Wörter und Phraseologismen der Fußballreportage im Hörfunk - ein diachroner Vergleich
3.1 Das WM-Spiel 1954: Deutschland gegen Ungarn
3.1.1 Die Wörter der Fußballreportage
3.1.1.1 Substantive
3.1.1.2 Verben
3.1.1.3 Adjektive
3.1.1.4 Herkunft der Fachwörter
3.1.1.4.1 Fremdwörter, Lehnwörter und hybride Zusammensetzungen
3.1.1.4.2 Lehnübersetzungen bzw. -übertragungen und deutsche Bildungen
3.1.1.4.3 Übernahmen aus anderen Fach- bzw. Sondersprachen oder der Gemeinsprache
3.1.2 Die Phraseologismen der Fußballreportage.
3.2 Das WM-Spiel 2006: Deutschland gegen Portugal - Ein Vergleich
3.2.1 Die Wörter der Fußballreportage
3.2.1.1 Substantive
3.2.1.2 Verben
3.2.1.3 Adjektive
3.2.1.4 Herkunft der Fachwörter
3.2.2 Die Phraseologismen der Fußballreportage

4. Ergebnis

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

‚Es ist doch nur ein Spiel!’ - Diese Aussage mag wohl in der Theorie zutreffen, doch in der Praxis sieht das anders aus. Fußball - Eine Mannschaftssportart, die von Verärgerung über Faszination bis hin zu grenzenloser Freude jegliche Formen von Emotionen bei Menschen auslösen kann. Als der Radio-Reporter Herbert Zimmermann am 4. Juli 1954 mit den Worten „Aus! Aus! Aus! - Aus! - Das Spiel ist aus! --- Deutschland ist Weltmeister!“ den Titelgewinn der Nationalmannschaft im Endspiel gegen Ungarn verkündet hatte, brach in Deutschland eine Welle der Euphorie aus.[1] Die Bedeutung des Sieges ging weit über den fußballerischen Aspekt hinaus. In einer Fernsehsendung sprach der Historiker Joachim Fest von drei Gründungsvätern der Republik: „Adenauer im politischen, Erhard im wirtschaftlichen und Fritz Walter im mentalen Bereich.“[2] Berichten von Zeitzeugen zufolge, entdeckten die Menschen in Deutschland nach dem Spiel ein neues nationales Bewusstsein. Doch während in dem einen Land das Gefühl der Zusammengehörigkeit wuchs, sahen die Reaktionen in Ungarn anders aus.[3] Als die Mannschaft nach der Niederlage am Budapester Ostbahnhof ankam, empfing sie eine „schlecht gelaunte“ Menschenmenge, die den Rückkehrern aufgrund des Ergebnisses sogar Prügel androhte.[4]

Noch heute ist Fußball eine Sportart, die Menschen bewegt. Dies zeigte die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Ob an den Radiogeräten, vor den Fernsehern oder live im Stadion - Millionen Menschen in der Bundesrepublik verfolgten die Spiele der WM (Weltmeisterschaft). Besonders großes Interesse galt den Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft. Als das Team von Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Sieg gegen Portugal im Spiel um Platz drei auf der Berliner Fanmeile eingetroffen war, wurde sie von rund einer halben Millionen Fußballanhänger gefeiert:[5]

„Schon am frühen Morgen hatten sich Hunderte Menschen an den Eingängen im Tiergarten eingefunden, um an der Verabschiedungsparty teilnehmen zu können. Viele waren in ihren Deutschland-Trikots gekommen und schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen. […] Immer wieder waren „Klinsmann, Klinsmann“ - Rufe zu hören. […] Auf einem Plakat war zu lesen „Klinsi, wir brauchen Dich!“ Zu der Party am Brandenburger Tor waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Sportminister Wolfgang Schäuble (CDU) gekommen.“

Fußball ist mehr als nur ein Spiel - Fußball ist Kommunikation. Ob am Arbeitsplatz, im Freundeskreis oder in den Medien - Sport und besonders „König Fußball“ ist der „Super-Diskurs unserer Zeit“.[6] Wer mitreden oder zumindest verstehen will, der muss die Regeln und die Sprache dieser Sportart beherrschen. So hatte die Bundesregierung eigens für die WM einen „Fußball-Sprachkurs für Anfänger“ im Internet angeboten.[7]

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Terminus Fußballsprache? Wie sieht der Wortschatz aus und ist dieser statisch oder veränderbar? - Genau mit diesem Thema beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Wer die Sportsprache erforschen will, muss sich zunächst einmal fragen, wie und wo er seinen Untersuchungsgegenstand findet. Auf dem Fußballplatz, also am Ort des Geschehens selbst, wird eher gespielt als gesprochen, bestenfalls geschrieen oder geschimpft. „Was wir als fußballbezogenes Sprechen wahrnehmen, ist […] in der Regel […] ein Produkt verschiedenartiger Mediatisierungen (Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk oder Fernsehen) und natürlich ein Produkt von Regeln und Systematik der deutschen Sprache.“[8] Als Plattform der Fußballsprache gilt die Ganzreportage im Hörfunk, denn schon bald nach dem offiziellen Start des Radios wurden sportliche Veranstaltungen live übertragen. Die Fußballsprache wird in dieser Arbeit als „Bezeichnung für die Gesamtheit des zur Verbalisierung des Sports“ benötigten Wortschatzes „unterschiedlicher Konvenienz im Sinne von Langue“ und ihre Evidenz in der Reportage im Hörfunk als Parole verstanden.[9]

Nach einer kurzen Erklärung des Begriffs und der Formen der Reportage soll die Geschichte der Sportübertragung unter besonderer Berücksichtigung der Fußballreportage näher betrachtet werden. Damit soll deutlich gemacht werden, welche Rolle besonders das Radio in der Verbreitung der fußballspezifischen Sprache gespielt hat. Im Anschluss folgt eine Definition der Fußballsprache. Die Untersuchung des Wortschatzes steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. In der Analyse wird ein erweiterter Begriff der Lexik, der auch Phraseologismen mit einschließt, verwendet.

Das Korpus umfasst zwei Reportagen: Das Finale um die Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern zwischen Deutschland und Ungarn und das Spiel um den dritten Platz zwischen Deutschland und Portugal, das 2006 in Stuttgart ausgetragen wurde. Bei der Auswahl des Materials wurde darauf geachtet, dass eine gemeinsame Vergleichsbasis vorhanden ist. So handelt es sich bei beiden Begegnungen um Weltmeisterschaftsspiele mit deutscher Beteiligung, bei denen es um eine Platzierung unter den ersten Drei geht. Die Spiele wurden im öffentlich-rechtlichen Radioprogramm von deutschen Reportern als Vollreportage übertragen und lediglich durch die Halbzeitpause unterbrochen.

Zunächst sollen die Wörter der Fußballreportage (Deutschland-Ungarn) aus dem Jahr 1954 untersucht werden. Bei der Analyse wird auf die offenen Wortarten, „die kontinuierlich durch Wortbildung erweitert werden“, eingegangen.[10] Als wichtigste Wortart unter den „spezialsprachlichen lexikalischen Einheiten“ gelten die Substantive.[11] Zudem sollen Adjektive und Verben untersucht werden. Betrachtet man den Wortschatz der Fußballsprache näher, so wird deutlich, dass es sich dabei um keine homogene Lexik handelt. Neben Fremdwörtern, Lehnwörtern, Lehnübertragungen und Lehnübersetzungen lassen sich auch hybride Zusammensetzungen und deutsche Bildungen finden. Auch wurden Wörter aus anderen Fach- bzw. Sondersprachen oder der Gemeinsprache[12] übernommen und erhielten innerhalb der Fußballsprache zum Teil eine neue Bedeutung. Um der „Komplexität der tatsächlichen sprachlichen Situation gerecht zu werden“, soll nicht nur das „isolierte Wort“ untersucht werden.[13] Unter Punkt 3.1.2 findet eine Analyse von Phraseologismen statt. Die Ergebnisse der Untersuchung werden im Anschluss mit dem Wortschatz der Reportage aus dem Jahr 2006 (Deutschland-Portugal) verglichen. Hat sich die Fußballsprache verändert? Wenn ja, wie und warum hat sie sich gewandelt? - Diesen Fragen wird im letzten Teil der Arbeit nachgegangen. Damit diese Untersuchung an Repräsentativität gewinnt, werden Fachlexika des Sports aus den Jahren 1952 bis 1969 bzw. 2000 bis 2006 herangezogen, deren Auswahl unter Punkt 3.1.1 bzw.

3.2.1 näher thematisiert wird. Die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen zur Lexik der Fußballsprache ist gering. Insbesondere mit der diachronen Betrachtung des Wortschatzes hat sich bisher noch kaum ein Autor beschäftigt. Bei der folgenden Analyse wurden vor allem die Arbeiten von Harald Dankert, Peter Braun, Armin Burkhardt und Peter Schneider berücksichtigt.[14]

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Das Korpus

Die Übertragung des Endspiels aus dem Jahr 1954 hat eine Länge von insgesamt einer Stunde (h) 45 Minuten (’) und 49 Sekunden (’’) und die Reportage des Spiels um den dritten Platz bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 umfasst 1 h 36’ 14’’. Während vom Finale 1954 ebenfalls die Siegerehrung übertragen wurde, fehlt diese beim WM-Spiel 2006. Aus diesem Grund wurde, um eine gleiche Analysebasis zu schaffen, bei der Untersuchung nur die Spielreportage, d. h. die Berichterstattung der Reporter bis kurz nach dem Schlusspfiff, zuzüglich der Rückgabe in die Sendestudios berücksichtigt. Demnach endet die Spielreportage der Begegnung aus dem Jahr 1954 mit den Worten: „Aus! Aus! Aus! - Aus! - Das Spiel ist aus! - - - Deutschland ist Weltmeister! - schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern.“[15] Bei dem Spiel Deutschland-Portugal sind die letzten Sätze des Reporters: „Das Spiel ist aus. - Deutschland gewinnt gegen Portugal mit drei zu eins - und wird Dritter dieser Fußballweltmeisterschaft.“[16]

Beide Reportagen sind in transkribierter Form im Anhang zu finden. Neben den Versprechern der Berichterstatter wurden auch alle Sprechpausen, die über eine Atempause hinausgehen, notiert. Zudem wurden wichtige akustische Signale im Stadion (z. B. Schiedsrichterpfiff) in Form von Kurzhinweisen dem Reportagetext hinzugefügt. Es gelten folgende Markierungen:

{ } Versprecher, die der Reporter selbst verbessert, wurden in geschweifte Klammern gesetzt. Dies gilt auch für z. B. Lacher oder freistehende Konsonanten: „Danken wir in jedem Fall, auch wenn wir verlieren sollten, {unseren tapfen Junge Jü} unseren tapferen Jungens für diese großartige Leistung.“ (Bern, 73f. )

„[…], noch einmal rübergegeben von {N äh} Maniche auf - Luis Figo, […].“ (Stuttgart, 1187)

[ ] Versprecher, die der Reporter nicht verbessert, wurden vom Verfasser korrigiert. Das richtige Wort bzw. der richtige Vokal/Konsonant steht in eckigen Klammern:

„[…] bevor Rahn wieder zu Fritz Walter spielen kann, ist der linke Verteidiger der Ungarn, ist Lantos dazwischen gespra[u]ngen und hat den Ball weggespielt […].“ (Bern, 81f. )

( ) Kurzhinweise wurden kursiv geschrieben und in runden Klammern dem

Text zugefügt:

„Die Ungarn erhalten einen Einwurf zugesprochen, der ist ausgeführt, kommt zu Bozsik - (die Zuschauer schreien laut auf) Aus! Aus! Aus! - Aus! - Das Spiel ist aus!“ (Bern, 1087ff. )

- Sprechpausen, die nicht länger als eine Sekunde sind, wurden mit einem Gedankenstrich angegeben.

- - Sprechpausen, die länger als eine Sekunde, aber maximal zwei Sekunden lang sind, wurden mit zwei Gedankenstrichen markiert: etc.

„Doch - - Glück für Deutschland und jetzt Toor - Toor!“ (Bern, 85f. ) Too Laute, die von den Reportern beim Sprechen ‚lang gezogen’ worden sind, wurden durch Doppelschreibung signalisiert:

„[…], - Rahn schiießt, - Toor! Toor! Toor! Toor!“ (Bern, 1023)

Da eine Interpunktion der transkribierten Texte aufgrund der Sprechweise[17] der Reporter schwierig war, wurde das nachstehende Schema verwendet:

Geht der Reporter mit seiner Stimme nach unten, folgt ein Punkt , Spricht der Berichterstatter fortlaufend weiter und bleibt mit der Stimme oben, dann steht ein Komma.

2.2 Was ist eine Reportage?

Das Fremdwort Reportage stammt aus dem Französischen und fand Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in die deutsche Sprache. Le reportage leitet sich von dem aus dem Englischen stammenden französischen Wort reporter ab.[18] Um folglich den Ursprung des Lexems Reportage erklären zu können, muss die Etymologie von Reporter näher betrachtet werden.

Das Wort Reporter geht ursprünglich auf das lateinische Lexem reportare, einer Bildung aus portare (tragen) und dem Präfix re- , zurück und bedeutet so viel wie „zurücktragen“ bzw. „zurückbringen“. Zunächst wurde lateinisch reportare in die französische Sprache (afrz. reporter „überbringen“) entlehnt. Es folgte die Übernahme ins Englische. Anfangs war englisch reporter eine Bezeichnung für den Protokollführer oder auch den Stenographen englischer Parlamentssitzungen, wurde aber bald auch im Sinne des allgemeinen Nachrichtenüberbringers oder auch Zeitungsberichterstatters verwendet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde reporter aus dem Englischen ins Deutsche entlehnt.[19]

Aufgrund ihrer Etymologie finden die Wörter Reporter und Reportage ihre Synonyme in „Berichterstatter“ und „Bericht“.[20] In der journalistischen Praxis erfahren diese Bezeichnungen allerdings genauere Einschränkungen.[21]

2.3 Die Reportage als journalistisches Genre

Die Reportage als journalistische Darstellungsform ist sowohl Bestandteil der Printmedien als auch des Rundfunks, der sich aus Fernsehen und Hörfunk zusammensetzt. Das Themenspektrum ist weit und behandelt neben aktuellen Ereignissen wie Sportveranstaltungen, politischen Festakten und Demonstrationen auch zeitlose Inhalte wie Reisen, fremde Milieus und Schicksale.[22]

2.3.1 Formen und Aufbau der Reportage im Hörfunk

SEIP unterscheidet für den Bereich Radio drei Reportagetypen: Die gebaute, die zeitversetzte und die Live-Reportage (Abb. 1). Für eine gebaute Reportage nimmt der Berichterstatter vor Ort Originaltöne und Geräusche auf und schreibt seine Beobachtungen nieder. Aus Text und Vor-Ort-Aufnahmen entsteht dann im Produktionsstudio die Reportage. Bei der Live-Reportage geht das Beschriebene zeitgleich über den Äther. Aus unterschiedlichen Gründen (z. B. Übertragungs- bzw. Aufnahmeverbot während einer Gerichtverhandlung) ist es auch möglich, dass der Journalist nur zeitversetzt berichten darf. Er beobachtet das Geschehen und beschreibt im Anschluss seine Eindrücke und Empfindungen. Auch kann eine zeitversetzte Reportage, eine Reportage sein, die live vom Ort des Geschehens gesprochen, aber dann zeitversetzt ausgestrahlt wird.[23]

Nach LÜNENBORG ist die Reportage eine Darstellungsform, die „dem Publikum aktuelle Ereignisse bzw. Geschehen durch lebendige, anschauliche Schilderung, subjektive Beschreibung und authentische Anteilnahme vermittelt“.[24] Im Vergleich zum journalistischen Genre Nachricht liefert die Reportage damit neben überprüfbaren Tatsachen auch persönliche Eindrücke bzw. Emotionen (z. B. frenetisches Mitfiebern) des Berichterstatters.[25] Die Art der Darstellung wird oftmals als „Kino im Kopf“ bezeichnet.[26] Der Journalist hat die Aufgabe, Begebenheiten so zu schildern, dass alle Sinne des Hörers angesprochen werden und dieser das Geschehen wie einen Film vor sich ablaufen sieht.[27] Atmosphäre und eventuelle Originaltöne machen eine Reportage lebendig und suggerieren dem Rezipienten eine unmittelbare Teilnahme am Ereignis. Auch spielen Stimmführung und Sprechtempo eine wichtige Rolle. Mit ihnen kann der Reporter beispielsweise Spannung erzeugen.[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Einteilung der Reportage (Teil I)

2.3.2 Die Fußballreportage

Die Reportage über ein Fußballspiel ist immer live. Der Journalist befindet sich am Ort des Ereignisses (Fußballstadion) und hat die Funktion eines Beobachters oder auch Augenzeugen, der den Hörern die Begebenheiten schildert.[29] Im Sportressort wird zwischen Ganz- und Ausschnittsreportage unterschieden (Abb. 2).

Die Ganz- bzw. Vollreportage bildet einen Sonderfall der „simultanen Narratio, d. h. Geschehen und Geschehenswiedergabe erfolgen gleichzeitig“.[30] Wegen der Simultanität stellt die Ganzreportage „besondere Anforderungen an die Reporter, denn sie müssen einmal das Geschehen so an die Hörer vermitteln, daß sich diese über den auditiven Kommunikationskanal eine möglichst genaue Vorstellung von den Ereignissen auf dem Spielfeld […] machen können, und zum anderen wissen sie nicht, wie die von ihnen zu übermittelnden Aktionen auf dem Spielfeld ausgehen“.[31] Neben der parallelen Beschreibung des Geschehens, werden Zusatzinformationen, die sich mit den aktuellen Schilderungen im Reißverschlusssystem vernetzen, gegeben. Beispielsweise bei Unterbrechungen des Spiels können Rekapitulationen wesentlicher Ereignisse, Erläuterungen oder Hintergrundinformationen folgen.[32] Die Sendezeit einer Ganzreportage im Hörfunk wird höchstens durch die Halbzeitpause unterbrochen und umfasst einen mehr oder weniger kurzen Vor- bzw. Nachspann. Demnach ist eine Ganzreportage mindestens neunzig Minuten lang und wird aufgrund ihrer Länge meistens von zwei Reportern gesprochen.[33]

Die Ausschnittsreportage, bei der Journalisten nur über eine oder mehrere Spielpassagen direkt berichten, lässt sich in Teilreportage und Konferenzschaltung untergliedern. Auch bei der Teilreportage lassen sich unterschiedliche Formen erkennen. Der Reporter kann sich einerseits in regelmäßigen Abständen oder bei besonderen Ereignissen (z. B. Elfmeter) vom Ort des Geschehens melden und von dort informieren. Andererseits ist es auch möglich, dass die Reportage in der Halbzeitpause, am Anfang der zweiten Halbzeit oder während der zweiten Halbzeit beginnt und dann kontinuierlich bis zum Spielende reicht.[34] Typisch für alle Varianten der Teilreportage ist die Art der Berichterstattung. Neben den aktuellen Ereignissen beispielsweise auf dem Fußballplatz fasst der Reporter die wichtigsten Spielzüge der vorherigen Minuten kurz zusammen. Die Konferenzschaltung vermittelt das Geschehen aus mehreren Fußballstadien gleichzeitig. An den verschiedenen Spielorten befindet sich jeweils ein Reporter, der „in mehreren verstreuten und meist kürzeren Einblendungen auf das von ihm beobachtete Spiel eingeht, also nicht kontinuierlich das Spielgeschehen wiedergibt“.[35] Auch er ist gezwungen, gerade ablaufendes und seit der letzten Einblendung vergangenes Spielgeschehen miteinander zu verknüpfen.[36]

Es lässt sich also festhalten, dass alle drei Formen der Live-Übertragung von Sportereignissen unterschiedliche Strukturen im Aufbau besitzen. Während der Reporter einer Ganzreportage hauptsächlich das aktuelle Geschehen beschreibt, bekommt die zusammenfassende Darstellung der vergangenen Ereignisse in der Teilreportage und der Konferenzschaltung mehr Raum. Der Umfang an Fußballsprache ist demnach bei der Vollreportage größer als bei den anderen Übertragungsformen und eignet sich aus diesem Grund besonders gut als Untersuchungsmaterial.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Einteilung der Reportage (Teil II)

2.4 Die Geschichte der Fußballreportage im Hörfunk

Nach einem langwierigen Entscheidungsprozess über die organisatorische Struktur des deutschen Rundfunksystems fiel der offizielle Start für ein regelmäßiges Hörfunkprogramm am 29. Oktober 1923.[37] An diesem Tag strahlte der Sender Radiostunde AG[38] ein einstündiges Konzert (Cello-Sonate von Fritz Kreisler) aus, das auf drahtlos-telefonischem Weg seine Verbreitung fand.[39] Neben Musikvorführungen wurden bald weitere künstlerische Ausdrucksformen (Theater, Oper etc.) für den Funk adaptiert. Ab dem 3. November 1923 kamen auch Nachrichten im Programm vor, die im März des folgenden Jahres durch „die Bekanntgabe von Wettervorhersagen, Zeitangaben, Tendenznachrichten der Börse und von Kleinhandelspreisen erweitert“ wurden.[40]

Im Gegensatz zur Presse, bei der es einige Zeit dauerte, bis der Sport in das Medium aufgenommen wurde, erkannten die Programmgestalter des Hörfunks früh, dass Sport ein interessantes, unpolitisches Objekt bildet.[41] Die Sportnachrichten am Abend des 20. April 1924 (22:10 Uhr) der Berliner Funkstunde galten lange als Start der Sportberichterstattung im Radio. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte nachgewiesen werden, „dass es vor den Sportnachrichten bereits eine andere Form von Sportberichterstattung im Hörfunkprogramm der ersten Jahre gegeben hatte“: Die Sportvorträge. Franz Breithaupt, Geschäftsführer der Deutschen Turnerschaft, sprach am 2. April 1923 im Programm der Berliner Funkstunde über die „Bedeutung der Leibesübungen für das Volk“.[42] Doch die Hörer sollten nicht nur den vorgetragenen Meldungen lauschen, sondern auch selbst aktiv werden. „Die erste etwas lebendigere Form einer Sportsendung war die Frühgymnastik, mit der die „Berliner Funkstunde“ schon bald nach Aufnahme ihres Betriebes ihre Hörer aus den Federn holte.“ [43] Im September 1925 begann auch der Sender Münster mit einem so genannten „Funk- Gymnastikkurs“: Aus einem Buch der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik wurden am Abend einzelne Übungen vorgelesen und erklärt. Der Rundfunksprecher wies dabei auch auf wichtige Grundbedingungen für das Gelingen der sportlichen „Fernerziehung“ hin, die erfüllt werden sollten. So betonte er, dass die Übungen bei offenem Fenster und „möglichst nackt“ umzusetzen seien.[44]

Zwar belegte die Sportnachricht nur Platz dreizehn auf der Liste der Hörerwünsche, die die Zeitschrift ,Der Deutsche Rundfunk’ mittels einer Befragung vom 18. Mai bis 15. Juni 1924 ermittelte,[45] allerdings änderte sich dies in den folgenden Monaten. Maßgeblich für die wachsende Beliebtheit und die Integration des Sports im Hörfunk waren die „Funkpioniere der ersten Stunde“ Alfred Braun[46], Bernhard Ernst und Paul Laven - verantwortlich. Die drei Journalisten waren die Ersten, die sich mit der Übertragung von Sportereignissen auseinandersetzten.[47]

2.4.1 Die Anfänge der Sportübertragung

Am 2. Juli 1921 feierte die Sportübertragung im Hörfunk Weltpremiere. Aus Jersey City (USA) wurde an diesem Tag die Box-Weltmeisterschaft im Schwergewicht zwischen Jack Dempsey und Georges Carpentier übertragen. Mit Unterstützung des späteren Präsidenten Franklin D. Rossevelt gelang das Experiment von J. Andrew White und ging damit als erste Sportreportage in die Geschichte ein.[48] Während sämtliche Rundfunkchroniken sich über den Start der weltweit ersten Übertragung einig sind, gibt es bezüglich der ersten deutschen Sportreportage unterschiedliche Ansichten. So bezeichnet FISCHER die Übertragung der Ruderregatta in Münster am 21. Juni 1925 als „erste Übertragung eines Sportereignisses“.[49] VAESSEN schließt sich diesem Datum an.[50] Auch SCHÜTTE nennt die Ruderregatta am 21. Juni 1925 als „erste Live-Übertragung mit Hilfe eines Mikrophon“.[51] Er bezieht sich auf einen Aufsatz im Rundfunk- Jahrbuch 1933[52] von Bernhard Ernst, dem Sportreporter der Westdeutschen Funkstunde in Münster, der die Ruderregatta vom Dortmund-Ems-Kanal aus schilderte. DILLER belegt in seiner kommentierten Dokumentation, dass die Münsterische Regatta erst am 12. Juli 1925 stattfand und übertragen wurde. Er verweist darauf, dass Bernhard Ernst selbst dieses Datum während des Zweiten Weltkriegs revidierte und vier Jahre nach dem Krieg in seinen Erinnerungen an den Rundfunk erneut korrigierte.[53] Auch in seinem Buch ‚Rund um das Mikrophon. Gedanken eines Rundfunkmannes’ berichtet ERNST von der Ruderregatta in Münster und datiert sie auf Juli 1925.[54] REUTHER spricht in seinem Aufsatz ‚Umfang und Wertung des Sportes in der modernen Publizistik’ ebenfalls von Juli 1925 als Termin der ersten Sportübertragung im deutschen Hörfunk.[55]

Aufgrund der angeführten Belege kann davon ausgegangen werden, dass die Regatta am 12. Juli und nicht am 21. Juni 1925 stattgefunden hat. Doch wie genau verlief nun diese Übertragung des Sportereignisses?

Bernhard Ernst zog ausgestattet mit einem weißen Bogen, auf den er vom Startkommando bis zum Zielband Wort für Wort alles aufgeschrieben hatte, „weil es bis dahin so gut wie unmöglich galt, irgendetwas ins Mikrophon zu sagen, was vorher nicht schwarz auf weiß zu lesen war“, an diesem Tag an den Dortmund- Ems-Kanal. Ein Mikrofon war auf einem „schwankendem Anlegefloß“ und ein anderes „am Standort der Regatta-Kapelle“ aufgestellt, „denn - das hatte sich besagter Rundfunkmann auch schon vorher überlegt - für alle Fälle könnten die frohen Weisen der Musik seine eigene Pleite überdecken.“ Die Zettel halfen Bernhard Ernst nicht viel, da er sie verlor, und somit blieb ihm nichts anders übrig, als zu beschreiben, was er sah und zu sprechen, „wie ihm der Schnabel gewachsen“ war.[56]

Bei allen Streitigkeiten um das Datum der ersten Ruderregatta in Münster, stellt sich die Frage, ob es sich dabei wirklich um die erste Sportübertragung im Hörfunk handelt. Laut der Programmzeitschrift ‚Funk’ führte die Nordische Rundfunk AG in Hamburg die erste Direktübertragung eines Sportereignisses durch. Am 13. Juli 1924 fand die Internationale Ruderregatta auf der Alster statt. Es gab eine direkte Übertragung vom „Schauplatz der Handlung auf den Sender“. Die Zeitschrift ‚Funk’ berichtete über dieses Ereignis:[57]

„Die einzelnen Phasen der Wettkämpfe wurden am Ziel vom Berichterstatter mit dem Prismaglas verfolgt, eine lebendige Schilderung der spannenden Augenblicke ins Telephon gesprochen und durch Vermittlung des Telegraphons auf den Sender übertragen. Alle Beifallsbezeugungen des Publikums, ihre ermunternden Zurufe, die Anfeuerungen der Steuerleute, alles kam mit durchs Telephon, so daß die Hörer die Kämpfe, wie mit eigenen Augen gesehen, erlebten.“

Wie sich anhand des Zitates erkennen lässt, handelte es sich um keine Übertragung mit Hilfe eines Mikrophons, sondern eines Telefons.

Allerdings gibt es noch ein weiteres Ereignis, das den Beleg als erste Sportübertragung im Hörfunk für sich beansprucht. Am 28. Juni 1925 richtete der Frankfurter Regattaverein eine Mainregatta aus, die von der Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG übertragen wurde. „Hiervon hat bis jetzt die Rundfunkgeschichte keine Kenntnis genommen, obwohl eine Anzahl von Quellen entscheidende Aussagen machen.“[58] So schreibt die Zeitschrift ‚Funk’ über dieses Ereignis:[59]

„Es ist in der Rundfunk-Besprechung Sitte geworden, es als Besonderheit hervorzuheben, wenn etwas zum ersten Male geschehen ist: der gewissenhafte Berichterstatter muß also darauf hinweisen, dass zum ersten Male in Deutschland ein sportliches Ereignis so wiedergegeben wurde, daß Startglocke, Beschreibung des Rennens, Vorstoß der einzelnen Konkurrenten und Zielpassieren in der gleichen Sekunde dem Sportbegeisterten ins Haus getragen wurde, in der es sich tatsächlich abspielte, stimmungsvoll umrahmt vom Volksgemurmel, das, langsam aber sicher gegen das Ziel hin zur Raserei sich steigernd, im Mikrophon sich anmutig ausnahm.“

Auch die Programmzeitschrift ‚Der Deutsche Rundfunk’ erkennt dem Sender das „Erstlingsrecht an der Sendegattung „Live-Übertragung“ zu“.[60] Daran beteiligt waren neben dem künstlerischen Leiter der Frankfurter Sendegesellschaft, Hans Flesch, Alois Grosmann vom Neuen Theater in Frankfurt, Paul Hindemith - Bratschist am Frankfurter Opernhaus - und Paul Laven, der seit Februar 1925 als freier Mitarbeiter beim Sender tätig war. Keiner hatte zunächst vor, den sportlichen Ablauf live zu übertragen. Die Reportage war eine spontane Idee von Paul Laven, der das Mikrofon ergriff und den Achter- Endkampf schilderte.

Abschließend lässt sich festhalten: Münster ist, aufgrund des ‚neuen’ Datums definitiv nicht die erste Sportübertragung im Hörfunk. Die halbgeglückte Direktübertragung per Telefon von der Hamburger Alster am 13. Juli 1924 und die erste völlig gelungene Live-Reportage der Mainregatta von Paul Laven am

28. Juni 1925 mit Mikrofon gehen der Originalübertragung des Sportereignisses auf dem Dortmund-Ems-Kanals von Bernhard Ernst voraus.[61]

2.4.2 Der Beginn der Übertragung von Fußballspielen im Hörfunk

Die Live-Übertragung eines Fußballspiels feierte am 1. November 1925 mit dem Radioreporter Bernhard Ernst von der Westdeutschen Funkstunde AG ihre Uraufführung.[62] Es handelte sich um kein internationales Spiel, sondern „die sogenannte Provinzklasse hatte in „Arminia“ Bielefeld und „Preußen“ Münster die Statisten für diesen unseren Rundfunk-Fußballstart gestellt“.[63] Die Berichterstattung erfolgte nicht aus einer Kabine von der Pressetribüne aus, wie es heute geläufig ist, sondern Bernhard Ernst befand sich hinter einem der beiden Tore auf dem Spielfeld, „damit der Schlachtenlärm der Kämpfer die Atmosphäre noch besser belebe“.[64] Um das Mikrofon vor möglichen Torschüssen zu schützen, war es in einem Marmorkästchen untergebracht und wurde durch ein Hockeytor gesichert. Auch die Übertragungsleitung zum Sender war rechtzeitig geschalten worden.[65] Allerdings verlief die erste Fußballübertragung dann doch anders, als geplant: „Ein Postmann hatte am Samstagnachmittag vor dem Spiel einem Kabelschacht einen Besuch abgestattet“ und die Leitung versehentlich gekappt. Bernhard Ernst musste die erste deutsche Fußballübertragung via Telefon absolvieren.[66] Im Mittelpunkt stand bei dieser Reportage die Geräuschkulisse. „Die Schilderung des Sprechers war noch sehr kurz.“[67] Die Reporter der ersten Fußballreportagen übertrugen jeweils nur für ihre eigenen Sender. So konnten lediglich die Hörer der Westdeutschen Funkstunde und des Südwestdeutschen Rundfunkdienstes am 18. April 1926 das erste Länderspiel im Hörfunk - Deutschland gegen Holland im Rheinstadion in Düsseldorf - miterleben.[68]

Damit sich die Zuhörer ein besseres Bild von dem jeweiligen Spiel und der Position der Spieler machen konnten, arbeiteten die Reporter mit Orientierungsplänen, die vor jeder Fußballübertragung in verschiedenen Rundfunkzeitschriften veröffentlicht wurden. Die in England entwickelten Schemata teilten das Fußballfeld in gleichgroße Quadrate ein, an denen sich der Sprecher und die Hörer orientieren konnten (Abb. 3):[69]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Orientierungsplan für die Zuhörer[70]

BRUCKER führt in seiner Arbeit ein Beispiel für die Spielbeschreibung an, das er von Alfred Braun in einem Telefoninterview genannt bekam:[71]

„„Der Ball fliegt von A5 nach D8, wird nach A7 geflankt. Gefahr in B8!...““

Doch bald schon verwarf man diese Idee wieder, da sie nicht praxistauglich war. Meist fanden sich die Reporter auf dem Plan nicht zurecht und sprachen frei weiter.[72] Am 13. Juni 1926 kam es erstmals zu einer gemeinsamen Live- Übertragung von fünfzehn deutschen Sendern. Paul Laven schilderte das Endspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen der Spielvereinigung Fürth und Hertha BSC Berlin für die Hörer im gesamten Reichsgebiet.[73]

Trotz technischer Verbesserungen war die Übertragung des Länderspiels Italien gegen Deutschland am 28. April 1929 ein waghalsiges Unternehmen, denn erstmals versuchte man eine Direktreportage aus dem Ausland.[74] In einem Artikel über die Rundfunkreportage berichtet Laven von jener funkhistorischen Übertragung des Ereignisses:[75]

„Es mußte mit dem italienischen Rundfunk verhandelt werden und gleichzeitig mit einer Gesellschaft, die die notwendigen Telefonleitungen verpachtete. […] Wir hatten die Telefonleitungen für einen beträchtlichen Lire-Betrag gemietet und hatten auch den Vorstand des FC Torino davon überzeugt, daß eine solche Übertragung keinen Schaden anrichten würde. Der italienische Fußballverband hatte eingesehen, daß der Bericht nach Deutschland dem Besuch in Turin keinen Abbruch tun könne.“

Neben den finanziellen Mitteln, die aufzubringen waren, mussten verschiedene Amtsgänge getätigt werden, um die Leitung und damit die Übertragung nach Deutschland sicherzustellen. Dies war ein hoher technischer aber auch organisatorischer Aufwand. Erst in der siebten Spielminute war die Verbindung nach Deutschland hergestellt und Paul Laven konnte sich dem Mikrofon zuwenden und unter Mantel und Zeltplane vor dem Lärm geschützt mit der Übertragung beginnen. Rückblickend hält der Reporter 1948 fest:[76]

„Heute ist das alles so einfach. Leitungsbestellung, Besprechung des Programms, Verhandlungen mit den ausländischen Rundfunkgesellschaften gehen ihren genau festgelegten Weg. Dieser Weg führt sicher zum Ziel: Zu einer einwandfreien Übertragung.“

Technische Neuerungen führten dazu, dass bereits in den 30er Jahren Konferenzschaltungen möglich waren.[77] Nun war nicht mehr nur ein Reporter unterwegs, sondern mehrere Kommentatoren berichteten aus verschiedenen Stadien für einen Sender abwechselnd über die jeweiligen Spiele.[78] Doch nicht nur die Technik verbesserte sich, auch die Inhalte der Reportage haben sich im Laufe der Jahre verändert. Immer mehr rückte das Spielgeschehen und dessen Beschreibung in den Mittelpunkt der Übertragungen. Die Schilderungen des Sprechers mussten von nun an „bildhaft und plastisch sein“, damit die Hörer „einen lebendigen Begriff von der wirklichen Kampfhandlung“ erhielten.[79]

2.4.3 Die Entwicklung der Fußballreportage von 1945 bis heute

Der Neuaufbau des deutschen Rundfunks nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich aufgrund technischer und personeller Probleme schwierig, da kaum politisch unbelastete Journalisten zur Verfügung standen. Bis 1948/49 lag die Verantwortung für die Programmdienste in den Händen der Besatzungsmächte. Zunächst dienten die von den Alliierten in Betrieb genommenen Sender der Militärregierung als Informationsgeber für die Bevölkerung, um diese über die Entwicklung des öffentlichen Lebens zu unterrichten.[80] Doch das Programm weitete sich schnell aus.[81] Auch starteten die Sender der verschiedenen Besatzungszonen frühzeitig mit einem Austausch ihres Materials. Es dauerte nicht lange, da wurde auch der Sport wieder zum festen Bestandteil des Lebens. Im Herbst 1945 begann in den amerikanischen und französischen Zonen Süd- und Südwestdeutschlands der Spielbetrieb in der Fußball-Oberliga.[82] „Bereits Anfang 1946 stellten Sportbegegnungen zwischen Militärmannschaften und deutschen Vereinen den von internationalen Beziehungen noch ausgeschlossenen deutschen Sport auf eine quasi-übernationale Ebene.“[83] Auf die Initiative von Sportjournalisten hin wurde im Jahr 1947 auch wieder Kontakt zum Weltfußball- Verband aufgenommen, um den deutschen Fußballsport auch auf internationaler Ebene zu integrieren und die Isolation aufgrund der politischen Umstände zu durchbrechen.

Zunächst waren es Sportnachrichten die im Hörfunkprogramm der Nachkriegszeit gesendet worden sind. Es vergingen noch einige Wochen, bis es zu Reportagen über sportliche Ereignisse in Deutschland kam. In der ersten Fußballreportage, die von einem deutschen Sender nach dem Zweiten Weltkrieg ausgestrahlt worden ist, berichtete Ludwig Maibohm über das Spiel zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli vom 1. September 1945. Dabei handelte es sich allerdings nicht um eine Live-Reportage. Die Berichterstattung wurde von dem Sender aufgezeichnet und ausschnittsweise gesendet. Am 18. November 1945 fand die erste Direktreportage eines Fußballspiels statt. Gerd Krämer übertrug die zweite Halbzeit des Punktspiels der Oberliga-Süd zwischen dem VfB Stuttgart und der SpVgg Fürth auf der Frequenz von Radio Stuttgart.[84] Das Studio Hamburg des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) hatte Ostern 1946 seine erste Originalübertragung nach dem Krieg anlässlich des Fußballspiels Hamburger SV gegen den FC Schalke 04. Sprecher der neunzigminütigen Reportage war erneut Ludwig Maibohm. Verbesserte Technik und der gut funktionierende Programmaustausch zwischen den Sendern machten es den Hörern möglich, „Sportereignisse von Bedeutung durch Originalübertragungen“ verfolgen zu können.[85] Im Oktober 1948 konnte der Nordwestdeutsche Rundfunk die zweite Halbzeit des Fußballspiels zwischen den Auswahlmannschaften von Süd- und Norddeutschland in Nürnberg von Radio München übernehmen und übertragen. Besonders großes Interesse hatten die Hörer an den deutschen Meisterschaften im Fußball, die erstmals 1948 wieder ausgetragen wurden. Nur ein Teil der Bevölkerung konnte in den überfüllten Stadien die Partien unmittelbar miterleben. Die Funkhäuser reagierten und gaben dem Fußballereignis viel Raum in ihrem Programm. Das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft nach dem Krieg fand am 8. August 1948 zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern in Köln statt. Alle deutschen Sender - bis auf Radio Bremen, das nur die letzten dreißig Minuten sendete - übertrugen die Reportage mit den Sprechern Gerd Krämer (Radio Stuttgart) und Kurt Brumme (Nordwestdeutscher Rundfunk Köln) in voller Länge. Das am 22. November 1950 ausgetragene erste Fußball-Länderspiel mit deutscher Beteiligung nach dem Krieg fand zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz in Stuttgart statt. Die Ankündigung der Berichterstattung löste einen großen Käuferandrang bei den Rundfunkgeschäften aus. Bis auf eine Ausnahme wurde nur die zweite Halbzeit des Länderspiels im Hörfunk übertragen. Dies brachte den Sendern eine negative Reaktion der Öffentlichkeit ein, die zur Folge hatte, dass der Nordwestdeutsche Rundfunk den nachfolgenden Premieren des deutschen Sports im internationalen Vergleich ausreichend Sendeplatz zur Verfügung stellte.[86] Diese Reaktionen zeigten deutlich, welchen Stellenwert der Sport, insbesondere der Fußball, im Nachkriegs-Deutschland einnahm und welche Rolle dabei die Radioreportage spielte. Sie war für viele die einzige Möglichkeit Fußballspiele live mitzuerleben und sorgte gleichzeitig für eine Steigerung der Bekanntheit bzw. Beliebtheit des Spiels. Neben den Ereignissen auf dem Feld wurde den Hörern auch die Fußballsprache vermittelt.

Die Möglichkeit, „sowohl die Mittelwelle als auch die Ultrakurzwelle für die Übertragung des gleichen Ereignisses benutzen zu können“, brachte 1952 die Konferenzschaltung ins Programm des NWDR.[87] Aus sechs Fußballstadion wurde am 21. September 1952 in einer Konferenz berichtet. Damit setzte der Nordwestdeutsche Rundfunk Maßstäbe, die von den anderen deutschen Sendern bis 1954 übernommen wurden.[88]

Bei einer Analyse des Sportprogramms stellte GÖDEKE fest, dass die „Sportberichterstattung in den Programmen der Sender NWDR bzw. NDR/WDR, Radio Bremen und Südwestfunk […] im Zeitraum von 1951 bis 1964 und im Jahre 1973 hauptsächlich in der Vermittlung des aktuellen Sportgeschehens in Form von Reportagen“ bestand.[89] Andere journalistische Darstellungsformen spielten zum Teil nur eine untergeordnete Rolle. Horst Reuther hielt bei seiner Untersuchung 1957 ebenfalls als Ergebnis fest, dass 73.085 Minuten von den 100.360 Sendeminuten des Sportprogramms auf die Reportage entfielen. Die Sportart Fußball steht dabei als Thema an erster Stelle, gefolgt von Pferdesport und Leichtathletik.[90]

Besonders die Fußballweltmeisterschaften fanden große positive Resonanz, auch in Kreisen, die dem Sport sonst weniger aufgeschlossen gegenüberstanden. Nach der Aufnahme des DFB (Deutscher Fußballbund) in die internationale Vereinigung FIFA (Fédération Internationale de Football Association) durfte die Mannschaft der Bundesrepublik dann 1954 erstmals wieder nach dem Weltkrieg an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Der Nordwestdeutsche Rundfunk berichtete ausführlich über die einzelnen Qualifikationsspiele. So übertrug Herbert Zimmermann jeweils die zweite Halbzeit der Spiele Deutschland- Norwegen (19. August 1953) und Deutschland-Saarland (11. Oktober 1953). Eigentlich war am Tag des Endspiels der Weltmeisterschaft eine Live Berichterstattung vom „Deutschen Derby“, dem beliebten Pferdesportereignis in Nordwestdeutschland, geplant, doch als die deutsche Nationalmannschaft sich so erfolgreich zeigte, war der NWDR gezwungen umzudisponieren.[91] Herbert Zimmermann übertrug das siegreiche Finale der Deutschen Mannschaft in Bern am 4. Juli 1954 als Vollreportage und ging damit in die Geschichte ein.[92] Eine große Herausforderung für die Hörfunkanstalten bildete die WM 1962. Der Südwestfunk teilte nach der Vorbereitungsreise in das Veranstalterland den anderen Anstalten mit:[93]

„„Die Rundfunk- und Fernsehberichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile erfordert andere Maßnahmen und Vorbereitungen als sie normalerweise in Europa üblich sind. Die technische Kapazität der durchweg kommerziell betriebenen kleinen Radiostationen in Santiago reicht nicht aus, um ausländische Ansprüche zusätzlich zufrieden zu stellen. Alle europäischen Nationen, die an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen, werden nicht umhin können, eigenes technisches Personal und technisches Gerät nach Chile zu entsenden…Rundfunkübertragungen erfordern einen Ü-Wagen, um die Spiele original mitzuschneiden, da eine einwandfreie Weiterleitung nicht garantiert werden kann. Außerdem muß der Ü-Wagen als Studio für vorgesehene sonstige Bandsendungen benutzt werden. Die im Augenblick zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten reichen für eine Übertragung nach Europa nicht aus.““

Doch bis zum Frühjahr konnten alle technischen Probleme behoben und sämtliche Spiele der deutschen Mannschaft übertragen werden. Zwar bildete das Fernsehen seit dem Ende der 50er Jahre eine starke Konkurrenz für das Medium Radio, dennoch behielt der Hörfunk bis zur Weltmeisterschaft 1962 seine Vorrangstellung. Da es technische Schwierigkeiten bezüglich der Bildübertragung gab, konnte das Fernsehen nur mit einer Zeitverzögerung von 48 Stunden die Spiele senden. Damit war der Hörfunk das einzige Medium, das live von den Spielen berichtete.[94] Durch den technischen Fortschritt im Fernsehbereich währte dieser Aktualitätsvorsprung des Radios nicht lange. Allerdings konnte der Hörfunk etwas, was dem Fernsehen noch eine zeitlang unmöglich war: Konferenzschaltungen senden. Bei den Weltmeisterschaften 1970 in Mexiko und 1974 in Deutschland wurden zum Teil vier Spiele in Konferenz geschalten. Somit bekam der Hörer die Ereignisse in mehreren Stadien gleichzeitig mit.[95] Bis heute ist der Sport besonders der Fußball ein beliebtes Thema - auch in den Medien.[96] Eine repräsentative Befragung der ‚ARD-Werbung Sales & Services’, die während der WM 2006 durchgeführt worden ist, brachte das Ergebnis, dass rund 81 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen in der Bundesrepublik an Fußball interessiert sind. „Keine andere Sportart kann hier mithalten.“[97] Besonders die Fußballweltmeisterschaften erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit: 70 Prozent der Befragten haben Berichte zur Fußballweltmeisterschaft 2006 im Radio rezipiert. 24,7 Millionen Erwachsene in Deutschland verfolgten fast täglich die Berichterstattung zur WM 2006 im ARDHörfunk. Die Spiele mit deutscher Beteiligung fanden bei den Hörern ein bevorzugtes Interesse.[98]

97 Reporter waren während der Fußballweltmeisterschaft 2006 für den ARD- Hörfunk im Dauereinsatz. Insgesamt 21 Reportagen wurden jeweils von zwei Journalisten in voller Länge übertragen. „Entgegen den physikalischen Gesetzen ist beim Vergleich zwischen Hörfunk und Fernsehen tatsächlich der Schall schneller als das Licht, das Hören schneller als das Sehen“ und somit feierten die Rezipienten am Radiogerät bereits Fabio Grosso, als den Held des WM-Finales (Italien-Frankreich), während die Fernsehbilder gerade erst den Anlauf des italienischen Außenverteidigers zum 5:3 im Elfmeterschießen zeigten.[99]

Die ARD-WM-Radio-Teamchefin Sabine Töpperwein vom Westdeutschen Rundfunk zeigte sich nach der Weltmeisterschaft überwältigt:[100]

„„Die Hörfunk-Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland stellte alles Bisherige in den Schatten.““

2.5 Die Fußballsprache - eine Fach- oder Sondersprache?

Als Fußballsprache wird sowohl die Sprache der Sportler und Sportanhänger als auch der Berichterstatter definiert.[101] Nach DANKERT handelt es sich dabei um „die verbreitetste und bekannteste Sondersprache des Sports“.[102] BRAUN spricht hingegen von der „Fachsprache des Fußballs“.[103] GERNETH/SCHAEFER/WOLF bedienen sich beider Termini, ohne sie näher voneinander abzugrenzen. Es macht für den Leser den Eindruck, als würden die Autoren die Lexeme Sondersprache und Fachsprache synonym verwenden.[104] Zudem existieren noch weitere Arbeiten zum Thema Sportsprache im Allgemeinen und Fußballsprache im Speziellen. Allerdings zeigt sich dabei immer wieder das gleiche Bild: Die Verfasser sind sich nicht einig, ob es sich bei der jeweiligen Sprache um eine Sonder- oder eine Fachsprache handelt, oder ob diese beiden Begriffe gar gleichzusetzen sind.[105] Aufgrund dieser Uneinigkeiten sollen zunächst die beiden Begriffe definiert werden. Im Anschluss erfolgt eine Zuordnung der Fußballsprache.

Bei der Sondersprache handelt es sich um das Gegenstück zur Gemeinsprache. Sie umfasst einen differenzierten Bestandteil des gesamten Sprachpotentials und ist nur einer begrenzten Personanzahl bekannt.[106] Neben der Kommunikation untereinander dient sie der Abgrenzung nach außen. Das bedeutet auch, dass die Sondersprache über einen besonderen Wortschatz verfügt. Eine umfassende und ursprüngliche Definition des Begriffs bezeichnet alle Sprachformen, die „von sozialen, sachlich-begrifflichen, geschlechts- und altersspezifischen Sonderungen herrühren“, als Sondersprachen. Demnach zählt neben der Standes- und Berufssprache auch die Fachsprache zu den Sondersprachen. Gegenüber dieser weiten Terminologie trennt man nach dem „Kriterium der primären Leistung sachbezogene Fachsprachen […] von sozialgebunden Sondersprachen“. Nach dieser Definition ist die Sondersprache Sprachbesitz von Gruppen, „die ebenso wie die arbeitsteiligen Fächer objektivierte Formen gesellschaftlicher Entwicklung darstellen“. Folglich zählt beispielsweise die Sprache der Jäger zu den Sondersprachen.[107]

Fachsprachen dienen der Kommunikation „innerhalb von im weitesten Sinne technisch und wissenschaftlich orientierten Handlungs- und Arbeitssystemen“.[108] Sie gelten als sachbezogen und umfassen „entweder die sprachliche Spezifika oder die Gesamtheit der sprachlichen Mittel, die in einem Fachgebiet verwendet werden. Vermutlich lassen sich allen Fachgebieten Berufe zuordnen, so dass Berufssprachen mit Fachsprachen extensional identisch wären“.[109] Neben Berufen zählen auch Freizeitbeschäftigungen zu den Fachgebieten.

Aufgrund der genannten Definitionen von Sonder- und Fachsprache lässt sich Folgendes festhalten: Fasst man den Begriff der Sondersprache weit, so kann die Fachsprache als Teil der Sondersprache angesehen werden. Sie ist mit ihr allerdings in keinem Fall identisch.

In der vorliegenden Arbeit soll die engere Bestimmung der Sondersprache bevorzugt werden. Demnach existiert die sozialgebundene Sondersprache neben der sachbezogenen Fachsprache. Die Fußballsprache zählt folglich zu den Fachsprachen.[110] Aufgrund dieser Einordnung sollen die Besonderheiten der Fachsprache noch etwas näher beleuchtet werden.

Auffälligstes formales Merkmal ist der eigene Wortschatz, der auf das jeweilige Fach abgestimmt ist.[111] Der Wortschatz der Fachsprache, der nicht statisch ist und sich demnach verändern kann, besteht aus Fachwörtern. Als Fachtermini sollen in dieser Arbeit jene Fachwörter bezeichnet werden, die einen exakt definierten Gegenstand oder Sachverhalt eindeutig bestimmen und innerhalb der Fachsprache eigenständig geprägt worden sind.[112] Der Fachwortschatz umfasst zudem Wörter, die zwar auf formaler Seite (Ausdruckseite) mit Lexemen der Standardsprache übereinstimmen, allerdings einen Unterschied auf der Inhaltsseite aufweisen. „Für das systemgebundene Fachwort“ wird „ein Bedeutungsinhalt realisiert, der von der gemeinsprachlichen Bedeutung grundsätzlich verschieden ist“.[113] Auch können Wörter aus anderen Sonder- oder Fachsprachen (z. B. Jägersprache) übernommen werden.[114] Neben Zusammensetzung, Ableitung und Konversion dient auch die Neuschöpfung der Erweiterung des Fachwortschatzes.[115] Fachsprachen weisen zudem syntaktische Besonderheiten auf.[116]

3. Analyse: Wörter und Phraseologismen der Fußballreportage im Hörfunk - ein diachroner Vergleich

3.1 Das WM-Spiel 1954: Deutschland gegen Ungarn

Die fünfte Fußballweltmeisterschaft wurde in der Schweiz 1954 ausgetragen. Ungarn war klarer Turnierfavorit.[117] Der Grund: Die Magyaren galten als unschlagbar. In 31 Länderspielen gab es 27 Siege und 4 Unentschieden.[118] Auch beim Weltpokal-Turnier zeigte das „Goldene Team“ seine Klasse:[119] In der Vorrunde kassierte Korea eine 9:0-Niederlage und auch die deutsche Nationalmannschaft, „die nur mit der zweiten Garnitur angetreten war“, wurde mit einem 8:3 besiegt.[120] Die „Wunderelf“ schlug im Viertelfinale Brasilien mit 4:2.[121] Dieses Spiel endete allerdings nicht mit dem Schlusspfiff, sondern wurde noch schlagkräftig in der Umkleidekabine fortgesetzt. „Als größte Überraschung des Turniers“ galt Deutschland.[122] Die deutsche Mannschaft zog nach den Siegen gegen Jugoslawien (2:0) und Österreich (6:1) ins Finale ein.[123] Am 4. Juli 1954 traf im Wankdorfstadion in Bern vor rund 60.000 Zuschauern die deutsche Mannschaft dann erneut auf „die in der Vorrunde so haushoch überlegenen“ Ungarn.[124] Für die Sportjournalisten und auch die Zuschauer stand fest: Der Sieger wird Ungarn heißen! Das betonte auch Herbert Zimmermann in seinen Ausführungen:

„Die ersten drei Spielminuten gehören dem Außenseiter dieses Spiels, wir wollen das in den nächsten neunzig Minuten nicht vergessen, Deutschland. […] Es ist ein stolzer Tag. Seien wir nicht so vermessen, dass wir glauben, er müsste erfolgreich ausgehen. Danken wir in jedem Fall, auch wenn wir verlieren sollten, {unseren tapfen Junge Jü} unseren tapferen Jungens für diese großartige Leistung.“ (Bern, 37-74) Um 17 Uhr pfiff William Ling, der englische Schiedsrichter, das ‚Wunder von Bern’ an. Zu Beginn dominierten die Ungarn und führten in der achten Spielminute bereits mit 2:0 durch Tore von Ferenc Puskas in der sechsten und Zoltán Cizbor in der achten Minute. Doch das Blatt wendete sich schon bald und die deutsche Mannschaft konnte durch Max Morlock in der zehnten und Helmut Rahn in der neunzehnten Minute ausgleichen. Sechs Minuten vor Spielende erzielte Helmut Rahn den 3:2-Siegtreffer für das deutsche Team.[125]

Rund 60 Millionen deutsche Hörer verfolgten das ‚Wunder von Bern’ an den Rundfunkempfängern.[126] Herbert Zimmermann (Norddeutscher Rundfunk) kommentierte das Spiel, das auf allen Sendern der Bundesrepublik und Westberlins übertragen wurde, und wurde dabei von Robert Lemke unterstützt, der die einleitenden und abschließenden Worte der ersten und zweiten Halbzeit sprach.[127]

Bestimmte Ausschnitte der „legendären“ Reportage wie das 3:2 („Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen“)[128] oder die Vermeldungen des Schlusspfiffs („Aus! Aus! Aus! - Aus! - Das Spiel ist aus! - - - Deutschland ist Weltmeister!“)[129] werden auch heute noch im Vorfeld großer Meisterschaften wiederholt, um „an den ersten großen deutschen Titelgewinn zu erinnern“.[130]

3.1.1 Die Wörter der Fußballreportage

Die Reportage des Endspiels zur Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern umfasst insgesamt 15.760 Wörter.[131] Wie bereits erwähnt, soll bei der Analyse nur die Reportage während des Fußballspiels mit anschließender Rückgabe ins Funkhaus untersucht werden. Dieser Ausschnitt besteht aus 14.755 Wörtern und hat eine Länge von 1 h 34’ 30“.

Zur Beschreibung und genauen Erläuterung des Wortschatzes werden die Fachlexika ‚Keysers Sportlexikon’ (1952), ‚Fussball. Geschichte und Gegenwart, Regeln und Begriffe’ (1958) von KIRN und NATAN, ‚Schneider Lexikon

[...]


[1] Bern, 1089. Anmerkung: Zitate aus den beiden Reportagen werden mit der Abkürzung des jeweiligen Spiels („Bern“ oder „Stuttgart“) und der Zeilenummer im Transkript angegeben.

[2] Kasza, Peter: 1954 - Fußball spielt Geschichte. Das Wunder von Bern (= Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 435). Bonn 2004, S. 8.

[3] vgl. ebd., S. 10.

[4] ebd., S. 21.

[5] o. A.: Fans empfangen ihre Helden. Brandenburger Tor.

http://www.focus.de/sport/fussball/wm2006/brandenburger-tor_aid_111644.html. Erstellt am: 09.07.2006 (Stand: 06.03.2008).

[6] Burkhardt, Armin: Sprache und Fußball. Linguistische Annäherung an ein Massenphänomen. In: Muttersprache 116 (2006), S. 54f.

[7] vgl. o. A. : Fußball-Sprachkurs für Anfänger. http://wm2006.deutschland.de/DE/Navigation/Zu- Gast-bei-Freunden/Fussballdeutsch/fussballdeutsch.html. (Stand: 06.03.2008).

[8] Braun, Peter: Die Bilder und die Wörter. Eine textlinguistische Annäherung an die Fußballsprache im Fernsehen. In: Der Deutschunterricht 50 (1998), Heft 2, S. 33.

[9] Schneider, Peter: Die Sprache des Sports. Terminologie und Präsentation in Massenmedien. Eine statisch vergleichende Analyse. Düsseldorf 1974, S. 15.

[10] Bergmann, Rolf/Stricker, Stefanie: Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Heidelberg 2001, S. 72.

[11] Fluck, Hans-Rüdiger: Fachsprachen. Einführung und Bibliographie. München 1996, S. 48.

[12] Anmerkung: Die Lexeme Gemeinsprache und Standardsprache werden in dieser Arbeit synonym verwendet.

[13] Schneider, Sprache des Sports, S. 54.

[14] Braun, Peter: Annäherung an die Fußballsprache. In: Muttersprache 108 (1998), S. 134-145; Braun, Peter: Die Bilder und die Wörter. Eine textlinguistische Annäherung an die Fußballsprache im Fernsehen. In: Der Deutschunterricht 50 (1998), Heft 2, S. 33-39; Burkhardt, Armin: Sprache und Fußball. Linguistische Annäherung an ein Massenphänomen. In: Muttersprache 116 (2006), S. 53-73; Dankert, Harald: Sportsprache und Kommunikation. Tübingen 1969; Schneider, Peter: Die Sprache des Sports. Terminologie und Präsentation in Massenmedien. Eine statisch vergleichende Analyse. Düsseldorf 1974.

[15] Bern, 1089f.

[16] Stuttgart, 1328f.

[17] Anmerkung: Die Sprecher bilden zum Teil unvollständige Sätze und bleiben oftmals auch am Ende eines Satzes mit ihrer Stimme oben.

[18] vgl. Pfeifer, Wolfgang: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 3., ungekürzte, durchgesehene Auflage der Taschenbuchausgabe. München 1995. S. 1117.

[19] Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Berlin/New York 2002, S. 759.

[20] Pfeifer, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, S. 1117.

[21] Anmerkung: Reise- und Augenzeugenberichte bilden die Vorläufer der modernen Reportagen ( vgl. Lünenborg, Margareth: Reportage. In: Beutele, Günter u. a. (Hg.): Lexikon Kommunikationsund Medienwissenschaft. Wiesbaden 2006, S. 245; vgl. Mast, Claudia (Hg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit. 8., überarbeitete Auflage. (= Reihe praktischer Journalismus, Bd. 1). Konstanz 1998, S. 240f. ).

[22] vgl. Seip, Axel: Reportage. In: LaRoche, Walther von/Buchholz, Axel (Hgg.): Radio- Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. 7., völlig neu bearbeitete Auflage. München 2000, S. 180; vgl. Linke, Norbert: Radio-Lexikon. München 1997, S. 122; vgl. Pürer, Heinz (Hg.): Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. (= Reihe praktischer Journalismus, Bd. 9). Konstanz 1996, S. 140.

[23] vgl. Seip, Reportage. In: LaRoche, S. 180f.

[24] Lünenborg, Reportage, S. 245; vgl. Jürgens, Malte: Dabei sein ist noch nicht alles. In: Mast, Claudia (Hg.): ABC des Journalismus. Ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit. 8., überarbeitete Auflage. (= Reihe praktischer Journalismus, Bd. 1). Konstanz 1998, S. 373f.

[25] vgl. Lünenborg, Reportage, S. 245; vgl. Seip, Reportage. In: LaRoche, S. 179 ff. ;vgl. Scheu, Hans-Reinhard: Sportreportage. In: LaRoche, Walther von/Buchholz, Axel (Hgg.): Radio- Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. 7., völlig neu bearbeitete Auflage. München 2000, S. 204f.; vgl. Mast, ABC des Journalismus, S. 241.

[26] Seip, Reportage. In: LaRoche, S. 185.

[27] vgl. ebd., S. 185 f.; vgl. Pürer, Praktischer Journalismus, S. 144.

[28] vgl. Seip, Reportage. In: LaRoche, S. 180ff.; vgl. Scheu, Sportreportage, S. 202-204; vgl. Arnold, Bernd-Peter: ABC des Hörfunks. 2., überarbeitete Auflage. (= Reihe praktischer Journalismus, Bd. 14). Konstanz 1999, S. 183 f.

[29] vgl. Linke, Radio-Lexikon, S. 122; vgl. Bayerischer Rundfunk (Hg.): Lexikon Hörfunk Fernsehen - Internet. 6. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 2000, S. 227; vgl. Lünenborg, Reportage, S. 245; vgl. Blöbaum, Bernd: Reporter. In: Beutele, Günter u. a. (Hgg.): Lexikon Kommunikations- und Medienwissenschaft. Wiesbaden 2006, S. 245; vgl. Scheu, Sportreportage, S. 201f.; vgl. Arnold, ABC des Hörfunks, S. 177.

[30] Brandt, Wolfgang: Zeitstruktur und Tempusgebrauch in Fußballreportagen des Hörfunks. Mit einem Beitrag von Regina Quentin. (= Marburger Studien zur Germanistik, Bd. 4). Marburg 1983, S. 22.

[31] Simmler, Franz: Textsorten im Bereich des Sports. In: Brinker, Klaus u. a. (Hgg.): Text- und Gesprächslinguistik. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Bd. 16 (1. Halbband)). Berlin/New York 2000, S. 726.

[32] vgl. Scheu, Sportreportage, S. 201f; vgl. Maischberger, Sandra/Buchholz, Axel: Eine Reportage als Beispiel. In: LaRoche, Walther von/Buchholz, Axel (Hgg.): Radio-Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. 7., völlig neu bearbeitete Auflage. München 2000, S. 195.

[33] vgl. Simmler, Textsorten, S. 726.

[34] vgl. Brandt, Zeitstruktur, S. 7.

[35] Simmler, Textsorten, S. 726; vgl. Brandt, Zeitstruktur, S. 7.

[36] vgl. Simmler, Textsorten, S. 726.

[37] vgl. Schütte, Wolfgang: Regionalität und Föderalismus im Rundfunk. Die Geschichtliche Entwicklung in Deutschland 1923-1945. (= Beiträge zur Geschichte des Deutschen Rundfunks, Bd. 3). Frankfurt 1971, S. 9; vgl. Diller, Ansgar: Der Frankfurter Rundfunk 1923-1945 unter besonderer Berücksichtigung der Zeit des Nationalsozialismus. Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie im Fachbereich Geschichtswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität zu Frankfurt am Main. Frankfurt 1975, S. 1; vgl. Altendorfer, Otto: Das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 1. Wiesbaden 2001, S. 16; vgl. Lerg, Winfried B.: Die Entstehung des Rundfunks in Deutschland. Herkunft und Entwicklung eines Publizistischen Mittels. In: ARD (Hg.): Beiträge zur Geschichte des Deutschen Rundfunks. 2. Auflage. Frankfurt am Main 1970, S. 154.

[38] Anmerkung: Die Radiostunde AG wird im März 1924 in Funkstunde AG umgetauft. (vgl. Fischer, Kurt E. : Dokumente zur Geschichte des deutschen Rundfunks und Fernsehens. (= Quellensammlung zur Kulturgeschichte, Bd. 11). Göttingen u. a. 1957, S. 14).

[39] vgl. o. A.: Am Anfang war alles live. Der MDR erinnert an 80 Jahre Rundfunk. http: //www.mdr.de/mdr-info/1007028-hintergrund-1172683.html. Erstellt am: 23. Oktober 2003 (Stand: 06.03.2008); vgl. Altendorfer, Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland, S. 16; vgl. Diller, Frankfurter Rundfunk, S. 1; vgl. Fischer, Dokumente zur Geschichte, S. 13; vgl. Weischenberg, Siegfried: Die Außenseiter der Redaktion. Struktur, Funktion und Bedingungen des Sportjournalismus: Theorie und Analyse im Rahmen eines allgemeinen Konzepts komplexer Kommunikatorforschung. 2. Auflage. (= Bochumer Studien zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft Bd. 9). Bochum 1978, S. 141; vgl. Lerg, Entstehung des Rundfunks, S. 154.

[40] Schütte, Regionalität, S. 69f.

[41] vgl. Schütte, Regionalität, S. 71; vgl. Weischenberg, Außenseiter der Redaktion, S. 139f.

[42] Gödeke, Peter: Sport und Hörfunk. In: Hackforth, Josef/Weischenberg, Siegfried: Sport und Massenmedien. Bad Homburg 1978, S. 21.

[43] Reuther, Horst: Umfang und Wertung des Sportes in der modernen Publizistik. In: Deutscher Sportbund (Hg.): Jahrbuch des Sports 1954-60. Frankfurt am Main 1959, S. 96.

[44] Ernst, Bernhard: Rund um das Mikrophon. Gedanken eines Rundfunkmannes. Lengerich 1948, S. 9f.

[45] Anmerkung: Beliebt waren bei den Hörern vor allem Operetten (83,3), Tagesneuigkeiten (72,6) und Zeitangaben (71,3). (vgl. Lerg, Entstehung des Rundfunks, S. 272 f. ).

[46] Anmerkung: Alfred Braun war Sprecher bei der Berliner Funkstunde (vgl. Bernhard, Birgit: Korruption im Rundfunk der NS-Zeit. In: Rundfunk und Geschichte 28 (2002), S. 63).

[47] Gödeke, Sport und Hörfunk, S. 20.

[48] vgl. Weischenberg, Außenseiter der Redaktion, S. 141; vgl. Gödeke, Sport und Hörfunk, S. 14f.

[49] Fischer, Dokumente zur Geschichte, S. 17.

[50] vgl. Diller, Ansgar: Die erste Sportübertragung im deutschen Rundfunk. Eine kommentierende Dokumentation. In: Publizistik 17 (1972), Heft 3-4, S. 320.

[51] Schütte, Regionalität, S. 71; vgl. Weischenberg, Außenseiter der Redaktion, S. 141.

[52] Titel: „Die erste Sportübertragung. Eine Ruderregatta im Jahre 1925“ (Schütte, Regionalität, S. 217).

[53] vgl. Diller, Sportübertragung, S. 320.

[54] vgl. Ernst, Mikrophon, S. 14f.

[55] vgl. Reuther, Umfang und Wertung des Sportes, S. 96f.

[56] Ernst, Mikrophon, S. 14.

[57] Hanseat. : Aus den deutschen Sendestädten. Sonderdienst des „Funk“. In: Funk o. Jg. (1924), Heft 13, S. 217.

[58] Diller, Sportübertragung, S. 321.

[59] o. A.: Aus den deutschen Städten. Sonderdienst des „Funk“. In: Funk o. Jg. (1925), Heft 28, S. 338.

[60] Diller, Sportübertragung, S. 321.

[61] vgl. ebd., S. 321ff; vgl. Gödeke, Sport und Hörfunk, S. 22 f. 19

[62] vgl. Reuther, Umfang und Wertung des Sportes, S. 97; vgl. Engelhardt, Matthias: Die Geschichte der Fußballreportage im Radio. In: Rundfunk und Museum 57 (2006), S. 7; vgl. Gödeke, Sport und Hörfunk, S. 22; vgl. Ernst, Mikrophon, S. 15; Anmerkung: Das Deutsche Rundfunkarchiv spricht hier fälschlicher Weise vom 1. November 1924 (vgl. o. A.: Die Fußballreportage im frühen Rundfunk. http://www.dra.de/online/dokument/2006/juni.html. (Stand: 06.03.2008)).

[63] Ernst, Mikrophon, S. 15.; vgl. Weischenberg, Außenseiter der Redaktion, S. 142.

[64] Ernst, Mikrophon, S. 15.

[65] vgl. ebd., S. 15; vgl. Engelhardt, Geschichte der Fußballreportage, S. 7.

[66] Ernst, Mikrophon, S. 15; vgl. Engelhardt, Geschichte der Fußballreportage, S. 7.

[67] Drescher, Willibald: Der Sport im deutschen Rundfunk. Würzburg 1941, S. 67.

[68] vgl. Gödeke, Sport und Hörfunk, S. 22; vgl. Ernst, Mikrophon, S. 49f. 20

[69] vgl. Weischenberg, Außenseiter der Redaktion, S. 142; vgl. o. A.: Die Fußballreportage im frühen Rundfunk. http://www.dra.de/online/dokument/2006/juni.html. (Stand: 06.03.2008); vgl. Brucker, Ossi: Fußballreportage anno dazumal - Frühgymnastik = sittliche Verderbtheit. In: Der Sportjournalist 23 (1973), Heft 10, S. 7.

[70] o. A.: Orientierungsplan für die Rundfunkübertragung des Fußballwettspieles Deutschland - Holland in Düsseldorf am 18.4.1926 nachm. 3.15-5 Uhr. In: Der Deutsche Rundfunk 4 (1926), Heft 16, S. 1088. Zitiert nach: o. A.: Die Fußballreportage im frühen Rundfunk. http://www.dra.de/online/dokument/2006/juni.html. (Stand: 06.03.2008).

[71] Brucker, Fußballreportage anno dazumal, S. 7. Anmerkung: Die Spielpläne sahen von Spiel zu Spiel unterschiedlich aus. Demnach variierte auch die Zahl der Quadrate.

[72] vgl. Weischenberg, Außenseiter der Redaktion, S. 142; vgl. o. A.: Die Fußballreportage im frühen Rundfunk. http://www.dra.de/online/dokument/2006/juni.html. (Stand: 06.03.2008).

[73] vgl. Gödeke, Sport und Hörfunk, 22f.

[74] vgl. Gödeke, Peter: Sport im Hörfunk. (= Arbeiten aus dem Institut für Publizistik der Universität Münster, Bd. 16). Münster 1976, 14f.; vgl. Laven, Paul: Als der Rundfunk das erste Fußball-Länderspiel übertrug. In: Wiesbadener Kurier vom 23. Oktober 1948, Heft 201, S. 4; vgl. Brandt, Zeitstruktur, S. 22.

[75] Laven, Fußball-Länderspiel, S. 4.

[76] ebd.

[77] vgl. Brandt, Zeitstruktur, S. 22; vgl. Reuther, Umfang und Wertung des Sportes, S. 97; vgl. Engelhardt, Geschichte der Fußballreportage, S. 7.

[78] vgl. Engelhardt, Geschichte der Fußballreportage, S. 7. 22

[79] Drescher, Sport im deutschen Rundfunk, S. 69.

[80] vgl. Fischer, Dokumente zur Geschichte, S. 37f.; vgl. Gödeke, Sport und Hörfunk, S. 17f.

[81] vgl. Fischer, Dokumente zur Geschichte, S. 38ff.

[82] vgl. Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 16ff.

[83] ebd., S. 21f.

[84] vgl. Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 17-38.

[85] ebd., S. 29f.

[86] vgl. ebd., S. 48- 71.

[87] ebd., S. 59.

[88] vgl. ebd., S. 60ff.

[89] Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 125.

[90] vgl. Reuther, Umfang und Wertung des Sportes, S. 97. 25

[91] Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 172-175.

[92] vgl. Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 172-175.

[93] Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 175.

[94] vgl. ebd., S. 176f.; vgl. Engelhardt, Geschichte der Fußballreportage, S. 7f.

[95] vgl. Gödeke, Sport im Hörfunk, S. 177ff.

[96] vgl. Allmer, H. /Muckenhaupt, M. (Hgg.): Sportberichterstattung: Die neue Qualität des Mediensports. Brennpunkt der Sportwissenschaft 4 (1990), Heft 1, S. 3.

[97] Mai, Lothar: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Radio. In: Media Perspektiven 9 (2006), S. 475.

[98] vgl. Mai, Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Radio. In: Media Perspektiven, S. 475f.; vgl. Schulz, Uwe: Hören ist schneller als sehen. In: ARD (Hg.): ARD-Jahrbuch 2006, S. 95.

[99] Schulz, Hören ist schneller als sehen. In: ARD-Jahrbuch, S. 94.

[100] ebd., S. 95.

[101] vgl. Dankert, Harald: Sportsprache und Kommunikation. Tübingen 1969, S. 6.

[102] Dankert, Sportsprache, S. 5.

[103] Braun, Peter: Annäherung an die Fußballsprache. In: Muttersprache 108 (1998), S. 134. 27

[104] vgl. Gerneth, Georg Stefan/Schaefer, Dieter/Wolf, Jörg: Zur Fußballsprache. In: Linguistik und Didaktik 2 (1971), S. 206f.

[105] Anmerkungen: Während FINGERHUT von einer Fachsprache spricht, nennt sie BUES eine Sondersprache. „POLENZ setzt beide Begriffe fälschlicherweise gleich“ (Schneider, Sprache des Sports, S. 15; vgl. Fingerhut, Monika: Fußballberichterstattung in Ost und West. Eine diachrone Sprachanalyse. Frankfurt am Main 1991, S. 58; vgl. Bues, Manfred: Der Begriff „Sportsprache“. In: Muttersprache 1953, S. 23).

[106] vgl. Raith, Joachim: Sondersprache. In: Glück, Helmut (Hg.): Metzler Lexikon Sprache. 3. neu bearbeitete Auflage. Stuttgart 2005, S. 602.

[107] Möhn, Dieter: Sondersprache. In: Althaus, Hans Peter/Henne, Helmut/Wiegand, Herbert Ernst (Hgg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. 2., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen 1980, S. 384.

[108] Hahn, Walter von: Fachsprachen. In: Althaus, Hans Peter/Henne, Helmut/Wiegand, Herbert Ernst (Hgg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. 2., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen 1980, S. 390.

[109] Ammon, Ulrich: Fachsprache. In: Glück, Helmut (Hg.): Metzler Lexikon Sprache. 3. neu bearbeitete Auflage. Stuttgart 2005, S. 187.

[110] vgl. Fluck, Fachsprachen. Einführung und Bibliographie, S. 154.

[111] vgl. Ammon, Fachsprache. In: Metzler, S. 187; vgl. Hahn, Fachsprachen. In: LGL, S. 392; vgl. Fluck, Fachsprachen. Einführung und Bibliographie, S. 12.

[112] vgl. Hahn, Fachsprachen. In: LGL, S. 393; vgl. Fluck, Fachsprachen. Einführung und Bibliographie, S. 47ff.

[113] Fluck, Fachsprachen. Einführung und Bibliographie, S. 47; vgl. Hahn, Fachsprachen. In: LGL, S. 393.

[114] Anmerkung: Das Lexem Fachterminus wird unter anderem im ‚Metzler Lexikon Sprache’ als Synonym für Fachwort verwendet. Dies soll in dieser Arbeit allerdings nicht der Fall sein. Mit der hier gewählten Einteilung soll deutlich gemacht werden, dass Fachwörter entweder in einer Sprache selbst gebildet oder aus anderen Sonder- oder Fachsprachen übernommen worden sind (vgl. o. A.: Fachwort. In: Glück, Helmut (Hg.): Metzler Lexikon Sprache. 3. neu bearbeitete Auflage. Stuttgart 2005, S. 187).

[115] vgl. Hahn, Fachsprachen. In: LGL, S. 393; vgl. Fluck, Fachsprachen. Einführung und Bibliographie, S. 49ff.

[116] vgl. Ammon, Fachsprache. In: Metzler, S. 187; vgl. Fluck, Fachsprachen. Einführung und Bibliographie, S. 12; vgl. Hahn, Fachsprachen. In: LGL, S. 394.

[117] vgl. Jessen, Christian /Stahl, Volker/Eggers, Erik/ Schlüper, Johann-Günther: Fußballweltmeisterschaft 1954 Schweiz. Das Wunder von Bern (= AGON WM-Geschichte, Bd. 5). Kassel 2003, S. 79.

[118] vgl. o. A. : FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954. Deutschland feiert das „Wunder von Bern“. http://de.fifa.com/worldcup/archive/edition=9/overview.html. (Stand: 06.03.2008).

[119] Jessen, Fußballweltmeisterschaft 1954 Schweiz, S. 14 ff.

[120] o. A. : FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954. Deutschland feiert das „Wunder von Bern“. http://de.fifa.com/worldcup/archive/edition=9/overview.html. (Stand: 06.03.2008).

[121] Jessen, Fußballweltmeisterschaft 1954 Schweiz, S. 14 .

[122] o. A. : FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954. Deutschland feiert das „Wunder von Bern“. http://de.fifa.com/worldcup/archive/edition=9/overview.html. (Stand: 06.03.2008).

[123] vgl. o. A. : FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954. Ergebnisse. http://de.fifa.com/worldcup/archive/edition=9/results/index.html. (Stand: 06.03.2008).

[124] o. A. : FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954. Match-Report. http://de.fifa.com/worldcup/archive/edition=9/results/matches/match=1278/report.html. (Stand: 06.03.2008).

[125] vgl. o. A. : FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Schweiz 1954. Ergebnisse. http://de.fifa.com/worldcup/archive/edition=9/results/index.html. (Stand: 06.03.2008).

[126] vgl. Jessen, Fußballweltmeisterschaft 1954 Schweiz, S. 148.

[127] vgl. Bern, 1-4.

[128] Bern, 1022f.

[129] Bern, 1089.

[130] Jessen, Fußballweltmeisterschaft 1954 Schweiz, S. 148; vgl. o. A.: Radioreportage. http://www.das-wunder-von-bern.de/kult_radioreportage.htm. (Stand: 06.03.2008).

[131] Anmerkung: Bei allen Zählungen wurden die Versprecher der Berichterstatter berücksichtigt. Weder die Wörter der Zuschauer noch die Ansprachen der Prominenten wurden mitgezählt.

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten

Details

Titel
Wörter und Phraseologismen der Fußballreportage im Hörfunk - Ein diachroner Vergleich
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
132
Katalognummer
V142618
ISBN (eBook)
9783640538720
ISBN (Buch)
9783640539604
Dateigröße
2015 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußballsprache, Fußball, WM, Fußballreportage, Hörfunk
Arbeit zitieren
Stefanie Dietsch (Autor), 2008, Wörter und Phraseologismen der Fußballreportage im Hörfunk - Ein diachroner Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142618

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