Luftverkehrspolitik der Europäischen Union

Deskriptive Analyse des Projektes „Single European Sky“


Seminararbeit, 2008

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.2 Aktuelle Situation und Begriffsdefinitionen des Luftverkehrsmanagements
1.3 Determinanten des Projektes „Single European Sky“
1.4 Daten und Fakten des europäischen Luftverkehrs

2. Hintergrund und Aufgabe der beteiligten Autoritäten
2.1 European Commission
2.2 Single Sky Committee
2.3 EASA
2.4 Nationale Behörden
2.5 Industry Consultation Body
2.6 EUROCONTROL

3. Das Projekt - „The Single European Sky“
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Neustrukturierung des Luftraumes
3.3 Sicherheit
3.4 Interoperabilität
3.5 Finanzierung
3.6 Faktor Mensch

4. Ausblick und Fazit
4.1 Ausblick
4.2 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Arbeitsweise Flugkontrollstellen; Quelle: DFS

Abbildung 2: Schematische Darstellung der europäischen Luftverkehrsströme; Quelle: DFS

Abbildung 3: Luftraumaufteilung Dezember 2007; Quelle: Lufthansa

Abbildung 4: EUROCONTROL Short-Term-Forecast 2008; Quelle: EUROCONTROL

Abbildung 5: Mögliche paneuropäische Kooperationen; Quelle: DFS

Abbildung 6: Beeinträchtigung der europäischen Hauptverkehrsströme durch militärische Sperrgebiete (farbig hinterlegt); Quelle: EUROCONTROL

1. Einleitung

1.1 Gegenstand und Ziel der Arbeit

Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung wird im Rahmen des Kurses „System der Europäischen Union“ an der Universität Hamburg erstellt und befasst sich mit dem Teilbereich Luftverkehr.

Der Luftverkehr ist eine der stärksten Wachstumsbranchen weltweit und verzeichnet regelmäßig neue Rekordergebnisse[1]. Die vorliegende Ausarbeitung beschreibt zunächst die dem zu Grunde liegende aktuelle Situation des europäischen Luftverkehrs, sowie die damit verbundenen Probleme und geht darauffolgend auf die Lösungsansätze ein, welche die Europäische Union (EU) verfolgt. Den zentralen Untersuchungsgegenstand stellt aus Sicht der Verfasser das paneuropäische Projekt „Single European Sky“ dar. Das Ziel der Arbeit ist in der komprimierten deskriptiven Darstellung der geplanten europäischen Maßnahmen zur Neustrukturierung des Luftraumes zu sehen und das Zusammenwirken aller beteiligten Instanzen auf zu zeigen.

1.2 Aktuelle Situation und Begriffsdefinitionen des Luftverkehrsmanagements

Diese Untersuchung befasst sich hauptsächlich mit dem Bereich Luftverkehrsmanagement, oder auch Air Traffic Management (ATM). Dieser Begriff umfasst alle Bereiche und Dienstleistungen, die zur Durchführung des nationalen und internationalen Flugverkehrs notwendig sind. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um die Flughäfen, sowie deren Dienstleister, die Lufttransportgesellschaften (Airlines) sowie die Flugsicherungsanstalten (Air Traffic Control / ATC).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arbeitsweise Flugkontrollstellen; Quelle: DFS

Nach den Terroranschlägen des 11.09.2001 gab es einen weltweiten Einbruch der Flugzahlen, der bis zum Ende des Jahres 2002 anhielt. Ab dem Jahr 2003 erlebt die Luftfahrt einen stetigen Aufwärtstrend, mit ähnlichen Wachstumsraten wie vor dem 11.09.2001. Im Jahr 2003 wurden ungefähr 8,5 Mio. Flüge[2] innerhalb des europäischen Luftraumes durchgeführt. Diese Anzahl wird sich gemäß Prognosen der Europäischen Union bis zum Jahre 2020 um 100 Prozent[3] steigern. Die bedeutendsten Steigerungsfaktoren sind in der Erweiterung der Europäischen Union, der Öffnung des europäischen Binnenmarktes, sowie dem allgemeinen technischen Fortschritt, der dazu führt, dass Flugreisen immer günstiger angeboten werden können, zu sehen. Der momentan begrenzende Faktor des Wachstums des Luftverkehrswachstums ist in den begrenzten Kapazitäten des Luftraumes zu sehen. Der Luftraum gliedert sich zum einen auf festgelegte Strecken zwischen Verkehrsknotenpunkten und Flughäfen (Routings), sowie Zeitfenstern, in denen diese Strecken beflogen werden dürfen (Slots).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Schematische Darstellung der europäischen Luftverkehrsströme; Quelle: DFS

Die aktuell im europäischen Luftraum verfügbaren Routen und Slots stoßen nun an ihre Kapazitätsgrenzen. Die einzige Möglichkeit der Flugsicherungsgesellschaften, den wachsenden Flugverkehr bewältigen zu können, liegt in sogenannten „retimings“ und „reroutings“, also der Vergabe neuer Abflugzeiten und der Freigabe für andere Routen. Durch dieses Verfahren kommt es für Passagiere, Fluglinien und Flughäfen zu erheblichen operationellen Problemen, da vorgegeben e Zeitpläne nicht eingehalten werden können. Gemäß einer Studie der europäischen Flugsicherungsgesellschaft EUROCONTROL entstand im Jahr 2003 durch geänderte Slots und Routen ein wirtschaftlicher Schaden von 800 Millionen Euro bezogen auf die gesamte Europäische Union[4]. Darüberhinaus wirkt sich jedes rerouting eines Fluges auf den Spritverbraucht und somit auf die Umwelt aus. Aktuell gibt es in der gesamten europäischen Union 40[5] verschiedene Flugsicherungsgesellschaften, deren Wirkungskreis größtenteils mit den Ländergrenzen kongruent verläuft. Im Gegensatz zu Fluggesellschaften können die Flugsicherungsgesellschaften den offenen europäischen Markt nicht für sich nutzen[6], da nationale Interessen dieses bislang verhindern. Diese aktuelle Aufteilung des europäischen Luftraums (Hoheitsgebiete der Flugsicherungsdienstleister) entspricht nicht den Verkehrsströmen und ist somit ein weiteres Wachstumshindernis. Das Ziel der Europäischen Union liegt in der Schaffung einer einzigen Luftraumstruktur für das gesamte europäische Gebiet und der Kompetenzzentralisierung für Flugsicherungsaufgaben. Dieses Ziel soll durch eine länderübergreifende Flugsicherungsgesellschaft (EUROCONTROL) verwirklicht werden. Die Europäische Union hat dazu das Projekt „Single European Sky“ (SES) initiiert.

1.3 Determinanten des Projektes „Single European Sky“

Das Projekt „Single European Sky“ ist eine durch die Europäische Kommission 1999 auf den Weg gebrachte Maßnahme, den oberen Luftraum (Upper Airspace), der ab einer Höhe von 28.500[7] Fuß beginnt, zu vereinheitlichen. So sollen die derzeitigen regionalen Kontrollzonen zu funktionalen Luftraumblöcken (FAB= Functional Airspace Blocks) zusammen gefasst werden, um eine harmonischere Luftverkehrsführung zu erreichen. Dabei ist es von großer Bedeutung, diese Blöcke an luftfahrtbedingten Faktoren zu konzipieren, wie Verkehrsfluss, Knotenflughäfen (so genannten „Hubs“) und Hauptverkehrsstrecken. Eine wichtige Prämisse ist es, die territorialen Grenzen zu überwinden und staatenübergreifende Lufträume zu etablieren. Entscheiden sich also zwei oder mehr Staaten dazu, ihren Upper Airspace im Sinne des „Single European Sky“ zu harmonisieren, benennen diese eine Air Traffic Control Agentur, die für diesen vereinheitlichten Block zuständig ist. Damit alle bislang in der Europäischen Union tätigen Flugsicherungsgesellschaften über ihre bisherigen Zuständigkeitsgrenzen hinaus in Zukunft tätig sein können, ist ein einheitliches Zertifizierungssystem geplant. Dadurch wird ein innereuropäischer Markt für die Dienstleistungen im Bereich Flugsicherung geschaffen. Um einen größtmöglichen Synergieeffekt aus diesem Projekt zu ziehen, werden in die Planung und Ausführung des „Single European Sky“ alle an der Luftfahrt beteiligten Teilnehmer einbezogen, angefangen von den EU-Mitgliedsstaaten, über die Luftfahrzeughersteller, die privaten und staatlichen Flugsicherungen, das Militär, sowie die Flughäfen und deren Boden-Dienste. Laut Untersuchungen der Deutschen Lufthansa können durch die Realisierung des Projektes „Single European Sky“ und der damit einhergehenden Schaffung funktionaler Luftraumblöcke die CO2-Emissionen jährlich um bis zu 12% gesenkt werden.[8]

[...]


[1] Pressemitteilung Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 15.12.2006

[2] Der einheitliche europäische Luftraum, Brüssel, 2004, Seite 1

[3] Der einheitliche europäische Luftraum, Brüssel, 2004, Seite 1

[4] Der einheitliche europäische Luftraum, Brüssel, 2004, Seite 3

[5] Lufthansa Politikbrief, Frankfurt, Dezember 2007

[6] Der einheitliche europäische Luftraum, Brüssel, 2004, Seite 2

[7] Der einheitliche europäische Luftraum, Brüssel, 2004, Seite 4

[8] Lufthansa Politikbrief, Frankfurt, Juli 2007

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Luftverkehrspolitik der Europäischen Union
Untertitel
Deskriptive Analyse des Projektes „Single European Sky“
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autoren
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V144491
ISBN (eBook)
9783640544080
ISBN (Buch)
9783640543809
Dateigröße
1183 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Arbeit ohne Literaturverzeichnis, mit ausführlichen Fußnoten (Anm. der Red.)
Schlagworte
Luftverkehr, Single European Sky, Luftverkehrs-Politik, Verkehr, Europäische Union, Jan-Henrik Kern, Philip Kamm
Arbeit zitieren
Jan-Henrik Kern (Autor)Philip Kamm (Autor), 2008, Luftverkehrspolitik der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144491

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Luftverkehrspolitik der Europäischen Union



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden