Stundenbeispiel einer Examenslehrprobe im Bereich der Badmintonvermittlung auf Basis des Taktik-Spielkonzeptes. Es geht darum, die eigene Abwehr zu stärken und die Zentrale Position zu erarbeiten.
Dieser Unterrichtsentwurf richtet sich an eine 11. Klasse des Gymnasiums.
Inhaltsverzeichnis
(1) Lerngruppenanalyse
(2) Intendierter Lern- und Kompetenzzuwachs der Unterrichtsstunde
(3) Didaktische Analyse
(4) Überlegungen zu Methoden, Medien, Sozialformen und zur Lernprozessbegleitung
(5) Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit
(6) Tabellarischer Unterrichtsverlauf
(7) Literatur
(8) Anhang: Medien und Material
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Förderung der Spielfähigkeit im Badminton durch das Taktik-Spielkonzept, wobei der Fokus in der vorliegenden Stunde auf der Stärkung des taktischen Verteidigungsverhaltens durch das Einnehmen der Zentralen Position im Einzelfeld liegt.
- Anwendung des Taktik-Spielkonzepts zur Vermittlung von Badminton
- Erarbeitung der Zentralen Position als Grundlage der Feldverteidigung
- Nutzung von Wenn-Dann-Effekt-Relationen zur taktischen Entscheidungsfindung
- Förderung der Bewegungskompetenz durch spielorientierte Erprobung
- Einbettung komplexer Taktiken in motivierende Spielformen wie "Hase und Jäger"
Auszug aus dem Buch
(3) Didaktische Analyse
Badminton ist ein Einkontakt-Rückschlagspiel und legt die kompetitive Spielidee zugrunde, den Ball möglichst so über das Netz ins gegnerische Feld zu spielen, dass der Gegner ihn nicht mehr (fehlerfrei) zurückspielen kann (vgl. Heckel, 2018, S. 13). Ziel ist es, mehr Punkte als der Gegenspieler zu sammeln, wobei durch die räumliche Trennung in Form von Feldbegrenzungen und Netz heterogene körperliche Voraussetzungen stark abgeschwächt werden (vgl. Breuer & Kaundinya, 2013, S. 2) (→ Lerngruppenanalyse).
Da es sich um „das schnellste aller Rückschlagspiele“ (Heckel, 2018, S. 12) handelt, stellt Zeit einen bedeutenden Faktor im Spiel dar und eröffnet die Polarität, dass im eigenen Angriffsspiel möglichst viel Druck aufgebaut werden sollte, wohingegen für das eigene Verteidigungsverhalten, die zur Verfügung stehende knappe Zeit optimal zu nutzen ist (→ intendierter Kompetenzzuwachs). Neben einer aktiven körperlichen Grundhaltung der Spielenden äußert sich dies vor allem durch das beständige Einnehmen der ZP im ballfreien Zeitintervall nach eigenen Schlaghandlungen (vgl. ebd., S. 29f. & 54) (→ Methodik). Denn die ZP markiert ebenjenen Punkt auf dem Feld, von dem aus alle Laufwege zur potenziell nächsten Verteidigungshandlung gleich weit entfernt sind – prinzipiell also die Mitte.
Zusammenfassung der Kapitel
(1) Lerngruppenanalyse: Diagnose der sportbegeisterten Lerngruppe unter Berücksichtigung bisheriger Badminton-Vorerfahrungen und heterogener Lernvoraussetzungen.
(2) Intendierter Lern- und Kompetenzzuwachs der Unterrichtsstunde: Definition der fachlichen Zielsetzung zur Verbesserung der Feldverteidigung durch proaktives Einnehmen der Zentralen Position.
(3) Didaktische Analyse: Herleitung der sporttheoretischen Bedeutung der Zentralen Position als taktisches Instrument zur optimalen Zeitausnutzung im Badmintonspiel.
(4) Überlegungen zu Methoden, Medien, Sozialformen und zur Lernprozessbegleitung: Erläuterung der methodischen Gestaltung inklusive der Anwendung des Taktik-Spielkonzepts und der "Hase und Jäger"-Spielform.
(5) Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit: Einordnung der Stunde in den Kontext der 17-stündigen Einheit zur Förderung der Spielfähigkeit im Badminton.
(6) Tabellarischer Unterrichtsverlauf: Detaillierte zeitliche und inhaltliche Planung der Unterrichtsphasen von der Erwärmung bis zum Abbau.
(7) Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Quellen.
(8) Anhang: Medien und Material: Übersicht der ergänzenden Arbeitsmaterialien, Kompetenzraster und Spielbeobachtungsaufträge.
Schlüsselwörter
Badminton, Taktik-Spielkonzept, Zentrale Position, Feldverteidigung, Wenn-Dann-Relation, Rückschlagspiel, Spielfähigkeit, Sportunterricht, Bewegungskompetenz, Einzel, Spielidee, Didaktische Analyse, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundlegend?
Der Entwurf beschreibt eine Prüfungslehrprobe im Fach Sport für die Einführungsphase, in der Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Feldverteidigung beim Badminton durch die Einnahme einer taktisch klugen Position zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Taktik-Spielkonzept, die Bedeutung der Zentralen Position (ZP) als Verteidigungsgrundlage und die Förderung der taktischen Entscheidungskompetenz.
Welches Lernziel steht im Mittelpunkt?
Primäres Ziel ist es, dass die Lernenden ihre Feldverteidigung im Einzel stärken, indem sie nach dem Retournieren des Balls unverzüglich die Zentrale Position einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?
Es wird das Taktik-Spielkonzept verwendet, bei dem zuerst der taktische Sinn einer Handlung ("Was ist zu tun?") vermittelt wird, bevor die technische Ausführung in den Fokus rückt.
Welcher Inhalt dominiert den Hauptteil?
Der Hauptteil befasst sich mit der spielerischen Erarbeitung der ZP mittels der Spielform "Hase und Jäger" und der Anwendung von "Wenn-Dann-Effekt-Relationen".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Schlüsselbegriffe sind Badminton, Taktik-Spielkonzept, Zentrale Position, Lehrprobe und Feldverteidigung.
Wie unterscheidet sich die Spielform "Hase und Jäger" vom eigentlichen Badmintonspiel?
Sie weicht die herkömmliche Spielidee auf, indem eine Person "gemein" spielt und versucht, den Partner über das Feld zu hetzen, wodurch das Einnehmen der ZP für den "Hasen" zur notwendigen Überlebensstrategie wird.
Warum wird für die Reflexion das "Think-Pair-Share"-Prinzip angewendet?
Dies soll die Verbindlichkeit der kognitiven Auseinandersetzung erhöhen und sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler aktiv an der Auswertung der taktischen Erfahrungen teilnehmen.
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- Martin Reese (Autor), 2022, Badminton. Die eigene Abwehr stärken (11. Klasse Sport), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438481