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Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen

Title: Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen

Thesis (M.A.) , 2007 , 122 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Jana Antosch-Bardohn (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Magisterarbeit werden Anwendungsbereiche von Kreativitätstechniken in der Rhetorik dargestellt. Hierbei wird herausgestellt, dass ein erhöhtes Kreativitätspotential in der rhetorischen Arbeit von großem Vorteil ist.
Rhetoriker befassen sich seit über 2000 Jahren mit Theorie und Praxis der wirkungsvollen Rede. Die Kreativitätsforschung hingegen ist eine eher junge Wissenschaft, denn das Arbeiten mit dem Gegenstand „Kreativität“ begann erst in den 50er Jahren. Wie kann die „junge“ Kreativitätsforschung der „bewährten“ Rhetorik von Nutzen sein?
Gerade für die Arbeit in der angewandten Rhetorik, in der die vortragende Person Mittel zur Überzeugung finden muss, leistet kreatives Denken einen entscheidenden Beitrag. Einerseits ist die Vorbereitung einer rhetorischen Kommunikationssituation ein kreativer Akt: Der Redner ist schöpferisch tätig, weil er beispielsweise Argumente, bildhafte Beispiele und kreative Ideen zur Umsetzung seiner Rede finden muss. Andererseits wird heutzutage aufgrund der täglichen Informationsüberflutung, nur noch beachtet, was verblüfft. Verblüffung wird durch Ungewöhnlichkeit erzeugt und Ungewöhnlichkeit ist eine Komponente des kreativen Produktes. Kreativität ist also in der Rhetorik unbedingt erforderlich.
Bis jetzt wurde der direkte Bezug zwischen Kreativität und Rhetorik weder von Kreativitätsforschern, noch von Rhetorikern ausgeführt. Haben Kreativitätstechniken kein Potential die Arbeit in der Rhetorik zu bereichern? Im Rahmen dieser Arbeit soll die Frage geklärt werden, auf welche Weise Kreativitätstechniken in der Rhetorik sinnvoll angewendet werden können, um damit Möglichkeiten zu schaffen, die rednerische Überzeugungsarbeit zu optimieren.
Zunächst werden Inhalte der Kreativitätsforschung vorgestellt und Bedingungen für kreatives Verhalten erläutert. Anschließend wird das Konzept der vier rhetorischen Prozesse dargelegt. Anhand dieses Konzeptes wird gezeigt, welche Überlegungen von einem Redner angestellt werden müssen. Im vierten Kapitel werden ausgesuchte Kreativitätstechniken behandelt. Hierbei wird zwischen Methoden der Problemspezifizierung, Methoden der Ideenfindung und Methoden für die Bewertungsphase unterschieden. Im Anschluss an die Erläuterung jeder Kreativitätstechnik wird ein direkter Bezug zur Rhetorik hergestellt. An konkreten Beispielen wird aufgezeigt, in welchen rhetorischen Prozessen die jeweilige Methode den Redner unterstützen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung in die kreative Rhetorik

2 Die Theorie der Kreativitätsforschung

2.1 Die Definition von Kreativität

2.2 Die vier Aspekte der Kreativität

2.2.1 Kriterien für das kreative Produkt

2.2.2 Die Analyse des kreativen Prozesses

2.2.3 Die kreative Person

2.2.4 Die Einflüsse der Umwelt

2.3 Die Steigerung des kreativen Potentials

2.3.1 Die Notwendigkeit die Kreativität zu erhöhen

2.3.2 Lässt sich Kreativität steigern?

3 Rhetorische Kommunikation

3.1 Systeme der Rhetorik

3.2 Die vier rhetorischen Prozesse

3.2.1 Der rhetorische Prozess „Einstellen“

3.2.1.1 Die Zusammensetzung der Zuhörerschaft

3.2.1.2 Die Haltung der Zuhörer

3.2.1.3 Der Informationsstand des Publikums

3.2.2 Der rhetorische Prozess „Informieren“

3.2.2.1 Die Anknüpfung an den Informationsstand der Zuhörer

3.2.2.2 Die Struktur der Rede

3.2.2.3 Die Gewichtung der Information

3.2.3 Der rhetorische Prozess „Überzeugen“

3.2.3.1 Das Engagement des Redners

3.2.3.2 Argumente zur Beweisführung

3.2.3.3 Beispiele zur Illustration

3.2.4 Der rhetorische Prozess „Lenken“

3.2.4.1 Alternativen anbieten

3.2.4.2 Bewertung vornehmen

3.2.4.3 Perspektiven aufzeigen

3.3 Der Nutzen von Kreativitätstechniken in der Rhetorik

4 Einsatz der Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen

4.1 Anwendungsgrundlagen

4.1.1 Der Umgang mit Kreativitätstechniken

4.1.2 Gruppenaspekte

4.1.3 Problemtypologien

4.2 Methoden der systematischen Problemspezifizierung

4.2.1 Relevanzbaum

4.2.2 Kärtchenumlauf-Technik

4.2.3 KJ-Methode

4.2.4 Progressive Abstraktion

4.2.5 Die Methode Mind Map

4.3 Methoden der Ideenfindung

4.3.1 Intuitiv-kreative Methoden

4.3.1.1 Brainstorming

4.3.1.2 Brainwriting

4.3.1.3 Die Klassische Synektik

4.3.1.4 Die Osborn-Checkliste

4.3.2 Systematisch-analytische Methoden

4.3.2.1 Morphologischer Kasten

4.3.2.2 Morphologisches Tableau

4.3.2.3 Attribute-Listing

4.4 Methoden für die Bewertungsphase

4.4.1 Argumentative Verfahren

4.4.2 Methoden der intuitiven Komplexbewertung

4.4.3 Verfahren auf Basis differenzierter Kriterien

4.4.4 Die sechs Hüte des Denkens

5 Zusammenfassung und Fazit

9 Anhang

9.1 Tagungsprogramm „Nachdenken über Kreativität“

9.2 Vorbereitung einer Seminarstunde mithilfe der Exkursionssynektik

9.3 Sammlung von Argumenten mithilfe der Exkursionssynektik

9.3.1 Exploration A

9.3.2 Exploration B

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Kreativitätstechniken sinnvoll auf rhetorische Kommunikationssituationen angewendet werden können, um die rednerische Überzeugungsarbeit zu optimieren. Dabei wird der direkte Bezug zwischen den Prinzipien der Kreativitätsforschung und dem Konzept der vier rhetorischen Prozesse hergestellt.

  • Grundlagen und Definitionen der Kreativitätsforschung
  • Das Konzept der vier rhetorischen Prozesse (Einstellen, Informieren, Überzeugen, Lenken)
  • Methoden der Problemspezifizierung, Ideenfindung und Bewertung
  • Transfer von Problemlösetechniken in die rhetorische Praxis

Auszug aus dem Buch

3.2.4 Der rhetorische Prozess „Lenken“

Überzeugung hat nie nur die reine Übereinstimmung mit dem Hörer zum Ziel. Die primäre Funktion der Sprache ist das Auslösen von Handlungen, ihre sekundäre Funktion ist das Mitteilen von Gedanken. Sei es in Gesprächssituationen zwischen Führungskraft und Angestellten, zwischen Coach und Coachee, zwischen Spendensammler und potentiellem Geldspender oder zwischen Lehrer und Schüler – in den meisten Situationen ist eine Beeinflussung oder Handlungsaufforderung unauflöslich mit Kommunikation verknüpft. Sprache an sich beinhaltet also bereits Lenkung. „Lenken“ wird hier in dem Sinne verstanden, dass der Redner die Zuhörer für das Redeziel gewinnt, sie motiviert, dadurch eine Tatbereitschaft erzeugt und Impulse gibt, damit das Publikum seine Einstellung aktiv ändert bzw. eine Handlung tatsächlich ausführt. Es ist offensichtlich, dass Sprache in Kombination mit rhetorischen Techniken für unlautere Zwecke missbraucht werden kann. Davon kann sich ein ernsthafter Rhetoriker nicht weit genug distanzieren. Reine Manipulationstechniken sichern nur kurzfristige Erfolge und gefährden die Vertrauensbasis einer Beziehung. Bevor der Redner mit dem Lenken beginnt, sollte er sich also darüber im Klaren sein, welche Folgen es für den Gesprächspartner hat, wenn er zu der Zielhandlung bewegt wird und welche Folgen das für die Beziehung zwischen Redner und Zuhörer haben kann.

In den folgenden Ausführungen des Prozesses „Lenken“ wird eine im Dreischritt ablaufende Lenkungstechnik vorgestellt. Bei dieser Technik werden dem Hörer zunächst verschiedene Arten von Lösungsmöglichkeiten vorgestellt, also Alternativen angeboten. Anschließend wird demonstriert, inwieweit diese Optionen die Bedürfnisse der Hörer befriedigen, sie werden also bewertet. Zuletzt wird angeführt, welche Konsequenzen die Lösungen für den Hörer haben werden, es werden also Perspektiven vorgestellt.

Als Ergebnis der Beeinflussung soll der andere handeln; er wird dies umso selbständiger und unbeaufsichtigter tun, je mehr er glaubt, aus eigenen Stücken und im Einklang mit seinen Werthaltungen und Interessen zu handeln.

Nur wenn dem Zuhörer die Entscheidung zur Handlung überlassen bleibt, kann eine Tatbereitschaft aus Überzeugung geschehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung in die kreative Rhetorik: Die Arbeit führt in die Verbindung von Kreativität und Rhetorik ein und stellt die Notwendigkeit dar, Kreativitätstechniken zur Optimierung der Überzeugungsarbeit einzusetzen.

2 Die Theorie der Kreativitätsforschung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen kreativen Verhaltens, stellt die vier Aspekte der Kreativität vor und diskutiert die Möglichkeiten der Steigerung des kreativen Potentials.

3 Rhetorische Kommunikation: Hier werden die rhetorischen Grundlagen und das zentrale Konzept der vier rhetorischen Prozesse „Einstellen“, „Informieren“, „Überzeugen“ und „Lenken“ detailliert beschrieben.

4 Einsatz der Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen: Dieses Kapitel behandelt die konkrete Anwendung verschiedener Kreativitätstechniken – von der Problemspezifizierung über die Ideenfindung bis zur Bewertungsphase – innerhalb der rhetorischen Prozesse.

5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bestätigt den hohen Nutzen der Kreativitätstechniken für die rhetorische Arbeit.

Schlüsselwörter

Kreativität, Rhetorik, Kreativitätstechniken, Problemlösen, Brainstorming, Synektik, Rhetorische Prozesse, Überzeugungsarbeit, Ideenfindung, Wissensvermittlung, Kommunikationsstrategie, Problemanalyse, Beweisführung, Handlungssteuerung, Methodenkompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen der Kreativitätsforschung und der rhetorischen Kommunikation. Sie zeigt auf, wie der gezielte Einsatz von Kreativitätstechniken genutzt werden kann, um rhetorische Prozesse wie Überzeugen und Lenken effizienter zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die psychologische Kreativitätsforschung, die Theorie der Rhetorik, die Strukturierung von Kommunikationsprozessen sowie die Anwendung praktischer Kreativitätstechniken wie Brainstorming, Synektik oder Mind Mapping.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten zu schaffen, die rednerische Überzeugungsarbeit durch den Einsatz kreativer Problemlösemethoden zu optimieren und so die Wirkung auf das Publikum zu maximieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der Kreativitätsforschung und der klassischen sowie modernen Rhetorik. Zur Überprüfung des Nutzens wurden zudem praktische Explorationen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen der Kreativität, die Einführung des Modells der vier rhetorischen Prozesse und eine umfassende Anleitung zur Anwendung spezifischer Kreativitätstechniken innerhalb dieser rhetorischen Prozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kreativität, Rhetorik, Problemlösetechniken, Ideenfindung, argumentative Verfahren und die vier rhetorischen Prozesse.

Wie kann eine Mind Map in der rhetorischen Arbeit eingesetzt werden?

Eine Mind Map kann zur Stoffsammlung und -ordnung dienen, als visualisierte Vorbereitung für Präsentationen oder sogar als flexibles Redemanuskript, das den Redner zum freien Sprechen animiert, anstatt ihn zum reinen Ablesen zu verleiten.

Warum ist das "Modell der vier rhetorischen Prozesse" so wichtig für die Arbeit?

Das Modell integriert verschiedene rhetorische Prinzipien in ein universelles Konstrukt, das alle Schritte einer Kommunikationssituation abdeckt. Es dient als Grundlage, um die Kreativitätstechniken zielgerichtet in die rhetorische Vorbereitung und Durchführung zu überführen.

Excerpt out of 122 pages  - scroll top

Details

Title
Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
M.A. Jana Antosch-Bardohn (Author)
Publication Year
2007
Pages
122
Catalog Number
V142942
ISBN (eBook)
9783640541164
ISBN (Book)
9783640541621
Language
German
Tags
Kreativität Rhetorik Kreativitätstechniken Problemlösungsmethoden Mind Map Rhetorische Prozesse Rhetorische Kommunikation Thema Redeanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Jana Antosch-Bardohn (Author), 2007, Kreativitätstechniken in rhetorischen Prozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142942
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