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Souveränität und Menschenrechte

Title: Souveränität und Menschenrechte

Term Paper , 2007 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bernd Jäger (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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War die innere Verfasstheit der Einzelstaaten dem modernen Völkerrecht noch belanglos, so zeugen die neuesten Entwicklungen innerhalb der Vereinten Nationen von einer Verschiebung des Akzents vom Schutz staatlicher Souveränität hin zum Schutz individueller Souveränität, d.h. zum Schutz und zur Gewährleistung basaler Menschenrechte. Die Aufweichung staatlicher Souveränitätsrechte geht nicht nur einher mit dem Bestreben nach globaler Friedenssicherung oder außerpolitischen Faktoren, wie Klimawandel und wirtschaftlicher Verflechtung, sondern auch mit einem Bekenntnis zum globalen Menschenrechtsschutz. Hier soll der Verbindung von Souveränitätsrechten und Menschenrechten nachgegangen werden, die seit der ´Erfindung´ der Souveränität durch Bodin ideengeschichtlich den Gedanken an legitime staatliche Autonomie eng an die Gewährleistung eines Kerns an Menschenrechten bindet. Im zweiten Teil der Arbeit soll untersucht werden, inwiefern Menschenrechte als Standards der Rechtmäßigkeit dienen können und inwieweit eine normative Verpflichtung zu globalem Menschenrechtsschutz besteht. Schließlich folgt im letzten Teil eine Problematisierung der humanitären Intervention als Ernstfall globalen Menschenrechtsschutzes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Souveränität als Legitimität

II. Maßstäbe der Legitimität

III. Ernstfall humanitäre Intervention

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den ideengeschichtlichen Wandel vom Schutz absoluter staatlicher Souveränität hin zur Bindung staatlicher Legitimität an die Gewährleistung fundamentaler Menschenrechte, um daraus die normativen Voraussetzungen für eine humanitäre Intervention im Ernstfall abzuleiten.

  • Die historische Herleitung und Transformation des Souveränitätsbegriffs bei Denkern wie Bodin, Hobbes und Locke.
  • Die theoretische Begründung von Menschenrechten als moralische Standards dritter Ordnung.
  • Das Spannungsfeld zwischen staatlicher Autonomie und der Schutzverpflichtung der Weltgemeinschaft.
  • Die Etablierung und Problematisierung von Kriterien für die Legitimität humanitärer Interventionen.
  • Die Rolle der Vereinten Nationen als potenzielle legitime Autorität für militärisches Einschreiten.

Auszug aus dem Buch

I. Souveränität als Legitimität

Traditionell besteht das Ideal staatlicher Souveränität im Innern in der uneingeschränkten Herrschaftsgewalt und nach außen in der Befugnis, sich jede Einmischung anderer Akteure zu verbitten. Souveränität stellt demnach einen Anspruch auf Unabhängigkeit dar, den Anspruch, nur dem eigenen Willen unterworfen zu sein, unabhängig davon, wie und durch wen dieser Wille hervorgebracht wurde. Dieser Anspruch basiert auf der Annahme, dass Staat, Wirtschaft und Gesellschaft als territoriale Einheit zu verstehen sind. Dabei wird der autonome Territorialstaat als dominante Größe gesetzt. Geschichtlich wurde der Souveränitätsgedanke nicht nur gebraucht, um fremde Herrschaftsansprüche abzuwehren und eine Befriedung der Sozialbeziehungen zu erreichen, in erster Linie war er legitimatorisches Mittel zu einer Zentralisation von Macht und damit gleichzeitig zur Depotenzierung verschiedener gesellschaftlicher Kräfte.

Spätestens seit dem ausgehenden Mittelalter führte er in Europa zur schrittweisen Entmachtung nichtstaatlicher Kräfte und zu vollständiger Gewaltmonopolisierung. So beschnitt er die Einflusssphären von Kaiser und Papst, von Adel, Klerus und freien Städten. Die Souveränität wurde legitimatorisch zur Bildnerin des Nationalstaats, der nun nicht mehr willens war, die Herrschaftsinstrumente mit anderen Akteuren zu teilen. Zäsuren dieser Entwicklung sind der Ewige Landfriede von 1495 und der Westfälische Friede von 1648. Dem Gewaltmonopol der Staaten im Innern folgte nach dem Zusammenbruch der Reichsidee Karls V. eine auf der Gleichheit der Staaten basierende internationale Ordnung, wobei der „Grundsatz der Gleichrangigkeit der Staaten (...) durch den Augsburger Religionsfrieden und Jean Bodins ´Erfindung´ der Souveränität“ bereits vorbereitet wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert die Verschiebung des Fokus vom staatlichen Souveränitätsschutz hin zur Wahrung individueller Menschenrechte und formuliert die Forschungsfrage nach deren Bedeutung als Legitimationsmaßstab.

I. Souveränität als Legitimität: Dieses Kapitel analysiert die klassische Souveränitätstheorie bei Bodin, Hobbes, Locke und Kant und zeigt auf, wie staatliche Macht historisch an die Gewährleistung grundlegender Rechte gebunden wurde.

II. Maßstäbe der Legitimität: Hier werden Menschenrechte als moralische Normen dritter Ordnung definiert, die als globaler Standard für die Beurteilung politischer Institutionen und staatlicher Autonomie fungieren.

III. Ernstfall humanitäre Intervention: Das Kapitel problematisiert militärische Interventionen als Ultima Ratio bei schweren Menschenrechtsverletzungen und fordert institutionelle Sicherungen unter dem Dach der Vereinten Nationen.

Schlüsselwörter

Souveränität, Menschenrechte, Legitimität, humanitäre Intervention, Völkerrecht, staatliche Autonomie, moralische Rechte, Vereinte Nationen, Gesellschaftsvertrag, Schutzverpflichtung, politische Herrschaft, Grundrechte, Weltgemeinschaft, Sicherheitsrat, Gewaltmonopol.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die normative Transformation des Verhältnisses zwischen staatlicher Souveränität und dem Schutz von Menschenrechten im modernen Völkerrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die staatstheoretische Begründung von Souveränität, die philosophische Einordnung von Menschenrechten als moralische Grundnormen und die ethische Debatte um humanitäre Interventionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die Wahrung eines Kerns an Menschenrechten die notwendige Voraussetzung für die Legitimität einer staatlichen Ordnung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und rechtsphilosophische Analyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit staatsrechtlichen Theorien und völkerrechtlichen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst klassische Theorien zur Souveränität diskutiert, anschließend Menschenrechte als "Regeln dritter Ordnung" definiert und abschließend die Voraussetzungen für ein Interventionsgebot bei massiven Menschenrechtsverletzungen erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Souveränität, Legitimität, humanitäre Intervention, Menschenrechte und völkerrechtliche Schutzverpflichtung.

Warum lehnt der Autor eine strikte Analogie zwischen interindividuellen und zwischenstaatlichen Beziehungen ab?

Da Staaten als Personenverbände fungieren, die ihre Legitimität aus den in ihnen lebenden Individuen ableiten, kann ein Staat nicht als Selbstzweck betrachtet werden, der sich durch absolute Autonomie der Kritik entzieht.

Welche Rolle spielen die Vereinten Nationen in diesem Modell?

Die Vereinten Nationen werden als die einzige Instanz gesehen, die die notwendige legitime Autorität für humanitäre Interventionen ausüben kann, sofern der Sicherheitsrat entsprechend reformiert wird.

Warum genügt ein "Verlust der Legitimität" allein noch nicht für eine militärische Intervention?

Aufgrund der hohen Risiken und möglichen Opfer bei militärischen Einsätzen muss zusätzlich die Grenze des "Ertragbaren" überschritten sein, etwa durch massives Leid oder ethnische Säuberungen.

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Details

Title
Souveränität und Menschenrechte
College
University of Tubingen  (Philosophisches Seminar)
Course
Globale Gerechtigkeit
Grade
1,0
Author
Bernd Jäger (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V144732
ISBN (eBook)
9783640556984
ISBN (Book)
9783640557455
Language
German
Tags
Souveränität Menschenrechte Vereinte Nationen United Nations Souveränitätsrechte Globalisierung Friedenssicherung humanitäre Intervention Legitimität politische Philosophie internationale Politik Bodin Locke Hobbes Kant Rousseau Pogge Rawls Mill Habermas Existenzrechte internationales Recht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernd Jäger (Author), 2007, Souveränität und Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144732
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