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Vergleich der Ereignisse Weberaufstand (1370) und Sturz der Geschlechter (1396) in Köln im 14. Jahrhundert

Title: Vergleich der Ereignisse Weberaufstand (1370) und Sturz der Geschlechter (1396) in Köln im 14. Jahrhundert

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Heisig (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Der Schwerpunkt der Analyse der mittelalterlichen Geschichte von Köln hat sich im Laufe
der Zeit verschoben. Beruhte dieser z.B. bei Konrad Beyerle oder bei Friedrich Lau noch auf einer rechtshistorischen Sichtweise, wurde schon durch Franz Steinbach oder Edith Ennen
ein erweiteter sozial- sowie wirtschaftsgeschichtlicher Blickpunkt gewählt. Heutzutage wird
die Forschung bestimmt durch die Historiker Hugo Stehkämper, Manfred Groten, Klaus
Militzer und Wolfgang Herborn. Dabei hat sich ein Gemeinde-orientierter Forschungsansatz
herausgebildet. Gefragt wird nun nach den Strukturen und den Prozessen die zu der
Entwicklung einer städtischen Selbstverwaltung in Köln geführt haben.
Deshalb zielt die Auswahl der Literatur dieser Arbeit darauf ab, dass mit den Werkern der
neuesten Generation der Köln-Historiker die Fragestellung, die dieser Hausarbeit zugrunde
liegt, zu beantworten. Es ist Ansicht des Autors dieser Hausarbeit, dass die ausgewählten
Schriften dazu am besten in der Lage sind, weil sie einerseits die neuesten Forschungen zu
den Strukturen in Köln bieten andererseits aber auch ältere Erkenntnisse nicht
vernachlässigen. Dabei sei darauf hingewiesen, dass leider nicht alle erwünschten Aufsätze
aus organisatorischen Gründen in diese Hausarbeit eingehen konnten. Gerade die Werke von
Wolfgang Herborn und Klaus Militzer aus dem Jahr 2001 bzw. 1998 klangen viel
versprechend, konnten aber leider nicht aufgetrieben werden.
Und schließlich bleibt anzumerken, dass durch die intensiven Quellenarbeiten Wolfgang
Herborns noch viele neue Anknüpfungspunkte erwarten werden, schließlich hat er dazu 2004
nur eine erste Bilanz veröffentlicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II.1 Entwicklung der Stadt Köln bis zum 14. Jahrhundert

II.2 Institutionen in Köln im 14. Jahrhundert

a) Das Schöffenkollegium und die Richerzeche

b) Die Sondergemeinden

c) Der Rat

d) Die Gaffeln

e) Die Kaufleutevereinigungen

III. Der Weberaufstand 1370/71

a) Der eigentliche Aufstand und die Umformung des engen Rats

b) Das Ende der Weberherrschaft

IV. Die Entmachtung des Meliorats 1396

a) Der Konflikt innerhalb der Geschlechter

b) Der Aufstand der Kaufleute

V. Vergleich beider Ereignisse

VI. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Antagonismus zwischen dem Meliorat und den politisch aufstrebenden, wohlhabenden Bürgerschichten im Köln des 14. Jahrhunderts anhand der beiden zentralen Konflikte, dem Weberaufstand von 1370/71 und dem Sturz der Geschlechter 1396. Dabei wird erforscht, inwieweit die Ereignisse von 1370 als Vorläufer für 1396 betrachtet werden können und welche Unterschiede in Ursprung, Verlauf und den langfristigen politischen Folgen bestehen.

  • Strukturelle Analyse der Kölner Institutionen (Schöffen, Rat, Sondergemeinden, Gaffeln).
  • Verlauf und Dynamik des Weberaufstandes 1370/71 und der darauffolgenden Weberschlacht.
  • Untersuchung des Konflikts innerhalb der Führungsschicht der Geschlechter bis zum Sturz des Meliorats 1396.
  • Vergleichende Analyse der politischen Zielsetzungen und der Wirksamkeit der beiden Umsturzversuche.
  • Bedeutung des Verbundbriefs von 1396 für die städtische Selbstverwaltung und das Gemeinwesen.

Auszug aus dem Buch

V. Vergleich beider Ereignisse

Grundsätzlich lassen sich für sowohl für den Weberaufstand als auch für den Sturz der Patrizier in Köln im 14. Jahrhundert Parallelen als auch Unterschiede entdecken. Allgemein betrachtet und eben nicht nur für Köln geltend, kann man innerstädtische Unruhen ausmachen, die aus einem Ungleichgewicht zwischen finanzieller und politischer Bedeutung der verschiedenen Bürgerschichten in den Städten heraus entstanden sind. Weberaufstände sind im 14. Jahrhundert in fast allen Städten des Textilexportgewerbes zu finden, aber die Aufstände bleiben eben nicht nur auf diese beschränkt.

Der Beginn beider Umstürze ist in der Hinsicht unterschiedlich, dass der Weberaufstand kein urplötzliches Ereignis war, ihm gingen schon Unruhen 1364 und 1369 voraus. Es hatte sich gezeigt, dass die Weber „eine ernstzunehmende Kraft darstellten, deren Forderungen die Geschlechter immer wieder nachgeben mussten.“ Trotzdem bleibt das Handeln der Weber spontan, sie handelten noch ohne klare politische, längerfristige Ziele und ihre Aktionen waren nur von singulären Ereignissen und dem Solidaritätsgefühl der Weber untereinander geleitet. Daraus lässt sich auch auf die kurze Dauer der Weberherrschaft schlussfolgern: Eine Politik zugunsten der Stadt, oder zumindest für einen größeren Teil, zum Beispiel für die durch ihre wirtschaftliche Macht bedeutende Kaufleute, war den Webern noch nicht zugänglich. Das Verhalten lässt sich möglicherweise auch aus einem zweiten Grund erklären. Die Weber, als Handwerker im mittelalterlichen Berufsleben, verfügten nicht über viel Freizeit, woraus sich möglicherweise ein gewisser Grad der Uninformiertheit und verengter Perspektiven deuten lässt. Das Sonderbewusstsein war zu ausgeprägt, als dass Weber eine allgemein akzeptable Politik betreiben konnten.

Demgegenüber ist kurz vor dem Sturz der Geschlechter 1396 das politische Tagesgeschehen durch die internen Kämpfe bestimmt, die Kaufleute hielten sich solange zurück, bis der Augenblick loszuschlagen, ob geplant oder ungeplant, eintrat.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage, die sich mit dem Konflikt zwischen dem Kölner Meliorat und aufstrebenden Bürgern sowie dem Vergleich der Ereignisse von 1370 und 1396 beschäftigt.

II.1 Entwicklung der Stadt Köln bis zum 14. Jahrhundert: Historischer Überblick über das Wachstum Kölns und die erste Herausbildung einer städtischen Identität gegenüber der erzbischöflichen Herrschaft.

II.2 Institutionen in Köln im 14. Jahrhundert: Detaillierte Analyse der städtischen Gremien wie dem Schöffenkollegium, den Sondergemeinden, dem Rat und den Gaffeln, die die innerstädtische Ordnung und Machtverteilung prägten.

III. Der Weberaufstand 1370/71: Schilderung der Phasen des Aufstandes, der Machtübernahme der Zünfte und des anschließenden Scheiterns der Weberherrschaft durch die Weberschlacht.

IV. Die Entmachtung des Meliorats 1396: Untersuchung der Konflikte innerhalb der Geschlechter sowie des erfolgreichen Aufstands der Kaufleute, der zur dauerhaften Umgestaltung der städtischen Verfassung führte.

V. Vergleich beider Ereignisse: Systematischer Abgleich der beiden Umbrüche hinsichtlich ihrer politischen Zielsetzungen, der Weitsicht der Akteure und der institutionellen Konsequenzen.

VI. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, warum der Vergleich als Generalprobe 1370 zu relativieren ist und welche Bedeutung die Entstehung des Gemeinwesens für die Stadt hatte.

Schlüsselwörter

Köln, 14. Jahrhundert, Mittelalter, Weberaufstand, Sturz der Geschlechter, Meliorat, Verbundbrief, Gaffeln, Rat, Schöffenkollegium, Stadtgeschichte, städtische Selbstverwaltung, Zünfte, Kaufleute, Politische Führungsschicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die politischen Machtverschiebungen im Köln des 14. Jahrhunderts, insbesondere den Kampf zwischen den alteingesessenen Patriziergeschlechtern und den aufstrebenden Handwerks- sowie Kaufleutegruppen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Institutionen der Stadt Köln, die Entstehung der Zunftmacht, das Verhältnis von wirtschaftlicher zu politischer Macht und die Transformation der städtischen Verfassung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit hinterfragt, ob der Weberaufstand von 1370 eine notwendige Generalprobe für den letztlich erfolgreichen Umsturz von 1396 war oder ob beide Ereignisse unter grundlegend unterschiedlichen Bedingungen stattfanden.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primäre Quellen wie den Verbundbrief und zeitgenössische Schriften sowie eine breite Basis an aktueller Fachliteratur zur Kölner Stadtgeschichte auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kölner Institutionen, die detaillierte Schilderung der zwei Umsturzereignisse (1370 und 1396) und einen vergleichenden Teil, der Mentalitäten und Strukturen gegenüberstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Weberaufstand, Verbundbrief, Gaffeln, Meliorat und städtische Selbstverwaltung definieren.

Warum war der Aufstand von 1370 weniger erfolgreich als der von 1396?

Der Autor argumentiert, dass die Weber 1370 spontan und ohne langfristige politische Konzepte handelten, während die Akteure von 1396 durch eine durchdachtere Verfassungsplanung und eine breitere Unterstützung in der Kaufmannschaft agierten.

Welche Rolle spielt der "Verbundbrief" für die Schlussfolgerung der Arbeit?

Der Verbundbrief stellt das institutionelle Endergebnis der politischen Emanzipation dar und markiert den Übergang zu einem fest gefügten Gemeinwesen, in dem die Gaffeln eine zentrale ordnungspolitische Rolle einnehmen.

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Details

Title
Vergleich der Ereignisse Weberaufstand (1370) und Sturz der Geschlechter (1396) in Köln im 14. Jahrhundert
College
University of Trier  (Mittelalterliche Geschichte)
Course
Die Geschichte der Juden und die Krise des Mittelalters
Grade
1,3
Author
Daniel Heisig (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V143376
ISBN (eBook)
9783640530526
ISBN (Book)
9783640530069
Language
German
Tags
Vergleich Ereignisse Weberaufstand Sturz Geschlechter Köln Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Heisig (Author), 2004, Vergleich der Ereignisse Weberaufstand (1370) und Sturz der Geschlechter (1396) in Köln im 14. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143376
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