Darstellung und Analyse moderner Anlagevehikel

Aufgezeigt anhand von Strukturierten Produkten & ETFs


Diplomarbeit, 2009

73 Seiten, Note: 1.5

Pascal Stäuble (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Executive Summary

1. Geschichtlicher Abriss
1.1 Geschichte der Strukturierten Produkte
1.2 Geschichte der ETFs
1.2.1 Geschichtliche Entwicklung der ETFs

2. Marktanalyse
2.1 Strukturierte Produkte
2.2 ETFs
2.2.1 ETFs im globalen Umfeld

3. Darstellung Strukturierte Produkte
3.1 Definition
3.2 Funktionsweise
3.3 Einteilung in Grundkategorien

4. Produkttypen
4.1 Kapitalschutz-Produkte
4.1.1 Plain-Vanilla-Kapitalschutz-Produkte
4.1.1.1 Übersicht Kapitalschutz-Produkte
4.2 Renditeoptimierungs-Produkte
4.2.1 Discount-Zertifikate
4.2.1.1 Übersicht Discount-Zertifikate
4.2.2 Reverse Convertibles
4.2.2.1 Übersicht Reverse Convertibles
4.2.3 Barrier Reverse Convertibles
4.2.3.1 Übersicht Barrier Reverse Convertibles
4.2.4. Express-Zertifikate
4.2.4.1 Übersicht Express-Zertifikate
4.3 Partizipations-Produkte
4.3.1 Tracker-Zertifikate
4.3.1.1 Übersicht Tracker-Zertifikate (Bull/Bear)
4.3.2 Bonus-Zertifikate
4.3.2.1 Übersicht Bonus-Zertifikate
4.3.3 Outperformance-Zertifikate
4.3.3.1 Übersicht Outperformance-Zertifikate
4.3.4 Twin-Win-Zertifikate
4.3.4.1 Übersicht Twin-Win-Zertifikate

5. Sind Strukturierte Produkte noch zeitgemäss?

6. Vorurteile gegen Strukturierte Produkte

7. Grundregeln für den Kauf von Strukturierten Produkten
7.1 Vorteile aus Anlegersicht

8. Darstellung Exchange Traded Funds (ETFs)
8.1 Definition

9. Vorteile.
9.1 Diversifikation in einer Transaktion
9.2 Sicherheit
9.3 Hohe Transparenz
9.4 Fortlaufender Handel und Preisfestlegung
9.5 Niedrige Kosten
9.6 Hohe Liquidität
9.7 Volle Dividendenpartizipation
9.8 Kein Wiederanlagerisiko

10. Risiken
10.1 Marktrisiko allgemein
10.2 Marktrisiko speziell
10.3 Währungsrisiko
10.4 Benchmarkwechsel
10.5 Dekotierung
10.6 Tracking Error

11. Kosten
11.1 Managementgebühr
11.2 Total-Expense-Ratio
11.3 Spread
11.4 Transaktionskosten

12. Basiswerte von ETFs
12.1 Definition Index

13. Replikationsvarianten
13.1 Vollständige Indexnachbildung
13.2 Sampling-Methoden
13.3 Synthetische Indexnachbildung

14. ETFs in Investmentstrategien
14.1 Das Core-Satellite-Konzept
14.2 Asset Allocation
14.3 Cash-Management
14.4 Sektorallokation/Dividendenstrategie/Sizestrategie

15. Trends
15.1 ETFs
15.2 Strukturierte Produkte

16. Konklusion

Anhang
Anhang

Literaturverzeichnis

ABN AMRO Bank N.V. (2008). Märkte + Zertifikate - Das Schweizer Magazin für Strukturierte Produkte. Ausgabe November 2008. Zürich: Redaktion „Märkte & Zertifikate.“

Bank Sarasin & Cie AG (2007). Sarasin Derivate Kompendium. Einfach, klar und kompakt erklärt:

Optionen, Futures und Strukturierte Produkte. Basel: Bank Sarasin & Cie AG, Financial Engineering.

Deutsche Bank Research, Dieckmann R. (2008). Exchange Traded Funds: Hohes Wachstumspotenzial dank innovativer ETF-Strukturen. http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE- PROD/PROD0000000000224386.pdf

Eibl H. (2008). ETFs - Exchange Traded Funds - simplified. München: FinanzBuch Verlag GmbH.

financialmedia AG (2008). PUNKTuell. Die Neuzeitlichen Investmentvehikel. http://www.punktmagazin.com/downloads/PUNKTUELLno01_2008.pdf

Hutter B., Rüthemann P., Dr. Tolle S., Dr. Wohlwend H. (2007). STRUKTURIERTE PRODUKTE in der Verm ö gensverwaltung (3. Auflage). Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung.

KMU-Magazin Finanzieren & Vorsorge, Suter H. (2008/2009). Sind Strukturierte Produkte noch zeitgem ä ss? http://www.svsp-

verband.ch/download/news_content/280_cdokumente_und_einstellungenfrickerdesktopkmu- magazin_1208.pdf

Schweizerische Nationalbank SNB (2009). Statistisches Monatsheft April 2009.

http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/D5_1_Wertschriftenb_in_Kundendepots.pdf

Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP (2009). Marktreport Strukturierte Produkte April 2009. http://www.svsp-verband.ch/home/marktreports.aspx?lang=de

Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP (2009). Kategorisierung. http://www.svsp- verband.ch/home/produkttypen.aspx?lang=de

SIX Swiss Exchange (2009). ETF Newsletter Nr. 23 - 1. Quartal 2009. http://www.six-swiss- exchange.com/download/trading/products/quarterly_reports/etf_newsletter_0109_de.pdf

SIX Swiss Exchange (2009). Exchange Traded Funds (ETFs) - Handbuch http://www.six-swiss- exchange.com/download/market/funds/publications/etf_guide_de.pdf

UBS AG Global Wealth Management & Business Banking und Investment Bank (07.2007). Chancen Strukturierte Produkte - was Sie wissen sollten. Zürich: Glutz Werbeagentur AG.

Quellenverzeichnis

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SIX Swiss Exchange (2009). Exchange Traded Funds (ETFs) - Handbuch. http://www.six-swiss- exchange.com/download/market/funds/publications/etf_guide_de.pdf

Tabellenverzeichnis

Abbildung 9: ETF Umsatz nach Produktanbieter

Abbildung 14: Vielfalt an Markennamen von Strukturierten Produkten

Abbildung 16: Vor- und Nachteile von Kapitalschutz-Produkten

Abbildung 19: Unterschiede Reverse Convertibles und Discount-Zertifikate

Abbildung 21: Auszahlungsdiagramm Express -Zertifikate

Abbildung 22: Rückzahlung Express-Zertifikate

Abbildung 29: Kostenvergleich ETFs versus traditionelle Anlagefonds

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lebenslauf ETF

Abbildung 2: Wertschriftenbestände in Kundendepots der Banken

Abbildung 3: Umsatzentwicklung von 1995 - 2008

Abbildung 4: Umsatzentwicklung in den letzten 12 Monaten

Abbildung 5: Anzahl gelisteter Produkte 1995 - 2008

Abbildung 6: Anzahl gelisteter Produkte in den letzten 12 Monaten

Abbildung 7: Neuemissionen in den letzten 12 Monaten

Abbildung 8: Umsatzentwicklung der ETF und Anzahl gelisteter ETFs an der SIX Swiss Exchange

Abbildung 9: ETF-Umsatz nach Produktanbieter

Abbildung 10: Weltweite ETF-Entwicklung - Asset under Management (AuM) und Anzahl ETFs - Ende März 2009

Abbildung 11: Globaler ETF -Markt 2007

Abbildung 12: Die vier Grundkategorien von Strukturierten Produkten

Abbildung 13: Einteilung von Strukturierten Produkten

Abbildung 14: Vielfalt an Markennamen von Strukturierten Produkten

Abbildung 15: Auszahlungsdiagramm Plain-Vanilla-Kapitalschutzprodukte

Abbildung 16: Vor- und Nachteile von Kapitalschutz-Produkten

Abbildung 17: Auszahlungsdiagramm Discount-Zertifikate

Abbildung 18: Auszahlungsdiagramm Reverse Convertibles

Abbildung 19: Unterschiede Reverse Convertibles und Discount-Zertifikate

Abbildung 20: Auszahlungsdiagramm Barrier Reverse Convertibles

Abbildung 21: Auszahlungsdiagramm Express -Zertifikate

Abbildung 22: Rückzahlung Express-Zertifikate

Abbildung 23: Auszahlungsdiagramm Tracker-Zertifikate (Bull)

Abbildung 24: Auszahlungsdiagramm Tracker Zertifikate (Bear)

Abbildung 25: Auszahlungsdiagramm Bonus-Zertifikate

Abbildung 26: Auszahlungsdiagramm Outperformance-Zertifikat

Abbildung 27: Auszahlungsdiagramm Twin-Win-Zertifikat auf die Aktie Muster AG

Abbildung 28: Vorteile von ETFs

Abbildung 29: Kostenvergleich ETFs versus traditionelle Anlagefonds

Abbildung 30: Risiken von ETFs

Abbildung 31: Tracking Error

Abbildung 32: Kosten von ETFs

Abbildung 33: TER = Gesamtkosten-Quote

Abbildung 34: Graphische Darstellung der Funktionsweise einer synthetischen ETF-Replikation

Abbildung 35: Core -Satellite-Strategie

Abbildung 36: Core -Satellite-Ansatz / ETFs als Kernpositionen

Abbildung 37: Beispiel einer Asset Allocation: 76% klassische Anlagekategorien / 61 alternative Anlagen: 9% / übrige Anlagen: 15%

Executive Summary

Einleitung und Ausgangslage

Der Markt für moderne Anlageinstrumente ist im Wandel. Entscheidend ist, dass sich die Anleger im Dschungel der Strukturierten Produkte zurechtfinden. Dabei hat die Verständlichkeit der Anlagen oberste Priorität. Daneben soll aber auch der Sicherheitsaspekt, vor allem das Emittentenrisiko bei Strukturierten Produkten, sowie die Transparenz nicht vernachlässigt werden. Der Markt für Strukturierten Produkte verzeichnete in den letzten 15 Jahren ein rasantes Wachstum. Die Vielfalt an verschiedenen Anlageprodukten ist beeindruckend: Trackers, Perles, Toros, Defender Vonti, Protein und viele weitere Kreationen erobern den Markt. Strukturierte Produkte setzen sich aus der Kombination einer herkömmlichen Anlage, zum Beispiel einer Aktie oder einer festverzinslichen Anlage mit derivaten Instrumenten zusammen. Dieser Vorgang nennt man in der Fachsprache eben Strukturierung. Durch die asymmetrischen Auszahlungsprofile ermöglichen sie den Anlegern, die Rendite -/Risikoprofile ihrer Wertschriftenportfolios zu verändern und zu optimieren.

Die Exchange Traded Funds (ETFs) durchleben starkes Wachstum. Doch wird ihnen von den Privatanlegern nach wie vor noch zuwenig Beachtun g geschenkt. Die ETFs gelten als passive Indexanlage und vermehren sich allmählich in den Portfolios der Anleger. Mit dieser Anlagekategorie lassen sich die Kundenvermögen bei den Finanzinstituten einfach, transparent und kostengünstig verwalten. Auch der Markt für ETFs setzt im Jahr 2009 sein Wachstum und Siegeszug weiter fort. Inzwischen sind rund 160 Produkte an der Schweizer Börse gelistet. ETFs gibt es in den USA schon seit 1993. Der Trend vom indexierten Anlegen hat seinen Ursprung ebenfalls in den Vereinigten Staaten von Amerika und ist effektiv erst zu einem späteren Zeitpunkt nach Europa gekommen. Im Jahr 2000 ist das erste Produkt an der Schweizer Börse lanciert worden.

Problemstellung und Zielsetzungen

Die Problemstellung der Praxisarbeit besteht einerseits darin, einen detaillierten Überblick über die Entwicklung des Marktes für Strukturierte Produkte und Exchange Traded Funds zu geben und andererseits die beiden Anlagevehikel in einer für den Leser verständlichen und einfachen Art und Weise in Worten zu erläutern und mit Grafiken darzustellen. Auch besteht die Schwierigkeit, die verschiedenen Vor- und Nachteile der komplexen Investmentprodukte zu analysieren. Zum Schluss wird versucht, die kommenden Trends in der Welt der modernen Finanzprodukte zu beobachten.

Das Ziel der Arbeit ist es, ein möglichst aktuelles Bild über den Markt von Strukturierten Produkten und Exchange Traded Funds wiederzugeben. Der Hauptzweck besteht darin, die äussert unterschiedlichen Produktetypen und deren Charakteren da rzustellen sowie deren Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken aufzuzeigen. Schlussendlich werden die Trends von Strukturierten Produkten und ETFS evaluiert.

Resultate

In der Vergangenheit haben die Strukturierten Produkte ein rassantes Wachstum verzeichnet. Doch mit der Börsenbaisse ist die steile Bergfahrt nun vorerst gestoppt worden. Von Januar 2008 bis Februar 2009 hat sich das Volumen von 312 Mrd. CHF auf 237 Mrd. CHF vermindert.1 Dies bedeutet ein Rückgang von 24.04%. Der absolute Tiefpunkt wurde im Oktober 2008 erreicht. Doch zeichnet sich beim Markt für Strukturierte Produkte langsam aber sicher eine Bodenbildung ab. Die Anleger suchen zurzeit vermehrt Sicherheit bei ihren Anlagen und schichten daher ihre Vermögen in sichere Geldmarkt - und Obligationenpapiere um. Der Umsatz an der Börse Scoach erreichte im Jahr 2008 rund 80% (CHF 60.36 Mrd.) des Vorjahresumsatzes.2 Bei den Produktekategorien stehen insbesondere die Renditeoptimierungs- und Kapitalschutzprodukte auf der Einkaufsliste der Anleger. Bei der Anzahl der gelisteten Produkte konnte Ende 2008 mit der Zahl von 21'708 wiederum ein Rekordergebnis erzielt werden. Die Neuemissionen gingen dennoch im April 2009 stark zurück. Dies lässt sich damit begründen, dass die Anleger wieder vermehrt Umschichtungen in Direktanlagen (Aktien) vornehmen und das Vertrauen in die Börse wieder an Bedeutung gewinnt.

Die Marktentwicklung der Exchange Traded Funds verläuft hingegen steil nach oben. Mit einem Jahresumsatz 2008 an der SIX Swiss Exchange von 36'650 Millionen wurde ein neuer Rekord erzielt.3 ETFs verzeichnen weltweit gesehen das stärkste Wachstum. Der grösste Markt bildet dabei die USA gefolgt von Europa. Infolge der globalen Finanzmarktkrise verminderte sich das weltweit verwaltete Vermögen von ETFs im Jahr 2008 zum ersten Mal. Neben dem Wachstum der gemanagten Vermögen entwickeln sich auch die ETF-Produkte positiv. Ende 2008 existierten total 1'590 ETFs.

Strukturierte Produkte können zusammenfassend wie folgt eingeteilt und erläutert werden:

-Kapitalschutz-Produkte: Sie garantieren einen im Voraus fixierten Prozentsatz (zum Beispiel 100% oder 90%) des Nominalbetrages und sind für sicherheitsbewusste Anleger geeignet.
-Renditeoptimierungs-Produkte: Der Anleger erhält eine hohe Zinszahlung oder Diskont (Abschlag). Je nach Marktverlauf muss er die Übernahme des Basiswertes in Kauf nehmen. Die Maximalrendite nach oben ist begrenzt.
-Partizipationsprodukte: Sie bilden die Wertentwicklung eines Basiswertes 1:1 nach. Das Risiko entspricht dem einer Direktanlage.

Exchange Traded Funds sind börsengehandelte Fonds. Sie zeichnen sich durch unzählige Vorteile aus: Transparenz, Sicherheit, tiefe Gebühren, Diversifikation, fortlaufender Börsenhandel. Dem allgemeinen Marktrisiko können sich aber auch diese Finanzprodukte nic ht entziehen. ETFs lassen sich optimal und kostengünstig in diverse Investmentstrategien miteinbeziehen. Die Core-Satellite-Strategie hat zum Ziel, ETFs als Kernelement (Core) zu nutzen. Damit soll eine exakte Marktrendite (Beta) erzielt werden.

Der Trend bei den Strukturierten Produkten entwickelt sich wieder vermehrt zu einfacheren Produkten. Die Anleger wünschen mehr Transparenz und Verständlichkeit. Mit dem Konkurs von Lehman Brothers muss dem Emittentenrisiko in Zukunft eine grosse Beachtung geschenkt werden. Im Weiteren wird über eine Pfandbesicherung bei Strukturierten Produkten gesprochen. Die SIX Swiss Exchange AG wird Anbieter der neuen Dienstleistung sein, die voraussichtlich Mitte 2009 angeboten wird. Damit lässt sich das Emittenten-Ausfallrisiko stark reduzieren. Als weitere Dienstleistung hat sich der Verband für Strukturierte Produkte SVSP zum Ziel gesteckt, mittels Risikoklassensystem (Value at Risk; VaR) bei den Strukturierten Produkten mehr Transparenz für den Anleger zu schaffen.

Der Trend bei den Exchange Traded Funds läuft in die Richtung, dass immer mehr Privatanleger von diesen interessanten Anlagevehikel gebrauch machen. Auch die Pensionskassen richten ihr Augenmerk zunehmend auf die ETFs. Dadurch lassen sich ihre Vermögen kostengünstig und mit einer exakten Marktrendite verwalten. Aufgrund der tiefen Gebühren und hohen Transparenz wird das Wachstum in Zukunft weiter zunehmen. Vermehrt werden auch neue ETFs auf die Vermögensklasse der Obligationenanlagen auf den Markt gebracht. Man wird auch häufiger Produkte sehen im Bereich von Leverage-oder Short-Index.

1. Geschichtlicher Abriss

1.1 Geschichte der Strukturierten Produkte

Evolution und Mythos

Strukturierte Produkte gelten als moderne Finanzinstrumente. Fakt ist, das ihre Geschichte älter als zum Beispiel jene der Aktien ist und die ersten Derivatgeschäfte bereits vor Christi Geburt abgeschlossen wurden.

Die Anfänge der Derivate

Historisch betrachtet begannen die ersten Termingeschäfte (Futures) im Jahre 1700 v. Chr. Die erste börsengehandelte Aktie lässt sich im Vergleich dagegen ins Jahr 1602 zurückdatieren. 500 v. Chr. handelten die Olivenproduzenten die ersten Terminkontrakte auf Oliven. Sie wollten sich gegen fallende Preise absichern und vereinbarten darum den Preis für ihre Ernten im Voraus - das Termingeschäft war geboren. Gleichzeitig konnten sich die Warenabnehmer, die Ölproduzenten, gegen steigende Preise versichern.

Thales’ gute „Nase“

Der Mathematiker Thales erwarb damals günstig das Recht (Option) für die Nutzung von Olivenpressen. Diese veräusserte er Ölproduzenten zu lukrativen Preisen weiter und erarbeitete sich so eine „Goldgrube“. Wäre die Ernte schwach ausgefallen, hätte Thales sein Recht nicht ausgeübt und die Option wäre wertlos verfallen.

Die Blütezeit erlebten Optionen im 17. Jahrhundert mit dem Aufkommen der holländischen „Tulpenmanie“, einer Spekulationsblase in Tulpen. Die Euphorie ging soweit, dass für Tulpen Ende 1636 Höchstpreise von umgerechnet über CHF 100'000 Franken bezahlt wurden. Sie hatten damals also mehr Wert als Edelsteine und Gold. Dies löste aber bei den Händlern grosse Verunsicherung aus und eine riesen Verkaufswelle liess die Preise zusammenbrechen. Die Folge war eine schwere Wirtschaftskrise.

Im 19. Jahrhundert setzte sich der Terminhandel im grossen Stil durch. Um Chicago, der Drehscheibe des Weizenhandels, verkauften die Farmer ihre Ernten im Voraus an die Müller. Die Farmer sicherten sich damit gegen fallende Weizenpreise ab, die Müller gegen steigende.

Für die Handelspartner gründeten somit 82 Geschäftsleute 1848 in Chicago die erste Börse für Termingeschäfte - die Chicago Board of Trade (CBOT).

Es wurden einheitliche Kriterien für die Mengen und die Qualitäten einer Ware festgelegt, damit die Termingeschäfte in grossem Volumen über die Börse gehandelt werden konnte. Diese standardisierten Termingeschäfte nennt man Futures. Heutzutage gibt es neben Rohstoff -Futures auch Termingeschäfte auf Aktien, Zinsen, Kreditausfälle und Lebensmittel. Sogar das Wetter, Schweinebäuche und Orangensaftkonzentrat werden heute auf Termin gehandelt.

Derivat-Boom Mitte der 80er Jahre / Neue Dimensionen dank IT

1973 publizierten die Finanzwissenschaftler Fischer Black und Myron Scholes ein Bewertungsmodell zur fairen Berechnung des Optionspreises. Mit diesem Rechnungsmodell war es möglich, den Preis einer Option mit einer mathematischen Formel exakt zu berechnen. Das anfängliche Problem war nur, dass man für die komplexen Rechenoperationen keine ausreichend schnellen Computerkapazitäten als Hilfsmittel hatte. Der technische Fortschritt bereitete diesem Problem aber ein Ende und elektronische Rechner verhalfen somit Derivaten zum Durchbruch auf breiter Basis.4

Wichtige Bausteine bilden heute Optionen und Futures - kurz Derivate für strukturierte Produkte. Der Trend zur Individualisierung wird weiter voranschreiten. Mit neuen Produktentwicklungen können auf Bedürfnisse der Anleger immer gezielter eingegangen werden. Bis die Derivate aber in die Depots der breiten Masse Eingang gefunden haben, braucht es noch seine Zeit. Zu gross sind noch die Unsicherheiten und die Ängste vieler Anleger.

1.2 Geschichte der ETFs

Exchange Traded Funds sind relativ junge Investmentvehikel. 1993 sind ETFs als kommerzielle Finanzprodukte das erste Mal ins Scheinwerferlicht getreten. Der erste amtlich bewilligte rein auf einen Index basierte ETF wurde von State Street Global Advisors emittiert und war ein Indextracker des S&P 500. State Street Global Advisors (SSgA) ist heute der Weltgrösste Vermögensverwalter für institutionelle Investoren mit Sitz in den USA. Noch heute ist der SPDR (Standard & Poor’s Depositary Receipt, auf Deutsch ausgesprochen: SPIDER) einer der grössten ETFs der Welt.

Dem Erfolg der ersten ETFs und der Innovationskraft der Branche ist es zu verdanken, dass nur drei Jahre später, im Jahr 1996, die ersten ETFs auf einzelne Länderkörbe aufgelegt wurden. WEBS und Country Baskets sind die ersten Aushängeschilder dieser sehr gefragten Indexkategorie der Regionalindizes. Im Jahre 1998 wurden dann die ersten ETFs auf Branchen la nciert.

Ihren Erfolgszug begannen die ETFs durch Europa mit den ersten Handelszulassungen im Jahre 2000. In der Schweiz wurden erstmals im September 2000 ETFs gehandelt. In Europa durften sich ebenfalls Deutschland, Grossbritannien und Schweden zu den Vor reitern zählen. Zu Beginn existierten ausschliesslich ETFs auf europäische und amerikanische Aktienindizes. Im Jahre 2004 wurden sodann erste ETFs auf Schwellenländer (Emerging Markets), Immobilien, Gold und Rohwaren kreiert und lanciert. 2005 folgten die ersten Strategieindizes, die mit ETFs abgebildet wurden. Zwei Jahre später wurden dann die ersten Short -ETFs auf den Markt gebracht, welche den fallenden Index abbildeten. Short-Produkte sind auch für private Investoren eine einfache und kostengünstige Anlagemöglichkeit, um von sinkenden Kursen zu profitieren.5

Das imposante Wachstum des ETF-Anlageuniversums wird von Anfang an begleitet von horrenden Wachstumszahlen. Das weltweite Fondsvermögen (Asset under Management) betrug per November 2008 USD 633.83 Milliarden. 1'539 Exchange Traded Funds werden durch mehr als 85 Emittenten an über 42 Börsenplätzen global gelistet. Das durchschnittliche Handelsvolumen pro Tag liegt bei USD 117.5 Milliarden.6

1.2.1 Geschichtliche Entwicklung der ETFs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Lebenslauf ETF

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Eibl, 2008, S. 16

2. Marktanalyse

2.1 Strukturierte Produkte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Wertschriftenbestände in Kundendepots der Banken

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Statistisches Monatsheft SNB, April 2009

Der Markt für Strukturierte Produkte befindet sich momentan in einer Konsolidierungsphase und ist im Februar 2009 mit einem Gesamtvolumen von 237 Mrd. CHF leicht gesunken. Von Januar 2008 bis Februar 2009 hat sich der Markt für Strukturierte Produkte von 312 Mrd. CHF auf 237 Mrd. CHF verringert.7 Dies entspricht einem Rückgang von 24.04%. Der Markt für Strukturierte Produkte ist in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Sollten wir an den globalen Finanzmärkten eine Erholung sehen, so dürfte das Volumen der Strukturierten Produkte wieder anziehen.

Gesamthaft haben die Wertschriftenbestände seit Januar 2008 von CHF 4'911 Mrd. auf CHF 3'675 Mrd. abgenommen. Dies entspricht einer Reduktion von 25.17%. Bei den Strukturierten Produkten wurden seit Januar 2008 CHF 75 Mrd. abgezogen. Die Anleger platzierten ihre Gelder in erster Linie in Geldmarktpapieren. Diese konnten seit Beginn des Jahres 2008 ihren Anteil um 45.00% erhöhen. Die Anlageklasse der Obligationen entwickelte sich hingegen relativ konstant. Hohe Abflüsse verzeichnete die Anlagekategorie der Aktien (-42.00%) und Anla gefonds (-28.00%). 6.45% der Kundengelder waren im Februar 2009 in Strukturierte Produkte investiert. Am Jahresanfang 2008 lag die Zahl noch bei 6.36%. Dies bedeutet eine leichte Steigerung von 1.42%. Zuwächse in den Depots der Kunden sind in den Bereichen Geldmarktpapiere (+94.92%) und Obligationen (+28.69%) zu erkennen. Starke Einbussen erlitten vor allem die Aktien (-22.68%). Geringer war der Rückgang bei den Anlagefonds (-3.26%).8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Umsatzentwicklung von 1995 - 2008

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

Der Umsatz bei den Strukturierten Produkten betrug im Jahr 2007 CHF 75.37 Mrd. Im abgelaufenen Jahr 2008 erreichten sie rund 80% (CHF 60.36 Mrd.) ihres Vorjahresumsatzes. Den traditionell grössten Börsenumsatz erreichen die Hebelprodukte. Diese Produktekategorie verzeichnete 2008 im Vergleich zum Vorjahr 2007 einen Einbruch von -27.95%. Auch die Renditeoptimierungs-Produkte waren auf dem Markt nicht mehr gesucht (-31.41%). Die Kategorien der Partizipationsprodukte (+21.52%) und Kapitalschutz-Produkte (+19.60%) stehen hingegen in der Gunst der Anleger und es sind hohe Zuflüsse zu beobachten.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Umsatzentwicklung in den letzten 12 Monaten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

Der Umsatz hat im April 2009 mit CHF 2.96 Mrd. leicht zugenommen. Im Vergleich zum Vormonat stieg er um 4.96% (März 2009: CHF 2.83 Mrd.). Den grössten Anteil erreichen dabei die Hebelprodukte mit CHF 1.79 Mrd. (60.47%). Der Umsatz der Hebelprodukte ist im Vergleich zum Vormonat um 11.18% gestiegen. Der Spitzenmonat in den vergangenen zwölf Monaten bleibt der September 2008 mit einem monatlichen Umsatz von CHF 6.76 Mrd.

Die leichte Steigerung des Umsatzes im April 2009 ist auf die Beruhigung der Finanzmärkte zurückzuführen.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Anzahl gelisteter Produkte 1995 - 2008*

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schweizeri scher Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

Ende des Jahres 2008 waren an der Börse Scoach 21'708 Strukturierte Produkte gelistet. Das Vorjahr wurde nach einem stetigen Wachstum erneut übertroffen. Die Zunahme war in sämtlichen Produkten zu beobac hten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Anzahl gelisteter Produkte in den letzten 12 Monaten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

Die Anzahl gelisteter Produkte ist im April 2009 wieder leicht angestiegen. Im März 2009 waren total 21'983 Produkte an der Börse Scoach zum Handel zugelassen (kotiert). Per Ende April 2009 sind es insgesamt 22'765. Dies entspricht einer geringen Zunahme von 782 (+3.56%). Im Vergleich zum Jahresbeginn ist die Anzahl jedoch ziemlich konstant geblieben. Waren im Januar 2009 total 22’374 Produkte an der Derivate Börse Scoach gelistet, so fiel die Anzahl per Ende April 2009 mit 22'765 (+1.75%) geringfügig höher aus.

Darstellung und Analyse moderner Anlagevehikel, aufgezeigt anhand von Strukturierten Produkten & ETFs

Der markanteste Rückgang war im vergangenen Jahr von November 2008 (26'423) bis Ende Dezember 2008 (21'708) zu verzeichnen. Dies entsprach einem Einbruch von -17.84%. Die Hauptgründe dafür waren das turbulente Börsenumfeld und die nervöse Marktsituation.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Neuemissionen in den letzten 12 Monaten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

Der Emissionsmarkt bei den Strukturierten Produkten verzeichnete im April 2009 einen heftigen Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Waren es im März 2009 noch 2'486 Neuemissionen, so verringerte sich das Emissionsvolumen im April 2009 auf nur noch 1'574 neue Produkte. Dies entspricht einem Rückgang von -36.69%. Die Hebelprodukte erlitten dabei den stärksten Crash mit -46.28%. Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass die Anleger wieder vermehrt begannen, mit Direktanlagen (Stock Picking) in den Aktienmarkt zu investieren. Auch fanden sie vermehrt Interesse an den Renditeoptimierungsprodukten. Die Neuemissionen konnten per Ende April 2009 mit +73.84% im Vergleich zum Monat März 2009 zulegen.11

2.2 ETFs

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Umsatzentwicklung der ETF und Anzahl gelisteter ETFs an der SIX Swiss Exchange

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: SIX Swiss Exchange, 2009

An der SWX existiert das Segment der Exchange Traded Funds berei ts seit September 2000. Die SIX Swiss Exchange war eine der ersten Börsen in Europa, an denen ETFs gehandelt wurden. Die Schweizer Börse bahnte demzufolge den Weg für den zukünftigen Erfolg der ETFs in Europa. Was im Jahre 2000 mit zwei gelisteten Produkten von einem einzigen Anbieter begann, verwandelte sich bis heute in einen attraktiven und breit gestreuten Markt.

Per Ende 1. Quartal 2009 gibt es zehn hervorragende Produktanbieter, die Exchange Traded Funds an der Schweizer Börse zum Handel anbieten. Die Anleger können aktuell mit 154 ETFs auf ein grosses Anlageuniversum an erstklassigen Anlageprodukten zugreifen. Diese investieren in verschiedene Anlagekategorien, Länder, Regionen, Branchen, Sektoren und Investmentstile. Eine aktuelle Übersicht der Produkte findet man auf der Homepage unter www.six-swiss-exchange.com. Die Handelsumsätze an der SIX Swiss Exchange verliefen insbesondere äussert positiv neben der Produkteanzahl und der Produkteanbieter. Das Wachstum konnte im Vergleich zum Jahr 2007 um 54% gesteigert werden. Im Kalenderjahr 2008 wurde eine neue Marke in Rekordhöhe von CHF 36'650 Millionen erzielt.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: ETF -Umsatz nach Produktanbieter

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: SIX Swi ss Exchange, 2009

2.2.1 ETFs im globalen Umfeld

Das Interesse seitens privater und institutioneller Investoren an Exchange Traded Funds hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Seit die ETFs in den USA im Jahr 1993 ihren Durchbruch erlitten, konnte der weltweite Markt für börsengehandelte Indexfonds jährlich mit hohen zweistelligen Wachstumsraten des Anlagevolumens profitieren. Zurzeit entfallen ca. rund die Hälfte aller Mittelzuflüsse von Aktienfonds in den USA auf börsenkotierte Indexfonds. Anleger mögen an den ETFs vor allem die hohe Produkttransparenz, die grosse Flexibilität als Anlageinstrument in der Vermögensverwaltung und die geringen Gesamtkosten, bestehend aus Börsenhandelsgebühr und Managementgebühr. Börsengehandelte Indexfonds werden in den USA bereits schon seit vielen Jahren als beliebtes Anlageinstrument eingesetzt. In Europa hat diese Entwicklung erst in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Hauptsächlich der Deutsche Markt für ETFs verzeichnete in den jüngsten Jahren ein dynamisches Wachstum.

Exchange Traded Funds zählen global zu den Investmentprodukten, die das stärkste Wachstum verzeichnen. Seit der Einführung der ersten ETFs in Europa im Jahr 2000 sind die Wachstumsraten herausragend. Dies sowohl im Bereich des Handelsvolumens und Anzahl der Transaktionen als auch bei den gemanagten Vermögen. Mit den starken Zugpferden USA und Europa und den aufstrebenden Märkten wie Asien/Pazifik lässt sich das folgende Bild grafisch darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Weltweite ETF-Entwicklung - Asset under Management (AuM) und Anzahl ETFs - Ende März 2009

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: SIX Swiss Exchange, 2009

Die weltweit verwalteten Vermögenswerte von ETFs stiegen im Jahr 2007 um 40.80% auf USD 796.7 Mrd. an (USD 565.6 Mrd. im 2006). Den grö ssten Markt für ETFs bilden die USA mit einem verwalteten Vermögen von USD 580.7 Mrd. (73% des weltweiten ETF-Marktes) gefolgt von Europa mit AuM von USD 128.4 Mrd. (16% Marktanteil).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 11: Globaler ETF-Markt 2007

Quelle: Eigene Darstellung, 2009

Aufgrund der globalen Finanzmarktkrise und den fallenden Börsen reduzierte sich das weltweit verwaltete Vermögen von ETFs im Jahr 2008 zum ersten Mal. So fiel das globale Anlagevolumen primär aufgrund von fallenden Kursen der Aktienindizes um USD 85.7 Mrd. oder minus 10.75% auf USD 711.0 Mrd. per Ende 2008. Im Februar 2009 erreichten die weltweit gemanagten Vermögen sodann ihren Tiefpunkt mit USD 593.0 Mrd., was einer Minus Performance im Vergleich zu Ende 2008 von 16.60% entspricht. Bereits konnten aber im März 2009 wieder höhere Volumen im Umfang von USD 633.6 Mrd. generiert werden. Daraus resultiert eine Zunahme um knapp 7% im Vergleich zum Vormonat Februar 2009. Einfluss darauf hatte in erster Linie das Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte.

Von vielen Analysten wird prophezeit, dass sich das starke Wachstum bei den ETFs in Zukunft fortsetzen wird. Barclays Global Investors sagt das überschreiten der 1 -Billion-US-Dollar-Grenze im Jahr 2009 voraus und rechnet mit den weltweiten AuM von USD 2 Billionen bis im Jahr 2012.13

Vergleicht man den europäischen Markt mit dem US-amerikanischen ETF -Markt, so gibt es strukturelle Unterschiede. In Europa sind zum Beispiel so genannte Mehrfachlizenzierungen auf Indizes üblich, das heisst mehrere Fondsanbieter bieten einen ETF auf den gleichen Markt auf. Beispielsweise wurden 13 Lizenzen auf den Euro Stoxx 50 Index vergeben. Die Vergabe von mehreren Lizenzen auf Indizes ist in den USA noch nicht üblich. Eine Ausnahme bietet zur Zeit der S&P 500 Index, auf welchen Barclay s und State Street einen Exchange Traded Fund lanciert haben. Dennoch sind sich die Experten untereinander einig, dass in naher Zukunft die Vergabe von mehreren Lizenzen für einen Index auch in Amerika mittelfristig an Wichtigkeit zunehmen wird. Dieser Hauptunterschied führt dazu, dass Investoren in Europa unter den ETF-Anbietern, die den gleichen Index nachbilden, eine Auswahl treffen können. Daraus ergibt sich ein intensiver Konkurrenzkampf und Wettbewerb unter den Fondsanbietern, was wiederum die Gebühre n für die Anleger reduziert. Im Weiteren führt diese Ausgangslage zu einer verstärkten Fragmentierung auf der Nachfrageseite und schlussendlich dazu, dass die ETFs in Europa ein im Durchschnitt kleineres Anlagevolumen aufweisen. In den USA deckten so im Jahr 2007 total 601 ETFs ein gesamtes Anlagevolumen von USD 580.7 Mrd. ab. In Europa hielten im Jahr 2007 lediglich 423 ETFs AuM von insgesamt USD 128.4 Mrd. Aus diesen Gegebenheiten liess sich in Europa im Jahr 2007 ein Anlagevolumen im Durchschnitt von USD 304 Mio. im Vergleich von USD 966 Mio. AuM in den USA ableiten.14

3. Darstellung Strukturierte Produkte

3.1 Definition

Der Begriff «Strukturierte Produkte» wird in Literatur und Praxis nicht einheitlich verwendet. Die am weitesten verbreitete Definition besa gt, dass sich strukturierte Produkte aus der Kombination von herkömmlichen Finanzanlagen wie Aktien und Obligationen mit einem Derivativen Finanzinstrument zusammensetzen. Unter einem strukturierten Produkt versteht man also das Paket aus einer traditionellen Direktanlage, ergänzt mit Optionen oder anderen Derivativen Kontraktelementen. Dadurch verfügt das Produkt über Derivative Eigenschaften. Das gesamte Paket wird sodann als Wertpapier verbrieft und von Banken und Finanzgesellschaften («Emissionshäuser» oder «Emittenten») herausgegeben. Der Wert der Rückzahlung des Strukturierten Produktes hängt dabei von dem Verlauf eines oder mehrerer Basiswerte ab.

3.2 Funktionsweise

Der Vorgang der Konstruktion des Strukturierten Produktes wird in der Fachsprache als «Strukturierung» bezeichnet. Dies erlaubt eine Abstimmung des Rendite/Risiko-Profils des Anlegers auf seine spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen. Durch die Kombination können die Risiken der einzelnen Anlagen vermindert, verstärkt oder eliminiert werden, je nach Wahl und Ausgestaltung der Bausteine. Verglichen mit einer reinen Direktanlage werden dadurch gewisse Risiken vom Anbieter zum Käufer oder vom Käufer zum Anbieter übertragen. Als Global Player fungieren in der Regel Investmentbanken. Mit dem Er werb eines Strukturierten Produktes entsteht ein Gegenparteirisiko. Dies hängt von der finanziellen Leistungsfähigkeit («Bonität») des Emittenten ab. Im rechtlichen Sinn verkörpert ein Strukturiertes Produkt eine mit Kreditrisiko behaftete Forderung.

Die Ansprüche aus strukturierten Produkten stellen auch kein Sondervermögen dar, wie die von Anlagefonds. Bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners haben die Ansprüche aus diesen Produkten nur den Status von unprivilegierten Forderungen an die Konkursmasse des Anbieters. Dieses Merkmal unterscheidet sie stark von Anlagefonds und Exchange Traded Funds («ETFs»).

Strukturierte Produkte haben immer den Charakter von so genannten over-the-counter Produkten, auch wenn sie an Börsen gehandelt werden. OTC-Transaktionen werden zwischen den einzelnen Marktteilnehmern bilateral ausgehandelt. Im OTC-Handel oder auch Bildschirmhandel genannt stellt der Lead-Manager in gängigen Finanzinformationssystemen wie Thomson Reuters oder Bloomberg während der gesamten Laufzeit Geld- und Briefkurse, zu denen die Anleger kaufen beziehungsweise verkaufen können. Der Erwerber der Anlage besitzt eine vertragliche Forderung an das herausgebende Institut, nicht aber an die Börse. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den an spezialisierten Derivatebörsen wie der EUREX gehandelten, standardisierten Derivaten. Bei diesen Derivaten stellt das Clearing-House der Börse die rechtliche Gegenpartei dar und garantiert somit die Erfüllung des Vertrags.15

3.3 Einteilung in Grundkategorien

Strukturierte Produkte verzeichneten in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum. Es entstand ein regelrechter Dschungel mit immer verrückteren Namen. Zudem wurden immer innovativere Rendite - Risiko-Eigenschaften strukturiert. Die meisten Anleger hatten da keinen Durchblick mehr. Dies erkannte die Industrie und gründete im Jahre 2006 einen Verband (SVSP).16 Dieser hatte zum Ziel, dem Produkte- Wirrwarr ein Ende zu bereiten. Aufgrund der Eigenschaften von Strukturierten Produkten wird das gesamte Spektrum in folgende vier Kategorien eingeteilt: Kapitalschutz-Produkte, Renditeoptimierungs- Produkte, Partizipations -Produkte und Hebel-Produkte. Die Rendite- und Risikoeigenschaften der zugrunde liegenden Produkte dienen dabei als Klassifizierungsmerkmale. So kann der Anleger auf eine einfache Art und Weise dasjenige Produkt finden, welches seiner Risikoneigung und Markterwartung entspricht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Die vier Grundkategorien von Strukturierten Produkten

Quelle: Eigene Darstellung, 2009

Risiko

Das Angebot und Vielfalt an Strukturierten Produkten ist gross. In der vorliegenden Praxisarbeit konzentriere ich mich auf die drei wichtigsten Grundformen: Kapitalschutz-Produkte, Renditeoptimierungs-Produkte und Partizipations-Produkte.

Kapitalschutz-Produkte schützen den Anleger vor Kursverlusten. Sie garantieren einen fixierten Prozentsatz des Nominalbetrages, der im Voraus festgelegt wird. Das Verlustrisiko für den Anleger ist somit beschränkt. Im Gegenzug kann der Anleger aber auch von steigenden Kursen des Basiswertes teilhaben (partizipieren).

Renditeoptimierungs-Produkte sind für Anleger geeignet, die bereit sind, ab einer bestimmten Marke auf zusätzliche Gewinne eines Basiswertes zu verzichten. Als Gegenleistung bekommt der Investor eine Entschädigung zum Beispiel in Form einer Zinszahlung (Coupon) oder eines Abschlages (Diskont). Produkte mit Maximalrendite ermöglichen es, bei seitwärts oder stagnierenden Börsen die Rendite zu optimieren.

Partizipations-Produkte bilden die Wertentwicklung eines Basiswertes exakt nach. Mittels einer einzigen Transaktion kann der Anleger einen bestimmten Markt, eine Branche oder ein Thema abdecken.17

In der nachfolgenden Abbildung sind die drei Auszahlungsprofile inklusive der damit zusammenhängenden Kurserwartung der drei Produktetypen dargestellt. Dies zeigt deutlich ein markanter Vorteil von Strukturierten Produkten: Für jede Markterwartung lässt sich das entsprechende Produkt herauspicken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 13: Einteilung von Strukturierten Produkten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Hutter, Rüthemann, Dr. Tolle, Dr. Wohlwend, 2007, S. 90 - 91

Jeder Emittent kreiert für seine Strukturierten Produkte eigene Markennamen. Aus diesem Grund gibt es für dieselbe Produktkategorie oft über ein Dutzend verschiedene Bezeichnungen. Diese Auswahl an Namen ist oft sehr verwirrend unter den Anlegern. Discount -Zertifikate heissen bei der UBS beispielsweise „BLOC“, bei der Zürcher Kantonalbank „CASUAL“ und bei der Credit Suisse „TORO“. Die Produktbezeichnungen sind meistens Abkürzungen von englischen Ausdrücken, die das Auszahlungsprofil widerspiegeln. So ist „BLOC“ die Abkürzung für Buy Low Or Cash, „CASUAL“ für Cash Or Underlying oder „TORO“ für Title Or Return Option. In der folgenden Tabelle ist eine Auswahl an Produktetypen zu entnehmen.18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 14: Vielfalt an Markennamen von Strukturierten Produkten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Hutter, Rüthemann, Dr. Tolle, Dr. Wohlwend, 2007, S. 92

4. Produktekategorien

In den nächsten Abschnitten werden nun die Grundkategorien Kapitalschutz-Produkte, Renditeoptimierungs-Produkte und Partizipations-Produkte ausführlich dargestellt.

4.1 Kapitalschutz-Produkte

„Vor Überraschungen gefeit dank Kapitalschutz.“19

Mit dem Platzen der Technologieblase ab April 2001 sind an den Börsen viele (Aktien-)Anleger in die Verlustzone geraten. Diese enorm hohen Börsenschwankungen erfordern ein noch gezielteres Portfoliomanagement. Als Reaktion darauf ist eine Vielzahl von Investoren auf sichere Anlagemöglichkeiten a usgewichen. Die Umsätze bei den Kapitalschutzprodukten haben darauf hin deutlich zugenommen und die Emissionshäuser haben ihre Palette an diesen Anlagen deutlich ausgebaut.

Die Kapitalschutzprodukte sind die risikoärmsten Vertreter der Strukturierten Produkte, denn diese bieten per Verfall einen Voll- oder Teilschutz des eingesetzten Vermögens und sorgen für einen ruhigen Schlaf. Die Kapitalschutzprodukte zeichnen sich durch folgende vier Haupteigenschaften aus: Basiswert, Laufzeit, Kapitalschutz und Partizipationsrate. Die Basiswerte können Aktien, Indizes, Rohstoffe, Immobilien oder auch Hedge Funds sein. Vor einer Investition in Kapitalschutz-Produkte sollte sich ein Investor zuerst mit dem eigentlichen Basiswert auseinandersetzen. Denn sein Kursverlauf entscheidet bei Endverfall darüber, wie hoch der Erlös (Rendite) aus diesem Investment ausfällt.

Mit Kapitalschutz-Produkten kann ein Anleger einerseits von steigenden oder je nach Ausgestaltung des Produktes von sinkenden Kursen des Basiswertes teilhaben. Sie garantieren aber andererseits auch bei fallenden oder steigenden Kursen eine Rückzahlung des Geldes in einem zum Voraus definierten Umfang (Floor). Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit meistens eine Rückzahlung seines Kapitals zwischen 90 und 100 Prozent. Der Kapitalschutz ist allerdings nur bei Laufzeitende garantiert. Während der Laufzeit kann der Kurs der Anlage durchaus deutlich unterhalb des Kapitalschutzniveaus notieren. Will ein Marktteilnehmer seine Anlage vor dem Laufzeitende abstossen, können je nach Marktgegebenheiten Verluste entstehen. Die Garantie gilt natürlich auch nur soweit, wie der Herausgeber (Emittent) des Produkts zur Zahlung fähig bleibt - das Bonitäts - oder Gegenparteirisiko bleibt auch hier bestehen.

Wie hoch der Kapitalschutz angesetzt wird, hängt von der Konstruktion des Produktes ab. Ein Floor von 100% ist in der Praxis am häufigsten anzutreffen. Auch möglich sind Floors von über 100%, dies vor allem bei längeren Laufzeiten. Somit wird dem Anleger sogar eine Mindestverzins ung garantiert. Diese wird aber in der Regel nicht höher ausfallen als die Rendite einer Geldmarktanlage. Neben der Absicherungsfunktion können Anleger mit Kapitalschutz-Produkten an steigenden oder sinkenden Kursen des Basiswertes teilhaben. Die Höhe der Partizipation hängt dabei von der Höhe des Kapitalschutzes ab. Ein Investor, der am Ende der Laufzeit 100% seines eingesetzten Kapitals zurückerhält kann nicht im gleichen Umfang an der allfällig positiven oder negativen Wertentwicklung des Basiswertes tei lhaben als ein Investor, der sich nur mit einem 90% Kapitalschutz begnügt. Zwischen Kapitalschutzniveau und Partizipationsrate besteht demnach ein negativer Zusammenhang: Ein höheres Kapitalschutzniveau kann nur mit einer tieferen Partizipationsrate erkauft werden und umgekehrt. Die Absicherung hat also Kosten zur Folge in Form von entgangenen Gewinnen (Opportunitätskosten).

4.1.1 Plain-Vanilla-Kapitalschutzprodukte

Ein Plain-Vanilla-Kapitalschutzprodukt besteht aus einem Zero -Bond, also eine Nullprozent Obligation, die mit einem Abschlag (Diskont) ausgegeben wird und einer Long-Position in einer Option, meistens einer Call-Option, zusammen. Die Obligation ermöglicht dabei die garantierte Mindestrückzahlung, die Option das Potenzial für die Partizipation. Wird das Kapitalschutzniveau tiefer angesetzt, stehen umso mehr Mittel für den Erwerb der Optionskomponente - und damit das Potenzial für die Partizipation - zur Verfügung und umgekehrt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 15: Auszahlungsdiagramm Plain -Vanilla-Kapitalschutzprodukte

Quelle: Eigene Darstellung, 2009

zu 80 Prozent. Würde der Index also bis zum Stichtag am Laufzeitende um 20 Prozent auf 10'800 Punkte zulegen, würde der Anleger einen Ertrag von 16 Prozent erzielen, also eine Rückzahlung von CHF 116.00 erhalten.

Eine weitere Form der kapitalgeschützten Produkte sind diese mit einem integrierten Cap (Kapitalschutzprodukt mit Cap). Im Hinblick auf Kapitalschutz und Partizipation ist es jedoch oft schwierig, attraktive Konditionen zu gestalten. Die Emittenten können aber durch eine Gewinnbegrenzung (Cap) das Kapitalschutz-Niveau o der die Partizipationsrate erhöhen. Der Grundgedanke dieser Produkteart bleibt dieselbe. Der Investor profitiert weiterhin von einem im Voraus fixierten und garantierten Kapitalschutz und nimmt gleichzeitig am Verlauf des Basiswertes teil. Allerdings wird der Gewinn eingegrenzt bis zum Cap-Niveau und die unbegrenzte Partizipationsmöglichkeit geht somit verloren.

Die Anbieter von strukturierten Produkten sind laufend bestrebt, bestehende Produktstrukturen zu verfeinern und dadurch einen Mehrwert für die Anleger zu schaffen. Eine dieser Konstruktionen im Bereich der Kapitalschutzprodukte ist ein Anlageprodukt, das einen Coupon (Zins) beinhaltet. Die wichtigsten Eigenschaften dieser Instrumente sind: Basiswert, Laufzeit, Kapitalschutz, Coupon und Minimum-Coupon. Die regelmässige Zinszahlung ersetzt die Partizipationsrate. Dies bedeutet, dass ein Anleger neben einer 100-prozentigen Schutzfunktion noch in den Genuss einer variablen Couponzahlung kommt. Dieser Mindestzins wird in der Regel zwischen Null und Zwei Prozent angesetzt. Auch kann dieser in Abhängigkeit vom dahinter liegenden Basiswert ansteigen. In der Regel besteht der Basiswert aus einem Korb von verschiedenen Wertpapieren (meist Aktien). Die Entwicklung der Basiswerte bestimmt nun, wie hoch der Zins s chliesslich ausfallen wird.

Nach klar festgelegten Perioden, zum Beispiel jährlich, werden die Zinszahlungen neu berechnet. Für die Kalkulation wird die Wertentwicklung jedes einzelnen Basiswertes, der wiederum im Basket enthalten ist, herangezogen. Für die Zinshöhe wird für jede Aktie die Wertentwicklung seit Emission berechnet. Jede Aktien, die eine positive Rendite aufweist, wird in der Berechnung mit dem maximalen Couponsatz berücksichtigt. Ist ein Basiswert negativ, dann fliesst diese Minus -Performance in die Zinsberechnung ein. Aus der Summe der Renditen wird dann das arithmetische Mittel aller Aktien berechnet. Ist dieser kalkulierte Zins höher als die minimale Zinshöhe, dann wird diese in Form einer Couponzahlung entschädigt. Falls sie aber tiefer liegen sollte, kommt der Minimumzins zum tragen.

4.1.1.1 Ü bersicht Kapitalschutz-Produkte Merkmale

-Kapitalschutz-Produkte erlauben dem Anleger, an steigenden oder sinkenden Basiswerten unbeschränkt und mit einer festen Partizipationsrate teilzuhaben.
-Der Kapitalschutz wird mindestens in der vereinbarten Höhe zurückbezahlt.
-Der Kapitalschutz wird in Prozenten des Ausgabekurses ausgedrückt (z.B. 90%).
-Der Kapitalschutz bezieht sich nur auf den Ausgabepreis (nominal) und nicht auf den Kaufpreis

Markterwartung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 16: Vor- und Nachteile von Kapitalschutz-Produkten

Quelle: Eigene Darstellung, 2009

4.2 Renditeoptimierungs-Produkte

Börsen sind immer in Bewegung. Genaue Einschätzungen zu geben sind sehr schwer. Die Kunst des Anlegers ist es, Chancen zu optimieren und Verluste zu vermindern. Wenn an den globalen Finanzmärkten keine grossen Bewegungen herrschen, dann bietet eine Vielzahl von Renditeoptimierungsprodukte einen bedeutenden Mehrwert für das Portfolio. In diesen Szenarien erzielt der Anleger eine höhere Rendite als mit einer Direktinvestition in den Basiswert. Steigt aber der Kurs des Basiswertes stark an (oder je nach Konstruktion der Anlage stark sinkt), kann der Anleger ab einem bestimmten Niveau nicht mehr an dieser positiven (oder negativen) Kursentwicklung teilhaben. In Phasen von steil ansteigenden Kursen können diese Opportunitätskosten hoch ausfallen. Investoren mit einer klar optimistischen oder pessimistischen Börsenerwartung sind demnach mit anderen Strukturierten Produkten besser bedient.

[...]


1 Schweizerische Nationalbank SNB, 2009

2 Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte, 2009

3 SIX Swiss Exchange, 2009

4 UBS AG, 2007, S. 6-7

5 SIX Swiss Exchange, Januar 2009

6 SIX Swiss Exchange, Januar 2009

7 Schweizerische Nationalbank SNB, 2009

8 Schweizerische Nationalbank SNB, 2009

9 Schweizerischer Verband für Strukturierte Produ kte SVSP, 2009

10 Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

11 Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSP, 2009

12 SIX Swiss Exchange, 2009

13 Deutsche Bank, 2008

14 Deutsche Bank, 2008

15 Hutter, Rüthemann, Dr. Tolle, Dr. Wohlwend, 2007, S. 89-90

16 Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte

17 Bank Sarasin & Cie AG, 2007, S. 68-69

18 Hutter, Rüthemann, Dr. Tolle, Dr. Wohlwend, 2007, S. 92

19 financialmedia ag, 2008

Ende der Leseprobe aus 73 Seiten

Details

Titel
Darstellung und Analyse moderner Anlagevehikel
Untertitel
Aufgezeigt anhand von Strukturierten Produkten & ETFs
Hochschule
AKAD Höhere Fachschule Banking und Finance AG  (Banken und Finanzen)
Veranstaltung
Bankwirtschaft
Note
1.5
Autoren
Jahr
2009
Seiten
73
Katalognummer
V145048
ISBN (eBook)
9783640557165
ISBN (Buch)
9783640557462
Dateigröße
1361 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Analyse, Anlagevehikel, Aufgezeigt, Strukturierten, Produkten, ETFs
Arbeit zitieren
Pascal Stäuble (Autor)Oliver Riberzani (Autor), 2009, Darstellung und Analyse moderner Anlagevehikel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145048

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